Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall – Review zu Konsolencomeback des Point & Click-Adventure

Knapp zwei Jahre nach der ersten Episode von Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall auf dem PC, erscheint das Point & Click-Adventure nun endlich auch für die aktuelle Konsolengeneration. Dabei sind die beiden Episoden natürlich vollständig auf der Disc enthalten und bittet den Spieler das Rätsel um das Kunstwerk La Maledicció und dem geheimnisvollen Mord an dem Galeriebesitzer aufzuklären. Doch wie gut schlägt sich der mittlerweile fünfte Teil der Reihe auf der Konsole? Wir haben uns den Titel einmal genauer angesehen und verraten euch, ob sich ein Kauf lohnt oder nicht.

 

Ein Mord in der Galerie!

Wir spielen George Stobbart und Nicole Collard (nachfolgend Nico), welche Serienveteranen bereits aus den Vorgängern kennen dürften. Die Beziehung der beiden kommt schon am Anfang sehr schnell zum Vorschein und was wäre passender als in der Stadt der ewigen Liebe einen Mordfall aufzudecken… vielleicht ein wertvolles verfluchtes und böses Gemälde?! Blicken wir einige Jahrzehnte zurück in die 1930er Jahre, wo bereits das erste Mal Soldaten in die Villa einer Familie stürmen, um das Gemälde La Maledicció zu stehlen. Heute besuchen George und Nico eine Ausstellung in einer Kunstgalerie in Paris, als plötzlich ein Mann mit Helm den Raum betritt das gleiche Gemälde stiehlt und dabei noch den Besitzer Henri tötet. Für die beiden Hauptdarsteller wird es nun also Zeit, eine Reihe von merkwürdigen Ereignissen aufzudecken und dabei einmal komplett durch Europa zu reisen. Doch was hat Interpol, ein russischer Oligarch und eine falsche Versicherungsfirma mit dem Vorfall zu tun? Die Geschichte wird dabei wirklich sehr gut erzählt. Anfangs dauert es allerdings einige Zeit, bis das Spiel richtig in Fahrt kommt, im späteren Spielverlauf hören die Wendungen und Überraschungen gar nicht mehr auf. Zwar sind diese Twists schon vom Weiten merklich spürbar, trotzdem bereitet Baphomet´s Fluch 5 uns das Gefühl, einen guten Mix aus Thriller und Krimi zu erleben. Würden wir weitere Details der Geschichte erzählen, ständen hier nur unnötige Spoiler, weshalb nur noch eines zum Vorfall gesagt wird: das Ende ist leider nicht so berauschend. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass man hier leider zu linear die Geschichte zu Ende erzählt. Schließlich kann man sich zum Schluss logisch erdenken, wie die Rätsel um Henri und das Gemälde aufgelöst werden. Trotzdem bietet die Story vielerlei Facetten und Verschwörungen, die man auf dem ersten Blick nicht für möglich hält.

Der Täter macht keine halben Sachen.

Der Täter macht keine halben Sachen.

 

Typische Point & Click-Adventure Qualität

Spielerisch hat sich natürlich im Vergleich zu den Vorgängern oder anderen Titeln aus diesem Genre nichts getan. Wir untersuchen die Umgebung nach Hinweisen oder wichtigen Objekten; kombinieren Gegenstände, welche wir zuvor eingesammelt haben; reden mit Leuten über den Vorfall und unseren bereits gesammelten Beweisen oder versuchen immer wieder auftretende Rätsel erfolgreich zu lösen. Das Interagieren mit den verschiedenen Personen funktioniert dabei recht einfach. Man wählt über ein kleines Popup-Menü das jeweilige Symbol aus, über das man mit der Person reden möchte. Dadurch kann es allerdings passieren, dass ein Gespräch auch mal schnell endet und man einen anderen Verlauf wählen muss. Die notwendigen Symbole entstehen erst dann, wenn man verschiedenen Hinweisen nachgegangen ist, damit man auch etwas für die Person in der Hand hat. Die Rätsel hingegen sind sehr leicht und können schnell gelöst werden. Mal muss man versuchen eine Leuchttafel so umzustecken, dass es einen neuen Sinn ergibt (und diese Aufgabe gehört noch zu den schwersten im Spiel) oder einen zerrissenen Brief neu zusammenlegen, dass man ihn wieder lesen kann. Einzig blöde: diese Rätsel kommen halt immer genau in dem Moment, wo gerade wieder richtig Fluss in der Geschichte ist. Somit stören sie sogar mehr, als richtig zu fordern. Sollte man vielleicht an der einen oder anderen Stelle im Spiel nicht weiterkommen, gibt es eine Hilfefunktion mit maximal vier Stufen. Diese können jederzeit aufgedeckt werden und verraten erst, wie man auf die Lösung kommen kann. Kommt man auch mit dem Tipp nicht ans Ziel, kann man schlussendlich auch das Rätsel komplett auflösen. Eine wirklich hilfreiche Funktion, die wir beim Spielen zwar nicht oft gebraucht haben, die aber dennoch für einige Spieler hilfreich sein kann.

George und Nico machen eine kleine Besprechung im Cafe um die Ecke.

George und Nico machen eine kleine Besprechung im Cafe um die Ecke.

 

Mal kein Open-World Game… JUHU!!!

Es ist ja mittlerweile eine Schande, wenn selbst Adventure keine Open-World haben. Ganz ehrlich: wenn wir jetzt darüber meckern würden, dass Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall zu linear wäre, dann würden wir widersprüchlich argumentieren. Denn was zur Hölle sollte man bei diesem Titel mit einer offenen Welt? Es würde die Geschichte, die Erzählweise und damit vorhandene Spannung so derbe kaputt treten, dass man nebenbei gar nicht auf die ganzen Facetten einer Open-World achten würde, sondern nur enttäuscht sei. Aus diesem Grund ist die Linearität hier absolut die richtige Wahl, auch wenn man gewisse Entscheidungen oder Ortschaften sicherlich etwas freier und offener gestalten hätte, können. So weist George genau daraufhin, wo es als Nächstes hingehen soll. Bezüglich der Rätsel im Spiel hätte man diese Hinweise auch getrost weglassen können.

Auch an den geheimnisvollsten Orten gibt es Hinweise auf den Täter.

Auch an den geheimnisvollsten Orten gibt es Hinweise auf den Täter.

 

Die Steuerung in so einem Spiel ist alles

Da Point & Click-Adventure normalerweise nur für den Computer entwickelt werden, haben die Konsolen meist ein Problem mit der Steuerung. Diese bekannten Probleme wurde bei Der Sündenfall allerdings komplett ignoriert und schlussendlich die bestmögliche Steuerung in das Spiel integriert, wie man sich nur machen kann. Der Mauszeiger verschwindet zwar nicht von der Konsole, mit diesem bewegt ihr euch grundsätzlich durch die einzelnen Ortschaften. Mit dem linken Stick kann man diese dann bewegen und mit der Auswahl der Buttons mit den Gegenständen und Personen interagieren. Dabei zeigt der Mauszeiger an, welche Dinge man nutzen kann. Sind die Aktionen nicht fördernd, sagen euch George oder Nico dies sofort.

Rätsel, wie einen kaputten Brief zusammenlegen, kommen immer mal wieder.

Rätsel, wie einen kaputten Brief zusammenlegen, kommen immer mal wieder.

 

3D auf 2D sieht bescheiden aus

Die beiden Protagonisten George und Nicole sind erneut sehr schön vertont worden. Dabei setzt man bei George auf die gewohnte Stimme von Alexander Schottky, bei Nicole hingegen gibt es leider wieder einmal eine neue Vertonung. Dies ist aber auch gar nicht mal so schlimm. Der Rest vom Schützenfest ist eher mäßig vertont. Hier fallen vor allem die zum Teil bisschen blöde gewählten Sätze auf, die zudem noch lustlos eingesprochen wurden. Die einzige Ausnahme stellen dabei wenige französische Bürger da, die durch den Akzent echt wirken. Ebenfalls etwas negativ aufgefallen sind die Animationen der Charaktere. Diese wirken altbacken und nicht mehr zeitgemäß. Auch die eigentliche Optik fällt etwas negativ auf. Der Hintergrund ist sehr schick in 2D gestaltet, die Figuren und Gegenstände werden allerdings in 3D dargestellt. Dies hat die Auswirkung, dass der Kontrast zwischen 2D und 3D zu hoch ausfällt. Hier hätten wir uns etwas mehr erwartet.

Der Gesamteindruck von der Optik ist zwar sehr gut, allerdings bleibt ein zu starker Kontrast zwischen 2D und 3D vorhanden.

Der Gesamteindruck von der Optik ist zwar sehr gut, allerdings bleibt ein zu starker Kontrast zwischen 2D und 3D vorhanden.

 

Fazit:

Puuuh… endlich haben wir das Rätsel um das geheimnisvolle Bild gelüftet und den Täter gefasst. Die Geschichte und Erzählung in Baphoment´s Fluch 5: Der Sündenfall ist wirklich toll. Die Charaktere machen einen guten Job und agieren glaubwürdig, um den Fall zu lösen. Allerdings sind die zu leichten und vorhersehbaren Rätsel und Ereignisse zu vorhersehbar und die Optik wirkt etwas altbacken. Dies wirkt sich leider etwas negativ auf den Gesamteindruck aus. Letztendlich ist Der Sündenfall kein Fall fürs Sündigen, denn besser als die Teile zwei bis vier ist er auf jeden Fall. Back to the roots oder einfach auch zurück an den Ursprung hat beim fünften Teil sehr gut funktioniert. Alle Point & Click-Adventure-Fans können hier beruhigt zugreifen.

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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