Test: Rimworld: Biotech

Mit dieser Erweiterung bekommt ihr ganz neue Möglichkeiten!

Als dritte Erweiterung verspricht Rimworld – Biotech den Spielern neues Gameplay, für das man früher noch Mods herunterladen musste. Dabei gibt der DLC ein wenig mehr neue Möglichkeiten, als die beiden früheren Erweiterungen Royalty und Ideology, kostet dafür aber auch rund acht Euro mehr. Was Rimworld – Biotech in die beliebte Koloniesimualtion bringt und ob der Preis gerechtfertigt ist, erfahrt ihr hier im Test.

 

Kinderpflege oder Kinderfarming

Zum Leben gehören Kinder einfach dazu, ob man sie mag oder nicht. Wenn ihr Biotech habt, können eure Kolonisten nun Kinder bekommen. Dafür braucht ihr einen weiblichen Kolonisten der eine Eizelle bereitstellt und einen männlichen, der diese befruchtet. Das passiert bei Pärchen mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit automatisch, wenn sie ein Doppelbett haben und gemeinsam dort schlafen. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit per OP eine Eizelle zu entnehmen und diese befruchten zu lassen. So könnt ihr auch ohne passende Beziehungen Kinder mit beliebigen Eltern zeugen.

Dafür ist dann jedoch noch eine Wachstumkapsel notwendig, in der eure künstlich gezeugten Babies heranwachsen. Diese können dann, wenn sie soweit sind, wie ein normal geborenes in einem Kinderbett schlafen. Von da an kümmern sich Kolonisten, die für Kinderpflege eingeteilt sind, um ihre Bedürfnisse, ihr solltet also auch genug Nahrung für die Kleinen bereithalten. Wer ganz unromantisch einfach nur ein paar Arbeiter oder Krieger für die Kolonie züchten will, kann Kinder auch bis sie voll ausgewachsen sind in den Kapseln lassen, dann wachsen sie auch deutlich schneller.

Sorgsame Kolonien kümmern sich jedoch um ihre Babies, bis sie Kinder werden. Ab diesem Zeitpunkt können diese laufen und verrichten auch ab und zu einfache Arbeiten. Außerdem haben sie einen Lerndrang, welchen ihr befriedigen solltet. Das geht am besten, indem Klassenzimmer gebaut werden und ein Erwachserner für den Unterricht eingeteilt ist. Wer seine Kinder gut behandelt und ihnen genug beibringt, hat am Ende fähige Erwachsener mit mehr Hingabe und so wertvolle Kolonisten. Ruchlose Anführer haben währenddessen aber schon eine kleine Armee in ihrem Labor gezüchtet. Die Wahl liegt bei euch.

 

Biotech bietet eben auch Biotech

Wie der Titel des DLC unschwer vermutet lässt, dreht sich neben den Kindern ein Großteil der neuen Inhalte um Gene, mit denen nach Herzenslust experimentiert werden kann. Dabei ist zwischen den normalen Genen, die per Keimbahn an Nachkommen weitergegeben werden können, und den Xenogenen, welche implantiert werden, zu unterscheiden. Ebenso gibt es verschiedene Gentypen. Die allen bekannten normalen Menschen aus dem Grundspiel haben dabei den Gentyp “Normal”. Aufgepeppt wird das alles aber durch die neuen Typen, die euch als Fraktionen oder einfach so als Besucher begegnen werden.

Die Imps sind schnelle Läufer mit Hörnern, die Feuer spucken.Die Neanderthaler sind etwas dumm aber dafür gefürchtete Nahkämpfer, die viel Schaden austeilen. Den Spielern steht es dabei zum Start einer jeden neuen Kolonie frei, welchen der vorgefertigten Xenotypen sie auswählen möchten. Dort kann man dann sogar auch völlig neue Gentypen aussuchen und hat die Auswahl an allen im Spiel verfügbaren Genen. Diese reichen von Katzenohren, über Kälteresistenz und weiße Haare, bis hin zu weiteren Stärken und Schwächen, bestimmten Fähigkeiten oder mentaler Sensibilität. Damit gibt es nun auch endlich eine Möglichkeit direkt beim Start ein bestimmtes Aussehen für eure Kolonisten festzulegen. Im Entwicklermodus, also dem Cheatmodus, könnt ihr außerdem versteckte Gene der geheimen Vampirfraktion freischalten und auch ansonsten unmögliche Kombinationen erschaffen.

Eurer Fantasie sind also wirklich wenig Grenzen gesetzt. Im Spiel selber könnt ihr dann Bauwerke für euer Genlabor erforschen. Ihr braucht einen Genextraktor, um Gene aus Kolonisten oder Gefangenen zu extrahieren und Genbanken, um sie sicher zu lagern. An einer Art Werkbank können dann Gene aus eurem Bestand nach Lust und Laune kombiniert werden. Händler führen außerdem auch manchmal ein paar Gene mit sich.

Eine kleine Einschränkung gibt es dann aber doch. Ihr könnt zwar viele positive Gene kombinieren und einen richtigen Super-Xenotyp erstellen, aber dann sinkt auch die metabolische Effizienz. Das heißt, dass Menschen mit diesem Xenotyp mehr Nahrung benötigen. Das soll eine gewisse Balance in das Spiel mit den Genen bringen und zu interessanten Kombinationen führen. Denn wenn ihr ein schlechtes Gen, wie eine Feuerempfindlichkeit oder Inzucht implanitert, steigt die metabolische Effizienz wieder.

 

Die Kraft des Stahls

Neben Genen spielen auch Maschinen eine große Rolle in Rimworld – Biotech. Alle Spieler kennen und fürchten die Mechanoiden, intelligente Maschinen, die auf jeder Welt zu finden sind und so gut wie immer ziemlich aggressiv sind. Im Basisspiel begegnet man ihnen bei Ereignissen, gerade im späteren Spielverlauf. Außer sie zu bekämpfen und vielleicht für etwas Stahl zu verschrotten, konnte man mit ihnen bislang nichts machen. Doch das ändert sich nun!

Per Implantant können Kolonisten nun nämlich zu Mechanitoren werden. Dadurch sind sie in der Lage selbst Mechanoiden zu bauen und diese zu steuern. Ganz so einfach geht das jedoch nicht, wer das Spiel nicht mit einem Mechanitor beginnt, muss erst eine kleine Quest erledigen und eine Leiche fleddern. Außerdem gibt es mehrere Forschungsstufen, welche jeweils neue Mechanoiden und Gebäude freischaltet. Für diese Forschung braucht man jedoch wiederum Chips, für die starke Mechanoiden umgelegt werden müssen. Das ist auch mit der einzige Kritikpunkt meinerseits, was diese neue Mechanik angeht. Man braucht ganz schön, um alles freizuschalten. Und die Kämpfe sind wirklich nicht ohne.

Wer diese Hürden überwindet, wird aber auch reich belohnt. Neben den bekannten Mechanoiden aus dem Basisspiel gibt es nun noch weitere, die verschiedene Aufgaben im Kampf erfüllen. Wer die Mechanoiden-Bosse erledigt, kann dann sogar mehrere von ihnen nachbauen und es dann locker mit feindlichen Basen aufnehmen. Wer lieber Hilfe bei der Führung einer Kolonie hat, kann hingegen kleine Mechs herstellen, die putzen, bauen, gärtnern oder sogar kleine Operationen durchführen. Einziger Nachteil ist hier, dass bei Herstellung und Wartung der Mechs Giftmüllpakete enstehen. Diese vergiften langsam die Umgebung, sofern sie nicht gefroren werden.

 

Für wen lohnt sich Rimworld – Biotech?

Nunja, für so ziemlich jeden, der mehrere Stunden lang im Hauptspiel Spaß hatte. Die Kinderpflege hat mir persönlich nicht so viel Spaß gemacht, sie ist aber trotzdem gut gelungen. Ob man nun einen sicheren Hafen für Waisenkinder bauen will, oder grausame Kinderarbeit betreibt, jeder kann seine Geschichte nun noch weiter individualisieren. Und im Zuge der Genetik, macht es auch Spaß, sich eine kleine Blutlinie mit bestimmten Genen aufzubauen.

Die neuen Möglichkeiten mit Genen und Xenogenen kann man gar nicht genug loben. Man hat unzählige Möglichkeiten, um ganz eigene Gentypen zu erstellen und kann sich auch mit implantierbaren Xenogenen voll austoben. Die Genotypen, die das Spiel einem unter anderem auch als Gegner bereitstellt, sind ebenfalls stimmig und zum Teil lustig absurd. Durch das neue Update 1.4 geht die Genextraktion nun auch schneller. Denn das lange Warten auf neue Gene war das einzige was mich hier gestört hat.

Ich war übrigens auch nie Fan von den Mechanoiden. Aber durch Rimworld – Biotech sind mir ein paar dieser kleinen Killermaschinen richtig ans Herz gewachsen. Und das liegt nichtmal daran, dass ich sie nun benennen und färben kann, sondern an ihrer Vielseitigkeit und ihrem Nutzen im Gameplay. Natürlich sind die Giftmüllpakete lästig, aber es gibt da Mittel und Wege, um sie los zu werden. Und es zeigt ganz klar, dass technischer Fortschritt auch in der Zukunft einen Preis hat.

Mit rund 24 Euro ist Biotech zwar teurer als die beiden DLCs Royalty und Ideology, bietet dem Spieler aber auch mehr. Nachdem ich einige Stunden mit dem DLC verbracht habe, bin ich der Meinung, dass der Preis gerechtfertigt ist, da er das Spielgeschehen um viele Funktionen bereichert. Ob ihr nun einen unsterblichen Blutkult ins (Un-)Leben ruft, Katzenmenschen mit Säureatem erstellt, oder verrückte Wissenschaftler, die Kindern ihre Organe entnehmen spielt, die Möglichkeiten, euer Spiel individuell zu gestalten, sind zahlreich. Von daher ist Biotech einer der gelungensten DLC, die ich in letzter Zeit gespielt habe.

 

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  • Test: Rimworld: Biotech – Mit dieser Erweiterung bekommt ihr ganz neue Möglichkeiten!
    Fazit zu Rimworld - Biotech

    Rimworld spiele ich schon seit Jahren immer mal wieder. Bislang hat mir jeder DLC Spaß gemacht und auch Biotech hat mich nicht enttäuscht. Ob ich nun unsterbliche Supermenschen erschaffe, oder eine Armee aus Kindersoldaten und Mechanoiden, mit jeder neuen Kolonie fallen mir auch neue Dinge ein, die ich tun könnte. Der erhöhte Preis ist damit wirklich angemessen und ich kann jedem Rimworld Fan diesen DLC wirklich ans Herz legen!

    Tobias Mehrwald, Redakteur und Lektor

Positiv:

Das Spiel mit den Genen macht unglaublich viel Spaß
Die Mechanoiden bieten große Vielseitigkeit
Wer Kinder mag kann nun endlich welche in seiner Kolonie haben
Die anderen Fraktionen werden durch Biotech nochmal interessanter

Negativ:

Die neuen Funktionen kann man vor dem Late Game nur sehr eingeschränkt nutzen
Es hätte gerne mehr neue Musik eingefügt werden können

Rimworld - Biotech erhält den NAT-Games Award

Ab in die Sammlung?

Wer Rimworld mag, der wird mit Biotech sicher nichts falsch machen!

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Geschrieben von Tobias Mehrwald
entkommt in unter fünf Minuten aus der Unterwelt.
1 Kommentar

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