SOMA

Test zum philosophischen Versteckspiel unter Wasser

SOMA im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Releasedatum: 22. September 2015

Genre: Sci-Fi-Horror-Spiel

USK: 16

Publisher: Frictional Games

Plattformen: PS4, Mac OS, Linux, Windows, Xbox One

SOMA ist ein Science-Fiction-Horrorspiel mit Survivalelementen von Frictional Games, die bereits für die Amnesia-Reihe bekannt geworden sind. SOMA wurde 2015 veröffentlicht und der Protagonist Simon Jarrett startet im selben Jahr seine Geschichte. Nach einem Autounfall, bei dem seine Freundin Ashley verstarb, leidet er unter Gehirnschäden. Sein Hirn ist geschwollen und blutet, je mehr Stress er ausgesetzt ist. Eine unerforschte Methode zur Rekonstruktion von Gehirnen könnte eine Rettung für ihn darstellen. Er unterzieht sich dem Experiment von David Munshi, das ihn jedoch nicht heilt, sondern ins Jahr 2104 befördert.

 

SOMA: Eine KI, Roboter-Klone, Schleim und die Weiten des Weltalls

Spieler*innen von SOMA steuern Simon und erkunden die realistische 3D-Umgebung aus seiner Perspektive. Schnell stellt sich heraus, dass sich alles geändert hat: Simon befindet sich unter Wasser auf einer Station namens Pathos II, kein Mensch weit und breit und alles befindet sich in einer Quarantäne. Und hin und wieder wird Simon von gruseligen Monstern verfolgt. Dank eines eingeführten Safe-Modes stirbt Simon nicht mehr dauerhaft, sondern wird nur noch ausgeknockt.

SOMA lässt dabei nichts aus, was es für einen guten Sci-Fi-Titel braucht. Roboter sollten den Menschen helfen, manche von ihnen wurden aber zur Gefahr. Wie sich im Laufe des Spiels herausstellt, wurde Pathos II und seine Maschinen eigentlich erschaffen, um im Meer Materialien abzubauen. 2103 bedrohte jedoch der Komet Telos die Erde und Pathos II wurde zur Heimat der letzten Überlebenden. Seitdem denkt die freundliche Künstliche Intelligenz Warden Unit, kurz WAU, sie müsste die Menschen retten, indem sie sie tötet – zumindest zur Hälfte. Denn als ob das nicht schon Science-Fiction genug wäre, gibt es auch noch Gehirntransfers der Menschen in die Maschinen, sodass die echten Besatzungsmitglieder in Roboter geklont wurden. Natürlich gibt es auch noch das Strukturgel, ekliger schwarzer Schleim, der Mensch und Maschine verrückt werden lässt und für die WAU hörig macht.

SOMA spielt in einer Unterwasserwelt, in der es von Maschinen wimmelt.

 

Das Gameplay von SOMA: Klare Mission, dumme Gegner und einfache Rätsel

Das ist zunächst ein wenig viel Information für die Spieler*innen von SOMA, doch wer sich darauf einlässt, taucht ein in eine wirklich spannende Geschichte, die sich mit Simons persönlicher Story verbindet. Während Simon alles erfährt, was er in den letzten 89 Jahren verpasst hat, muss er sich vor Monstern verstecken und davonlaufen. SOMA ist nun einmal auch ein Survival-Horrorspiel und kein Egoshooter. Dabei müssen Spieler*innen aus der First-Person-Perspektive an Gegnern vorbei, die mal menschlich und mal Maschinen sind. Die Gegner-KI stellt sich aber manchmal ziemlich unbeholfen an, wenn sie Simon zu fangen versucht.

Doch neben den bedrückenden Neuigkeiten und der steten Bedrohung gibt es Hoffnung für Simon und ein klares Ziel: Er lernt Dr. Catherine Chun kennen, die ihm von der ARK berichtet. Die ARK ist ein Behälter, in den der Geist der Besatzungsmitglieder transferiert wird, um ihn dann ins All zu befördern – also quasi dasselbe, was die WAU macht, nur in gut. Catherine will die ARK finden, um ihren Plan in die Tat umzusetzen und die Menschheit zu retten, aber sie ist leider auch ein Roboter. Jedoch ist sie nicht verrückt und bösartig, sondern eine Hilfe für Simon. Zusammen suchen sie also die ARK und durchqueren dabei acht verschiedene Stationen, die das Spiel in unterschiedliche Kapitel unterteilen. Sie meistern hierbei verschiedene Hindernisse, die sich als einfache Puzzle-Sequenzen herausstellen, in denen Spieler*innen z.B. Schaltkreise richtig miteinander verbinden müssen. Die Rätsel sind somit nicht allzu schwer und lenken auch nicht vom eigentlichen Spiel ab, als Gameplay-Element sind sie aber nicht überwältigend.

Neben seiner Hauptmission zerstört Simon noch die WAU, was alle nicht-biologischen Feinde auf Pathos II für immer eliminiert. Auch hier ist es schwierig für Spieler*innen, zu verstehen, was genau getan werden muss und warum. Das Spiel lässt einem aber keine Handlungswahl, also werden die benötigten Objekte einfach eingesammelt. Insgesamt kann alles, was für den Spielfortschritt benötigt wird, nicht übersehen werden, da Catherine auch immer wieder Hinweise gibt, was als Nächstes zu tun ist. Die Geschichte wirkt somit beim ersten Durchgang ein wenig verwirrend und das Gameplay eher einfach gehalten. Nach gut zehn Stunden sind Spieler*innen am Ende und schaffen es, die ARK ins Weltall zu schießen und alle Menschen sind gerettet – zumindest deren Kopien innerhalb der ARK.

Wie in vielen Sci-Fi-Horrorspielen gibt es auch in SOMA Rätselelemente.

 

Der philosophische Ansatz: Was macht den Menschen menschlich?

Wie Simon und Spieler*innen mehrfach in SOMA lernen, gibt es durch Gehirnscans Kopien der Menschen. Die WAU nutzt diese für ihre verrückten Pläne und Catherine nutzt sie, um die Menschheit ins All zu retten. Die Kopien sind ebenso bewusst wie ihre Originale und verfügen über die Erinnerungen bis zum Zeitpunkt des Gehirnscans, der Mensch dahinter lebt jedoch unabhängig von der Kopie weiter. Ergo leben die Kopien im Weltall weiter und die Menschen auf der Erde bleiben zurück und sterben – zumindest diejenigen, die noch übriggeblieben sind. Denn Überlebende gibt es trotz allem immer noch und Simon kann bzw. muss sich entscheiden, ob er sie am Leben lässt oder umbringt. Und dann erfährt Simon noch, wie das Alles mit seinem Schicksal zusammenhängt …

Philosophische und moralische Fragen nach dem Menschsein und dem Wert des Lebens gibt es also genug im Spiel. Simon scheint jedoch bis zum Ende nicht zu verstehen, dass er gleichzeitig auf der ARK leben und auf der Erde zurückbleiben wird. Ob Spieler*innen das verstehen werden, hängt ganz davon ab, wie gut sie beim Spielen aufgepasst haben. Denn gerade beim ersten Mal Durchspielen kann es sein, dass man nicht sofort alles versteht, aber die einfachen Gameplay-Mechaniken und Catherines Ratschläge leiten einen gut durch das Spiel.

Sounddesign von SOMA: Atmosphärische Audios

SOMA lebt von seiner verwirrenden wie mitreißenden Geschichte. Diese wird sehr überzeugend durch Audio-Aufzeichnungen erzählt. Simon kann längst vergangene Gespräche miterleben, da jeder Mensch eine Blackbox besitzt, die Simon anzapfen kann. So erfahren Spieler*innen, wie einzelne NPCs geflüchtet und letztlich gescheitert sind. Gerade diese Aufzeichnungen vermitteln das beklemmende Gefühl der Angst vor dem Unbekannten, die die teils unfähigen Monster, vor denen Simon flüchten muss, nicht wiedergeben können.

Während der akute Horror also ausbleibt, schaffen es Audios und auch die mühevoll aus mehreren Sounddatei erstellten Umgebungsgeräusche, Spieler*innen in der Unterwasserwelt gefangen zu halten. Das Spielen mit Kopfhörern ist somit dringend zu empfehlen.

Durch sogenannte Data Buffer können Spieler*innen Gespräche aus der Vergangenheit hören.

Miniserie als Spin-Off

Wer nicht nur auf ein Horrorspiel mit Sci-Fi-Setting und Survivalelementen hofft, sondern sich völlig auf die Geschichte und ihre philosophischen Fragen einlässt, dem ist auch noch die Miniserie Transmission zu empfehlen. Transmission spielt nach dem Kometeneinschlag 2103 und vor Simons Auftritt im Jahr 2104. Die Serie zeigt in acht Folgen, wie die Crew mit der WAU und ihren Kreaturen umgeht und wie die Stimmung zu dem Projekt ARK ist.

*Werbung: Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

  • SOMA – Test zum philosophischen Versteckspiel unter Wasser
    Fazit zu SOMA

    Ich persönlich liebe Spiele, die mich zum Nachdenken anregen. Deswegen hat mir SOMA sehr gut gefallen. Es war zwar anfangs nicht sofort ersichtlich, worauf die Hinweise und Informationen hinauswollen, je mehr ich mich aber auf die Story und die Charaktere eingelassen habe, desto besser wurde mein Spielerlebnis.

    Ann-Kathrin Günther, Trainee

 

Positiv:

Spannende und immersive Story
geeignete Spieledauer
guter Tutorialeinstieg
ausgewogene Survival- und Rätselelemente
tolles Setting für das Horrorfeeling
viele philosophischen Fragen

Negativ:

nicht immer nachvollziehbares Verhalten der Gegner-KI
teilweise eintöniges Gameplay, da man nur wegrennen konnte
viele philosophischen Fragen

Ab in die Sammlung?

Für Fans von Science-Fiction und Horror ein Muss, sofern sie keine Angst vor stupiden Rätseln haben und sich nicht davor scheuen, den zentralen Fragen der Menschheit ausgesetzt zu sein.

Share This Post
Deine Meinung?
00
Geschrieben von Ann-Kathrin Günther
braucht kein Buch, sie hat schon eins.