Power & Revolution: Geo-Political Simulator 4 – Test zum Politiksimulator

Politik beherrscht unsere Welt. Schließlich umfasst es alle nur erdenklichen Bereiche, die unser gesellschaftliches Leben ausmacht. Wirtschaft, Bildung und auch leider Krieg sind alle unter dem Gesamtbezug der Politik zusammengefasst. Wie fühlt es sich an, in der Position eines Landesoberhaupts zu sein, der alle diese politischen Bereiche unter einen Hut bringen und regeln muss? „Power & Revolution: Geo-Political Simulator 4“ versucht diese Frage zu klären, und wir klären in unserem Test, ob sie ausreichend beantwortet wird.

 

Viele Baustellen

Ihr müsst gar nicht bis zum Ende des Tests warten, um die Antwort auf diese Frage zu erhalten: Sie lautet Ja. In Power & Revolution werden definitiv alle Aspekte eines Regierungsoberhauptes abgedeckt. Ihr schlüpft je nach Mission in die Rolle eines Präsidenten oder auch eines Parteiführers der Opposition. Eure Aufgabe besteht darin, die Konflikte des Landes zu lösen und eine gesunde Wirtschaft aufzubauen. Oder aber ihr führt ein totalitäres Regime und versucht, mit Terror an der Macht zu bleiben. Auch solche Missionen gibt es, und je nach Missionstyp sollte sich eure Vorgehensweise anpassen.

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Noch alles in Ordnung

 

Leichte Überforderung

Ich formuliere es mal so: Wenn ihr nicht wirklich Präsident von irgendeinem Land seid oder euch extrem für Politik interessiert, dann werdet ihr so was von überfordert mit Power & Revolution sein. Ihr habt die Weltkarte vor euch, und auf ihr sind alle wichtigen Orte markiert. Unten rechts könnt ihr verschiedene Kategorien einblenden lassen, militärisch, wirtschaftlich, alles Mögliche. Ihr könnt zu jedem Punkt auf der Welt springen und damit interagieren. Ladet ihr ein Oberhaupt eines Landes zu Besprechungen ein? Oder schickt ihr euer Militär in eine Konfliktzone? Natürlich seid ihr als Präsident immer Ansprechpartner Nr. 1, und so kontaktieren euch alle möglichen Leute, Mitglieder eures Kabinetts, Umweltaktivisten, Minister anderer Länder, und bitten euch um Zusagen zu bestimmten Ereignissen. Würdet ihr bitte auf einer Feier erscheinen? Könnt ihr bitte die Steuern senken / erhöhen? Wie sieht es mit dem Gehalt der Krankenschwestern aus? Wenn die nicht genug bekommen, gibt es einen Streik. Eure Aktionen führt ihr entweder direkt auf der Weltkarte aus, oder ihr benutzt die Leiste am unteren Bildschirmrand. Selbst wenn man das Tutorial gespielt hat, gibt es trotzdem noch so viele Reiter, dass man den Überblick verliert, welche Aktion wozu führt. Da das Ganze auch optisch nicht ganz verdeutlicht wird, ist der Spaß definitiv hinten angestellt. Aber bei Politik geht es ja auch nicht um Spaß, nicht wahr? Wenn ihr also wirklich fühlen wollt, wie es ist, ein Land zu führen, dann nur zu. Eure Beliebtheit wird in Zeitungen immer wieder preisgegeben, und sie sinkt bzw. steigt mit den richtigen und falschen Entscheidungen. Neben den Missionen gibt es noch einen Bonusabschnitt, wo ihr unter anderem ein Quiz bestreiten könnt. Hier geht es nicht unbedingt nur um politische Fragen, sondern eher um die Länder, um die sich das Quiz dreht.

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Ende der schlechten Fernsehprogramme?

 

Die Pixelwelt vor Augen

Ab und an werden Charaktere eingeblendet, die euch was zu sagen haben, oder es läuft ein Bericht im TV, aber ansonsten habt ihr durchgehend die Weltkarte im Fokus. Und sie sieht absolut nicht gut aus. Sie ist so dermaßen verpixelt, und wenn man ranzoomt, dann erkennt man…nichts. Zoomt lieber nicht ran, es wird nur hässlicher. Die Städte und Ortschaften werden nur als Symbole angezeigt, ebenso wie die Konfliktzonen etc. Und wo wir gerade von den Charakteren gesprochen haben: Auch sie sind absolut grottig. Das muss man einfach so krass ausdrücken, anders geht es nicht. Das Spiel ist definitiv grafisch kein Spiel aus dieser oder sogar der letzten Generation, es hätte auch auf den Markt kommen können, als Computerspiele in den Kinderschuhen steckten. Wenn man schon das komplexe Thema Politik in einem Videospiel umsetzen will, dann sollte man es vielleicht auch mit guten visuellen Effekten tun. Der Sound ist nicht viel besser. Die Synchronsprecher klingen alle so, als wären sie von der Straße weggecastet worden, und sogar ihre Versprecher wurden behalten. Ja richtig, wenn ihr im Tutorial von einem Politikexperten einen Hinweis erhaltet, dann kann es vorkommen, dass er sich verhaspelt und noch mal neu ansetzen muss. Das soll vielleicht realistischer wirken, aber wenn dieser unvorbereitete Typ mir etwas von Politik erklären will, dann überdenke ich das vielleicht doch noch mal.

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Jeder Reiter öffnet nochmal ein extra Fenster

 

Fazit:

Ihr wollt wissen, wie es sich anfühlt, Länder zu regieren, Kriege zu führen und diplomatische Handlungen zu tätigen? Nun, dann ist die Civilization-Reihe etwas für euch, nicht jedoch Power & Revolution. Das Spiel ist nicht nur hässlich, sowohl visuell als auch auditiv, es ist auch noch so dermaßen Komplex, dass ihr stattdessen eine echte politische Karriere anstreben könnt. Und das kann für das Spiel vielleicht als Kompliment wirken, und ich denke tatsächlich, dass sich wirkliche Politikfreaks hier voll hineinversetzen können, doch für den gemeinen Zocker, der mal eine Politiksimulation ausprobieren will, dem empfehle ich, wie eingangs schon erwähnt, Civ.

 

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10
Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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