Pokémon Schwert und Schild: Die Insel der Rüstung – Test zum allerersten Pokémon-DLC

Die Insel der Rüstung im Überblick

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Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Pokémon Schwert oder Pokémon Schild: Erweiterungspass | Nintendo Switch - Download Code
  • Dein Abenteuer geht weiter im Erweiterungspass für Pokémon Schwert oder Pokémon Schild! Hier erlebst du neue Geschichten, triffst auf neue Pokémon und erkundest neue Naturzonen.
  • Dir werden sogar neue und bekannte Legendäre Pokémon begegnen!
  • Im Erweiterungspass sind zwei Erweiterungen enthalten, die im Sommer 2020 und Herbst 2020 erscheinen.
  • Die Insel der Rüstung - Ende Juni 2020: Entdecke die Rüstungsinsel, eine gigantische Insel vor der Küste der Galar-Region! Wunderschöne Landschaften erwarten dich hier, darunter Strände, Moore, Wälder, Höhlen und Dünen.
  • Die Schneelande der Krone - Herbst 2020: Leite ein Expeditionsteam in den frostigen Kronen-Schneelanden und entdecke das Geheimnis um das Legendäre Pokémon Coronospa, das einst über das Gebiet herrschte.

Releasedatum: 17. Juni 2020

Genre: Rollenspiel

USK: ab 6 Jahren freigegeben

Publisher: Nintendo

Plattformen: Nintendo Switch

Die achte Spielgeneration des Pokémon-Franchise feierte im vergangenen Jahr das lang erwartete Heimkonsolen-Debüt auf der Nintendo Switch – und polarisierte dabei wie keine andere Generation zuvor. Pokémon Schwert und Schild waren seit deren Ankündigung, der großen Dexit-Debatte und auch nach der Veröffentlichung am 15. November 2019 immer wieder in Verruf geraten. Zu wenige neue und alte Taschenmonster, eine zu lineare und leere Welt gepaart mit einem desaströsen technischen Zustand enttäuschten die hohen Erwartungen an einen Heimkonsolen-Ableger der gigantischen Pokémon-Reihe. Und so richteten sich die Blicke vieler Fans auf die obligatorische Spezial-Edition der achten Generation, die höchstwahrscheinlich im Verlauf des Folgejahres erscheinen würde. Dazu sollte es aber nie kommen, denn die Entwickler von Gamefreak kündigten am 09. Januar 2020 an, dass es erstmals keine Spezial-Edition geben würde. Anstelle dessen würden Pokémon Schwert und Schild einen Erweiterungspass erhalten, zweigeteilt in zwei digitale Erweiterungen. Mit Die Insel der Rüstung, erschien die erste dieser beiden Erweiterungen am 17. Juni 2020 und läutete eine neue Ära des Franchise ein. Wir haben dieses allererste Pokémon-DLC für euch genauer unter die Lupe genommen und verraten euch im folgenden Testbericht, ob uns dieser neue Ansatz begeistern konnte.

 

More of the same

Pokémon Schwert und Schild sorgten auch im Kreise unserer kleinen Redaktion für Kopfschmerzen. Wie unser Maarten in seinem Testbericht zur achten Generation der Taschenmonster so treffend ausführte, war es einfach unwahrscheinlich schwierig, den ersten Heimkonsolen-Ableger des uralten Franchise konkret einzuordnen. Denn trotz zahlreicher Fehltritte lieferte die neue Galar-Region auch viele schöne Momente, Pokémon und Mechaniken, die das Genre weiterentwickelten. Nur wirkte es leider so, als wären diese (wenigen) Innovationen auf Kosten des Umfangs und der gewohnten Detailverliebtheit entstanden, sodass Schwert und Schild auch bei mir einen faden Nachgeschmack hinterließen. Ihr könnt euch an dieser Stelle vielleicht schon denken, warum ich die grundlegenden Kritikpunkte und Einstellungen zu den Haupteditionen der achten Generation Revue passieren lasse: Die Insel der Rüstungen, das allererste Pokémon-DLC dieser Art, ändert nichts an der kontroversen Basis von Schwert und Schild, sondern versucht darauf aufzubauen. Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass man von einer digitalen Erweiterung zum halben Preis einer vollwertigen Spezialedition keine 180-Grad-Wendung erwarten kann, allerdings wurden selbst meine niedrigen Erwartungen an die Insel der Rüstung bitter enttäuscht. Meiner Meinung nach beweist bereits der erste Teil der beiden Erweiterungen von Schwert und Schild, warum gerade dieser Ansatz neue Inhalte ins Spiel einzufügen für die achte Generation von Pokémon wenig Sinn ergibt. Denn ein aufgestockter Galar-Pokédex ändert nichts an den zahlreichen Grundproblematiken, die Pokémon Schwert und Schild weiterhin plagen.

 

Sommerurlaub auf der Insel der Rüstungen

Sobald ihr die Erweiterung runtergeladen habt und den sogenannten Rüstungs-Pass ingame in den Händen haltet, beginnt auch schon die Reise zur Insel der Rüstung. Nach einem kurzen Geplänkel am Bahnhof von Brassbury steigt ihr in das Flugtaxi, welches euch auf die entlegene Insel bringt und voilà, das Abenteuer kann beginnen. Ab diesem Punkt dürft ihr das mysteriöse Eiland frei erkunden und frei gehört in diesem Zusammenhang großgeschrieben. Denn die Insel der Rüstung ist eine einzige zusammenhängende Naturzone im Stile der gleichnamigen Zone der Hauptedition, das heißt: frei bewegliche Kamera und Dreidimensionalität! Und bevor ich auf die Kritikpunkte der Insel der Rüstung eingehe, gebührt den Entwicklern von Gamefreak an dieser Stelle Lob für die Naturzone des neuen Gebietes. Die Insel der Rüstung hat im Vergleich zur Naturzone des Hauptspiels einen Quantensprung in Sachen Spielwelt gemacht. Anstelle einer eindimensionalen und weitestgehend leeren Ebene, präsentiert euch die neue Insel lange Strände, versteckte Tunnelsysteme, Berge, Wälder, kleine Inseln und Wüstenabschnitte. Zwar sind all diese Gebiete recht klein geraten, aber dafür deutlich abwechslungsreicher und interessanter gestaltet. Die vielen Pokémon vergangener Generationen in ihren natürlichen Habitaten zu beobachten, hat einfach etwas Magisches. So fiel mir zum Beispiel gleich zu Beginn der Reise, am ersten Strand der Insel, etwas großes Blaues am Horizont auf. Interessiert machte ich mich mit meinem Schweizertaschenfahrrad auf den Weg in Richtung dieses Objekts, nur um festzustellen, dass es sich bei dem großen blauen Ding um ein Wailord in freier Wildbahn handelt! Solche Erlebnisse laden zum Träumen ein, denn dank der Insel der Rüstung lässt sich allmählich erkennen, wie eine komplette Pokémon-Generation in echtem 3D aussehen könnte. Am technischen Stand hat sich dabei allerdings nichts verändert. Die Bildwiederholungsrate stürzt regelmäßig ab – insbesondere im Online-Modus – Texturen und Strukturmodelle wirken altbacken und Objekte poppen weiterhin in einem 15 Meter Radius aus dem Nichts auf.

 

Ein neues Abenteuer

Über 200 “neue” Pokémon und eine neue Naturzone sind offiziell nicht alles, was die Insel der Rüstungen zu bieten hat, aber unterm Strich fühlt es sich genauso an. Denn das kurzweilige Story-Abenteuer, welches im DLC mitgeliefert wird, ist meiner Meinung nach kaum eine Erwähnung wert. Gleich nachdem ihr auf der Insel ankommt, lernt ihr mit Sophora eine der Hauptprotagonisten der Geschichte kennen. Und für alle, die Hop aus Schwert und Schild als nervtötend empfunden haben: Sophora steht dem quirligen Champ-Bruder in nichts nach. Mit ihr als eure Rivalin macht ihr euch auf, das ominöse Dojo der Insel zu besuchen, um dort unter Meister Mastrich zu trainieren, der angeblich alle Arenaleiter und den ehemaligen Champ Delion höchstselbst trainiert haben soll. Das “Training” im Dojo beinhaltet aber keinesfalls herausfordernde Pokémon Kämpfe gegen mächtige Dojo-Meister, nein, eure Hauptaufgabe besteht im Verlauf der knapp 4-stündigen Kampagne darin, Dinge zu beschaffen. Drei Flegmon sind weggelaufen, finde sie! Suche drei Pilze im Wald und bringe sie ins Dojo! Suche ein Pokémon, welches Honig produziert! Zeige einem speziellen Pokémon drei tolle Orte auf der Insel! Suche gottverdammte 150 Alola-Digda auf der Insel, um tolle Belohnungen zu erhalten! Spannende Trainerkämpfe sind nicht nur rar gesät, es gibt im Grunde genommen nur einen einzigen im gesamten Verlauf der Erweiterung. Dafür, dass die Insel der Rüstung nach meinem Verständnis Endgame-Inhalte bereithalten sollte, ist das schlicht lachhaft. Im großen Finalkampf gegen eure Rivalin Sophora schickt diese vier Level 65-67 Pokémon in die Schlacht, von denen zwei noch nicht einmal voll entwickelt sind. Dafür, dass wir als frisch gebackene Champs der Galar-Region auf die Insel reisen, ist das einfach viel zu wenig, Kinderspiel hin oder her.

 

Karate Kid

Neben dem kurzweiligen Konkurrenzkampf mit Sophora dreht sich ein Großteil der Geschichte um das neue legendäre Kampf-Pokémon Dakuma, welches ihr von Meister Mastrich geschenkt bekommt. Ihr müsst das Vertrauen dieses kleinen Kampfteddys gewinnen, damit ihr es in einem der beiden Kampftürmen auf der Insel entwickeln lassen könnt. Leider erhaltet ihr das Pokémon auf Level 10 und der Zugang für die Türme des Wassers und des Unlichts wird erst ab Level 70 gewährt. Zwar finde ich die Grundidee, die Entwicklung eines Pokémon durch das Training mit einem bestimmten Pokémon-Typen zu verändern großartig, den Weg dahin hätte man allerdings nicht mit Gewalt in die Länge ziehen müssen. Natürlich ist es am Ende einer jeden Pokémon-Edition ziemlich einfach ein neues Taschenmonster aufzuleveln, nichtsdestotrotz bleibt es aber eine ermüdende Aufgabe, der ich mich wahrscheinlich nicht gestellt hätte, wenn es nicht die Voraussetzung für das Abschließen der Hauptstory gewesen wäre.

 

Sammeln, Leveln, gäähn

Nach dem schnellen und emotionslosen Ende der Hauptstory hat die Insel der Rüstungen nur noch diverse Sammel-, Level- und Such-Quests anzubieten, für die ihr überwiegend Items oder Pokémon erhaltet. Findet ihr zum Beispiel alle der 150 Alola-Digda, so erhaltet ihr alle Alola-Pokémon der vergangenen Edition und eines der Alola-Starter-Pokémon geschenkt. Sammelt ihr 1000000 Watt und gebt diesen bei der Frau von Meister Mastrich ab, so erweitert diese das Dojo um nützliche Dinge, wie ein Pokémon-Center, Trinkwasserautomat und Co.. Ihr seht vielleicht schon, in welche Richtung ein Großteil der Aufgaben geht. Mir persönlich sagt keine dieser Quests zu, da ich weder ein Pokémaniac bin, der den Galar-Pokédex bis aufs letzte Taschenmonster vervollständigen möchte, noch irgendwelche speziellen Items suche, um an den kompetitiven Online-Turnieren teilzunehmen. Unterm Strich bleibe ich also von der Insel der Rüstung-Erweiterung von Pokémon Schwert und Schild enttäuscht und das trotz geringer Erwartungen. Zwar liefert die Erweiterung, die mit Abstand am besten gestaltete offene Spielwelt, die ein Pokémon-Spiel je gesehen hat, aber abseits davon einfach viel zu wenig.

Pokémon Schwert oder Pokémon Schild: Erweiterungspass | Nintendo Switch - Download Code
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Positiv:

Großartige Openworld
Haufenweise bekannte Pokémon kehren zurück
Interessanter Entwicklungspfad für Dakuma

Negativ:

Kurze und belanglose Geschichte
Keinerlei Herausforderungen
Langweiliges Quest-Design
Wenige Beschäftigungen/ Aufgaben
  • Pokémon Schwert und Schild: Die Insel der Rüstung – Test zum allerersten Pokémon-DLC
    “Das erste Pokémon-DLC der achten Generation hat mich enttäuscht zurückgelassen. Trotz einer wunderschön gestalteten Naturzone, die zum Träumen einlädt, fühlt sich die Insel der Rüstung-Erweiterung leer und seelenlos an. Eine selbst für Pokémon-Standarts seelenlose Geschichte, keinerlei Herausforderung und langwieriges und unterforderndes Quest-Design. Wenn ihr nicht gerade ein absoluter Pokémaniac seid, der einfach nur alle möglichen Taschenmonster sammeln möchte, kann ich euch das Insel der Rüstung-DLC nicht empfehlen. Die zweite Erweiterung muss ein wirklicher Knaller sein, um den Kauf des kompletten Erweiterungspasses zu rechtfertigen.”
    Maximilian Apel, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Pokémaniacs dürfen wohl zugreifen, allen anderen sollten sich noch bis zum Herbst gedulden, wenn sich zeigt was die Schneelande der Krone-Erweiterung zu bieten hat. Denn für die Insel der Rüstungen lohnt sich der Kauf des Erweiterungspass definitiv nicht.

Maximilian Apel
Geschrieben von
Unity. Precision. Perfection.

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