PlayStation VR Worlds – Test zur VR-Spielesammlung von Sony

Zum Launch einer neuen Konsole oder neuem innovativen Zubehör dürfen kleine Minispielsammlungen, die die Verwendung auf einfache Art und Weise darstellen, natürlich nicht fehlen. Passend zum PlayStation-VR-Launch ging Sony den gleichen Weg und brauchte mit PlayStation VR Worlds einen Titel auf den Markt, der die “neue Welt” bestens demonstriert. Doch kann der Titel auch spielerisch überzeugen oder sollte man lieber die Finger davon lassen? Die Antworten gibt es bei uns im Test.

 

Bereits im Menü ein Hingucker

Insgesamt gibt es fünf unterschiedliche VR-Erfahrungen, die über das sehr hübsch gestaltete Hauptmenü erreicht werden können. Eine Art “Hall of Fame” im Museumslook stellt das Menü samt Staturen der Minispiele dar. Bereits hier wird die virtuelle Realität bestens eingefangen, da man sich quasi in der Halle befindet und dort umschauen kann. Wechselt man mit dem Controller die Menüpunkte der einzelnen Spiele, verändert sich auch die Halle gemäß des Titels. All dies trägt der Atmosphäre positiv bei. Spielen können wir entweder Ocean Descent, Danger Ball, VR Luge, The London Heist oder Scavengers Odyssey. In den nachfolgenden Abschnitten widmen wir uns den einzelnen Titeln.

Ein tolles Hauptmenü mit Staturen, der einzelnen Minispiele.

Ein tolles Hauptmenü mit Staturen, der einzelnen Minispiele.

 

Ocean Descent

Wer wollte nicht auch schon einmal die Unterwasserwelt erkunden und dabei geschützt im Tauchkäfig schwimmen. In Ocean Descent kann man genau dies tun. Vorweg sollte aber erwähnt werden, dass es ein Gameplay hier eigentlich nicht gibt. Im Grund geht es nur um den 360 Grad Umblick und die dadurch entstehenden Eindrücke. Immerhin kann man mit dem DualShock-Controller oder den Move-Controllern eine Taschenlampe benutzen. Bereits die ersten paar Sekunden des Tauchgangs sind beeindruckend. Dies liegt an der tollen Kulisse, den schicken Lichteffekten und den vielen Tieren, die im Wasser leben. Es ist wirklich der Wahnsinn, denn man denkt, dass man sich im echten Ozean befindet. In insgesamt drei unterschiedlichen Tauchgängen verändert sich das Szenario. Mal sind es nur ein paar Fische und Rochen, die um unseren Käfig herumschwimmen, ein anderes Mal kommt ein großer Hai vor unsere Nase. Mit diesem sollte man sich auch gar nicht groß anfreunden, da er schlussendlich den Käfig und danach uns aggressiv attackiert.

Fazit: Ocean Descent zeigt wunderbar, wozu VR im Stande ist und kommt ohne Überraschungen daher. Keine Übelkeitsgefahr vorhanden.

Eine beeindruckende Unterwasserwelt, in die man direkt eintauchen kann (ohne nass zu werden).

Eine beeindruckende Unterwasserwelt, in die man direkt eintauchen kann (ohne nass zu werden).

 

Danger Ball

Dieses Spiel hat wahrscheinlich jeder schon einmal in einer seiner Ur-Version gespielt: Pong. Im Grunde ist Danger Ball genau dies nur in der Egoperspektive. In transparenten Arenen, die auch als Glaskästen angesehen werden können, muss man mit etwas Geschick den Ball am Gegner vorbei köpfen. Hier wird einzig und allein mit Kopfbewegungen gespielt, was die Intensität natürlich etwas in die Höhe schraubt. Dank verschiedener Gegnertypen und den unterschiedlichen Spielmodi gibt es unterschiedliche Herausforderungen. Neben einem Turnier gibt es standardmäßig das schnelle Spiel und die Punkteoffensive. Hier gilt es, die eingeblendeten Punkte zu treffen. Einen Online-Versus-Modus suchen wir aber vergebens. Dies hätte bei dieser einfachen Spielweise normalerweise an erster Entwicklungsstelle stehen müssen. Immerhin sind die KI-Duelle spaßig und abwechslungsreich.

Fazit: Eine modere Art des Spieleklassikers Pong mit unterschiedlichen Spielmodi. Leichte Übelkeitsgefahr besteht.

Ein Klassiker wird ins moderne Zeitalter mit frischen Ideen geholt.

Ein Klassiker wird ins moderne Zeitalter mit frischen Ideen geholt.

 

VR Luge

Bei VR Luge sollten einige Spieler eventuell einen Eimer neben sich stellen. Auf einem großen Longboard fährt man eine dicht befahrene, ziemlich steile Straße herunter und weicht den auftauchenden Autos, LKWs und Hindernissen aus. Dabei geht es natürlich darum, die Bestzeit aufzustellen. Auf insgesamt vier Strecken kann man sein Können als illegaler Longboard-Raser unter Beweis stellen. Vor allem das Geschwindigkeitsgefühl kommt ziemlich zur Geltung. Besonders intensiv sind die Momente, an denen man mit dem Longboard über eine Schanze oder über einen Hubbel rast. Auch hier wird ausschließlich mit Kopfbewegungen das Board gesteuert, was aber nicht immer präzise genug ist, um so manche Kurve gut zu schneiden. Leider ist die Gestaltung der Strecken nicht wirklich gut gelungen und dank der alt backenen Grafik sehen diese auch nicht wirklich gut aus.

Fazit: Eine rasante Idee mit kleinen Schwächen, die den Spielspaß leider trüben. Starke Übelkeitsgefahr. besteht

Eine rasante Fahrt mit dem Longboard mit einem sehr guten Geschwindigkeitsgefühl.

Eine rasante Fahrt mit dem Longboard mit einem sehr guten Geschwindigkeitsgefühl.

 

The London Heist

Mit The London Heist wartet das wohl beste Spiel aus der Sammlung auf euch. In einer kurzen Gangstergeschichte spielt man einen Diamantraub in London nach. Dazu gibt es einige Feuergefechte, die man am besten mit zwei Move-Controllern spielt, etwas Chillen mit dem Boss im Büro und Verfolgungsjagden auf der Autobahn. Mit diesem Titel wird gezeigt, wo die VR-Ego-Shooter in der Zukunft hingehen werden. Vor allem in Sachen Präsentationen und Atmosphäre kann das kurzweilige Spiel überzeugen. Besonders die Interaktion mit den verschiedensten Gegenständen macht die Spielwelt noch lebendiger. Neben der Story gibt es noch unterschiedliche Schießstände, an denen man auf Objekte feuern kann. Richtig toll wäre es gewesen, wenn man The London Heist als eigenes Spiel etwas größer gemacht hätte. Die kurze Spielzeit enttäuscht nämlich.

Fazit: Der beste Titel von VR Worlds, wenn auch etwas zu kurz. Leichte Übelkeitsgefahr besteht.

Actionreiche Verfolgungsjagden mit viel Schusswechsel.

Actionreiche Verfolgungsjagden mit viel Schusswechsel.

 

Scavengers Odyssey

Aktuell sind die Weltraumspiele für VR wohl am besten, um zu zeigen, wie die Technik funktioniert. Deshalb darf solch ein Titel bei VR Worlds nicht fehlen. In Scavengers Odyssey spielt man ein Alien im Cockpit eines Raumschiffes, das versucht an ein Artefakt zu gelangen. Dabei steht eine eigene KI zur Verfügung, die immer wieder mit uns spricht und den richtigen Weg durchs Weltall navigiert. Auf dem Weg zum Ziel tauchen dabei immer wieder Gegner auf, die man per Laserkanone tötet. Dies geschieht mit dem DualShock 4 und gezielt wird mit dem Kopf. Eine großartige Geschichte rund um das Artefakt fehlt leider, dennoch ist die Kulisse ziemlich gelungen. Auch die Einbindung der neuen Technik ist perfekt.

Fazit: Ein gradliniger kurzer Weltraumtrip, der zeigt, wozu VR fähig ist. Übelkeitsgefahr besteht.

Auch das Weltall bietet eine sehr gute VR-Erfahrung.

Auch das Weltall bietet eine sehr gute VR-Erfahrung.

 

Fazit:

Mit PlayStation VR Worlds brachte Sony zum Launch eine Minispielsammlung auf den Markt, die die virtuelle Realität ziemlich gut vorstellt. Für 40€ hätten wir da aber deutlich mehr erwartet, als nur ein paar Momente. Die einzelnen Ansätze sind ziemlich gut umgesetzt, aber einfach mit zu wenigen Inhalten bestückt. Vor allem Ocean Descent und Danger Ball sind beeindruckend. The London Heist hätte auch glatt als Solospiel durchgehen können, hätte man die Geschichte einfach noch etwas ausgeweitet und das Gameplay erweitert. Im Grunde bietet man mit VR Worlds eine erweiterte Demo-Disc, die mit Minispielen daherkommt. Wem dies bewusst ist, der kann sich die Spiele gerne für etwas weniger Geld anschauen.

 

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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