Metroid Dread

Test zum ersten 2D-Metroid seit 19 Jahren

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Releasedatum: 8. Oktober

Genre: Metroidvania

USK: Ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Nintendo

Plattformen: Switch

Metroid Dread ist ein ganz besonderer Meilenstein für Fans der Weltraum-Kopfgeldjägerin Samus Aran, denn es beendet eine Story, die vor 35 Jahren begann. Es knüpft an das 2002 veröffentlichte Metroid Fusion an und setzt diese Geschichte somit nach 19 Jahren endlich fort. Ob der Abschluss dieser Saga nach so langer Zeit nun gelungen ist, das erfahrt ihr in unserem Test.

 

Parasit X, die Chozo und die E.M.M.I – So viele neue und alte Bedrohungen für Samus

Am Ende von Metroid Fusion konnte Samus den gefährlichen Parasiten X endgültig vernichten und sich anderen Aufgaben widmen. Doch ein Notrufsignal mitsamt Videonachricht bereiten ihr Sorgen, denn auf dem Video ist ein weiterer X-Parasit zu sehen. Somit reist sie unverzüglich zum Planeten ZDR, von dem bereits eine ganze Weile Funkstille herrscht. Eigentlich wurden auf diesen Planeten Erkundungsroboter namens E.M.M.I entsandt, doch auch diese haben bisher keine Rückmeldung gesendet. Relativ schnell bemerkt Samus, dass X nicht ihre einzige Sorge ist, denn direkt bei ihrer Ankunft trifft sie auf ein vogelartiges Wesen, welches stark an die Wandmalereien des antiken Chozo-Vokes erinnert. Im Duell mit diesem Wesen verliert sie all ihre Fähigkeiten, das gehört natürlich mittlerweile zum Standard. Es bleibt die Frage, wie eine ausgebildete Kopfgeldjägerin wie Samus es jedes mal wieder schafft, ihr komplettes Arsenal an Waffen und Ausrüstung zu verlieren, nur um einen Grund zu haben, alles ein weiteres Mal einzusammeln.

Wie dem auch sei, sie wacht in den Tiefen einer Einrichtung auf ZDR auf und muss sich nun an die Oberfläche zurück zu ihrem Schiff kämpfen. Doch der Weg ist beschwerlich und auch die E.M.M.I, die wir der Einfachheit halber für den Rest dieser Review Emmi nennen, sind nicht wirklich freundlich gesinnt. Immerhin kann Samus an bestimmten Orten Kontakt zu ihrem Bordcomputer Adam aufnehmen. Dieser kommt sogar mit Sprachausgabe daher, allerdings in einer absolut monotonen Computerstimme. Es gibt noch vereinzelte wenige andere Dialoge und selbst Samus lässt sich ein paar Worte entlocken, es wäre im Abschnitt Vertonung aber viel mehr möglich gewesen. Auch das Intro, welches die vorherigen Geschehnisse zusammenfasst, kommt mit bloßen Textboxen daher.

Die Metroid-Spiele waren noch nie darauf fokussiert, eine komplexe Story zu erzählen und das ist auch hier der Fall, obwohl natürlich eine übergreifende Geschichte erzählt wird, die im ersten Metroid von 1986 begonnen wurde. Der Fokus liegt aber viel mehr auf der Atmosphäre, der Erkundung fremder Orte und dem Bekämpfen fieser Alien-Monster, in Ansätzen sind interessante Storyaspekte aber nicht gänzlich abwesend, wenn es zum Beispiel um die antiken Chozo geht. Alles in allem ist Metroid Dread vor allem ein Fest für Veteranen der Metroid-Reihe, denn es greift viele bisherigen Details und Figuren aus alten Metroid-Spielen auf und sorgt so für einen zufriedenstellenden Abschluss dieser fünfteiligen Saga.

Eine von Samus Lieblingsaktivitäten ist nach wie vor, Aliens mit Kugellöchern zu durchsieben.

 

So wendig war Samus Aran noch nie

Das erste, was direkt in den ersten Spielminuten auffällt: Samus steuert sich wie ein Traum. So flüssig und flink war sie wohl noch nie unterwegs. Mit ihrem Buster kann sie Gegner zwar abschießen, das Zielen ist aber ein wenig komplizierter. Entweder man schießt frei drauflos, oder man wechselt in einen Zielmodus. In diesem ist man dann allerdings stationär. Warum man nicht mit dem rechten Controllstick zielen kann, das wissen wohl nur die Entwickler selbst. Was den Nahkampf angeht, so hat man eine der wohl besten Neuerungen des Samus Returns-Remakes für den 3DS übernommen. Manche Gegner blitzen bei einem Angriff kurz auf und diesen kann man dann rechtzeitig kontern. Besiegt man einen gekonterten Gegner, wirft dieser mehr Loot als sonst ab. Nach ein wenig Eingewöhnungszeit geht die Verwendung von Kanone und Nahkampf in Fleisch und Blut über, aber dann kommen ja noch die ganzen Gadgets und Fähigkeiten dazu.

Es dürfte ja niemanden überraschen, dass Metroid Dread ein Paradebeispiel für ein Metroidvania ist. Man kommt an eine Stelle, an der es nicht weitergeht, denn es fehlt eine bestimmte Fähigkeit. Wenn wir diese Fähigkeit später im Spiel dann finden, fallen uns sofort mehrere Orte ein, wo wir sie einsetzen können, um weiterzukommen und vielleicht auch das ein oder andere Geheimnis fnden. Dieses Gefühl ist so unbeschreiblich befriedigend und der ultimative Kern eines solchen Spiels. Und so finden wir nach und nach Ausrüstungsgegenstände und Fähigkeiten, die Samus Repertoire erweitern und sie so nach und nach stärker und mobiler machen. Einen Haken gibt es jedoch, denn jede Fähigkeit verlangt es auch, dass ihr euch merkt, wie ihr sie einsetzt. So kann es sehr oft passieren, dass ihr im Eifer des Gefechts die Tastenkombination für bestimmte Moves vergesst. Die Raketen schießen wir mit Y, während wir R gedrückt halten, der Greifhaken wir aber mit ZR verschossen. ZL verwandelt uns in den Morph-Ball, L wechselt in den Zielmodus. Je mehr Skills dazukommen, desto mehr Kombinationen und neue Eingabemöglichkeiten kommen dazu. Auch hier bedarf es wohl einer gewissen Eingewöhnungszeit, bevor alles nahezu automatisch abläuft und man alles aus dem Effeff beherrscht. Aber Samus Arsenal aus altbekannten Fähigkeiten, aber auch neuen wie zum Beispiel dem Rutschen auf dem Boden ist gewohnt abwechslungsreich und vielfältig.

Den Konterangriff verwendet Samus wahrscheinlich am häufigsten.

 

Der Terminator war gestern, die Emmis übernehmen

Als einer der Namensgeber für das gesamte Genre des Metroidvania hakt Metroid Dread alle Punkte auf der Checkliste ab, die solch ein Spiel braucht. Es lädt an jeder Ecke zum Erkunden ein. Nun, das stimmt vielleicht nicht so ganz, denn in bestimmten Zonen gilt unsere Aufmerksamkeit ausnahmsweise mal nicht dem Suchen nach Geheimnissen. Wir werden eher damit beschäftigt sein, den Emmis zu entkommen. Mit diesen Robotern ist nicht gut Kirschen essen und haben sie euch erst einmal erwischt, dann könnt ihr euch schon mal auf den Game Over-Bildschirm vorbereiten. Ihr habt ein minimal kleines Zeitfenster, um euch aus dem Griff eines Emmi zu befreien, doch dies gelingt extrem selten.

Hört ihr also das bedrohliche Piepen dieser Maschinen, ist ein anderer Plan als wahlloses Herumrennen angesagt. Emmis hören, wenn ihr euch bewegt und haben sie euch erst im Scheinwerfer, nehmen sie erbarmungslos die Verfolgung auf. Hier ist die Flucht eure einzige Hoffnung. Später erhaltet ihr noch einen Phantomumhang, mit dem ihr euch für kurze Zeit unsichtbar machen könnt und euch leise genug fortbewegt. Die Begegnungen mit den Emmi sorgen für einen speziellen Nervenkitzel, der frischen Wind in das Genre bringt. Der Name Dread, also Furcht, ist somit durchaus Programm. Das Gepiepe der Emmi mag nicht besonders bedrohlich klingen, es lässt einen aber einen kalten Schauer den Rücken herunterlaufen. Die SA-X aus Metroid Fusion lassen grüßen.

Eines der Hauptziele im Spiel ist die Zerstörung der Emmis. Dies funktioniert allerdings nur mit spezieller Energie, die ihr vorher finden müsst und die auch nach der Zerstörung eines Emmi wieder verschwindet. Doch die Emmi sind nicht eure einzige Bedrohung, auch andere fiese Monster kreuzen euren Weg. Besonders die gewaltigen Bossgegner sind genial inszeniert und erfordern alle unterschiedliche Herangehensweisen. Metroid Dread ist bei weitem kein leichtes Spiel und so werdet ihr sowohl durch die Emmi, die zahlreichen Monster und die Bosse oft sterben. Zum Glück sind die Rücksetzpunkte fair verteilt.

Gegen die Emmis helfen nur ausgeklügelte Flucht- und Stealth-Taktiken.

 

Geht es nur mir so oder ist es hier ein wenig warm drin?

Über Fairness lässt sich diskutieren, wenn wir über die Wegfindung sprechen. Es sollte in Metroid Dread eure Angewohnheit werden, auf alle Wände zu schießen, denn nicht nur könnten sich dort Energietanks, -teile oder Raketenerweiterungen verstecken, es könnte auch der Hauptweg sein, wo ihr durch müsst. Weder auf der Karte noch an den Oberflächen lässt sich erkennen, welche Wände zerstörbar sind und welche nicht. Veteranen werden diese Eigenständigkeit bei der Suche nach dem Weg schätzen, Neulinge können gut und gerne mal sehr lange hin und herlaufen und nich weiter wissen. Generell ist Metroid Dread vielleicht nicht der beste Einstiegstitel, wenn es um Metroidvanias geht. Dafür ist der Schwierigkeitsgrad etwas zu hoch, die Wegfindung teils zu kryptisch und die vielen Fähigkeiten und deren Tastenbelegung ein wenig überfordernd.

Was jedoch auch Neulinge bestimmt zu schätzen wissen können, ist wie ansprechend und atmosphärisch das Spiel sich präsentiert. Auf dem Planeten ZDR gibt es verschiedene Gebiete, die von tiefen Höhlen über heiße Gebiete mit fließendem Magma bis hin zu antiken Tempeln reichen. Wenn Lichstrahlen durch die Höhlendecke brechen, ihr durch eine riesige Glasscheibe die Unterwasserwelt bewundert und am Transporthafen gewaltige Wogen gegen die Forschungsstation schlagen, dann ist die Gänsepelle vorprogrammiert.

Das alles läuft auch super flüssig und leiche Ruckler waren nur in den etwas zu langen Ladezeiten zwischen den Gebieten zu bemerken. Diese lassen sich nur durch vorgegebene Fortbewegungsmittel erreichen und nicht, wie in modernen Metroidvania-Spielen, über die Karte mit Teleportpunkten. Jedoch ist das nicht sonderlich frustrierend, denn erstens wird man an bestimmten Stellen gezwungenermaßen dazu gedrängt, andere Gebiete zu erkunden, außerdem sind die Teleportmöglichkeiten praktisch platziert, Backtracking wird in Metroid Dread kaum zur Qual. Das ist wohl der Punkt, der am meisten für das Spiel spricht, denn kein Mensch braucht ein Metroidvania, in dem ausgerechnet das Backtracking zu einer unangenehmen Aufgabe wird.

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  • Metroid Dread
    Fazit zu Metroid Dread

    Metroid Dread ist ein wahr gewordener Traum für Metroid-Fans der ersten Stunde und schließt ein langes Kapitel der Geschichte endlich ab. Wen überrascht es, dass ein Metroid-Spiel ein sehr gutes Metroidvania ist? Richtig, niemanden. Ganz ohne Schönheitsfehler kommt Dread aber nicht ganz aus. Genre-Neulinge werden nicht wirklich abgeholt, Ladezeiten überschreiten ihre Daseinsberechtigung ein wenig und manche zerstörbaren Wände und Böden sind einfach nur gemein. Zudem sollte sich Nintendo nach Other M trotzdem noch einmal an einer Sprachausgabe versuchen, in dieser Zeit sind wir mittlerweile angekommen. Das alles soll aber nicht davon ablenken, dass es sich bei Metroid Dread um ein nahezu perfektes Metroidvania-Spiel handelt, welches mit den Emmi-Abschnitten eine schweißtreibende Spannung mit an Bord holt und Samus so agil wie noch nie ins Rennen schickt.

    Maarten Cherek, Redakteur

 

Positiv:

Samus steuert sich fantastisch
Paradebeispiel für ein gutes Metroidvania
Begegnungen mit den Emmis sind absolut spannend
Imposante Bossgegner
Optisch oft sehr atmosphärisch
Viele schöne Anspielungen und Easter Eggs für Metroid-Veteranen
Wirklich schwer, dabei aber immer fair

Negativ:

Etwas zu lange Ladezeiten
Viele Tastenkombinationen können ein wenig überfordern
Manche Wege sind extrem fies versteckt

Metroid Dread erhält den NAT-Games Award

Ab in die Sammlung?

Wenn ihr wirklich noch NIE ein Metroidvania gespielt habt, ist dieser Titel kein perfekter Einstieg für euch. Aber er ist ein Muss für alle anderen.

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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