Life is Strange Remastered Collection

Test zur fragwürdigen Neuauflage der Adventures

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Life is Strange - Remastered Collection | Xbox One/Series X|S - Download Code
  • Aufpolierte Grafik bei Charakteren und Umgebungen
  • Enorm verbesserte Charakteranimationen dank Gesichts-MoCap-Technologie
  • Drehe mit Max' Fähigkeit die Zeit zurück oder verlasse dich auf Chloes Einfallsreichtum
  • Unverkennbarer, lizenzierter Soundtrack & großartige Musik

*Werbung: Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Releasedatum: 1. Februar 2022

Genre: Adventure

USK: Ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Square Enix

Plattformen: PC, PS4, PS5, Xbox One, XSX, Switch

2014 bekamen wir in Life is Strange eine emotionale Geschichte mit spannenden Twists, aber auch einigen Logiklücken und fragwürdigen Teenie-Dialogen geboten. Das Spiel sprang zur richtigen Zeit auf den Adventure-Zug auf, den Telltalte Games seinerzeit startete und schuf eine Reihe, die immer für gute Stories zu haben ist. Jetzt erscheinen Teil 1 und dessen Prequel „Before the Storm“ in der Life is Strange Remastered Collection erneut, obwohl die Originale noch nicht so lange her sind. Machen denn überarbeitete Versionen überhaupt Sinn? Und sind die grafischen Verbesserungen und neuen Animationen wirklich so merklich, dass sie das Spielerlebnis anheben? Diesen und weiteren Fragen sind wir in unserem Test nachgegangen.

 

Wer die Story von Life is Strange kennt, kennt die Story der Life is Strange Remastered Collection

Die größte Stärke der beiden Spiele ist auch eine der größten Schwächen des Remaster. Wer die spannenden und emotionalen Geschichten bereits einmal erlebt hat, der hat wenig Anreize, diese noch einmal durchzuspielen. Vielleicht ein oder zwei mal, aber das hat man aufgrund der unterschiedlichen Entscheidungen, die man treffen kann, wahrscheinlich eh mit dem Original bereits gemacht. Wobei hier zu sagen ist, dass man dank der Zeitreisemechanik unterschiedliche Entscheidungen auch in einem Playthrough erleben kann. Die Remaster machen nichts neu, es gibt keine neuen Kapitel oder Geschichten, die hinzugefügt wurden. Hier werden die originalen Geschichten erzählt, die immer noch gut sind und emotional mitreißen können, wer aber die Wendungen bereits kennt, der wird hier keinen neuen Nervenkitzel erfahren.

Wenn man auch wie ich im Jahre 2014 von der Story von Life is Strange richtig mitgerissen wurde, so ist mittlerweile genug Zeit vergangen, so dass einem auch gewisse Logiklücken in der Geschichte auffallen. Warum springt Max beim ersten Einsatz ihrer Zeitreisefähigkeiten wieder in den Klassenraum zurück, obwohl sie im Rest des Spiels beim Zurückspulen an Ort und Stelle bleibt? Und woher weiß Chloe, dass das Foto mit dem blauen Schmetterling auf der Mädchentoilette gemacht wurde und dann auch noch genau zu dem Zeitpunkt, als sie dort von Nathan bedroht wurde? Über solche Fragen sollte man nicht zu lange nachdenken, sonst fällt das Konstrukt der gut durchdachten Geschichte schnell zusammen. Auch was Dialoge angeht ist Life is Strange schon immer ein zweischneidiges Schwert gewesen. Es gibt mitreißende Reden, emotionale Gespräche und witzige Sprüche, aber viele Dialoge sind, wie die Jugend heutzutage sagen würde, ein wenig „cringe“. Hier wurden Teenager von Leuten geschrieben, die selber keine Teenager sind aber sich vorstellen, wie Teenager reden würden. Das wirkt manchmal echt platt und unrealistisch, so redet halt im echten Leben kein Mensch. Auch für die Life is Strange Remastered Collection wurde da nichts angepasst, die Dialoge wurden eins zu eins übernommen. Für das komplett gleiche Spielerlebnis nochmal 40 € auf den Kopf zu hauen, ist in Anbetracht der mangelnden Neuerungen durchaus fragwürdig.

Ja, verrückter Scheiß ist in der Story immer mit dabei, aber das kennen wir halt alles schon.


 

Spielerisch wie immer

Warum ist die Story für die Life is Strange Remastered Collection so wichtig? Nun, weil das Gameplay halt keinen Innovationspreis gewinnt. Immerhin ist es ein Story-Adventure, ihr untersucht das Gebiet und redet mit den Personen, die ihr antrefft, da bleibt nicht viel Raum für anspruchsvolles Gameplay. Und selbst das ist teilweise etwas hakelig. Wenn ihr mit einem Objekt interagieren oder mit einer Person reden möchtet, dann haltet ihr die Maustaste gedrück und zieht den Cursor auf die Aktion, die ihr ausführen möchtet. Das fühlt sich manchmal ein wenig schwammig an und so kann es schon mal vorkommen, dass man aus Versehen die falsche Aktion ausführt. Nach ein klein wenig Eingewöhnungszeit ist das aber kein besonders störendes Problem mehr, aber fällt besonders zu Beginn ein klein wenig auf.

Abseits der Dialoge und zu betrachtenden Objekte gibt es noch ein paar kleine Nebenaktivitäten, die ihr finden könnt. Max ist immer auf der Suche nach einem guten Foto und Chloe malt gerne witzige Graffitis an passende Objekte. Wenn man wirklich alles entdecken möchte, dann muss man schon ein wenig suchen und alles erkunden. So kann man also schon ein klein bisschen länger in den Spielen verbringen als wenn man nur plump der Hauptgeschichte folgt. Abseits dessen gibt es auch nette Gespräche, die ihr führen könnt. Wenn ihr damals bei den Originalen nicht alles erkundet habt, dann ist das vielleicht ein Grund, über die Life is Strange Remastered Collection nachzudenken, um diesmal wirklich alle versteckten Dialoge zu finden.

Zombievisagen…besser hätte ich es nicht beschreiben können, Max.


 

Was ziehst du für eine Grimasse?

Wenn sich an der Story und am Gameplay also nichts geändert hat, was ist denn dann eigentlich neu an der Life is Strange Remastered Collection? Naja, verbessert wurden die Grafik und die Animationen der Figuren. Wobei „verbessert“ Ansichtssache ist. Die Qualität der Optik schwankt sehr stark, sowohl zwischen den beiden Spielen als auch bei unterschiedlichen Figuren im Spiel. Manche Charaktere sehen durchaus ein klein wenig besser aus, grafischer Bombast ist es aber trotzdem nicht. Vor allem die Haare der Figuren wirken immer noch wie ein Klumpen Knete, welcher ihnen auf den Kopf gesetzt wurde.

Während also zumindest bei den Gesichtern einige Charaktere einen Deut besser aussehen als im Original, muss man sich wiederum bei anderen Figuren fragen, was da passiert ist. Teilweise wirkt die „verbesserte“ Optik deutlich schlechter als noch in den Spielen von 2014 und 2017 respektive. Manche Gesichtsanimationen wirken steif und leblos, manche Figuren reißen ihre Augen unnatürlich weit auf und bei einigen sehr unwichtigen Nebenfiguren wurde wohl komplett vergessen, ein Gesicht zu animieren. Da wurde sich bei den Entwickler*innen sicher gedacht „Ach, mit dieser Person spricht eh niemand, da brauchen wir uns bei der Animation keine Mühe zu geben“. Sich die unterschiedlichen Gesichter anzuschauen und sich über die Grimassen zu belustigen ist wohl einer der wenigen spaßigen Aspekte der Remaster.

Ein bisschen überbelichtet, findet ihr nicht?


 

Es werde Licht…oder eben auch nicht

Ebenfalls auffällig sind seltsame Lichtverhältnisse. Manchmal strahlen Charaktere so weiß wie eine Leiche, manchmal sind sie teilweise extrem dunkel. So oder so, zu erkennen ist das Gesicht in diesen Situationen nicht wirklich. Auch verhält sich die Beleuchtung recht seltsam, wenn man in dunkle Ecken wandert. Der Bildschirm wird dabei so dunkel, dass man kaum noch etwas sieht. In hellem Licht hingegen entstehen derweil teilweise seltsame Lichtreflektionen. In der Abteilung Licht wurde bei Deck Nine, die sich ja für die Life is Strange Remastered Collection verantwortlich zeigen, ein klein wenig schlampig gearbeitet.

Übrigens scheinen Deck Nine bei Before the Storm, welches sie ja 2017 bereits entwickelt haben, ein wenig mehr Mühe gegeben zu haben. Hier sehen die Figuren im Schnitt ein klein wenig besser aus als in Life is Strange. Dennoch gibt es auch hier seltsame Designentscheidungen bei Figuren. Bugs und grafische Glitches gab es aber in beiden Spielen gleichermaßen zu finden. Technisch überzeugen diese Remaster leider wenig, dabei sollte das ja der ansprechendste Faktor bei diesen Neuauflagen sein.

 

Life is Strange - Remastered Collection | Xbox One/Series X|S - Download Code
  • Aufpolierte Grafik bei Charakteren und Umgebungen
  • Enorm verbesserte Charakteranimationen dank Gesichts-MoCap-Technologie
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  • Life is Strange Remastered Collection
    Fazit zu Life is Strange Remastered Collection

    Warum existiert die Life is Strange Remastered Collection? Diese Frage ist wirklich berechtigt, denn während sie in den Bereichen Story und Gameplay absolut nichts Neues hinzufügt, so wurden die Spiele in technischer Hinsicht eher verschlimmbessert. Viele Figuren sehen schlechter aus als noch im Original, in Life is Strange ein wenig mehr als in Before the Storm. Grafische Bugs sind auch vorhanden, teilweise sogar welche, die es nicht mal im Original gab. Dafür 40 € zu verlangen ist schon eine Frechheit. Wer Life is Strange noch nie gespielt hat, der könnte wenigstens die spannende Story erstmals erleben, wäre aber vielleicht besser bedient, wenn man die Originale zum Spottpreis kaufen kann. Und wenn man die Story bereits kennt, dann hat man wenig Anreize, diese Collection zu erwerben. Die Existenzberechtigung für die Life is Strange Remastered Collection darf ruhig mal hinterfragt werden.

    Maarten Cherek, Redakteur

 

Positiv:

Story ist immer noch spannend und emotional
Manchmal scheinen grafische Verbesserungen ein wenig durch

Negativ:

Keine neuen Inhalte
Manche Figuren sehen seltsam und sogar grotesk aus
Etliche grafische Bugs und Glitches
Seltsame Lichtverhältnisse
Ein komischer Bloom-Effekt über einigen Szenen
40 € für kaum neue Inhalte und grafische Verschlimmbesserungen

Ab in die Sammlung?

Selbst eingefleischte Fans von Life is Strange sollten sich überlegen, ob sie für grafisch mangelhafte Qualität und keinen Neuerungen wirklich 40 € ausgeben wollen.

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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