Lemmings – Retro-Test zum Vorreiter des modernen Strategiespiels

Jeder Gamer hat DAS eine Spiel, mit dem alles angefangen hat. Bei mir persönlich war es Lemmings für den PC, genauer gesagt die MS DOS-Version. Entwickelt von DMA Design, welche später einmal Rockstar North werden würden, war Lemmings ein Spiel, welches auf jeder möglichen Plattform zu finden war. Mittlerweile sind sie leider in der Versenkung verschwunden, seit gut 10 Jahren ist nun kein Spiel mehr mit den kleinen, grünhaarigen Männchen erschienen. Dennoch sind die Lemmings in der Popkultur bekannte Figuren und leicht identifizierbar. Wir reisen heute also zurück in das Jahr 1991, als die Lemmings erstmals über die Bildschirme flackerten.

 

Der Wegbereiter des modernen Strategiespiels

Als Lemmings im Februar 1991 erschien, erhielt es schnell viel Lob in den höchsten Tönen. Dies sollte sich auch später noch als sehr gerechtfertigt herausstellen, denn es ebnete den Weg für das Echtzeit-Strategie-Genre. Es war das erste Spiel, welches lediglich durch indirekte Kontrolle Einfluss auf die Spielwelt nahm und somit ein Feature einfügte, welches mittlerweile gang und gäbe ist. So steuert ihr die Lemmings nicht direkt, sondern weist ihnen per Mausklick Aufgaben zu und führt sie so ans Ziel. Anders als bei heutigen Strategiespielen läuft jedoch alles auf einer 2D-Ebene ab, während das typische RTS heutzutage aus der Vogelperspektive gesteuert wird. Es ist allerdings auch nicht ganz richtig, Lemmings mit Titeln wie Age of Empires und Starcraft zu vergleichen, denn man baut keine Basen, erntet keine Rohstoffe und bildet keine Einheiten aus. In den Anfangszeiten der Computerspiele war alles noch ein wenig simpler. Ziel ist es lediglich, eine bestimmte Anzahl an kleinen Männchen mit grünen Haaren vom Eingang eines Levels zum Ausgang zu führen. Dabei stehen euch acht Aufgaben zur Verfügung, die ihr euren kleinen Schützlingen zuweisen könnt. Und während die ersten Level es euch noch recht leicht machen und euch eine hohe Anzahl davon schenkt, könnt ihr in den späteren Levels nur bestimmte Aufgaben zuweisen und auch nur recht wenige davon. Je weiter ihr in dem Spiel kommt, desto mehr werdet ihr euch den Kopf zerbrechen, denn Lemmings fordert euer Gehirn extrem heraus.

Die wohl wichtigste Aufgabe von allen: Der Builder.

 

Bauen, graben, explodieren

Insgesamt habt ihr 120 Level, die es in zu meistern gilt. Aufgeteilt sind sie in vier Schwierigkeitsstufen Fun, Tricky, Taxing und Mayhem. Das Fun-Rating ist dabei eine Art Tutorial, besonders die ersten Levels machen einen guten Job darin, euch die verschiedenen Aufgaben zu erklären und kommen dabei ohne Worte aus. Das Spiel und die jeweiligen Situationen reichen, um euch verständlich zu machen, was ihr tun müsst. Schwer zu verstehen sind die Aufgaben aber auch nicht wirklich. Climber können Wände hinaufklettern. Floater können aus großer Höhe sanft herabschweben. Bomber explodieren nach fünf Sekunden und hinterlassen einen Krater. Blocker bleiben stehen und weisen andere Lemmings in die andere Richtung. Builder bauen eine diagonale Leiter bestehend aus 12 Platten. Basher graben sich horizontal durch Wände. Miner hingegen graben diagonal. Digger tun dasselbe, allerdings vertikal. Diese acht Aufgaben gilt es also, so miteinander zu kombinieren, sodass die restlichen Lemmings nicht in Abgründe fallen oder in tödliche Fallen hineinlaufen. Zudem steht ihr unter Zeitdruck, denn in jedem Level habt ihr nicht unendlich viel Zeit. Die Level sind fast alle abwechslungsreich, das Stichwort hierbei ist „fast“, denn es gibt viele Wiederholungslevel. Gebiete, die ihr in einem leichten Rating bereits geschafft habt, kommen oft in schwierigeren Stufen noch einmal vor. Das ist allerdings nicht so schlimm, wie es sich zunächst anhört. In den Wiederholungslevels stehen euch nur bestimmte Aufgaben zur Verfügung und so müsst ihr einen anderen Weg als vorher finden, um ans Ziel zu gelangen. So bleiben die Level, auch wenn man sie optisch bereits kennt, trotzdem neu und frisch.

Mit so vielen Lemmings auf dem Bildschirm kann es schon mal etwas wuselig werden.

 

Jeder Pixel entscheidet

Aufgrund seines Alters muss man bei Lemmings natürlich ein wenig ein Auge zudrücken, was die Optik angeht. Doch die Pixeloptik wird ja auch heute noch vor allem im Indie-Bereich eingesetzt und so kann sich das Spiel durchaus noch sehen lassen. Doch nicht nur optisch spielen die Pixel eine Rolle, auch im Gameplay sind sie überlebenswichtig. Jeder Pixel kann nämlich den Unterschied zwischen Leben und Tod eines Lemmings ausmachen. Selbst durch die kleinsten Lücken können sich die kleinen Kerle quetschen und so nicht sicher über den Abgrund laufen, sondern stattdessen in ebendiesen stürzen. Oder ein Pixel von der Mauer hindert sie, voranzuschreiten und das Ziel zu erreichen. Auf die Lösung zu kommen reicht also oft nicht aus, man muss sie auch perfekt durchführen. Das ist aber manchmal nicht so einfach, denn an manchen Stellen kommt der Glücksfaktor ins Spiel. Wenn sich eine große Gruppe Lemmings sammelt, ist es oft nicht mehr einfach, den richtigen Lemming auszuwählen. Wenn man zum Beispiel jemanden braucht, um nach links zu bauen, muss man auch einen Lemming erwischen, welcher gerade nach links läuft. Eine Möglichkeit, den passenden Lemming herauszupicken gibt es in der DOS-Version noch nicht.

Was kompliziert aussieht muss nicht unbedingt kompliziert sein.

 

Bekannte Melodien

Wenn man über Lemmings redet, dann muss man auch auf die Musik eingehen. Viele Lieder sind nämlich Public Domain-Songs, sprich allgemein bekannte Lieder, welche für das Spiel als 8-bit Sound verarbeitet wurden. Man muss sich also nicht wundern, wenn man Songs wie „Von den blauen Bergen kommen wir“ und die „Rondo alla Turca“ von Mozart zu hören bekommt. Fehl am Platz sind diese Lieder ganz sicher nicht, allerdings gibt es nicht allzu viele Melodien, um das ganze Spiel auszufüllen. Und so wiederholen sie sich recht schnell. Nur vier Level, in jedem Rating eines, sind speziell und haben zu ihrer außergewöhnlichen Optik auch noch einen eigenen Song.

 

Positiv:

Forderndes Gehirnfutter
Lemmings trotz pixeliger Optik sehr liebenswert
Tolle 8-bit Musik
Wiederholungslevel clever und nicht einfallslos

Negativ:

Glücksfaktor in Gewuselsituationen
Pixelgenaue Arbeit oft notwendig
Nicht so viele Tracks im Soundtrack
  • Lemmings – Retro-Test zum Vorreiter des modernen Strategiespiels
    “Lemmings ist ein Klassiker der Videospielgeschichte und hat seine Spuren definitiv hinterlassen. Auch wenn die grünhaarigen Männchen heute nicht mehr zum Einsatz kommen, so kennt man sie dennoch überall. Und wenn man es heute noch ans Laufen bekommt, dann kann es auch noch mit anderen Strategiespielen mithalten. Es ist knifflig, nicht wirklich unfair und macht schlichtweg Spaß. Wenn ihr das Spiel in der DOS-VERSION heute noch spielen möchtet, dann solltet ihr mal nach der DOS-Box googlen.”
    Maarten Cherek, Redakteur

Ab in die Retro-Sammlung?

Lemmings geht immer, ganz klar. Wenn ihr es also irgendwie schaffen solltet, an das Spiel zu kommen, dann lohnt sich ein Blick auf jeden Fall.

Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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