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Kritik: Expendables 4

Alte Stars fern vom Puls der Zeit

Bild © 2023 LEONINE Studios

Sylvester Stallone ist bekannt dafür, dass er es selbst im hohen Alter nochmal wissen will. Sowohl Rocky als auch Rambo haben Jahrzehnte nach ihren Anfängen noch neue Filme bekommen, mit unterschiedlichem Erfolg. Und auch die Expendables gehören inzwischen zu den älteren Stallone-Marken, dabei wurde ihm schon beim ersten Teil 2010 nachgesagt er sei alt geworden. Ob er es auch 13 Jahre später noch drauf hat, oder besser wirklich im Ruhestand geblieben wäre, das erfahrt ihr hier.

 

Die Story von The Expendables 4

In Libyen wird ein Satz atomarer Sprengzünder gestohlen. Für CIA-Handler Marsh sollen Barney Ross und seine Truppe die Dinger wiederfinden, bevor sie dem Waffenhändler Ocelot in die Hände fallen. Doch der Auftrag endet in einer totalen Katastrophe, nach der Lee Christmas sogar aus dem Team fliegt. Während seine Freundin Gina das Kommando übernimmt und etwas frischen Wind mitbringt, um die Mission doch noch zu retten, denkt Lee gar nicht daran sich aus der Nummer rauszuhalten.

 

Unsere Kritik zu The Expendables 4

Es gibt zu diesem Film einiges zu sagen, davon jedoch wenig gutes. Aber der Reihe nach.

Eine Geschichte, hölzerner als ein Pferd

Ich weiß, ich weiß. Bei einem Actionfilm geht es nie um die Story. Und die bisherigen Streifen hatten nicht mehr an Story vorzuweisen als absolut notwendig war. Hier wird sich dennoch an sowas wie Charakterentwicklung versucht, und es geht gehörig nach hinten los. Weder Barneys “Ich hab Rücken”, noch Gunnars spirituelle Reise zünden wirklich. Hinzu kommen Lees Probleme mit seiner Beziehung wie auch mit seiner Rolle in den Expendables, die alle mehr stören als helfen. Das alles ist noch lange kein Grund, allein deshalb dem Film keine Chance zu geben. Aber es ist ein auffälliger Störfaktor, der nicht unerwähnt bleiben sollte.

Akzeptable Action – aber mehr auch nicht

Die wichtigste Frage ist doch sowieso, wie viel hier denn in die Luft fliegt. Und die Antwort – ne ganze Menge. Über einen Mangel an Action kann sich hier niemand beschweren. Allerdings ist alles mehr brav nach dem Lehrbuch und geht nicht darüber hinaus. Die Effekte sind in Ordnung, aber bei Weitem nichts außergewöhnliches. Es gab schon deutlich schlechteres zu sehen, aber besseres wäre definitiv möglich gewesen. Gleiches gilt für die Kampfchoreographien. Per se nicht schlecht, aber immer wenn man das Gefühl hat, dass es jetzt spannend wird, ist der Kampf auch schon vorbei. Einzige Ausnahme bietet Tony Jaa, der aus seiner doch beschränkten Zeit trotz allem das Meiste herausholt. Dennoch, alles in allem wäre hier mehr möglich gewesen.

Würdevoll altern geht anders

Mit jeder Minute des Films wird man den Gesamteindruck nicht los, dass hier die Verantwortlichen vor wie hinter der Kamera vor mindestens zehn Jahren einfach stehen geblieben sind. Weder Barneys Altersprobleme noch Gunnars “Ich brauche ne Brille, dafür bin ich trocken”-Nummer sind ein gutes Beispiel dafür, wie Figuren in ihren Geschichten sinnvoll altern. Auch das sonstige Pathos passt nun wirklich nicht mehr in die heutige Zeit, nicht einmal als unfreiwillige Komik. Zwar scheint das Ziel des Films größtenteils zu sein, Lee Christmas als Barneys Nachfolger an der Spitze der Expendables zu etablieren, um Stallones Barney Ross aus der Geschichte nehmen zu können. Doch mit nunmehr 56 Jahren ist Jason Statham auch nicht mehr der Jüngste. Und auch sonst waren die jüngeren Figuren eher schmückendes Beiwerk für Lee und die alte Garde. Während Tony Jaa wie schon erwähnt eine positive Ausnahme war, bleiben Megan Fox, 50 Cent und die restlichen Neuen sehr blass. Vor allem aber Iko Uwais als Bösewicht ist eine fast schon freche Enttäuschung. Wer diesen Mann in Filmen wie The Raid gesehen hat, wird sofort merken, wie sehr er hier unter seinen Möglichkeiten bleibt. Aber nein, die alten Helden sind wichtiger. Sehr enttäuschend.

Informationen zu The Expendables 4

  • Originaltitel: Expend4bles
  • Laufzeit: ca. 103 Minuten
  • Heimkinostart: 22.12.2023
  • Altersfreigabe (FSK): ab 18 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Sylvester Stallone, Jason Statham, Dolph Lundgren, Randy Couture, 50 Cent, Megan Fox, Andy Garcia, Iko Uwais, Levy Tran, Jacob Scipio, Tony Jaa

 

Trailer zu The Expendables 4

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Fazit zu The Expendables 4

Als jemand, der alle Vorgänger kennt und durchaus schätzt, wusste ich ziemlich genau, was mich hier erwartet. Aber auch mir war schnell klar, dass dieser Film selbst für Expendables-Verhältnisse schwach ist. Es wirkt, als wären die Macher in der Zeit des letzten Teiles vor neun Jahren stehen geblieben, und selbst damals waren die Filme gewisse Art altmodisch. Was damals Teil des Charmes war, zündet heute aber nicht mehr. Die alten Hasen überzeugen nicht mehr, und die jungen Hüpfer werden viel zu sehr im Hintergrund gehalten, was vor allem im Fall von Iko Uwais eine echte Enttäuschung ist. Wenn die Reihe nicht bereit ist, sich massiv zu entwickeln, sollte sie besser in Rente gehen und dort bleiben.Lennart Hoffmann (Redakteur)

Schwache Story
Akzeptable, aber keine überragende Action
Überhaupt nicht mehr zeitgemäßer Tonfall
Jüngere Nebenfiguren werden zugunsten der alten Originale in den Hintergrund gestellt

Ab in die Filmsammlung?

Wenn ihr wirklich, und ich meine wirklich altmodische Actionfans seid, dann könnte es sich vielleicht lohnen. Alle anderen können getrost auf den Streamingdienst oder das Free-TV warten, und selbst wenn ihr da verzichtet, verpasst ihr nichts. 

1 Kommentar

  1. Schade, dass er nicht wirklich überzeugen konnte. Ansehen werde ich ihn mir trotzdem, da ich alle Vorgänger klasse fand. LG Romy

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