Kingdoms of Amalur Re-Reckoning – Test zum RPG Geheimtipp

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Kingdoms of Amalur Re-Reckoning (Playstation 4)
  • Das revolutionäre Schicksal-System ermöglicht es Ihnen, Ihre Charakterklasse kontinuierlich Ihrem Spielstil entsprechend weiterzuentwickeln
  • Erweitern Sie Ihre Amalur-Erfahrung mit allen DLCs der Originalveröffentlichung, von Teeth of Naros bis Legend of Dead Kel und mehr
  • Hunderte Stunden RPG-Spielspaß warten
  • Verbesserte Grafiken in Re-Reckoning

Releasedatum: 8. September 2020

Genre: Action RPG

USK: ab 18 Jahren freigegeben

Publisher: THQ Nordic

Plattformen: Playstation 4, Xbox One, PC

Kingdoms of Amalur Reckoning ging zu Zeiten des Hypes der Xbox 360 und Playstation 3 sowie der großen RPG Spiele etwas unter. Dennoch gilt der Titel für viele Gamer noch heute als ein echter Geheimtipp, nicht zuletzt wegen seines besonderen Gameplays. Publisher THQ Nordic hat sich die Rechte zu der IP gesichert und beschert Fans ein Wiedersehen mit dem Spiel in Form von Kingdoms of Amalur Re-Reckoning. Wir haben uns das Remaster angeschaut und verraten euch jetzt, ob das RPG diesmal mehr Aufmerksamkeit verdient.

 

Eine Story wie Herr der Ringe trifft auf MMO

Der größte Schwachpunkt von Kingdoms of Amalur war damals schon die Story. An sich erwartet euch eine epische Story um einen Krieg zwischen einer Elben-ähnlichen bösen Rasse, die alle Sterblichen hasst und die Quelle der Seelen zerstören will. Diese Quelle wurde von den Sterblichen genutzt, um zu versuchen, sich selbst einen Weg zur Unsterblichkeit zu sichern. Und hier kommt euer Charakter ins Spiel, denn ihr seid das Ergebnis des ersten erfolgreichen Versuchs, einen Toten wiederauferstehen zu lassen. Eure “Geburtsstätte” wird allerdings angegriffen und so müsst ihr fliehen. Eure Verfolger sind dabei sehr daran interessiert, euch zu vernichten, denn ihr seid ein Fateshifter, seid somit an kein Schicksal gebunden und könnt auch das Schicksal anderer und damit der gesamten Welt ändern. Was episch klingt und versucht, ein Herr der Ringe Feeling zu erwecken, geht leider schnell unter. Die Story wirft euch bedeutsame Namen im Sekundentakt entgegen, bis ihr schnell beginnt, Dialoge einfach nur noch durchzuklicken. Die Struktur des Spiels macht es zudem auch nicht einfacher, euch die Story zu vermitteln, denn Haupt- und Nebenmissionen sind kaum von klassischen 08 / 15 MMO Quest zu unterscheiden. Gehe zu Punkt A und töte das Monster, sprich mit NPC und beschaffe Item und so weiter. Viel mehr als das bekommt man nicht geboten und so ist es einfach, schnell den Faden zu verlieren und nicht mehr zu wissen, was Story- und was Nebenquest ist. Ein besseres Quest System wäre hier eine echte Hilfe gewesen. Dass man die Story nicht umschreiben kann, ist verständlich, aber schon ein wenig Arbeit an der Struktur hätte viel verbessern können.

Kingdoms of Amalur Re-Reckoning

Kaum entkommen macht ihr eure ersten Schritte in ein farbenfrohes RPG.


 

Das Gameplay ist noch immer das Highlight

Egal ob beim Original oder hier in Re-Reckoning, noch immer ist das Gameplay der eigentliche Anzugspunkt. In Rollenspielen ist es nicht unüblich, in eine Richtung für die Charakterentwicklung gedrängt zu werden. Startet ihr als Krieger, bleibt dies meist auch so bis zum Ende. Was aber, wenn ihr auf halbem Wege feststellt, dass ihr doch lieber mehr Magie nutzen wollt? Und hier setzt sich das Gameplay von Kingdoms of Amalur von der Konkurrenz ab. Ihr wählt zu Beginn aus klassischen RPG Archetypen aus. So gibt es einen Krieger, einen Rogue, einen Alchemisten und einen Magier. Sobald ihr allerdings ins Spiel einsteigt, stellt ihr schnell fest, dass euer Spielstil durch eure Wahl kaum beeinflusst wird. Was entscheidend ist, sind eure Entscheidung bei euren Skills, Fähigkeiten und eurem Schicksal. Skill kommen dabei in drei Stufen von Basic bis Meister und ihr könnt hier Attribute wie eure Alchemiekünste, das Schlösser knacken oder Schmiedekunst verfeinern. Im Bereich Fähigkeiten könnt ihr in Finesse für Rogue Fähigkeiten, Macht für die Krieger und Magie für die Zauber in verschiedene Fertigkeiten investieren. Dabei könnt ihr frei aus allen Kategorien wählen und diese mischen, wie ihr wollt. Ihr wollt als Kriegsmagier spielen? Kein Problem. Oder auch ein schleichender Alchemist ist ohne Weiteres möglich. Schicksale geben euch abschließend besonders große Boni für eure gewählte Klasse. Unterstützt wird eure Freiheit auch durch die Vielfalt an Waffen, die ihr nutzen dürft. Von Schwertern, Dolchen und Chakrams bis hin zu Pfeil und Bogen ist alles dabei. Das Spiel erlaubt euch dabei, zwei Waffen gleichzeitig auszurüsten, wobei beide Waffen jeweils über die Quadrat- bzw. Dreieck-Taste erreicht und in Kombos genutzt werden können. Egal zu welchen Zeitpunkt im Spielverlauf, ermutigt euch das Spiel dazu, mit anderen Variationen zu experimentieren und erlaubt euch, euer Setup vollständig zurückzusetzen. So könnt ihr diese dann neu verteilen und einen anderen Spielstil ausprobieren. Wenn ihr euch durch die MMO typischen Quests kämpft und mit Feinden konfrontiert werdet, spielen sich die Kämpfe eher wie ein Actionspiel. Ist eure Fateshift Anzeige gefüllt, könnt ihr Gruppen von Gegnern in Zeitlupe attackieren und dann in einer Art Mortal Kombat Fatality Quick Time Event erledigen und extra Erfahrungspunkte verdienen. Ihr hackt, schnetzelt und zaubert euch zum Sieg, was häufig reines Button Mashing ist. Spaß macht es natürlich dennoch und insbesondere wieder wie Xena die Chakrams durch die Luft sausen zu lassen, machte richtig Laune. In etwa 25 – 30 Stunden könnt ihr das Hauptspiel abschließen oder euch noch im doppelt so vielen Stunden den Nebenquests widmen. Schade ist nur, dass alles von einigen Probleme geplagt wird, die schon im Original nervig waren. Die Kamera macht oft Probleme und zoomt zu nah an das Geschehen. Da es zudem kein Lock On gibt, verliert man gerne mal schnell den Überblick. Zudem leidet das Spiel unter Bugs, die mich einige Male ausgebremst haben. Einige Nebenquests blieben mehrere Male für mich einfach stecken und ich konnte diese nicht abschließen. Auch musste ich insgesamt neun komplette Abstürze hinnehmen. So sehr ich das Gameplay auch heute noch für seine Freiheit und den Spielspaß liebe, umso mehr enttäuscht mich der technische Zustand. Es ist offensichtlich nicht viel Arbeit investiert worden, um das Spiel neu zu veröffentlichen. Für einen kleinen Schatz wie Kingdoms of Amalur eine echte Schande. Wer das Spiel noch nie gespielt hat, sollte es sich definitiv anschauen, aber ich persönlich habe bereits die PS3 Version und sehen kaum einen Mehrwert in Re-Reckoning.

Kingdoms of Amalur Re-Reckoning

Die bietet einige atmosphärische Schauplätze.


 

Ein Remaster ohne Remaster

Ich fand das Original Kingdoms of Amalur schon damals wirklich gut und so freute ich mich, als das Remaster angekündigt wurde. Im Normalfall gibt ein Remaster nicht nur die Chance, ein Spiel optisch zu verbessern, sondern auch einige Probleme zu beseitigen. Und genau diesen Weg hätte THQ Nordic auch hier gehen sollen, doch leider ist dies nicht passiert. Optisch fällt zwar auf, dass die Texturen und Vegetation verfeinert wurden, Charaktermodelle und der Rest des Spiels sehen fast unverändert aus. Kameraprobleme waren im Original ein großer Störfaktor und trotz einer neuen Funktion, um euer Sichtfeld anzupassen, ist die Kamera noch immer unberechenbar. Der Soundtrack ist noch immer gut, doch ziehen die oft starren und ausdruckslosen Stimmen der Sprecher den Gesamteindruck herunter. Die Welt ist noch noch immer farbenfroh und erinnert an einen Mix aus Fable und Herr der Ringe. Daher ist es umso bedauerlicher, dass man nicht mehr Arbeit in das Remaster gesteckt hat.

Kingdoms of Amalur Re-Reckoning (Playstation 4)
  • Das revolutionäre Schicksal-System ermöglicht es Ihnen, Ihre Charakterklasse kontinuierlich Ihrem Spielstil entsprechend weiterzuentwickeln
  • Erweitern Sie Ihre Amalur-Erfahrung mit allen DLCs der Originalveröffentlichung, von Teeth of Naros bis Legend of Dead Kel und mehr
  • Hunderte Stunden RPG-Spielspaß warten
  • Verbesserte Grafiken in Re-Reckoning

 

Positiv:

Die Welt punkte oft mit farbenfrohen Gebieten und Städten
Das Gameplay ist flott und macht euch heute noch wirklich Spaß
Das Skill-, Fähigkeiten- und Schicksal-System erlaubt viele Freiheiten für Builds

Negativ:

Die Kamera ist leider oft eine mittlere Katastrophe
Das Questdesign erinnert eher an MMO Missionen und nicht an epische RPG Quests
Man hat sich hier kaum Mühe gegeben etwas am Original zu verbessern
Neben den Bugs gab es auch diverse Abstürze des Spiels zu verzeichnen
Die Story ist zwar an sich episch, geht jedoch immer noch vollkommen unter
  • Kingdoms of Amalur Re-Reckoning
    “Kingdoms of Amalur Re-Reckoning hatte die Chance, ein echtes Juwel der Xbox 360 und Playstation 3 Ära wieder zu beleben und dabei einige Verbesserungen zu integrieren. Daher schmerzt es umso mehr, wenn man sieht, dass es im Grunde kaum Remaster Arbeit zu sehen gibt. Das Gameplay ist noch immer der geniale und unterhaltsame Teil, der das Original zum Geheimtipp gemacht hat. Viele der Bugs und Probleme aus der alten Version sind noch immer enthalten und wirken jetzt noch mehr veraltet als damals schon. Die visuellen Upgrades halten sich zudem extrem in Grenzen, sodass es manchmal fast keinen sichtbaren Unterschied zum Original gibt. Die Welt und insbesondere Vegetation sieht etwas aufpoliert aus, aber mehr sollte man nicht erwarten. Zudem leidet das Spiel unter Problemen mit der Beleuchtung, wodurch viele Innenbereiche viel zu dunkel sind. Bei meinem Weg durchs Spiel musste ich zudem einige Abstürze hinnehmen. Wer das Original nie gespielt hat und interessiert ist, ein RPG mit viel Freiheit für unterschiedliche Builds zu spielen, ist hier noch immer goldrichtig. Jedoch sollte man hier vielleicht noch auf einen Sale und ein Paar Updates warten. Wer zudem das Original besitzt, bekommt hier keinen Anreiz, der einen Neukauf rechtfertigt.”
    Marco Schmandt, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Noch immer ein Geheimtipp, aber leider verpackt in einem mittelmäßigen Remaster.

Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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