Hunter's Moon - Die Nacht des Wolfs

Kritik zum irritierenden Thriller

Hunter‘s Moon – Die Nacht des Wolfs ist ein Horror-Thriller, in dem Werwölfe zwar eine Rolle spielen, aber nicht die Bösen sind. Der Film wurde vom Autor des bekannten Thrillers Hangman geschrieben. Unter anderem sind Thomas Jane aus The Punisher und Sean Patrick Flannery aus The Boys als Schauspieler zu sehen. Der Film stellt drei Schwestern in den Mittelpunkt, die eigentlich eine Party feiern wollen, aber von bösen Mächten und bösen Jungs überrascht werden.

 

Die Story von Hunter’s Moon – Die Nacht des Wolfs

In Hunter’s Moon zieht die Familie Delaney gerade in ein vermeintlich ruhiges Städtchen. Der Vater Thomas hat für sich, seine Frau Bernice und die drei Töchter Juliet, Lisa und Wendy ein Haus in der Nähe eines Obstgartens erworben. Dabei hat er seinen Kindern verschwiegen, dass der Vorbesitzer ein Serienmörder war, der eine Vorliebe für junge, hübsche Frauen hatte und vor kurzem ermordet wurde. Das stört die Drei jedoch wenig. Die Älteste, Juliet, ist ohnehin von allem genervt und will einfach nur Spaß haben. Wendy ist ziemlich ruhig und zurückhaltend und Lisa will gerne so sein wie Juliet, folgt aber letzten Endes lieber den Regeln.

Als ihre Eltern gleich nach dem Einzug auf eine Geschäftsreise gehen, sind die drei Frauen allein. Juliet plant eine Party, für die sie angeblich Gäste eingeladen hat. Zur selben Zeit planen die drei ungleichen Brüder Billy, Lenny und Daryl, in das Haus einzubrechen. Doch anstatt leise vorzugehen und alles zu plündern, was irgendwie wertvoll ist, vergnügen sie sich lieber mit den Frauen, allen voran der offensiven Juliet. Was als lustige Feier beginnt, endet in einem Fiasko, als der Sheriff die drei Einbrecher erwischt und zu allem Übel noch ein Monster sein Unwesen zu treiben scheint.

 

Unsere Kritik zu Hunter’s Moon – Die Nacht des Wolfs

Insgesamt wirkt der Film langatmig. Gleich zu Beginn wird klar, dass eine übernatürliche Kreatur in dem Obstgarten herumrennt und Jagd auf diejenigen zu machen scheint, die den Frauen Böses wollen. Der Untertitel und die Assoziation mit dem Vollmond lassen erahnen, dass es sich um einen Werwolf handelt. Als nach einem Zeitsprung die Familie Delaney eingeführt wird, fängt der Film an, sich in seltsamen Konversationen und Emotionen zu verstricken. Es wird klar, dass die Eltern ihre drei Töchter schützen wollen, jedoch machen sie das auf eine so offensichtlich mysteriös-geschauspielerte Art, dass sofort klar wird, dass sie ein Geheimnis umgibt. Könnte das etwas mit dem Monster zu tun haben?

Der Film lässt dafür keinen wirklichen, gedanklichen Spielraum offen. Jedoch schafft er es, dass man diese Offensichtlichkeit wieder verwirft, als die älteste Tochter Juliet zunächst den bekannten Stadtlangfinger Billy lustvoll anstarrt. Später am Abend lädt sie ihn und seinen Bruder Lenny zu sich ins Haus ein, während die beiden gerade planen, einzubrechen. Ebenso für Irritation und Ablenkung sorgt sie, als sie dann nicht mit Billy, sondern mit Lenny willentlich herummacht, bevor sie ihn fünf Minuten später als ihren Entführer behandelt, vor dem sie Angst haben müsse. Durch das ständige Hin und Her zwischen erotischen und beklemmenden Momenten versucht der Film eine Spannung aufzubauen, was ihm aber nicht gelingt. Vielmehr geht diese Spannung über in ein Gefühl von Irritation.

 

Väter mit Komplexen

Besonders deutlich wird das seltsame und irritierende Gefühl, das einen von dem unvermeidlichen Auftauchen des Werwolfs ablenkt, auf den man über eine Stunde wartet, wenn die beiden Vaterfiguren im Film auftauchen. Auf der einen Seite ist Thomas Delaney, der Vater der drei Töchter. Ihm gegenüber ist der Sheriff, der zugleich der Vater der drei Einbrecher ist. Beide haben eine sehr eigene Art, ihre Gefühle für ihre Kinder auszudrücken. Thomas reagiert wie ein Psychopath, als ihn Juliet darauf anspricht, dass ihr neues Zuhause einem Serienkiller gehört hat. Er bremst plötzlich und scheint kurz vor dem Ausrasten zu sein. Seine Frau kann ihn gerade noch beruhigen. Kurz darauf ist er wieder munter und befehligt fröhlich seine Töchter, alle Kisten ins Haus zu bringen.

Noch komischer ist der namenlose Sheriff. Er gibt zunächst an, die drei Einbrecher zu kennen, da sie stadtbekannt seien. Deshalb will er Juliet helfen und bringt Lisa in Sicherheit. Kurz darauf stellt sich jedoch heraus, dass seine Ziele auch seine Kinder sind. Er ist zwar sauer auf sie, will aber lieber die drei Frauen töten, anstatt seine Söhne zu verhaften oder zu belehren. Dass er bei der ganzen Aktion eins seiner Kinder an ein Monster verloren hat, stört ihn überhaupt nicht. Ebenso wenig Skrupel zeigt er, als er feststellt, dass sich Billy in Juliet verknallt hat. Statt mit seinem Sohn darüber zu sprechen, will er Juliet und ihre Schwester lieber anzünden. Das erscheint genauso vernünftig, wie die Bemerkung von Lenny, dass sein Bruder verrückt geworden sein muss, während er Benzin im Haus verteilt. Umso seltsamer wird es dann, als Lenny, Billy und ihr Vater im Haus sind und das Monster bemerken. Für den Sheriff scheint die Kreatur unbekannt, dennoch weiß er, was zu tun ist und schießt auch auf das Tier. Als dann auch Lenny getötet wird, opfert er sich für seinen letzten Sohn in einem plötzlichen Anfall von Vaterliebe. Überzeugen kann er dabei aber nicht.

 

Was, ein Werwolf?!

Überraschenderweise ist es ein Werwolf, der alle bösen Buben getötet hat. Viel überraschender ist aber, dass endlich nach über einer Stunde auch ein Werwolf in voller Gänze zu sehen ist. Was der bisherige Teil des Films, der leider den Großteil der Spielzeit ausmacht, an Spannungsaufbau ruiniert und mit kompletter Irritation vertauscht, wendet sich im Finale zu einem soliden Plot Twist. Zwar ist die Kreatur, die für die meisten Morde im Film verantwortlich ist, wie zu erwarten ein Werwolf, aber endlich kommt auch heraus, wieso das Alles passiert ist. Die Familie Delaney besteht zu hundert Prozent aus Werwölfen, die aber keine blutrünstigen Killer sind, sondern gezielt Mörder und ihre Komplizen vernaschen. Damit löst sich die Irritation in Wohlgefallen auf. Die verängstigten Mädchen sind in Wirklichkeit die überlegenen Jäger, die den Jungs die ganze Zeit über nur etwas vorgespielt haben. So viel Frauenpower und Gerechtigkeit macht alles wieder wett…

 

Der fade Beigeschmack

Wäre da nicht das Problem mit der Moral. Serienmörder zu töten, um deren Opfern Genugtuung zu verschaffen erscheint eine faire Sache zu sein. Aber dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren und selbst Spaß daran zu entwickeln, mit diesen Mördern zu spielen, macht die Rächer eben doch zu blutrünstigen Killern und die eigentlichen Killer zu Opfern. Dadurch wirkt die ausgleichende Gerechtigkeit nicht mehr allzu gerecht und dass für dieses Ende dann auch noch so viel schlechte Spannung aufgebaut wird, macht den Film zu einer Enttäuschung.

 

Informationen zu Hunter’s Moon – Die Nacht des Wolfs

  • Originaltitel: The Orchard
  • Laufzeit: ca. 82 Minuten
  • Heimkinostart: ab 3. Juni 2022 auf Blu-Ray und DVD
  • Altersfreigabe (FSK): ab 16 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Thomas Jane, Katrina Bowden, Jay Mohr, Amanda Wyss, Sean Patrick Flanery

 

Trailer zu Hunter’s Moon – Die Nacht des Wolfs

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  • Hunter’s Moon – Die Nacht des Wolfs – Kritik zum irritierenden Thriller
    Fazit zu Hunter's Moon - Die Nacht des Wolfs

    Der Film hat einen guten Einstieg und ein relativ gutes Finale hingelegt. In der Mitte schwächelt er aber stark. Unnötigerweise wird der erste Auftritt des Werwolfs lange hinausgezögert und die Mischung aus Lust und Angst, die zum Spannungsaufbau verwendet wird, ergibt für mich keinen Sinn. Vielmehr verliert sich der Film in irritierenden und seltsamen Konversationen, weshalb er im Schnitt nur eine mäßige Leistung abliefert.

    Ann-Kathrin Günther, Redakteurin
Interessantes Ende, das aber den Film nicht retten kann.
Zu ambitionierter Spannungsaufbau, der missglückt.
Mäßig überzeugende Charaktere, die mit ihren Konversationen vieles ruinieren.
Insgesamt keine klare Linie erkennbar, wohin der Film möchte.
Zu gut für Trash, aber zu schlecht für eine klare Empfehlung.

Ab in die Filmsammlung?

Wer schon jeden Werwolffilm gesehen hat und etwas Neues ausprobieren will, kann sich gerne selbst von der Qualität des Films überzeugen. Muss er aber auch nicht.

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Geschrieben von Ann-Kathrin Günther
braucht kein Buch, sie hat schon eins.