Gears of War: Ultimate Edition – Test zum ursprünglich indizierten Klassiker

Zum ersten Mal dürfen wir ganz offiziell von Gears of War sprechen. Moment mal sagen sicherlich viele, denn der dritte Teil kam bereits ungekürzt für die Xbox 360 in Deutschland heraus, die beiden Teile zuvor aber eben nicht. Nach zehn Jahren folgte eine Listenstreichung und die im letzten Jahr erschienene Xbox One Ultimate Edition (inhaltsgleich wie die damals indizierte Originalversion für die Xbox 360) von Gears of War darf nun auch endlich in Deutschland in die Regale. Wir haben uns deshalb das Remaster um Marcus Fenix und Co. einmal genauer angesehen.

 

Klassisches Gut gegen Böse

Auf dem Planeten Sera gibt es mächtigen Ärger. Denn die Menschen werden von den Locust, menschenähnlichen Monstern, angegriffen. Die Menschheit wird von den Viechern ordentlich in die Enge getrieben, sodass fast alle Städte auf dem Planeten zerstört werden. Die sogenannten KOR-Kämpfer sind die menschliche Verteidigung und somit die letzte Hoffnung der Menschen. Männer mit Tim Wieses Oberarmen und Persönlichkeiten, die dem Duke am nächsten kommen. Die beiden Charaktere Marcus Fenix und sein Kollege Dominic Santiago sind die beiden Hauptakteure des Spieles. Aber auch noch weitere coole Leute kommen im Verlaufe der Story dazu. Generell ist bei solch einfachen Geschichten die Gefahr immer groß zu sehr abzudriften und sonderbar zu werden. Bei Gears sind es aber die Überraschungen, die tollen unterschiedlichen Gegner / Bosse und die nett erzählte Atmosphäre, die das Geschehen eben nicht so schlecht darstellen lässt. Nicht ohne Grund erscheint am 07. Oktober diesen Jahres bereits der vierte Teil der Reihe. Einzig die Dialoge sind, vor allem mit einer deutschen Sprachausgabe, ziemlicher Schmarrn.

Die KOR ist die letzte Hoffnung der Menschen.

Die KOR ist die letzte Hoffnung der Menschen.

 

Ohne Deckung wird man zur Zielscheibe

Mit seinen Deckungseinlagen hat Gears of War damals das Genre revolutioniert. Dass das Gameplay also heute noch immer funktioniert, beweist die Ultimate Edition für die Xbox One. Durch die sehr präzise Steuerung spielt sich der Third-Person-Shooter auch heute noch wie in einem Fluss. Doch nur wer auch tatsächlich Deckung sucht und mit gebücktem Rücken die Gegner erschießt, hat auch eine realistische Chance zu überleben. Wer einen auf mutigen Helden macht, der wird schnell das Zeitliche segnen. Dabei stehen einem neben den normalen Waffen auch Handgranaten oder eine Kettensäge für Nahangriffe zur Verfügung. Letzteres ist in der Bedienung aber etwas herausfordernd, nach ein paar Versuchen geht dies aber ebenfalls leicht von der Hand. Vor allem aber die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade können den Spieler gut fordern. Die Gegner-KI ist solide umgesetzt und bewegt sich zu jeder Zeit über das Schlachtfeld. Leider trifft dies aber auch auf die Freunde-KI zu, denn die laufen gerne mal in die Arme der Gegner. Doch auch hier gibt es schnell Abhilfe, denn die gesamte Story kann auch Koop gespielt werden. Ein zweiter Spieler kann dem aktuell laufenden Spiel jederzeit beitreten.

 

Linear kann wieder “In” werden

Einen linearen Deckungs-Shooter finden wir in letzter Zeit immer weniger. Wo die großen Spielereihen auf Open-World setzten, findet man bei Gears of War ein geradliniges Actionspektakel. Was bei einem solchen Einsatz natürlich nicht fehlen darf, sind die dicken Bosse oder Endgegner. Genau in solchen Momenten punktet Gears durch seine Abwechslung. Neu in der Ultimate Edition sind fünf neue zusätzliche Kapitel, die es so bislang nur auf dem PC gab. Diese finden ungefähr gegen Ende Einzug ins Spiel und bringen die KOR durch einige Lagerhallen, wo sie einem gigantischen Brumak das Handwerk legen müssen. Wem die Munition ausgeht, kann mit einem kleinen Minispiel zusätzliche Patronen ins Magazin befördern. Wer beim Nachladen zur richtigen Zeit eine Taste drückt, erhält somit etwas mehr Power für den nächsten Angriff. Eine geniale Idee, die leider nur bei Gears of War blieb. Wer die Storykampagne durchgespielt hat, der kann sich auch auf der Xbox One in den Multiplayer werfen. Hier stehen alle bekannten Modi des Originals zur Verfügung, zusätzlich gibt es aber auch noch neue Modi. Auf insgesamt 19 unterschiedlichen Karten kann man so gegen Spieler aus aller Welt sein Können unter Beweis stellen. Der bekannte Horde-Modus aus den Nachfolgern fehlt leider in der Ultimate Edition. Hier hätte man den Fans nachträglich sicher einen tollen Bonbon geboten.

Insgesamt fünf neue Kapitel warten darauf durchgespielt zu werden.

Insgesamt fünf neue Kapitel warten darauf durchgespielt zu werden.

 

Was macht das Wort “Remaster”?

Das Hauptaugenmerk wird bei vielen Spielern aber die aufpolierte Grafik sein, die zu damaligen Zeiten wirklich gut war. Nach zehn Jahren ist die Technik allerdings stark eingestaubt, weshalb die Neuauflage natürlich auch sichtlich gealtert ist. Immerhin hat Entwickler The Coalition aber etliche alte Texturen, Gesichter der Charaktere ausgewechselt und die Weitsicht verbessert. Besonders die Licht- und Schatteneffekte sehen wirklich toll aus. Die Auflösung ist stabil bei 1080p, inklusive Frameratestabilisierung. Dadurch ist ein flüssiges Gemetzel zu jeder Zeit möglich. Auf der Soundseite wurde ein 7.1 Surround-Sound eingefügt, was einen etwas kräftigeren Sound ermöglicht. Es knallt überall und Schüsse fallen aus jeder Richtung. Neben der bereits erwähnten mäßig guten deutschen Sprachausgabe befindet sich auch der englische O-Ton mit auf der Disc. Wer also der englischen Sprache mächtig ist, der sollte auf jeden Fall zum Original wechseln. Dies geht aber nur, wenn die Konsole ebenfalls auf Englisch gestellt wird – etwas blöde.

Geniale Lichteffekte sorgen für die richtige Stimmung auf dem Planeten Sera.

Geniale Lichteffekte sorgen für die richtige Stimmung auf dem Planeten Sera.

 

Fazit:

Neben der Halo Master Chief Collection sollte bei jedem Xbox One-Besitzer nun auch die Gears of War Ultimate Edition stehen. Dieses Remaster ist eine weitere Referenz für gute Umsetzungen alter Klassiker. Außerdem ist es offiziell in Deutschland zum ersten Mal möglich den Microsoft Exklusivtitel zu spielen. Wer auf krasse Typen, monsterähnlichen Menschen, Third-Person-Shooter und Brutalität steht, der muss sich spätestens jetzt in die Haut von Marcus Fenix begeben.

 

86

 

redaktionsbox-tobias

 

Share This Post
Deine Meinung?
00
Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.