Elden Ring

Test zum Soulsbourne Kracher 2022

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ELDEN RING - Launch Edition [PlayStation 5]
  • ELDEN RING Spiel (physischer Datenträger für PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X und Xbox One, Code in a Box für PC)
  • Poster
  • Art Cards, Sticker und Aufnäher
  • Reisen Sie durch das Zwischenland – eine neue Fantasywelt aus der Feder von Hidetaka Miyazaki, dem Schöpfer der einflussreichen DARK SOULS-Videospielreihe, und George R. R. Martin, dem Autor der Fantasy-Bestsellerreihe „A Song of Ice and Fire“ (Das Lied von Eis und Feuer)
  • ELDEN RING lockt mit gigantischen Fantasy-Landschaften und düsteren, komplexen Dungeons, die nahtlos ineinander übergehen

*Werbung: Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Releasedatum: 25. Februar 2022

Genre: Action

USK: ab 16 Jahren freigegeben

Publisher: Bandai Namco Entertainment

Plattformen: PC, Playstation 4 | 5, Xbox One | Series

Mit Elden Ring erschien am 25. Februar 2022 der feuchte Traum zahlloser Nerd:innen und Fantasy Liebhaber:innen rund um den Globus. Eine Kollaboration zwischen From Software unter Führung der Entwicklerlegende Hidetaka Miyazaki und dem “Das Lied von Eis und Feuer”-Autor George R. R. Martin – eine Kombination, die man sich nicht hätte epischer ausmalen können. Über drei Jahre mussten wir seit der ursprünglichen Ankündigung auf der E3 2019 warten, drei Jahre, die die ohnehin schon astronomisch hohen Erwartungen der Gaming-Gemeinschaft ins unermessliche steigen ließ. In dieser Zeit kamen auch Zweifel auf. Immerhin handelt es sich bei Elden Ring um die erste offene Spielwelt eines Studios, welches sich stets auf exakt konstruierte Open-Schlauch Welten spezialisiert hatte. Eine neue IP in einem Setting, welches den klassischen Souls-Titeln verdächtig ähnlich sah und die Frage aufkommen ließ, ob es sich genügend abgrenzen konnte. Und natürlich der erdrückende Aufmerksamkeitsgewinn der breiten Masse durch die Zusammenarbeit mit George R. R. Martin. Wie es jedoch scheint, ist Elden Ring als fertiges Produkt in der Lage sich mit diesen Erwartungshaltungen zu messen. Wir haben uns knapp einen Monat in den Ländern dazwischen verloren, um für euch eine Einschätzung zum bis dato umfangreichsten From Software-Titels aller Zeiten treffen zu können. So viel aber schon einmal vorneweg: Euch erwartet etwas wahrlich außergewöhnliches!

Mit diesem Test wird der neue Ableger für euch von zwei Seiten beleuchtet: Mit Alex als absolutem Soulsbourne-Neuling einer frischen Perspektive ohne Vorkenntnisse und mit Max als waschechtem Veteran die Sicht eines alteingesessenen Fan des Genres. Wer sich also mit einem der beiden Fälle identifizieren kann, der bleibe dran und lasse sich treiben von unserer Erfahrung mit dem neuen Teil aus From Softwares Spieleschmiede.

 

Ein Ring sie zu knechten…

Ihr startet das Abenteuer als Befleckter, der nach seinem Tod in den Zwischenlanden aufwacht. Die Befleckten verloren einst die Gnade des heiligen Erdenbaumes im Zentrum des Zwischenlandes und wurden verbannt. Nach eurem Erwachen gehört ihr jedoch zu den wenigen Bewohnern der Welt, die den goldenen Schimmer der Gnade sehen können und von ihr geführt werden. Vor einiger Zeit wurde der sogenannte Elden Ring zerbrochen, wodurch die goldene Ordnung zerstört wurde und Gottkönigin Marika verschwand. Ihre halbgöttlichen Kinder stritten sich um dessen Überreste und wurden von der Macht der Splitter verdorben. Sie verursachten einen furchtbaren Krieg, die Zersplitterung genannt, welche die Zwischenlande verwüstet zurückließ. Nun schickt ihr euch an, von der Gnade des Erdenbaums geleitet, die Splitter des Elden Rings wieder zu vereinen und der neue Elden Fürst zu werden.

Die Geschichte von Elden Ring kommt zunächst pompös erzählt daher und schmeißt mit allerlei Begriffen um sich. Im Spiel selbst finden wir davon auch ein wenig wieder. Sobald ihr hinaus in die Spielwelt tretet, ist der majestätische, in den Himmel wachsende Erdenbaum nicht zu übersehen. Auch das Ziel scheint einfach, Halbgötter umlegen und ihnen ihre großen Runen, also die Splitter des Elden Rings, abknöpfen. Aber wer genau jetzt welcher Halbgott ist, wessen Festung wir da gerade stürmen und warum so gut wie jede menschliche Gestalt, die wir treffen uns töten will, ist gerade am Anfang nicht ersichtlich. Und was genau diese tolle goldene Ordnung ist, für die so mancher NPC kämpft, wird auch nach zahlreichen Spielstunden nicht so richtig klar.

Das liegt vor allem daran, dass Elden Ring dem Spieler immense Freiheiten gibt, sowohl beim Gameplay, als auch beim Erleben der Geschichte. Es gibt keine Questübersicht, kein Tagebuch, kein Glossar, so gar nichts was uns irgendwie erklären würde, was gerade abgeht. Zu Beginn lernen wir als maidenloser Befleckter beispielsweise Melina kennen, welche die Rolle einer Fingermaid für uns übernimmt. Tja, was ist eine Fingermaid? Und warum erscheint die Dame einfach aus einem Hauch von blauem Nebel und verschwindet dann wieder? Keine Ahnung, aber sie schenkt uns unser Pferd und ermöglicht uns den Stufenaufstieg. Fragen stellen können wir so gut wie keinem NPC, wir klicken sie an und hören zu, was sie bereit sind uns zu erzählen.

Dabei ist die Welt, welche George R. R. Martin geschaffen hat, eigentlich ziemlich spannend. Der Schöpfer der Romanreihe „Ein Lied von Eis und Feuer“ (auch bekannt als Game of Thrones) hat bereits bewiesen, dass er interessante Welten schaffen kann und Elden Ring ist da definitiv keine Ausnahme. Nur müssen wir uns jede Information mühsam erkämpfen oder genau die richtigen Leute treffen. In der Tafelrundenfestung, dem Hauptquartier der Befleckten, treffen wir etwa auf einen einzigen NPC der uns Informationen zu den gesuchten Halbgöttern gibt. Er bleibt mit der einzige, vom großen Schildkrötenpapst (fragt nicht) abgesehen, der uns etwas mehr über die Welt und ihre Bewohner verrät. Das, was wir erfahren ist auch wirklich interessant und weckt den Entdeckergeist, aber es kommt in winzigen Häppchen daher und ist auch weit davon entfernt einen informativen Glossareintrag á la Mass Effect zu ersetzen. Allerdings hat es natürlich auch seinen Charme durch ein gänzlich unbekanntes Land zu streifen, es zu erkunden und sich die Geschichte Stück für Stück selbst zusammenzusetzen.

 

Gameplay der tausend Möglichkeiten

Zu Beginn erstellt ihr erst einmal euren Charakter. Dabei wählt ihr erst eine grobe Voreinstellung, sowie das Geschlecht und ein Volk, wobei es im Spiel später nur einen optischen Unterschied macht. Dann geht’s an die Feinheiten und zwar wirklich wirklich an die Feinheiten. Der Charactereditor in Elden Ring muss sich nicht verstecken und kann sich mit anderen detaillierten Editoren wie z.B. Cyberpunk messen. Soll das rechte Auge eine andere Farbe haben als das linke? Darf es etwas mehr Glanz im Haar sein oder wollt ihr sie doch lieber stumpf und splissig wirken lassen? Ist die Ausprägung der Wagenknochen im Vergleich zum Härtegrad des Kinns genehm? Um das passende Gesicht zu erstellen verbringt ihr, wenn ihr schnell seid, locker mehr als eine halbe Stunde im Editor. Mit frischem Gesicht und Haarglanz der Stufe 62 startet ihr also freudig das Spiel, nur um in den Zwischenlanden mit wenig schmeichelhafter Kopfbedeckung aufzuwachen. Wie ihr schnell feststellt, sind die wirklich guten Helme die Ritterhelme, welche das gesamte Gesicht verdecken. Die Option den Helm nicht anzeigen zu lassen, sucht man leider vergebens. Gerade nach so einer detaillierten Charaktereinstellung stößt es sauer auf, wenn man entweder nie das Gesicht sieht oder auf die so wichtigen Rüstungswerte verzichten muss. Schönheit hat also auch in Elden Ring ihren Preis.

Natürlich könnt ihr auch nicht einfach nach Lust und Laune durch die Zwischenlande streifen. Beinahe an jeder Ecke werdet ihr von feindlich gesinnten Wölfen, Soldaten, Drachen oder anderen mitunter sehr seltsamen Kreaturen angegriffen. Dabei hat jeder Gegnertyp unterschiedliche Stärken und Schwächen, sowie ein anderes Bewegungsmuster. Hat ein Gegner besonders hohe physische Resistenz, streicht ihr besser etwas Magiefett über eure Klinge, während ihr einen anderen Gegner vielleicht lieber mit explosiven Töpfen oder Wurfmessern weichklopft und ihm dann den Rest gebt. Den Großteil eurer Zeit in Elden Ring verbringt ihr in fordernden Kämpfen und am besten besteht man diese, in dem man für jeden Gegner die richtige Herangehensweise findet.

Dabei könnt ihr aus einem wirklich diversen Arsenal an Waffen wählen. Von klassischen Kurz- und Langschwertern, über Peitschen, Sensen bis zu einem auf eurer Hand geparkten Drachenkopf der bei Bedarf Feuer speit. So gut wie jede denkbare Nahkampfwaffe steht euch zur Verfügung – sofern ihr sie denn bei einem Händler, Bossgegner oder in der freien Welt ergattern könnt und die nötigen Attribute gelevelt habt. Außerdem könnt ihr eure Lieblingswaffen mit sogenannten Kriegsaschen aufrüsten, um ihre Spezialfähigkeit zu verändern. Aus der Ferne könnt ihr mit Bögen oder Armbrüsten schießen oder ihr investiert ein paar eurer Aufstiegspunkte in Weisheit oder Glaube, um Magie beziehungsweise göttliche Anrufungen zu verwenden. Die sogenannte Schimmersteinmagie steht als Magieklasse von Anfang an zur Verfügung, jedoch kann jede Klasse loslegen sobald sie einen Stab und einen Zauber gefunden hat. Mit dieser Magie der Sterne schießt ihr verschiedenste Projektile auf ahnungslose Gegner, schleudert sie durch die Gegend oder beschwört einen kleinen aber hochexplosiven Mond um sie zu erledigen. Die göttlichen Anrufungen werden mit einem heiligen Siegel ausgeführt und halten vor allem Heil- und Stärkungszauber bereit. Trotzdem könnt ihr mit ihnen einigen Schaden verursachen indem ihr goldene Blitze vom Himmel ruft oder diverse Drachenkräfte einsetzt. Zauber und Anrufungen findet ihr ebenfalls bei verschiedensten Lehrern, Gegnern oder einfach beim Erkunden und könnt sie an jedem Ort der Gnade ausrüsten. Dafür müssen allerdings genug Zauberplätze frei und die Attributsanforderungen erfüllt sein.

Die Kämpfe sind der Fokus und auch eines der Markenzeichen von Elden Ring. Jeder Boss verhält sich anders, mal solltet ihr blocken, mal hilft nur eine rettende Ausweichrolle. Oder ihr beschwört mit Geisterasche einen Helfer und betet, dass dieser für euch die Aufmerksamkeit auf sich zieht, damit ihr eure Zauber abfeuern könnt. Die Gegnertypen auf der Weltkarte sind zahlreich und sehr verschieden. Zu Anfang kämpft ihr noch gegen einfache Soldaten und Wölfe, während ihr in der Mitte des Spiels panisch riesige krabbelnde Hände erschießt, bevor sie euch erreichen können. Sowieso hat gefühlt jeder zweite Gegner mehr Hände als er eigentlich haben sollte, der Begriff Fingermaid hätte wirklich aufhorchen lassen sollen. Die vielseitigen Kämpfe sind jedoch nicht nur die große Stärke Elden Rings, sondern zugleich auch einer der größten Kritikpunkte. Beziehungsweise nicht die Kämpfe an sich, sondern der leidige Schwierigkeitsgrad. Bei Beginn des Spiels könnt ihr nämlich gar keinen Schwierigkeitsgrad auswählen, es gibt keinen.

Was für Veteranen des Soulbourne-Genres selbstverständlich ist, kann gerade für Einsteiger sehr frustrierend sein. Beginnt ihr mit einem frischen Charakter, können euch auch die Wölfe im Startgebiet mit vier Schlägen erledigen. Bei Bosskämpfen ist anfängliches Sterben eher die Regel als eine Ausnahme. Natürlich ist das für einige Spieler:innen genau das, was sie an diesen Spielen reizt. Mehrmals einen Gegner herausfordern und seine Kampfweise schließlich so gut zu verstehen, um ihn besiegen zu können und in den Endorphinen des hart erkämpften Sieges zu schwelgen. Wer das Spiel jedoch als Neuling unbedarft in die Finger bekommt und bereits 20 Mal gestorben ist, bevor er überhaupt den zweiten Ort der Gnade erreicht hat, dürfte schnell frustriert sein. Somit kommt es darauf an ob man eine gewisse Frusttoleranz mitbringt und dieses Genre mag oder ob man besser die Finger von Elden Ring lassen sollte. Wir können jedoch allen Interessierten raten, sich auf diese ungewohnte Spielweise einzulassen, es lohnt sich!

 

Eine Open World, die es in sich hat

Das erste Mal in einem Soulsbourne-Ableger dürft ihr euch über eine offene Spielwelt freuen. Und diese Spielwelt hat es in sich. Nach und nach erkundet ihr die Karte, deckt sie dabei jedoch nicht auf. Eine richtige Karte könnt ihr euch nur anzeigen lassen, wenn ihr auch ein Kartenfragment im Spiel findet, schließlich seid ihr lediglich mit euren Kleidern am Leib in den Zwischenlanden gestrandet. Diese Fragmente sind jedoch gekennzeichnet, sodass sie auch relativ einfach zu finden sind. Markierungen könnt ihr auch selbst dauerhaft auf die Karte setzen, um euch interessante Orte zu merken oder beim Erkunden eine Orientierung auf eurem Kompass am oberen Bildschirmrand zu haben. Das Spiel selbst zeigt euch relativ wenig an, was irgendwo aber auch den Reiz ausmacht. Zumindest aber Ruinen und Dungeons sowie Orte der Gnade werden euch vorgefertigt angezeigt.

Orte der Gnade sind quasi eure umweltfreundlichen Lagerfeuer aus Licht an denen ihr rasten könnt. Dort füllt ihr eure Heil- und Manatränke wieder auf, rüstet andere Zauber aus, vollführt einen Stufenaufstieg, greift auf eure Truhe zu und einiges mehr. Und glaubt uns, wenn wir sagen, dass diese Orte eure absolute Lebensversicherung sind, denn sie fungieren auch als Zwischenspeicherpunkte. Außerdem könnt ihr, nachdem ihr sie einmal angeklickt haben, außerhalb eines Kampfes jederzeit zu ihnen schnellreisen. Durch das Schnellreisen könnt ihr nach Lust und Laune verschiedenen Quests folgen oder eure Erkundungstour in ein neues Gebiet verlegen wenn euch danach ist. Und die fünf verschiedenen Gebiete der Welt laden wirklich zum erkunden ein.

An jeder Ecke stolpert ihr über Dungeons oder werdet plötzlich von Gegnern angegriffen, die ihr im ganzen Spiel zuvor noch nicht gesehen habt. Oder ihr reitet gemächlich durch die Ebenen und sammelt vom Pferderücken aus Blumen und andere Materialien zum Handwerken. Die Größe der Karte ist dabei angemessen groß, sodass man eine ganze Weile neues sehen kann, aber auch nicht so groß, dass man sich zu sehr darin verliert. Kurz gesagt: Sie hat eine super Größe!

 

Zu zweit ist man weniger allein

Elden Ring lässt sich komplett offline spielen, aber es lohnt sich den Online Modus anzuschalten. Dann spielt ihr nicht konstant mit anderen Spieler:innen zusammen, könnt aber Freund:innen oder Fremde in eure Welt einladen, oder eure Hilfe in anderen Welten anbieten. Dafür benutzt ihr verschiedene Gegenstände, wie blutige Finger (warum immer Finger?!) oder bestimmte Ringe, die ihr auch relativ früh zu Beginn des Spiels bekommt. In Dungeons oder neuen Arealen findet ihr beispielsweise kleine Statuen, die ihr aktiviert. Von nun an könnt ihr an diesen andere Spieler:innen zur Hilfe beschwören oder selbst euer Zeichen an alle Statuen in der Nähe schicken, um anderen zu helfen. Außerdem könnt ihr eure goldene Rune auch überall in der Spielwelt platzieren, die dann von jedem anderen Spielenden benutzt werden kann.

Zusammen können so immer höchstens drei Spieler:innen spielen, um gemeinsam den jeweiligen Gebietsboss zu besiegen. Das kann mitunter wirklich hilfreich sein, jedoch erhalten alle Gegner und Bosse auch deutlich mehr Lebenspunkte je mehr Spielende anwesend sind. Wollt ihr nur mit einem Freund zusammenspielen, könnt ihr im Menü eure Rune mit einem Passwort versehen, sodass nur Leute die den selben Code einstellen eure Rune sehen. Motiviert um Hilfe anzubieten werdet ihr durch eine kleine Belohnung, die ihr durch das Besiegen des Gebietsboss in Form eines nützlichen Verbrauchsitems erhaltet, dass wir lediglich aus Spoilergründen nicht näher beschreiben wollen. Leider gilt jede Herbeirufung nur für das Areal in dem ihr sie gewirkt habt beziehungsweise den jeweiligen Boss besiegt. Habt ihr euer Ziel dort erledigt, kehrt die gerufene Person automatisch zurück in seine Welt. Ausgedehntere Koop-Sessions sind also leider etwas hakelig, da ihr dafür nach jedem gelegten Boss die Rune erneut platzieren beziehungsweise finden müsst.

Außerdem seht ihr im Online Modus immer mal wieder andere Spieler als weiße Geistergestalten durch die Gegend laufen oder unsichtbare Gegner bekämpfen. Diese Erscheinungen halten nicht lange an, geben aber ein kleines Gemeinschaftsgefühl und helfen, sich in der ziemlich feindlich gesinnten Welt, nicht ganz so alleine zu fühlen. Außerdem könnt ihr mit einem anderen Item (ebenfalls ein Finger) kleine weiße Runen auf dem Boden platzieren, die eine geschriebene Nachricht aus vorgegebenen Textbausteinen enthält. In der ganzen Spielwelt findet ihr auch praktisch alle paar Schritte Nachrichten der anderen Spieler:innen, die euch vor Überraschungsgegnern hinter einer Tür warnen oder euch den richtigen Weg zu einem versteckten Händler weisen. Die Community Elden Rings macht sich aber auch einen Spaß daraus, neue Spieler:innen in die Irre zu führen und raten ihnen an Klippen in den Tod zu springen oder behaupten eine einfache Wand enthielte einen Geheimgang (Spoiler: Tut sie meistens nicht). Dieses simple Nachrichtensystem hat uns so manchmal zum Lachen gebracht und auch oft vor versteckten oder schweren Gegnern gewarnt und ist ein wirklich cooles Feature, was wir bislangin dieser Art noch nicht so ausufernd erlebt haben.

Ebenfalls im Online Modus sichtbar werden rote Blutlachen, die euch per Klick den Tod eines anderen Spielenden zeigen. Nicht selten werdet ihr ein neues Gebiet betreten und abrupt angesichts zahlreicher Blutlachen ein mulmiges Gefühl bekommen. Bekommen wir dann aus dem Nichts von hinten eins übergebraten und verlieren dabei die Hälfte unseres Leben, erschließt sich uns auch die Anzahl der roten Pfützen.

 

Elden Ring – verdient auch technisch ein Bienchen!

Grafisch kann sich Elden Ring wirklich sehen lassen. Scharfe Texturen und schöne Magie- und Lichteffekte machen das Herumstromern durch die Zwischenlande zu einem Augenschmaus. Der Nachteil ist natürlich, dass auch die widerlichsten Gegner mit ihren vielen Händen durchaus realistisch aussehen, denn mit zusammengekniffenen Augen kämpft es sich gleich viel schwieriger. Mehr als einmal blieben wir mit unserem treuen Spektralross an windumtobten Klippen stehen und schauten gen Horizont, wo der prächtige Eldenbaum seine goldenen Zweige in den Himmel reckt. Auch nach etlichen Spielstunden hat man sich noch nicht satt gesehen und will den letzten Winkel dieser schönen, aber mitunter auch gruseligen Welt erkunden.

Untermalt wird dieses Erlebnis mit einem sehr passenden Soundtrack, der einem das Gefühl des einsam wandernden Befleckten vermittelt. Je nach Dungeon und Region läuft eine andere Hintergrundmusik. Spielt im Anfangsgebiet von Limgrave noch etwas seichtere, aber schon warnende Musik, so tönt im seuchengeplagten Caelid durchgehend der Typ eines klassischen Horrorfilms. Im Grunde unterstreicht die Musik von Elden Ring die verschiedenen Gebiete der Zwischenlande hervorragend und trägt zur jeweiligen Atmosphäre bei. Jedoch ist sie auf Dauer etwas bedrückend, was aber einfach an den melancholischen und von Horror geplagten Zwischenlanden selbst liegt.

Trefft ihr auf einen NPC so könnt ihr euch meist etwas von ihm erzählen lassen. Jedes Gespräch was ihr führen könnt ist vertont, jedoch ausschließlich auf Englisch. Immerhin gibt es deutsche Untertitel, die decken sich jedoch nicht immer Wort für Wort mit dem, was da gerade erzählt wird. Sämtliche Texte und Menüs sind jedoch in fehlerfreiem Deutsch verfügbar, sodass man das Spiel auch gut ohne Englischkenntnisse spielen kann. Die englische Synchronisation ist aber wirklich gut gelungen und glänzt an manchen Stellen mit für die Charaktere passenden hochtrabendem Altenglisch.

Angebot
ELDEN RING - Launch Edition [PlayStation 5]
  • ELDEN RING Spiel (physischer Datenträger für PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X und Xbox One, Code in a Box für PC)
  • Poster
  • Art Cards, Sticker und Aufnäher
  • Reisen Sie durch das Zwischenland – eine neue Fantasywelt aus der Feder von Hidetaka Miyazaki, dem Schöpfer der einflussreichen DARK SOULS-Videospielreihe, und George R. R. Martin, dem Autor der Fantasy-Bestsellerreihe „A Song of Ice and Fire“ (Das Lied von Eis und Feuer)
  • ELDEN RING lockt mit gigantischen Fantasy-Landschaften und düsteren, komplexen Dungeons, die nahtlos ineinander übergehen

*Werbung: Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

 

  • Elden Ring
    Fazit zu Elden Ring (Soulsbourne-Neuling)

    Ich muss sagen, dass ich sehr zwiegespalten war, was mich hier erwarten würde. Wenn ich an Soulsbourne-Spiele dachte, hatte ich direkt ein Bild von gefrusteten Spieler:innen und tausend kläglich gescheiterten Kämpfen in einem Strudel nie enden wollender Qualen im Kopf. Nun, ganz so weit davon entfernt ist Elden Ring zwar wirklich nicht, denn natürlich erwarten euch auch hier bockschwere Gegner, vor allem auch zuweilen an Stellen, an denen man sie nicht unbedingt erwartet. Und auch ist Elden Ring irgendwo das, was man sich unter einer klassischen Soulsbourne-Erfahrung vorstellt…und irgendwie auch nicht.

    Das doppelte M hat hier eine Welt und eine Spielerfahrung geschaffen, die meiner Meinung nach nicht nur die Erwartungen einhält, sondern sie sogar übertrifft. Ich bin froh, aus meinem bisherigen Soulsbourne-Muffeltum gekrochen gekommen zu sein und Elden Ring eine Chance gegeben zu haben. Zwar ist es für Neulinge des Genres definitiv nicht gerade einfach sich in das System zu fuchsen, doch wer sich für Elden Ring entscheidet, weiß auch, dass eine Herausforderung wartet.

    Wer sich die Zeit jedoch nimmt, wird schnell feststellen, dass es die Mühe wert ist und Geduld belohnt wird. Die vielfältigen Möglichkeiten, das Spiel dem eigenen Spielstil anzupassen, machen es möglich, dass wirklich jede Person, die das Spiel beherrschen möchte, ihren Weg finden wird das auch zu tun. Rundum eine wirklich unglaubliche Spielerfahrung, die die Messlatte für das Game of the Year 2022 bereits enorm hoch ansetzt.

    Alexander Schürlein, Teamleitung
  • Elden Ring
    Fazit zu Elden Ring (Soulsbourne-Veteran)

    Mit Elden Ring beweisen die Entwickler:innen von From Software, dass sie nach über einem Jahrzehnt die unangefochtenen Meister ihres selbst kreierten Sub-Genres sind. Sie haben es geschafft, ihre grundlegende Formel weiterzuentwickeln, ohne dabei die ursprünglichen Anreize zu verwässern. Sie haben ihr Kampfsystem nicht nur verfeinert, sondern gleichzeitig in einer Art und Weise vertieft, die zahllose effektive und verdammt epische Spielstile ermöglicht – und somit einer breiteren Masse den Zugang zu ihrem wahrscheinlich ersten From Software-Titel verschafft, ganz ohne “Easy Mode”. Gleichzeitig haben Miyazaki und Martin es vollbracht, eine atemberaubende Open-Word zu schaffen, die jede erdenkliche Konkurrenz in Sachen Größe, Atmosphäre und Detailverliebtheit in den Schatten stellt.

    Für mich ist Elden Ring ein herausragendes Videospiel, das in jeglicher Form seinesgleichen sucht. Selbst als glühender Soulsborne-Fan habe ich nicht damit gerechnet, dass sich From Software in diesem Ausmaß selbst übertrifft, aber sie HABEN es geschafft. Elden Ring ist schlichtweg phänomenal.

    Maximillian Apel, Redakteur

Positiv:

Für das Genre einsteigerfreundlich und ein guter Titel, um sich damit vertraut zu machen
Großartige Open World mit vielen Geheimnissen, die den Entdeckergeist schürt
Riesige Bandbreite an verschiedenen Waffen und Zaubern, sodass für jeden Spieltypen etwas dabei sein sollte
Überragendes Artdesign bis ins kleinste Details
Epischer Soundtrack insbesondere bei den "Haupt-Bosskämpfen"
Deutlicher Zuwachs an Rücksetzpunkten mit fairen Laufwegen
Faszinierende und vielschichtige Lore
Hoher Wiederspielwert dank zahlloser Build-Optionen und Kampfstile

Negativ:

Ohne Notizbuch verliert man recht schnell den Überblick über sämtliche Orte, Geschehnisse und Quests
Multiplayer-System oftmals etwas hakelig, vor allem, wenn man mit Freunden spielen möchte
Ein wirklich ausufernder Charaktereditor - aber wofür, wenn man doch fast ausschließlich Helme trägt?
Insgesamt recht altbackene technische Grundlage, die in einigen Animationen ihr Alter erkennen lässt

Elden Ring erhält den NAT-Games Award

Ab in die Sammlung?

Soulsbourne-Veteranen müssen hier nicht lange überlegen und holen sich mit Elden Ring vermutlich ihr Highlight 2022 ins Haus. Neulinge sollten sich eingehend mit dem Genre auseinandersetzen, um für da häufige Versagen gewappnet zu sein, dann ist Elden Ring der perfekte Einstieg ins Soulsbourne-Getümmel.

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Geschrieben von Alexander Schürlein
kämpft als Krieger des Lichts für Eorzea.

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