Dying Light 2 Stay Human

Die spektakuläre Zombie-Hatz im Test

Dying Light 2 Stay Human im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Angebot
Dying Light 2 Stay Human (Playstation 5) [AT-PEGI]
  • Die Auswirkungen Deiner Entscheidungen haben große Auswirkungen auf ganze Regionen der Stadt
  • Auf Deinem Weg zu einer Person mit großer Macht, stehen Dir alle Wege offen
  • Hoste Deine eigenen Spiele oder trete anderen Spielern bei und finde heraus, wie sich Deine Entscheidungen auf ihre Welt ausgewirkt haben
  • Spiele die gesamte Kampagne mit bis zu vier Spielern im Koop

*Werbung: Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Releasedatum: 04. Februar 2022

Genre: Action-RPG

USK: Freigegeben ab 18 Jahren

Publisher: Techland

Plattformen: PC, Playstation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox Series S/X

Vor beinahe 4 Jahren wurde das Zombie-Spiel “Dying Light 2 Stay Human” auf der E3-Konferenz von Microsoft angekündigt. Seitdem ist aber eine Menge passiert, sowohl in der Welt, als auch in der Entwicklung des Spiels. Deutlich später als geplant erscheint die Zombie-Hatz nun aber und es stellt sich die Frage: Tat die zusätzliche Zeit dem Spiel gut oder machen sich anderweitige Probleme im Entwicklungsprozess bemerkbar? Ich habe mir das Spiel mal zur Brust genommen und verrate euch, warum mich ein paar Dinge an diesem Werk besonders stören.

Apokalypse

Die Welt steht am Abgrund. Viele Jahre sind nach Teil 1 ins Land gezogen und das Virus bestimmt das Geschehen auf der Erde. Im Gegensatz zu Corona hat es die Welt in Dying Light 2 aber nochmals deutlich schlimmer erwischt. Überall wandeln Zombies umher und es gibt nur noch wenige sichere Orte, in denen sich die letzten Überlebenden verschanzen. Dazwischen gibt es nur noch die Pilger. Einzelgänger, die in der Gesellschaft eher geächtet werden. Sie schließen sich keiner Gruppierung an und leben allein mitten in der allgegenwärtigen Gefahr. Einer von Ihnen ist Aiden. Auch er ist ein sogenannter Pilger und hält sich mit dem, was er in den Ruinen der früheren Welt findet, am Leben. Doch ein Umstand plagt ihn besonders: Seine verschollene Schwester Mia. Er erhält einen Hinweis, dass diese in der Stadt Villedor sein könnte, oder zumindest scheint es dort Leute zu geben, die von ihr wissen könnten. Villedor, oder einfach „Die Stadt“, ist eine der letzten großen Bastionen der Menschheit. Aber auch hier wüten Zombies und es gibt nur wenige sichere Unterschlüpfe. Doch Aiden ist schließlich rund um die Uhr von Zombies umgeben, da macht eine Städtetour auch keinen Unterschied mehr.

Dying Light 2

Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es hier schon nicht mehr.

 

Zwischen den Fronten

Doch die Reise gestaltet sich gefährlicher als gedacht. Aiden wird auf dem Weg von einem Untoten infiziert. Zusammen mit einem Fremden, dessen Beweggründe zur Hilfe aber nobel scheinen, gelingt jedoch die Flucht vor den Zombie-Horden. Fortan kämpft Aiden nicht nur gegen Zombies auf dem Weg zu seinem Ziel, sondern auch gegen seinen Körper. Nur UV-Strahlung scheint ein sicheres Heilmittel gegen die Infektion zu sein. Bei Tageslicht ist die Sonne natürlich UV-Quelle Nummer 1, aber bei Nacht gestaltet sich das schon etwas schwieriger. Zu allem Überfluss gerät Aiden schnell in einen Stadt-internen Konflikt. Die Peacekeeper, welches sich als das neue Militär sieht, schottet sich mit aller Gewalt gegen die Untoten ab. Dafür sind auch mal unkonventionelle Maßnahmen kein Hindernis. Auf der anderen Seite gibt es die „Überlebenden“, die in deutlich ärmeren Verhältnissen leben und das militante Auftreten der Peacekeeper verachten, in Teilen auch bekämpfen wollen. Dafür greifen aber auch hier einige Menschen zu unmoralischen Maßnahmen. Zudem zerstören Betrug und Kriminalität viel Vertrauen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern des Basars, den sie sich als Unterschlupf errichtet haben. Und Aiden natürlich mittendrin.

Dying Light 2

In Dying Light 2 gibt es die “Überlebenden” und die militanten Peacekeeper.

 

Zombie meets RPG

Man merkt schnell, die Welt von Dying Light 2 ist spannend, aber auch ebenso angespannt. Neben dem eigenen Ziel von Aiden, passieren auch links und rechts neben ihm viele Dinge, die er (zum Teil) außer Acht lassen oder sich sogar zum Vorteil machen kann. Die Geschichte ist enorm treibend und spannend. Dabei nimmt sich das Spiel nicht nur Zeit die Story auszuschmücken und mit Intrigen, Wendungen und Machtkämpfen zu füllen. Auch Aiden selbst wird von Spielstunde zu Spielstunde immer nahbarer für uns Spielerinnen und Spieler. Denn als der Zusammenbruch vor Jahren erfolgte, war er Teil eines Experiments, ebenso wie seine verschollene Schwester. In Flashbacks wird seine Vergangenheit aufgearbeitet und wir erhalten einen Einblick in seine Gefühlswelt. Aber auch die Gräueltaten der Wissenschaftler nagen auch heute noch an seiner Psyche. Somit ist es nicht nur die Suche nach Mia, die ihn beschäftigt, denn auch die gemeinsame Vergangenheit will er aufarbeiten. Das alles ist wunderbar verpackt und motiviert durchgehend. Das liegt auch an den Dialogen. Diese sind nicht nur toll geschrieben, sie liefern auch viele spannende Infos zu den Menschen in dieser Welt, sodass diese nicht nur unpersönliche NPS’s bleiben. Dadurch fühlt sich die Welt und die Charaktere, die diese füllen, auch wirklich glaubwürdig an. Ich werde nicht nur mit persönlichen Schicksalen konfrontiert, ich bekomme  auch Einblick in die Verhaltensweise der verschiedenen Figuren. Hier wird wahrlich mehr geboten, als das so oft angewendete Schwarz-Weiß-Schema.

Dying Light 2

Die vielen Entscheidungen haben kleine bis sehr große Auswirkungen.

 

Wem gehört die Welt

Entscheidungen spielen in Dying Light 2 eine wichtige Rolle. Denn Aiden kann den inneren Konflikten der Stadt nicht entgehen und muss dabei immer wieder die Wahl zwischen A oder B treffen. Ein „Gut“ oder „Schlecht“ gibt es oftmals aber nicht. In einer Nebenquest müsste ich mich beispielsweise zwischen 2 Personen wählen, die im Konflikt miteinander standen. Beide haben moralisch fragwürdige Dinge getan und ich muss mich nun positionieren und entscheiden, wen die Hauptschuld an einer kleinen Stadt-Intrige trifft. Jede Entscheidung hat für mich Vor -und Nachteile. Auch größere Umstände stellen mich immer wieder auf schwierige Wahlen. Es herrscht beispielsweise Wasserknappheit und ich mache mich auf, um den Wasserturm zu reaktivieren. Doch das Wasser kann ich entweder zu den Überlebenden leiten oder zu den Peacekeepern.

Dies ist eine mehrerer großer Entscheidungen, die im Gesamtkontext bestimmen, wer die Stadt regiert. Villedor teilt sich nämlich in mehrere Territorien. Arbeite ich mit den Peacekeepern zusammen, gehören denen mit der Zeit mehr und mehr Distrikte. Dafür habe ich einen schlechten Stand bei den Überlebenden, aber im Gegenzug errichten die Peacekeeper Zombiefallen und andere Einrichtungen, die mir im Kampf helfen. Andersherum würden die Überlebenden mir helfen die Stadt mit Parkour-Elementen zu erweitern, was mir wiederum beim Klettern und Movement enorm weiterhilft. Ich kann aber auch dafür sorgen, dass das territoriale Gleichgewicht in etwa gleich ist. Hier bietet Techland wirklich Freiheiten, meinen eigenen Spielstil zu übertragen. Außerdem schalten sich, je nach Pfad den ich einschlage, manche Quests auch erst dadurch oder eben auch gar nicht frei. Ein zweiter Spieldurchgang kann somit also nochmal zu einem ganz neuen Spielerlebnis führen.

Dying Light 2

Welcher Fraktion gewährt ihr die Kontrolle über die Stadt?

 

Ein großer Kletterpark

Wer den Erstling bereits gespielt hat, wird auch in Dying Light 2 schnell zurecht kommen. Uns wird eine offene Stadt angeboten, durch die wir rennen, springen, klettern und schleichen können. In Mirror’s Edge-Manier kann Aiden über Dächer springen, an Dachkanten empor klettern und über umherstehende Objekte hechten. Dadurch entsteht ein sehr flüssiges und flottes Bewegungsmuster, ohne dabei Handhabung einbüßen zu müssen. Es macht auch mehreren Stunden enorm viel Spaß seinen Charakter durch die Welt zu steuern. Natürlich ist Aiden aber auch kein Übermensch. Ein Fall aus zu großer Tiefe kann zu Schaden oder gar zum Tod führen. Auch die Ausdauer ist nicht unendlich hoch, nach einigen Sekunden Pause ist die Leiste aber glücklicherweise wieder aufgefüllt.

Damit bleibt das Spiel in einem guten Flow und reißt mich nicht so lange aus dem Geschehen. Lediglich die Gesundheit regeneriert sich nicht automatisch. Die ist aber weniger beim Parkour entscheidend, sondern in den Kämpfen. In Villedor wimmelt es nämlich nur so von Untoten. Die sind in der Regel zwar keine große Herausforderung, in der Masse wird die Zombie-Keilerei aber deutlich dramatischer. Hier muss ich von allen Seiten auf sich nähernde Feinde achten, aber ebenso auf meine Gesundheit und Ausdauer. Wenn ich meine Waffen umherschwinge, leert sich nämlich Letztere und man muss erst einmal ein paar Sekunden verschnaufen, bevor man den schlurfenden Toten erneut eins überbraten kann. Eine Level -als auch Gesundheitsanzeige über den Gegnern verraten uns aber, wie stark unser Gegenüber ist und wie viel Schaden wir ihm zufügen konnten.

 

Dying Light 2

Nicht immer kann man so angenehm per Leiter klettern.

 

So funktioniert Dying Light 2

Mittels Schultertaste kann ich eine meiner Nahkampfwaffen einsetzen und den Gegnern Schaden zufügen. Angriffen kann ich entweder ausweichen oder ich kann sie blocken. Naja, zumindest meistens. Es gibt auch Kraftangriffe, die besonders viel Wucht haben und sich nur mittels Ausweichmanöver aufhalten lassen. Eine solche Aktion, als auch der Block, profitieren aber vom richtigen Timing. Im perfekten Moment bringen sie unsere Feinde ins Taumeln. Diese taktische Variante fällt aber insbesondere erst bei menschlichen Gegner ins Gewicht. Denn während die Untoten mehr oder weniger elegant auf mich zu stolpern, gehen die lebenden Menschen die Kämpfe etwas taktischer an. Insbesondere dann machten mir die Auseinandersetzungen auch besonders Spaß, denn gegen die Zombies fühlte es sich zuweilen eher wie ein „Durchboxen“ an. Aber auch das Volk der Verwesten hat einige Asse im Ärmel.

Es gibt nämlich ein paar besondere Typen, die durch eine spezielle Fähigkeiten herausstechen. Die spielen am Tag jedoch eher eine untergeordnete Rolle. Erst bei Nacht wird die Zombie-Hatz so richtig wild. Die Zombies hier nicht nur grundsätzlich schneller, wir treffen dann auch auf die erwähnten besonderen Zombies. Der Heuler etwa macht, wie der Name vermuten lässt, so richtig Lärm und lenkt alle Aufmerksamkeit auf uns. Es dauert nicht lange, bis die muntere Meute dann zum Angriff bläst. Wieder andere Zombies sind besonders schnell, kraxeln an Wänden lang und führen Sprungattacken aus. Eine weitere Kreatur kann zudem Fernkampfangriffe ausführen, indem es irgendeine gelbe, aggressive Säure auf uns schleudert. Und so haben Tag und Nacht so ihre ganz eigenen Gefahren, die das Spielerlebnis sehr erfrischen. Nachts kommt dazu, dass die eingangs erwähnte UV-Strahlung fehlt, die Aiden davor bewahrt, dass der Virus in ihm durchbricht. Somit muss man immer wieder nach UV-Lampen Ausschau halten oder die schönen, leuchtenden UV-Pilze futtern.

Dying Light 2

Im Dunkeln kann man sich besonders gut an die Untoten heran schleichen.

 

Bloß keinen Mucks machen

Nachts also alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, macht nicht immer Sinn. Drum gibt es auch die Möglichkeit lautlos zu agieren. Wenn man sich geduckt voran pirscht, erzeugt man weniger Lärm und die Untoten werden somit auch weniger leicht auf einen aufmerksam. Mittels des rechten Sticks kann ich außerdem den Überlebenssinn aktivieren. Mit dessen Hilfe orte ich Gegenstände, aber auch Feinde in der Nähe. So kann ich mich auch in Dunkelheit voran bewegen, ohne erwischt zu werden. Dunkle Orte findet man aber auch am Tag. In so manchen Häusern oder Höhlen findet man nämlich dann schlafende Zombies. Naja, sagen wir eher Halbschlaf. Denn allzu tiefe Träume haben die nicht und reagieren auch empfindlich auf Geräusche. Schleichen und Überlebenssinn sind wieder die Lösung.

Unter Tischen oder hinter Regalen finden sich zudem Verstecke, in denen wir „relativ“ sicher vor den Streunern sind, sofern wir uns ruhig verhalten. Ich kann mich aber auch von hinten an einen Gegner schleichen und ihn mit einem Stealth-Kill niederstrecken. Das ist ein hervorragender Kontrast zum sonst so schnelllebigen Gameplay, wo wir uns mit flotten Bewegungsabläufen durch die Welt manövrieren. Daumen hoch! In den Hauptmissionen spielen sich diese Abschnitte noch relativ linear, bei der freien Erkundung stehen uns aber wirklich alle Möglichkeiten offen. Ich kann mich um Zombies herum schleichen, ich kann sie bekämpfen, ich kann aber auch völlig andere Wege gehen. Dying Light 2 steckt voller Optionen, sowohl in der Geschichte, als auch im Gameplay.

Dying Light 2

Dying Light 2 hat einige durchaus schön geschriebene Nebenquests.

 

Eine Open World mit 500 Spielstunden (Spaß)?

Die offene Welt ist im Grund nach dem Checklisten-Prinzip aufgebaut. Aussichtstürme zum Erobern, die hier nur eben Windräder heißen: Check. Banditen-Lager infiltrieren: Check. Überlebende befreien: Check. Siedlungen erobern: Check. Neben-Quests abschließen: Check. Selten Gegenstände finden: Check. Ja, es klingt nicht innovativ. Ist es im Übrigen auch nicht. Die Aktivitäten in Dying Light 2 gleichen nahezu allen Ubisoft Spielen und auch anderen Open World Games. Aber dennoch fühle ich mich in dieser Welt wohl und hier gerne meine Zeit. Die Aktivitäten sind sehr 08/15, aber sie machen Spaß, meistens zumindest. Techland versprach uns ja 500 Spielstunden, um wirklich alle Aktivitäten abzuschließen. Ja, das kann man tatsächlich machen, aber 500 Stunden lang spielen bedeutet nicht 500 Stunden Spaß haben.

Spätestens wenn ich 6, 7 Windräder erklommen habe, reizt mich dieser Strang auch nicht mehr. Spätestens, wenn das zehnte Mal jemand aus der Ferne nach Hilfe schreit, weil er gefesselt von drei Banditen umstellt ist und mir nach der Rettungsaktion entweder nichts und nur mäßig brauchbaren Loot in die Hand drückt, schenke ich dem Ganzen auch wenig Beachtung. Qualität > Quantität, liebe Entwicklerinnen und Entwickler. Warum nicht mal kreativ auslassen? Statt der x-ten Rettungsaktion würde ich mich mal freuen, wenn mich das Spiel überrascht. Eine Story, die sich hinter dem gefesselten Menschen verbirgt, der ich nachgehen kann? Oder wie wärs mit einer Finte, einer verschleierten Festnahme eines Siedlers, die sich aber als Falle entpuppt, um mich aus dem Hinterhalt zu attackieren? Das geht besser. Gelungener sind aber dafür die Nebenquests.

Dying Light 2

Manche Türen und Truhe lassen sich nur mit Handwerksgeschick öffnen.

 

Authentische Spielwelt?

Relativ zu Beginn des Spiels will Carlos, ein Erfinder, seinen Mentor beeindrucken. Er ist der Überzeugung, ein Zaun, den man elektrisieren könnte um das Vieh zu schützen, sei eine brilliante Idee. Ich helfe dem verrückten Kauz, aber natürlich geht das Experiment schief. Die zu schützende Ziege wird bei dem Experiment versehentlich elektrisch gegrillt. Sein noch verrückterer Mentor ist dennoch begeistert, da er darin einen Durchbruch für die Verteidigungstechnik sieht. Solch kleine, lustige Geschichten erwarten euch genauso, wie Intrigen, Streit und Machtkämpfe innerhalb der Stadt. Es macht also, obwohl die Hauptquests so spannend sind, durchaus Spaß mal in die Nebenquests zu schauen. Denn die sind durchaus abwechslungsreich und schön geschrieben. Sie lassen mich außerdem die Welt noch näher spüren und die Probleme mit denen die Menschen konfrontiert werden, wirklich erleben.

Leider geht Dying Light 2 aber nicht weit genug. So wird etwa die Wasserknappheit oftmals thematisiert. Die Menschen sind deswegen angespannt und es kommt zu Streit. Auch Nahrung ist knapp. Auch das verleitet Charaktere beispielsweise dazu, gestrecktes Mehl zu verkaufen. Ich erlebe diese Problematik zwar innerhalb dieser Quests, aber nicht anhand des Gameplays. Aiden benötigt nie Wasser und nie Nahrung. Die Welt suggeriert mir ständig einen Kampf ums Überleben und konfrontiert mich stets damit, aber verpasst es mich dies auch spielerisch spüren zu lassen. Wo, wenn nicht hier, hätte etwas Survival wirklich gut getan. Ich weiß, nicht alle mögen das, aber zumindest eine optionale Aktivierung solcher Parameter hätte mich gefreut.

Dying Light 2

Früher fanden einige Experimente mit Menschen statt.

 

Loot & Crafting

Wenn ich gerade keinen Verschwörungen auf der Spur bin, mich durch Gegner-Horden kämpfe oder von Dach zu Dach springe, bin ich insbesondere mit meinem Equipment beschäftigt. Denn an jeder Ecke gibt es Loot. Die Untoten haben allerdings meist uninteressante Dinge dabei. Ebenso mau sieht es in vielen bereits vollständig geplünderten Häusern oder Autos aus. Allerdings gibt es sogenannte Beutequellen, in denen man viel spannendere Dinge findet. Dies können verlassene Geschäfte sein, die den Untoten tagsüber als Schlafplatz dienen. Aber auch diverse Höhlen bergen so manchen kleinen Schatz. Dies können Waffen sein, mit denen ich Aiden ausstatten kann. Aber auch verschiedene Ausrüstungsgegenstände finde ich dort. Zudem gibt es überall auch Herstellungsteile, mit denen ich wiederum andere Gegenstände herstellen kann. Mit der entsprechenden Blaupause lassen sich somit Arznei, Wurfmesser oder Dietriche craften, mit denen ich beispielsweise verschlossene Truhen oder Türen öffnen kann.

Ein Maximalgewicht gibt es hier glücklicherweise nicht, sodass ich mein Inventar nicht groß rum jonglieren muss. Bei Händlern lassen sich so manche interessanten Objekte auch gegen ein paar Taler erwerben. Handwerksmeister dagegen können vorhandene Waffen modifizieren. Modifikationen findet man ebenfalls in der Spielwelt und sind ein mächtiges Tool, um Waffen noch stärker zu machen. Ein Klempnerhammer ist ja nett, aber ein Klempnerhammer mit einer Feuermodifikation, der Gegner Feuerschaden zufügt, ist noch viel netter. Leider ist die Haltbarkeit beschränkt und man hat auch keine Möglichkeit die Waffen zu reparieren. So ist man gezwungen immer wieder die Augen nach Loot offen zu halten. Klar, so findet man auch eher bessere Waffen, aber ich hätte mir gewünscht, dass man durch eine Reparaturmöglichkeit doch mehr Fokus auf bereits gefundene Waffen lenken kann.

Dying Light 2

Mit den entsprechenden Fähigkeiten überlebt ihr auch einen solchen Sturz problemlos.

 

Abwechslung dank cleverer Auflevel-Mechanik

Okay die Story hält richtig bei der Stange, die Welt in großen Teilen auch. Aber trifft das auch auf das Gameplay zu? Dieses ist dank Parkour und Kampf natürlich abwechslungsreich, aber nachdem man dies gemeistert hat braucht es auch hier Würze. Glücklicherweise hat Dying Light 2 auch dafür ein Rezept. Ihr schaltet durch Missionen, als auch die freie Erkundung, Erfahrungspunkte. Diese teilen sich aber in EP für Kampfpunkte und einmal für Parkour-Punkte. Habt ihr davon genug gesammelt, erhaltet ihr im jeweiligen Skill-Tree einen Punkt, den ihr nutzen könnt und auch solltet. Kampfpunkte erweitern nämlich eure Angriffsfähigkeiten und bringen noch mehr Abwechslung rein. Ein Sprung-Kick, ein Kraft-Angriff, eine Wirbel-Attacke, die Fähigkeit Projektile abzuwehren oder sogar Mehrfachschüsse für den Bogen, den man später erhalten kann. Das Entwicklerstudio hat hier nicht einfach nur „Angriff wird 1 Punkt stärker“ draus gemacht. Die Skills erweitern stetig das Gameplay sinnvoll, sodass auch auf Dauer keine Langeweile aufkommt. Aber auch die Parkour-Punkte bringen Schwung ins Spiel.

Wallruns, Rutschen, schnelles Klettern und sichere Landungen aus enormer Höhe runden unser Städtetrips ab und laden auch immer wieder zum Ausprobieren der neuen Fähigkeiten ein. Gesundheit und Ausdauer lassen sich mittels sogenannter Hemmstoffe erweitern. Diese finden sich gut versteckt überall in Ding Light 2, sind aber enorm wertvoll. Insbesondere die Ausdauer ist nicht zu unterschätzen, da manche Kletter-Passagen einen langen Atem erfordern. Je höher deren Stufen, desto mehr Immunität sammelt Aiden und umso länger kann sich unser Hauptcharakter auch in der Dunkelheit aufhalten, ohne dass seine Infizierung uns einen Strich durch die Rechnung macht. Und auch hier macht sich wieder der aufgeblähte Spielumfang bemerkbar. Ganze 126 Hemmstoffe sind in der Welt verteilt. Wollt ihr alle haben, seid ihr lange beschäftigt. Ignorieren kann man das schier unendliche Sammeln aber dennoch.

Dying Light 2

Mit der Zeit schaltet ihr neue Fähigkeiten und Skills frei.

 

Einmal bitte auf die Hebebühne zum Technik-Check

Auf der Series X präsentiert sich Dying Light 2 in grafisch verschiedenen Modi. Während es ja geläufig ist, zwischen hoher Auflösung oder besserer Bildrate zu wählen, kommt das Spiel aber noch mit einem dritten Modus daher. Das Zombie Game hat auch einen Modus, in dem der Detailgrad besonders hoch ist und auch von Raytracing profitiert. Zu Testzwecken habe ich natürlich viel zwischen den drei Modi hin und her geschaltet, aber das Ergebnis ließ mich unzufrieden zurück. Bei maximaler Auflösung ist das Bild natürlich knackig scharf, wirkte aber dennoch weicher als andere Spiele bei 4K-Auflösung. Dafür ist das Bild schon arg ruckelig und passt rein gar nicht zu dem meist schnellen Spielgeschehen. Hier hätte eine vernünftige Motion Blur Technik sicherlich geholfen. Gleiches gilt für den Modus mit hohem Detailgrad. Die Vegetation ist noch üppiger und Texturen etwas ausgeschmückter. Der Unterschied ist schon deutlich sichtbar. Nachteil: Neben der ebenfalls niedrigen Bildrate wirkt das Bild deutlich weicher. Wahrscheinlich hat das Studio auf eine dynamische Auflösung zurück gegriffen. Der Performance-Modus bringt dann aber die ersehnte hohe Bildrate. Und die ist wirklich bitter nötig. Dying Light 2 spielt sich so viel angenehmer mit 60 FPS. Aber rundum glücklich bin ich auch hier nicht. Zwar ist das Bild flüssig, dafür ist das Bild enorm weichgezeichnet, was auf eine enorm gedrosselte Auflösung vermuten lässt. Das ist aber trotzdem nicht überraschend, immerhin veröffentlichte Techland bereits die PC-Anforderungen, die enorm hoch ausgefallen sind. Ich hoffe, dass hier im Nachgang noch einiges an Optimierung durchgeführt wird, denn so ist der technische Stand ein Problem, ABER….

Dying Light 2

In der Regel ist Dying Light 2 wirklich schön anzusehen.

 

… Es sieht so gut aus!

Es hat einen offensichtlichen Grund, warum Dying Light 2 auch so anspruchsvoll daher kommt. Das Spiel ist nämlich richtig hübsch! Zudem muss man sich, zumindest auf Next Gen und PC, (fast) gar nicht mehr mit auseinandersetzen. Die Stadt ist enorm detailliert und gefüllt mit zahlreichen Charakteren und Zombies, sodass man vermuten kann, weshalb die Systemanforderungen so hoch sind. Zwar findet man hier und da auch mal Texturen, die ein bisschen hinter der Zeit gefallen wirken, aber das ist nichts, was man nicht nachbessern könnte. Im Großen und Ganzen macht es einen tollen optischen Eindruck und die Welt lebt von seinem Detailgrad. Einzig die Bäume wirken farblich ziemlich übersättigt. Aber gut, das ist Jammern auf hohen Niveau. Was die Charaktere selbst betrifft hat Dying Light 2 Licht und Schatten.

Die für die Story elementaren Figuren sehen schön ausgearbeitet aus und haben auch detaillierte Gesichter spendiert bekommen. Auf der anderen Seite begegnen mir aber immer wieder Klon-Banditen und Klon-Zombies, die scheinbar in einer großen Anzahl vom Fließband zu kommen scheinen. Etwas mehr Variation darf es dann doch gern sein. Die Animationen sind in Ordnung, neigen aber schon in großen Teilen dazu etwas hölzern zu wirken. Aber auch das ist Kritik, die das Spiel im Gesamten auch nicht wirklich schlechter dastehen lässt. Ein kleines Sonderlob gibt es für das Sound Design. Das ist enorm gut gelungen und insbesondere die Musik Untermalung trägt toll zur Stimmung bei und hat einen echten Wiedererkennungswert. Wichtige Info übrigens für uns in Deutschland: Wir bekommen leider keine Uncut-Version. Das bedeutet, dass ihr in der USK-Variante keine neutralen NPC’s angreifen könnt. Zudem lassen sich menschliche Gegner auch nicht enthaupten.

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  • Dying Light 2 Stay Human – Die spektakuläre Zombie-Hatz im Test
    Fazit zu Dying Light 2 Stay Human

    Es ist mir selten so schwer gefallen, den Award nicht zu vergeben. Denn im Grunde liefert Techland die Formel für einen blitzsauberen Hit. Dying Light 2 präsentiert eine spannende Story, die den Spannungsbogen stets weit oben hält. Zudem versteht es Techland auch den Figuren ein Gesicht zu verleihen und insbesondere Hauptcharakter Aiden wird durch die Flashbacks noch vielschichtiger. Die Entscheidungsgewalt, die zum Teil auch großen spielerischen Einfluss hat, kann auch mit anderen Schwergewichten im Genre mithalten. Dazu wissen zusätzlich die Nebenquests zu unterhalten und bieten spannende Geschichten, die es neben der tollen Hauptgeschichte zu erkunden gilt. Auch spielerisch weiß das Zombie Spiel zu überzeugen. Aiden lässt sich geschmeidig durch die Stadt navigieren und man hat stets volle Kontrolle, selbst wenn es mal temporeich zugeht. Die verschiedenen Spielmechaniken beim Tag -und Nachtwechsel, gepaart mit den Stealth-Passagen, machen dieses Spiel zu dem erhofften Hit. Warum gibt’s denn dann keinen Award? Die Aktivitäten in der offenen Welt sind abseits der Nebenquests oftmals zu generisch und lassen mich mit dem Gefühl zurück, dass man um alles in der Welt auch sagen konnte: „Hier könnt ihr 500 Spielstunden verbringen.“. Das braucht es eigentlich gar nicht. Viel lieber hätte ich mir optionale Survival-Features gewünscht, die so wunderbar in diese Welt gepasst hätten. Die Thematiken wie Wasser -und Nahrungsknappheit, mit denen uns die Story immer wieder konfrontiert, fehlen spielerisch einfach. Auf technischer Seite stört mich zudem der verwaschene Look, insbesondere im Performance-Modus. Immerhin kann ich mit damit trösten, dass DL2 einfach richtig hübsch geworden ist. Damit bekommen wir insgesamt ein „sehr gutes“ Gesamtpaket. Für unseren heiß begehrten Award fehlt noch das gewisse Quäntchen Feinschliff.

    Christian Koitka, Redakteur

Positiv:

Packende Geschichte
Interessante Charakterdarstellung
Eingängiges und flüssiges Parkour-Erlebnis
Vielseitiges Kampfsystem mit einem gelungenen Mix aus Action und Stealth
Enorm detaillierte Spielwelt
Hervorragendes Skill-System mit abwechslungsreichen Fähigkeiten
Zahlreiche Entscheidungen mit spürbarer Tragweite
Tolle Grafik und noch besserer Sound
Enorme spielerische Freiheiten

Negativ:

Zu viele Gegner-Klone
Aktivitäten in der Open World verlaufen zu oft nach Schema F
Performance Mode wirkt verwaschen, Quality -und Auflösungsmodus zu hakelig
Mehr Survival-Elemente wünschenswert, sowie reparierbare Waffen

Ab in die Sammlung?

Wer eine spannende Geschichte in einer Open World (die Luft nach oben hat) erleben will, muss zugreifen. Dank des abwechslungsreichen Gameplays macht Dying Light 2 auch nach hinten raus noch enorm viel Spaß, wenn man sich nicht an den generischen Open World Aktivitäten stört.

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christian
Geschrieben von Christian Koitka
The guy who loves videogames
2 Kommentare

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