Deliver us the Moon – Test zum einsamen Weltraumabenteuer

Deliver us the Moon im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Releasedatum: 10. Oktober 2019

Genre: Adventure

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher:  Wired Productions

Plattformen:  PC, Playstation 4, Xbox One

Wie unsere Erde in einigen Jahren aussehen wird, vermag wohl kaum einer zu sagen. Die Klimakrise ist in den heutigen Zeiten präsenter denn je und die Folgen bekommen wir bereits an vielen Orten der Erde zu spüren. Was das Ganze für die Zukunft bedeuten könnte und ein mögliches Szenario, welches daraus resultieren könnte, wird in Deliver us the Moon aufgegriffen. Das Weltraumadventure greift das Thema sehr gesellschaftskritisch auf und erzählt gleichzeitig eine mitreißende Story über Familie, Machtmissbrauch und menschliche Schwächen. Wir haben uns in den Weltraum gewagt und sind eine Reise zum Mond angetreten.

 

Der Mond soll die Erde retten

Wir schreiben das Jahr 2030 und sämtliche Ressourcen der Erde sind aufgebraucht. Das Wetter spielt verrückt und die Lebensverhältnisse sind überall auf der Welt nicht gerade angenehm. Die Weltmächte gründen die WSA, die World Space Agency, um im Weltraum nach Antworten zu suchen. Diese wird auf dem Mond gefunden in Form des neue entdeckten Elements Helium-3. Der Mond wird kolonialisiert, Helium-3 wird abgebaut und mittels eines revolutionären Transfersystems namens MPT (Microwave Power Transfer) zur Erde geschickt. Und so scheint, die Menschheit gerettet. Doch viele Jahre später gehen plötzlich überall die Lichter aus und der Kontakt zur Mondbasis bricht ab. Das Helium-3-Projekt scheint verloren, doch eine kleine Gruppe Forscher gibt nicht auf und arbeitet von einer Raketenbasis in der Wüste aus hart daran, die MPT wieder ans Laufen zu bekommen. Und so werdet ihr als Freiwilliger alleine auf den Mond geschickt, um herauszufinden, was geschehen ist und das Ganze wieder ins Lot zu bringen. Hier haben wir nur den Aufhänger des Spiels und selbst dieser ist schon interessant genug. Doch Deliver us the Moon hört dort nicht mit dem Storytelling auf. Sobald ihr die Raumstation auf dem Mond erreicht, deckt ihr nach und nach auf, was dort vorgefallen ist. Ihr werdet so in einen Thriller verwickelt, der mit spannenden Twists und emotionalen Momenten aufwartet und vor allem die Moral der Menschheit im Bezug auf die Klimakrise infrage stellt.

Deliver us the Moon

In schwerelosen Ego-Perspektive-Abschnitten kann man schon mal die Orientierung verlieren.

 

Rätselraten in der Schwerelosigkeit

Deliver us the Moon begleitet euch von der Raketenbasis auf der Erde bis hin zur Station auf dem Mond. Ihr erkundet eure Umgebungen, lest euch alle mögliche Notizen und Nachrichten durch und kommt so den Geschehnissen auf die Schliche. Immer wieder müsst ihr auch bestimmte Rätsel lösen, wie zum Beispiel den Strom einschalten, um bestimmte Türen öffnen zu können. An anderer Stelle müsst ihr euren Roboterkumpel wieder zusammenbauen, der euch hingegen später helfen kann. Ihr könnt ihn manuell steuern und so an Orte gelangen, die ihr selbst nicht erreichen könnt. Natürlich spielt auch die Schwerkraft eine große Rolle, wir sind schließlich im Weltraum. Und so bewegt ihr euch durch einige Abschnitte in der Schwerelosigkeit, besonders zu Beginn, wenn ihr die Raumstation das erste Mal betretet, ist dieses Erlebnis extrem aufregend. Ab und an wechselt das Spiel hier in die First Person, die dann jedoch nicht optimal ist. Hier haben wir das Gefühl, dass wir ein Kleinkind sind, weil wir nicht über die Armaturen schauen können. Nichtsdestotrotz sind diese schwerelosen First-Person-Abschnitte ein Highlight des Spiels. Die eben erwähnten Rätsel sind alle clever und erfordern ein wenig Hirnschmalz, jedoch nicht allzu viel. Sie halten sich also die Waage und sind eine gute Knobelei für zwischendurch. Auch die ganzen Fundstücke sind interessant, wenn ihr euch für die Story interessiert. Sie sind jedoch optional, ihr könnt also einige Aspekte der Geschichte verpassen, wenn ihr nicht alles untersucht. Etwas nervig ist, dass man die Audio- und Videoaufnahmen nicht vorspulen kann. So müsst ihr sie euch immer wieder ganz anhören, wenn ihr einen Aspekt noch mal erfahren wollt oder ihr an einer Stelle gestorben seid. Das ist bei den Videoaufzeichnungen besonders nervig, da ihr nicht weiterspielen könnt, bis diese Aufnahme zu Ende abgespielt wurde. Also lieber ignorieren, wenn ihr sie schon angeschaut habt.

Deliver us the Moon

Mittels solcher Videoaufnahmen deckt ihr nach und nach die Geschehnisse auf der Mondstation auf.

 

Ihr seid allein

Was Deliver us the Moon am besten schafft, ist euch ein Gefühl der Einsamkeit zu vermitteln. Ihr seid komplett allein auf dem Mond, da helfen auch die Audioaufnahmen der ehemaligen Koloniebewohner nicht. Wenn ihr über die Mondoberfläche spaziert, so ganz ohne irgendwelche Geräusche, dann läuft einem schon ein Schauer über den Rücken. Das Spiel schafft es aber, trotz dieser einsamen Atmosphäre zu keinem Zeitpunkt langweilig zu werden. Stattdessen bestaunt man die Umgebung, sei es der Weltraum oder die verfallenen Ruinen der Mondkolonie. Ab und zu bleibt euch dazu jedoch keine Zeit, denn wenn ihr in Bereichen ohne Sauerstoff unterwegs seid, habt ihr selbstverständlich ein Zeitlimit. Ihr könnt zwar Sauerstoff finden, doch auch das ist limitiert. So stressig, wie das klingt, ist es jedoch nur bedingt, ihr habt im Normalfall genug Zeit, eure Aufgaben zu erledigen. Diese Abschnitte sind selten und im Normalfall ist Deliver us the Moon ein sehr ruhiges Adventure, welches eher Wert auf die einsame Atmosphäre legt als auf aufregende Action.

 

Positiv:

Gelungene Einsamkeitsatmosphäre
Clevere, doch nicht zu schwere Rätsel
Spannende Thrillerstory
Gelungene Gesellschaftskritik
Schwindelerregende Schwerelosigkeitsabschnitte

Negativ:

Perspektive der Ego-Ansicht teilweise irritierend
Audio- und Videodateien nicht vor- und zurückspulbar
  • Deliver us the Moon – Test zum einsamen Weltraumabenteuer
    “Deliver us the Moon ist ein Erkundungsadventure, dessen größte Stärke seine Atmosphäre ist. Die Rätsel, die ihr zu lösen habt, sind relativ einfach, aber auch nicht so selbsterklärend, dass ihr direkt auf die Lösung kommt. Hier darf kein Blockbuster erwartet werden, sondern ein etwas gesellschaftskritischer Ausflug in den Weltraum, der mit einer überraschend emotionalen und spannenden Thriller-Story aufwartet. Das Spiel ist zwar in der Zukunft angesetzt, geht aber nie den Schritt in das Unmögliche und ist von daher überraschend realistisch gehalten. Wir haben hier ein recht kurzes, doch überzeugendes Abenteuer auf dem Mond vorgesetzt bekommen.”
    Maarten Cherek, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Weltraum- und Adventure-Fans werden ihre helle Freude an diesem Titel haben. Wenn ihr euch jedoch fette Sci-Fi-Action erhofft, dann seid ihr hier eher fehl am Platz, Deliver us the Moon setzt mehr auf eine atmosphärische, einsame Reise.

Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Markierte Felder müssen ausgefüllt sein *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Passwort vergessen

Bitte gebe deinen Benutzernamen ein, damit wir dir eine E-Mail inklusive Link zum zurücksetzen schicken können.