ASUS ROG Phone 2 – Test zum ultimativen Gaming-Smartphone

Ich bin zugegebenermaßen kein fokussierter Mobile-Gamer. Auf den Konsolen und dem PC fühle ich mich zuhause. Nichtsdestotrotz greife ich gerade in der U-Bahn aber oftmals zum kleinen Begleiter. Doch ein Gerät wie das ASUS ROG Phone 2 hatte ich definitiv noch nie in meiner Hosentasche. Warum? Das möchte ich euch in diesem Test erklären.

 

Ein massives Stück Hardware

Beginnen wir mal chronologisch. Als das Paket ankam und ich es neugierig öffnete, stach eine schwarze, trichterförmige und futuristische Box hervor. Diese zu öffnen erwies sich schon als sehr ungewohnte Erfahrung, da viele Hersteller doch eher auf Schlichtheit setzen. Neben Standardkram, wie der Bedienungsanleitung und Kopfhörern, findet man neben dem Handy noch ein Kühlmodul, welches man an das Handy anstecken kann. Dazu später mehr. Aber das Gerät, um das es geht, ist natürlich das ROG 2. Dieses ist mit seinen 6,59 Zoll und Abmaßen von 170,99 mm x 77,6 mm x 9,48 mm enorm groß und bringt mit 240 Gramm auch einiges auf die Waage. Die Größe ist für die generelle Erfahrung mit Games und Videos, aber auch für den Alltag sehr angenehm. Für die Hosentasche ist es gerade noch passend, eine einhändige Nutzung ist nett gesagt „schwierig“. Zudem ist das hohe Gewicht nach längerer Nutzung ein kleinerer Störfaktor. Was findet sich denn aber noch? Einiges!

ASUS ROG Phone 2

Die Rückseite mutet sehr futuristisch an.

 

Klotzen, statt Kleckern

Gleich 2 USB-C Anschlüsse sind vorhanden, ein Kopfhöreranschluss und ein Schacht mit Platz für zwei Nano-Simkarten. Zudem ist ein Akku mit satten 6000 mAh verbaut, der mit 30 Watt Schnellladung daherkommt. Das ROG 2 hört aber an der Stelle nicht auf, mit extremen Werten zu glänzen. Im Inneren werkeln der Qualcomm Snapdragon 850 Plus (bis zu 2,96 GHz), 12 GB Arbeitsspeicher, die Grafikeinheit Adreno 650 und 512GB GB Speicher sind zufällig auch noch dabei. Für die, die mit solchen Zahlen nichts anfangen können, hier noch die Kurzfassung: Das ist extrem! Das Design passt sich den extremen Innenwerten an. Die Rückseite wirkt ebenfalls futuristisch, in der Mitte leuchtet sogar das Republic-of-Gamers-Logo auf. Die Vorderseite sieht dagegen schon schlicht aus. Insgesamt ist das Gerät in ein Glas-Gehäuse gefasst, welches von Gorilla-Glas der 6. Generation geschützt wird. Leider gibt es das Handy momentan nur mit Android 9, da könnte man doch mal nachbessern, oder?

ASUS ROG Phone 2

Das ROG Phone 2 setzt auf eine Karte: Power!

 

Die magischen 120 Hz

Eingeschaltet geht das Spektakel weiter. Denn ASUS hat hier ein 120 Hz AMOLED-Display verbaut. Ich war im Vorfeld skeptisch, ob sich das wirklich so enorm auswirkt. Aber jedem Kritiker sei gesagt: Das tut es! Allein das Scrollen durch die Menüs, mit dem Browser, durch die Galerie oder sei es beim Gaming. Das Gefühl dabei ist großartig. Alles wird fließend und geschmeidig dargestellt, sodass euch euer altes Smartphone plötzlich ruckelig vorkommt. Eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen will. Dagegen enttäuscht es mich geradezu, dass es sich „nur“ um Full HD Plus handelt. Ein Smartphone mit der Idee und den Abmessungen hätte hier eine höhere Auflösung verdient. Nachdem ich den Fingerabdrucksensor unter dem Display erfolgreich kalibriert hatte und mich von der schnellen Anmeldung überzeugte, ging es ans eigentliche Handwerk: Gaming!

ASUS ROG Phone 2

Das Design des ASUS ROG Phone 2 wirkt durchaus stimmig.

 

Einmal die Muskeln spielen lassen

Natürlich wird es solch einem Handy nicht gerecht, Candy Crush und Angry Birds abzuspielen. Darum habe ich es gleich mal Asphalt 9 abspielen lassen und dem ersten Härtetest unterzogen. Aber was soll ich sagen, die Leistung ist nicht nur theoretisch vorhanden. Ruckelfrei und absolut sauber spult das Gerät das Game ab. Dank der 120 Hz wirkt es einfach grandios auf dem großen Display. Nach einiger Zeit wird das Smartphone an einigen Stellen jedoch spürbar warm, nicht störend, aber spürbar. Das war das Stichwort den aktiven Kühler aufzustecken. Endlich machte der zweite USB-C Port für mich Sinn, einfach aufgesteckt und er ratterte los. Nach einigem Hin und Her bin ich für mich aber zu dem Entschluss gekommen, ihn wegzulassen. Das Gerät wurde nie so heiß, dass ich es als nötig empfand ihn aufzusetzen. Natürlich drückt dieser die Temperatur, aufgrund der Abmessungen mindert er aber auch den Komfort.

ASUS ROG Phone 2

Abkühlung gefällig? Der Aufsatz verrichtet gute Arbeit.

 

Der Kniff mit den Triggern

Aber weg von der Rennstrecke und rauf aufs Schlachtfeld. Auch in Call of Duty: Mobile und PUBG wollte ich das ROG 2 testen. Auch hier kann man die Grafikeinstellungen getrost auf Anschlag stellen, das ASUS-Monster hat damit keine Probleme. Ruckler? Fehlanzeige. Clever sind die virtuellen Trigger. Über die integrierte Software kann man die virtuellen Trigger kalibrieren und diese dann ähnlich wie die Trigger eines Controllers nutzen, nur halt „virtuell“ über Touchsensoren. Das klappt in der Praxis hervorragend und verbessert die Erfahrung in Racern oder Shootern enorm, da so die Daumen etwas weniger Arbeit haben. In Call of Duty übernehmen meine Daumen nun nur noch das Gehen und die Kamera, Zielen und Schießen habe ich bequem auf die Trigger verteilt. Damit fühlt sich das Ganze auch weniger wie Mobile-Gaming an, sondern kratzt sogar ein wenig am Komfort von Controllern. Über die Tuning-Software von ASUS kann man zudem alles einstellen, was es so einzustellen gibt. Über einen Boost-Mode bis hin zum Feintuning der CPU-Taktrate. Ein bisschen fühle ich mich wie auf dem PC. Dank des Mega-Akkus kommt man, selbst wenn man Vielspieler ist, gut durch den Tag. Alltagsnutzer sollten damit problemlos auch zwei Tage durchkommen. Wer nur hin und wieder mal eine Nachricht auf Whatsapp schreibt, der kommt auch noch länger damit aus. Die Laufzeiten sind absolut genial. Aber wo wir schon vom Alltag sprechen. Natürlich richtet sich das ROG 2 an Gamer, aber auch Gamer haben einen Alltag. Man telefoniert, schreibt Nachrichten, guckt sich Youtube-Videos an, macht Fotos und Videos und surft auch mal nur ein bisschen im Internet. Doch eignet sich das Handy dafür? Eindeutig Jein!

ASUS ROG Phone 2

Dank Top-Prozessor macht Gaming richtig Spaß.

 

Perfekt? Leider nein …

Dank der enormen Leistung kommt das ASUS Phone natürlich problemlos mit allen Anwendungen klar, diese genieße ich nun aber mit einer Geschmeidigkeit, von der ich nicht wusste, dass es sie gibt. Und nein, ich bin bisher nicht auf einem Uralt-Smartphone unterwegs gewesen. Mein Alltags-Handy ist dank Adreno 630, Snapdragon 845 und 8 GB RAM eigentlich schon flott unterwegs. Aber ich denke es sind die 120 Hz, die ich noch einmal betonen muss. Die Experience dahinter macht auch mit Alltags-Apps, wie etwa Instagram, einfach nur Spaß. Weniger Spaß hatte ich dagegen mit der Kamera. Nicht falsch verstehen, für die Meisten ist die Kamera-Qualität sicherlich völlig in Ordnung, und die Ergebnisse sind auch nicht verkehrt. Doch wer genauer hinschaut sieht, erkennt aber Schwächen bei der Schärfe. Gerade schlechtere Lichtverhältnisse offenbaren die Makel der Kamera. Eine solide Alltagskamera, aber mehr nicht. Dagegen muss ich aber die Lautsprecher als kleines Highlight hervorheben. Das ROG 2 beherbergt gleich zwei davon an der Front. Sieht zwar nicht am edelsten aus, aber bringt unheimlich viel. Nicht nur, dass man dadurch eine beachtliche Lautstärke erzielt. Die generelle Tonqualität ist für Mobile-Verhältnisse wahnsinnig gut und kann auch so manche günstigere Bluetooth-Box vor Neid verblassen lassen. Der Sound ist schön ausgewogen und nicht so arm an Bass, wie jedes andere Smartphone. Dadurch macht nicht nur Gaming mehr Spaß, auch Videos oder Streams schaut man lieber auf dem ASUS-Gerät, als auf einem anderen Smartphone.

ASUS ROG Phone II 512GB Handy, schwarz, Glossy Black, Android 9.0 (Pie)
  • Display: 16,73 cm (6,59 Zoll)
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 855+
  • Hauptkamera: 48 MP + 13 MP
  • Frontkamera: 24 MP
  • Bauart: Smartphone

 

Positiv:

OLED Display mit butterweichen 120 Hz
Sehr gute Akkulaufzeit
Toller und ausgewogener Stereo-Sound
Hervorragende Performance
Viele Optionen, wie Taktung und Trigger-Konfiguration

Negativ:

Durchaus schwer und groß
Kein Wireless Charging
Qualität der Kamera unter Niveau der restlichen Hardware
  • ASUS ROG Phone 2
    “Wenn man mich fragt, mit welchem Wort ich das ASUS ROG Phone 2 am ehesten zusammenfassen würde, dann mit dem Wort: „Extrem“! Hier bekommt man Leistung satt, es gibt kein Game, welches das Smartphone nicht ruckelfrei bewältigen kann. Games lassen sich dank der Power und der virtuellen Trigger so komfortabel spielen wie noch nie. Auch das Display sorgt dank der 120 Hz für eine butterweiche Darstellung, die einfach nur Freude macht. Gepaart mit einem satten Sound bekommt man mit dem ROG 2 ein echtes Gaming-Monster, das aber auch im Alltag seine Stärken einbringen kann. Dazu gehören aber auch die Schwächen. Die Kamera hinkt hinterher, auch die Abmessungen und das Gewicht kann für viele Nutzer zum Nachteil werden. Kabelloses Aufladen vermisse ich ebenfalls. Wer über die Dinge hinweg sehen kann, bekommt in erster Linie ein perfektes Gaming-Smartphone, welches auch mit massig Zubehör ausgestattet werden kann.”
    Christian Koitka, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Gamer können hier getrost zugreifen, Gelegenheitsspieler sollten das Smartphone zumindest mal ausprobiert haben.

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