A Quiet Place 2 – Kritik zum Atmosphäre-Monster

Nachdem A Quiet Place 2 erst von Mai 2020 auf März 2020 vorgezogen wurde, machte die Corona-Pandemie den Plänen von Regisseur John Krasinski und Paramount Pictures einen Strich durch die Rechnung. Fans mussten über ein Jahr warten doch nun ist es endlich soweit. Die Pandemie-Zahlen sinken nicht nur und haben landesweite Kinoöffnungen zur Folge, nein, auch A Quiet Place 2 darf endlich bestaunt werden! Wir haben den Film gesehen und verraten, ob die Fortsetzung zum Überraschungshit aus dem Jahr 2018 etwas taugt, oder ob man lieber Stillschweigen über den Streifen bewahren sollte.

Die Story von A Quiet Place 2

A Quiet Place 2 beginnt mit einem kurzen Rückblick in die Vergangenheit. Wir sehen die Welt, wie sie vor der Übernahme durch die geräuschempfindlichen Monster aussah. Viel neues lernen wir zwar nicht, doch immerhin bekommt John Krasinskis Figur Lee noch einmal einen kurzen Auftritt. Nach dem Intro springt die Handlung an den Punkt, an dem der erste Teil endete. Die Farm der Abbotts wurde überrannt, Mama Evelyn, Sohn Marcus und die taubstumme Tochter Regan sind mit dem kleinen Baby der Familie auf sich gestellt. Sie beschließen, die Farm hinter sich zu lassen und verlassen schlussendlich ihre gesicherten Sandwege. Sie sehen, wie die Welt außerhalb ihrer Region aussieht und treffen bald auf einen alten Bekannten, der ihnen Schutz bietet. Tochter Regan versucht weiterhin über ein Radio, Kontakt zu anderen Überlebenden zu bekommen – und empfängt eines Tages tatsächlich ein Signal. Sie macht sich auf eigene Faust auf den Weg – rein in eine Welt voller Monster.

Unsere Kritik zu A Quiet Place 2

A Quiet Place 2 ist ein absolutes Atmosphäre-Monster! Schon lange waren wir nicht mehr derart angespannt – und das obwohl der Film eigentlich gar nicht so gruselig ist. Über die gesamte Länge sind vielleicht drei oder vier Erschrecker verteilt – das war’s! Wie bei Wir entsteht der Horror hier subtiler und ist nicht plump “auf die Fresse” wie bei The Grudge oder anderen Vertretern des Genres. Lässt man sich hier auf den Stimmung und vor allem den Sound, beziehungsweise den fehlenden Sound, ein, erwartet den Zuschauer ein Kinoerlebnis, das seines gleichen sucht.

Voll auf die Ohren

Für diejenigen, die die Prämisse von A Quiet Place nicht kennen, folgt nun ein kleines Update: Die Welt wurde von Monstern überrannt, die zwar blind sind, aber dafür umso besser hören können. Die übrig gebliebenen Menschen müssen also möglichst leise sein, um die Biester nicht anzulocken. Die haben nämlich so gar keine Lust auf die Zweibeiner und töten alles, was ihnen in die Quere kommt. Familie Abbott hat in dieser Situation einen entscheidenden Vorteil: Tochter Regan ist taubstumm, sodass die Familie so oder so meist in Zeichensprache kommuniziert. In Zeiten von absoluter Stille ist das natürlich ziemlich hilfreich. Durch einfache aber geniale Tricks schafft es Regisseur und Office-Veteran John Krasinski nun, dass die Zuschauer Regans Taubstummheit nicht nur verstehen, sondern mitfühlen. Immer wieder, wenn das Mädchen im Fokus steht, verschwindet der Ton vollständig. Wir hören also nichts mehr, sondern sehen nur, was auf der Leinwand passiert. Diese Mittel wird vor allem in besonders ikonischen Situationen genutzt, wenn im Hintergrund zum Beispiel gerade ein höllischer Lärm veranstaltet wird, oder wenn sich ein Monster dem nicht ganz so wehrlosen Mädchen nähert. In diesen Momenten stockt einem als Zuschauer der Atem und man traut sich keinen Mucks zu machen! Schade für den, der hier in einem Kino voller Horror-Fanatiker sitzt, die nur auf den nächsten Jump-Scare geiern…

The Last of Us?

Netflix arbeitet nun schon seit einer Weile an einer Serie zu The Last of Us. Wer jedoch schon jetzt einmal erleben möchte, wie eine solche Adaption aussehen könnte, der ist bei A Quiet Place 2 optimal aufgehoben. Die Natur erobert sich die Welt langsam zurück – im Spiel wie im Film. Alles wirkt ruhig und gesetzt, wenn da nicht die Monster wären. Zudem agieren die überlebenden Menschen in A Quiet Place 2 äußerst nachvollziehbar, wodurch diese Apokalypse extrem nachvollziehbar wirkt. Wo der erste Teil der Reihe 2018 noch auf extrem überschaubarem Gelände spielt, lernen wir jetzt, wie die restliche Bevölkerung mit dem plötzlichen Monster-Befall umgeht. Das ist schon sehr spannend, doch es wäre auch schön gewesen, mehr über die Monster zu erfahren – und damit sind wir bei den negativen Aspekten des Films angekommen.

Viel Potenzial verschenkt

So extrem gut A Quiet Place 2 in Sachen Atmosphäre ist, so viel verschenkt der Film auf der Story-Seite. Die Geschichte der fliehenden Familie ist zwar durchaus mitreißend, doch um viel mehr geht es dann doch nicht (wenn man einmal vom hastigen Finale absieht). Viele Punkte werden zwar angerissen, bleiben dann aber ungeklärt und verlaufen im nichts. Emmett, ein alter Freund der Familie, der den Kindern samt Mutter Schutz bietet, hat zum Beispiel ein dunkles Geheimnis. Welches das ist? Keine Ahnung. Es wird nur angedeutet und selbst diese Andeutung ist irgendwie nichtssagend. Warum wird dieses Fass aufgemacht, wenn es dann überhaupt gar keine Bedeutung mehr hat?

Auch die Herkunft der Monster wird nur angerissen. Irgendein Objekt – ein UFO, ein Asteroid oder sonst was – stürzt zu Beginn des Films auf die Erde. Um was für ein Objekt handelt es sich? Stammen die Bestien dort her? Nichts wird erklärt, was sehr schade ist, da die Welt, in der A Quiet Place 2 spielt, extrem spannend ist. Glücklicherweise wurde bereits ein dritter Teil angekündigt, der die offenen Fragen hoffentlich klärt.

Alles in allem ist A Quiet Place 2 ein außerordentlich guter Horrorfilm, der vor allem mit seiner dichten Atmosphäre punktet. Auf der Story-Seite leistet sich das Werk einige Patzer, die den Spaß jedoch nur wenig schmälern. Wenn man einmal bedenkt, dass John Krasinski zunächst überhaupt keine Lust hatte, einen Horrorfilm zu drehen… Gut dass er diese Entscheidung noch einmal überdacht hat! Einen besseren Kinostart kann man sich nach der langen Durststrecke kaum wünschen.

Informationen zu A Quiet Place 2

  • Originaltitel: A Quiet Place: Part II
  • Laufzeit: ca. 97 Minuten
  • Kinostart: 24. Juni 2021
  • Altersfreigabe (FSK): ab 16 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Emily Blunt, Cillian Murphy, John Krasinski

Trailer zu A Quiet Place 2

Fazit:

Unfassbar dichte Atmosphäre
Kaum Horror
Wundervolle Optik und grandiose Soundkulisse
Knüpft nahtlos an Teil 1 an
[testimonial_slider arrows=”false”][testimonial image_url=”91196″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Lukas Hesselmann, Redakteur”]

“Ich bin schwitzend aus dem Kino gekommen – so anstrengend und mitreißend ist A Quiet Place 2. Lange habe ich nicht mehr eine derart dichte Atmosphäre in einem großen Horrorfilm erlebt. Das liegt vor allem an der fantastischen Soundkulisse, die enorm wichtig für den Genuss des Films ist. Wer zudem schon immer einmal wissen wollte, wie The Last of Us als Film aussehen könnte, bekommt hier die Antwort. Schade finde ich jedoch, dass nicht mehr auf die Herkunft der Monster eingegangen wird – vielleicht ist das etwas für den dritten Teil…”

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Ab ins Kino?

Wer ein Jump-Scar-Billo-Inferno à la The Grudge erwartet, spart sich den Weg ins Kino. Fans von atmosphärischen Horrorstreifen kommen an A Quiet Place 2 allerdings nicht vorbei!

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Geschrieben von Lukas Hesselmann
Redakteur im Bereich: Movies

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