A Hat in Time – Test zur Hommage an alte Platformer

Im April diesen Jahres versuchte Yooka-Laylee, das Spielgefühl von Titeln wie Banjo-Kazooie und Donkey Kong 64 einzufangen und nachzuahmen, erhielt allerdings eher gemischte Reaktionen. Viele stehen zu der Meinung, dass die Zeit von Collectathons abgelaufen sei. A Hat in Time versucht diese Skeptiker zu überzeugen und wir haben uns den Titel mal im Test angeschaut.

 

Fast wie früher

Bei A Hat in Time handelt es sich um ein Kickstarter-Projekt und es spielt sich wie eine Mischung aus Super Mario 64, Super Mario Sunshine, Banjo-Kazooie und Donkey Kong 64. Alles große Titel aus alter Zeit, doch A Hat in Time kann hier durchaus mithalten, auch wenn es ein etwas kleineres Spiel ist. Dies ist auch einer der wenigen Punkte, die am Spiel zu bemängeln sind. Es ist schlichtweg viel zu kurz, lediglich vier Welten und ein Endkampf warten auf euch. Aber diese vier Welten sind so dermaßen gefüllt mit Liebe zum Detail, skurrilen Charakteren und abwechslungsreichen Missionen, dass es nicht so ganz ins Gewicht fällt. Jedoch wünscht man sich beim Anschauen der Credits, dass es noch zumindest ein paar Welten mehr gegeben hätte. In A Hat in Time schlüpft ihr in die Rolle eines kleinen Mädchens mit Zylinder, wir nennen sie mal Hat Girl. Sie ist mit ihrem Raumschiff in der Atmosphäre eines fremden Planeten gestrandet. Zu allem Übel verliert sie auch noch ihren Treibstoff, bestehend aus mysteriösen Sanduhren. Diese werden überall auf dem Planeten verteilt und so muss sich Hat Girl auf den Weg machen, sie wieder einzusammeln. Storytechnisch hält sich das Spiel eher zurück. Die Geschichten, die in den einzelnen Welten erzählt werden, sind allesamt vordergründiger als die Hauptgeschichte von Hat Girl. Sie will nach Hause, nicht mehr und nicht weniger. Währenddessen trifft sie in einer Stadt namens Mafia-Town natürlich die Mafia, verkauft in einem Geisterwald ihre Seele oder spielt an einem Filmset mit Pinguinen und Eulen in diversen Spielfilmen mit. Die Situationen, in die wir immer wieder geworfen werden, sind so abstrus und urkomisch, dass man die Dringlichkeit ihrer Mission schnell vergisst.

Bunte Welten mit allerlei versteckten Sachen, einfach nur ein toller Spielplatz.

 

Sammle dies, sammle das

In die verschiedenen Welten reist ihr von eurem Raumschiff aus, welches euch als Oberwelt dient. Erst nach und nach, wenn ihr mehr Sanduhren gesammelt habt, öffnen sich neue Abschnitte eures Schiffs und somit neue Zugänge zu neuen Welten. Hier erinnert das Spiel stark an Super Mario 64 und Super Mario Sunshine. Auch die Wahl der Missionen, die euch zwar in die gleiche Spielwelt, aber immer mit einer anderen Aufgabe schicken, sind eine sehr offensichtliche, aber gut gemachte Hommage. In den Leveln selbst wird das Spiel dann zu einem Sammelmarathon, denn nicht nur Sanduhren wandern in eure Taschen. Es gibt da noch Wollknäuel, mit denen ihr neue Hüte stricken könnt, Relikte, welche richtig zusammengesetzt neue Level freischalten und Sticker, welche ihr an eure Hüte kleben könnt. Apropos, die Hüte und die Sticker verleihen euch neue Fähigkeiten, mit denen ihr immer mal ältere Level nochmal aufsuchen solltet. Da fällt einem zum Beispiel eine Plattform mit einer Schneeflocke auf. In der nächsten Welt haben wir genug Wollknäuel zusammen, um die Schneemütze zu stricken. Mit ihr können wir uns auf solchen Plattformen wegschleudern lassen. Also zurück in das ursprüngliche Level. Während ihr eure Hüte selbst stricken müsst, könnt ihr die Sticker bei Händlern kaufen. Dazu müsst ihr allerdings in den Welten Diamanten einsammeln, ein weiteres Sammelobjekt auf der Liste. Doch das Sammeln wird zu keinem Zeitpunkt zu einer ermüdenden Aufgabe. Dies liegt zu einem Großteil auch daran, dass sich Hat Girl hervorragend steuern lässt. Sie hat einen Doppelsprung, einen Hechtsprung, kann Wände hochlaufen, auf Seilen balancieren, mit ihrem Schirm Gegner angreifen und vieles mehr. Die Erkundung der Welt und jedes noch so kleinen Geheimnisses macht mit ihr einfach nur Spaß.

Im Geisterwald geht es etwas düsterer zu.

 

Abwechslung pur

Wenn es ein Wort gibt, welches A Hat in Time beschreiben kann, dann ist es abwechslungsreich. Keine Mission ähnelt der nächsten, abseits von ihnen findet ihr versteckte Zeitrisse, in denen sich Bonuslevel verstecken. Diese erinnern sehr stark an die Bonuslevel aus Super Mario Sunshine. Um sie zu finden müsst ihr einen Ort wiederfinden, der euch auf einem Foto gezeigt wird. Die normalen Missionen sowie die Bosskämpfe sind ebenfalls eine Freude. Von einer Detektivmission, in der ihr den Mörder finden müsst, über eine Schleichmission, in der ihr vor einer grausamen Hexe entkommen müsst, bis hin zu einem Bosskampf gegen eine lebendig gewordene Toilette, es wird so Einiges geboten. Auch wenn ihr euch der aktuellen Mission abwendet und euch auf die Suche nach versteckten Items begebt, erwartet euch eine lustige Suche. Denn die Items sind größtenteils gut versteckt oder ihr müsst vorher eine Aufgabe bewältigen. Viele versteckten Gegenstände erkennt ihr am markanten Leuchten, sofort untersucht man die Umgebung, um den Weg dorthin herauszufinden. Mal müsst ihr einen Block in die Luft jagen, einen Platforming-Abschnitt bewältigen oder eine versteckte Truhe finden. Der Drang zum Jagen und Sammeln wird hier schnell geweckt.

Hier wartet herausforderndes Platforming auf uns.

 

Bunt, bunt, bunt sind alle meine Kleider

A Hat in Time ist einfach nur süß. Das Spiel ist in kunterbunter Bonbonoptik gehalten, alles ist auf knuffig und niedlich getrimmt. Nur ab und an überrascht das Spiel mit düsteren Abschnitten, wie die eben erwähnte Hexe, vor der ihr entkommen müsst. Hier wird das Spiel fast schon zu einem Horrorszenario. Abseits dessen ist A Hat in Time einfach nur ein farbenfroher Spielspaß. Der Soundtrack ist einfach nur gut und an die jeweilige Spielwelt und das jeweilige Szenario perfekt abgestimmt. Man merkt zwar, dass hier ein kleineres Studio an einem Kickstarter-Projekt gesessen hat, es mindert es den Spielspaß jedoch nicht im geringsten. Lediglich die Kamera, die manchmal nicht so ganz will wie wir wollen, ist aufgefallen. Kleinere, nicht nennenswerte Bugs, gehörten auch zu den einzigen technischen Fehlern, die vorkamen. Abseits dessen lässt sich A Hat in Time super spielen.

 

Positiv:

Tolles, gut funktionierendes Platforming
Skurille und witzige Situationen und Dialoge
Paradies für Jäger und Sammler
Kreative Welten mit abwechslungsreichen Missionen
Süße, knuffige Bonbonoptik

Negativ:

Leider viel zu kurz
Die Kamera spielt nicht immer mit
Kleinere technische Fehlerchen
  • A Hat in Time – Test zur Hommage an alte Platformer
    “A Hat in Time ist ein toller Jump’n’Run Collectathon, welcher das Beste aus Spielen wie Super Mario 64 und Banjo-Kazooie vereint. Es ist witzig, abwechslungsreich, lässt sich gut steuern und überzeugt auf ganzer Linie. Der Fakt, dass uns die kurze Spielzeit und mangelnde Anzahl an Welten ärgert, zeigt, dass es sich hier um ein gutes Spiel handelt. Gerne hätten wir noch mehr skurrile Gegenden erkundet und noch viel mehr Sanduhren gesammelt. Kleinere technische Fehler und Probleme mit der Kamera fallen nicht wirklich ins Gewicht, A Hat in Time ist für Platforming-Fans ein Muss.”
    Maarten Cherek, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Ihr mögt Super Mario 64, Super Mario Sunshine, Banjo-Kazooie und Donkey Kong 64? Oder einfach nur generell spaßige Platformer mit Sammelobjekten? Dann ist A Hat of Time definitiv ein Muss für euch!

Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Markierte Felder müssen ausgefüllt sein *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Passwort vergessen

Bitte gebe deinen Benutzernamen ein, damit wir dir eine E-Mail inklusive Link zum zurücksetzen schicken können.