Wolfenstein 2: The New Colossus – Test zum Singleplayer Shooter auf PS4 und Switch

Wolfenstein II: The New Colossus im Überblick

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Kostenpflichtiger Seasonpass für DLC´s

Releasedatum: 29. Juni 2018

Genre: Ego-Shooter

USK: ab 18 Jahren freigegeben

Publisher: Bethesda

Getestet auf: PlayStation 4 und Nintendo Switch

Wolfenstein konnte mit The New Order und The Old Blood die Shooter Reihe erfolgreich wiederbeleben. Die brachiale Action mit dem absoluten Fokus auf ein reines Singleplayer Erlebnis kam bei den Fans hervorragend an. Mit The New Colossus versucht Bethesda an diesen Erfolg anzuknüpfen. Grund genug also, das Spiel nun endlich auch auf die Nintendo Switch zu portieren. Ob Panic Button sich auch keinen Schnitzer geleitstet und wie sich B. J. Blazkowicz in seinem neuen Freiheitskampf geschlagen hat, erfahrt ihr jetzt im Test zur Nintendo Switch-Version.

 

Nazis raus

Wolfenstein 2 The New Colossus setzt nach dem ersten Teil an. Blazkowicz ist dem Tode nah, als seine Freunde ihn finden und es nur knapp schaffen ihn zu retten. Während sich B.J. langsam erholt, bleiben die Nazis natürlich nicht untätig. Nach Monaten wird die Gruppe dann von General Engel gefunden und Blazkowicz muss den Tod einer seiner Gefährten mit ansehen. Von da an heißt es nicht nur Rache an Engel nehmen, die eine extrem überzeugende und hassenswerte Gegenspielerin ist, sondern auch Amerika von den Nazis zu befreien. Diese haben in der Zwischenzeit nämlich die USA eingenommen. Unterstützt wird B.J.s Gruppe dabei von neuen Kameraden, von denen jeder eine ganz eigene Hintergrundgeschichte und Persönlichkeit bietet. Positiv an der neuen Story sind die ernsten Untertöne, sei es, wenn Charaktere deren Vorgeschichte enthüllen oder in den Flashback Sequenzen mit B.J.s Vater. Die Geschichte schafft es eine dichte Atmosphäre aufzubauen, die hin und wieder aber sehr abrupt zwischen ernsten und witzigen Momenten wechselt. So krasse Wechsel können schon mal sehr seltsam wirken.

General Engel ist sadistisch durch und durch.

 

Action, Action und jede Menge Kugeln

Das Gameplay von Wolfenstein kann man mit sehr wenigen Worten zusammenfassen. Ihr schießt, hackt und sprengt euch mit einem breiten Arsenal Waffen durch die Armeen der Nazis und bedient euch hier und da auch einiger Sci-Fi Waffen. Solltet ihr euch zudem schon immer danach gesehnt haben auf einem Robohund mit Flammenwerfer zu reiten, dann kann euer Traum jetzt wahr werden. Wo eine Waffe nicht ausreicht, lässt euch das Spiel die Option je eine Waffe pro Hand auszurüsten. So könnt ihr zum Beispiel eine schallgedämpfte Waffe in der einen und ein Maschinengewehr in der anderen halten. Das sieht nicht nur stylisch aus, sondern sorgt auch für flotte Action. Das Spiel gibt euch hier und da aber auch immer wieder Anreize leise vorzugehen und insbesondere Offiziere geräuschlos auszuschalten, da diese Verstärkung rufen könnten. Diese Nahkampfangriffe sind dabei nicht zimperlich und euer Ziel findet ein schnelles gnadenloses Ende durch ein Beil. Lautloses Vorgehen ist zudem manchmal auch so anzuraten, weil B.J. etwas fragiler ist als noch in den Vorgängern. Des Öfteren wurde ich getötet, ohne wirklich viele Treffer eingesteckt zu haben. Am besten gefallen haben mir aber die temporären Waffen, die ihr von manchen Gegnern aufheben könnt. Zum Beispiel gibt es eine Plasmakanone, die Metall in Sekunden schnelle schmelzen kann, die aber immer wieder an einer nahe gelegenen Station wieder aufgeladen werden muss. Diese Waffen können also in den meisten Fällen nicht durch den Level mitgenommen werden, lockern die Action aber sehr auf. Jede der Waffen, die aber dauerhaft in eurem Arsenal landen, bieten euch mit der Zeit bis zu drei Upgrades, die das Handling und das Gameplay der jeweiligen Waffen stark verändern können. Was mich allerdings sehr enttäuscht hat, ist, dass man in der gesamten Kampagne nicht einen Bosskampf geboten bekommt. Die Bosse in den Vorgängern waren jedes Mal ein Highlight, doch hier bekommt man es meist nur mit Standardgegnern oder stärkeren Varianten davon zu tun. Zudem verliert das Spiel das Ziel der Story immer wieder aus dem Auge, so gut die Geschichte auch ansonsten funktioniert. Ziel sollte es ja sein Amerika zu befreien, am Ende hat man jedoch nichts erreicht und es scheint eher so, als ob man einen Füller bis zur Fortsetzung gespielt hat. Ein abschließender Bosskampf oder ein spürbarer Erfolg zum Abschluss wären cool gewesen.

Wolfenstein 2 The New Colossus

Die Waffen bieten einige interessante Upgrades.



 

Die Nintendo Switch-Version im Check

Für die Switch-Umsetzung ist der Entwickler Panic Button zuständig, der bereits mit DOOM und Rocket League erste Erfahrungen sammeln konnte. Beide Titel wurden fast ohne Einsparungen auf den Hybriden portiert – gute Ausgangslage also. Doch Wolfenstein 2 ist grafisch einfach eine Wucht, weshalb man leider in puncto Grafik auf einiges verzichten muss. Auf der Nintendo Switch wurde die Auflösung erheblich reduziert. Auch die Texturen sind verwaschener, was insgesamt zu einem unscharfen, milchglasartigen Bild führt. Zwar werden die 30 FPS gehalten, dadurch kommt es allerdings zu Auflösungsschwankungen, die in größeren Gefechten und Arealen vor allem auf Auflösungen vom frühen YouTube fallen. Sollte dies passieren, erkennt man kaum Details und selbst die Gegner sind nur noch schwer zu erkennen. Insgesamt passiert dies aber häufiger im Handheld-Modus, als im Dock. Es ist schon beachtenswert, dass Wolfenstein 2 überhaupt auf der Nintendo Switch läuft. Schließlich schlummert in der Hardware nun mal keine PlayStation 4 Pro. Spielbar ist das Spiel aber allemal und dies erstmals auf einem Handheld. Die vorgerenderten Zwischensequenzen kommen aber auch auf dem kleinen Bildschirm perfekt zur Geltung und sehen genauso genial aus, wie auf den großen Konsolen. An dieser Stelle sei gesagt: Respekt an Panic Button! HD Rumble gibt es natürlich auch, der Touchscreen findet allerdings keinen Einsatz. Solltet ihr zur Retail-Version greifen, müsst ihr noch einen 13 GB großen Patch herunterladen, um alle Verbesserungen zu erhalten. Für die digitale Version ist zwingend eine SD-Karte notwendig.

Wolfenstein 2

Leider ist die Nintendo Switch-Portierung in größeren Arealen unscharf und wirkt dadurch verwaschen.

 

Brutal schnell und ausdrucksstark auf PS4

Wolfenstein 2 kann auf einer Linie wirklich überzeugen und das ist die absolut flüssige Darstellung. Selbst wenn es auf dem Bildschirm so richtig abgeht, gibt sich der Shooter keine Blöße und bleibt bei einer stabilen Framerate. Und dabei sieht das Sequel auch noch richtig gut aus. Gesichtsanimationen, Effekte sowie Details wie Waffenanimationen machen das Geschehen auf dem Bildschirm zu einem Fest. Manche der NPCs haben aber nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen und sehen daher oft eher nach PS3 Modellen aus Fallout 3 aus. Unterstrichen wird die harte Action durch treibende Metal und Rock Sounds, wenn es richtig losgeht. Dialoge werden durch überzeugende Sprecher zu einem Hauptgrund für die Glaubhaftigkeit der Story.

 

Positiv:

Kompromisslose Action von Anfang bis Ende
Interessante, gut geschriebene Charaktere
Arsenal ist sehr abwechslungsreich und Upgrade bieten interessante Optionen
General Engel ist eine der überzeugendsten Gegenspielerinnen der letzten Jahre
Wolfenstein 2 auf einem Handheld spielbar !!

Negativ:

Story bietet leider keine Bosskämpfe und das Ziel des Widerstands wird nie wirklich erreicht
B.J. ist ein wenig zu fragil und segnet häufiger als zuvor das Zeitliche
Leveldesign manchmal etwas zu langweilig und vorhersehbar
Starke Auflösungsschwankungen bei größeren Arealen
  • Wolfenstein 2 The New Colossus
    “The New Colossus ist ein kompromissloser Shooter mit jeder Menge Action. Obwohl die Story diesmal deutlich mehr Tiefe bietet, gibt es hier und da Momente, in denen die Dialoge stark zwischen sehr ernst und total schräg schwanken. Diese Wechsel sind insbesondere dann etwas krass, wenn sie direkt aufeinanderfolgen. Trotzdem funktioniert die Geschichte extrem gut dank der gut geschriebenen Charaktere. Das Leveldesign hat dabei viele eindrucksvolle Momente zu bieten, die aber insgesamt nicht ganz so gut spielbar sind wie noch in den Vorgängern. Etwas zu oft für meinen Geschmack bestehen Level aus Pools gefüllt mit Nazis, die es auszuschalten gilt, bevor es zum nächsten Pool geht. Wer aber gerne nach kleinen Details sucht, die die Welt glaubhaft machen, wird diese in vielen Plakaten und Dokumenten finden. Die Welt von Wolfenstein 2 ist brutal, emotional und sehr detailliert gestaltet und trotz einiger kleiner Schwächen ein toller Singleplayer Shooter geworden.”
    Marco Schmandt, Redakteur (PlayStation 4-Version)
  • Wolfenstein 2 The New Colossus
    “Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass Panic Button Wolfenstein 2: The New Colossus überhaupt auf der Nintendo Swich ans Laufen bringen konnte. Jedem von uns war aber schon mit der Ankündigung klar, dass es grafische Einbußen geben wird. Ähnlich wie bei DOOM fielen diese vor allem im TV-Modus auf. Im Handheld sieht man zwar ebenfalls die verwaschenen Texturen und die Unschärfe, allerdings fallen einem diese durch den kleineren Bildschirm nicht so stark auf. Letztendlich kann man nur den Hut vor den Entwicklern ziehen, dass sie es überhaupt geschafft haben, ein so leistungsstarkes Spiel auf einen Handheld zu portieren. Chapeau!”
    Tobias Liesenhoff, Chefredakteur (Nintendo Switch-Version)

Ab in die Sammlung?

Wer Wolfenstein 2 noch nicht auf einer der anderen Plattformen gespielt hat, sollte sich spätestens jetzt die “Handheld”-Version zulegen, um den besten Shooter des letzten Jahres nachzuholen.

Marco Schmandt
Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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