South Park Die rektakuläre Zerreißprobe

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe – Test zum Fäkalhumor der Superhelden

Nach South Park: Stab der Wahrheit ist nun der zweite Teil der Serie auf dem Markt. Doch anstatt des gigantischen Fantasy-Universums befinden sich Kyle und seine Freunde nun im Reich der Superhelden. Ob die Geschichte wieder im authentischen South Park Stil ist und ob auch jetzt wieder Tabus am laufenden Band gebrochen werden, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Wo ist Scrumbles?

Die Geschichte beginnt da, wo der erste Teil endet. Ihr seid nun der König und der mächtigste aller Kinder. Ihr kämpft noch kurz mit euren übertriebenen Fähigkeiten gegen die Schergen eures Widersachers, bis Cartman keine Lust mehr auf Ritterspiele hat. Denn Cartman findet einen Flyer einer verschollenen Katze Scrumbles. Entschlossen, den Finderlohn von sage und schreibe 100 Dollar einzusacken, ruft Cartman die Coon and Friends dazu auf, die Katze zu finden. Der Finderlohn soll gewinnbringend investiert werden und der erste Baustein für ein aufstrebendes Franchise sein. Denn die Coon and Friends oder kurz C.a.F. wollen eigene Filme produzieren und mit Merchandise und weiteren Plänen den großen Reibach machen. Widerwillig lässt Cartman euch bei den Coon and Friends einsteigen und ihr dürft euch euren eigenen Charakter erstellen. Dazu habt ihr verschiedene Parameter, die ihr einstellen könnt. Der wohl Wichtigste ist hierbei die Hautfarbe. Denn diese bestimmt den Schwierigkeitsgrad der Kämpfe. Etwas rassistisch ist das Ganze schon, aber so kennen wir South Park nun mal von der Serie und dem ersten Teil der Reihe, wo ihr als Klasse neben Magiern und Kriegern auch einen Juden wählen konntet. In der rektakulären Zerreißprobe sind die Kämpfe einfacher, wenn ihr weiß seid und werden schwerer, je dunkler eure Hautfarbe wird. Ähnlich wie im ersten Teil lassen sich jederzeit die Kleidung, Bärte, Make-up und weitere optische Eigenschaften ändern. Hierbei haben die angelegten Kleidungsstücke jedoch keine Attribute oder Verstärkungen, sie sind rein optischer Natur. Verstärkt wird euer Superheld durch das Anlegen gefundener, gekaufter oder selbst erstellter Artefakte. Diese können in Artefaktplätze in eurer DNS eingesetzt und später auch wieder getauscht werden. Team-Boni wie mehr Rückstoß-Schaden oder eine schnellere Ulti-Aufladung sind die jeweilige Effekte der Artefakte.

Ihr könnt ganz nach euren Wünschen euren eigenen Superhelden designen

 

Welche Klasse nehme ich nur…?

Nachdem Cartman bzw. der Coon euch in seine Gruppe aufgenommen hat, dürft ihr euch noch eine Klasse aus den drei Starterklassen auswählen. Da stehen zu Verfügung: Brutalist, Speedster und Blaster. Alle Klassen spielen sich anders und haben verschiedene Fähigkeiten. Eure Wahl muss hier aber nicht so lange überlegt sein wie in anderen Spielen. Denn ihr könnt eure Klasse zu einem späteren Zeitpunkt wieder ändern und im Verlaufe des Spiels erhält man sogar weitere Klassen, weil man ansonsten viel zu uncool ist, laut dem Coon. Cartman verpasst euch dann direkt noch eine krasse Hintergrundgeschichte, warum ihr ein Superheld geworden seid und wieso die innere Kraft in euch geweckt wurde. Auf diese Story wollen wir nicht näher eingehen. Lasst euch selber überraschen. Habt ihr eine Klasse gewählt, schickt der Coon euch auf eure ersten Missionen. Ihr sollt Follower bei Coonstagram sammeln. Wie es bereits im ersten South Park Teil eine Anspielung auf Facebook gab, gibt es nun eine auf Instagram. Um Freunde bei Coonstagram zu bekommen, müsst ihr Selfies mit anderen Stadtbewohnern schießen. Hierfür könnt ihr einige NPCs einfach fragen, andere haben Voraussetzungen an ein Selfie mit euch. So sind einige Selfies an die eigene Superheldenklasse gebunden oder an eine kleine Side-Quest. Im Laufe des Spiels werden euch einige Nebenquests ereilen. Die meisten sind mit kleinen Rätseln verbunden, diese sind meist recht einfach und leicht zu durchschauen. Alle Gegenstände, mit denen ihr Aktionen durchführen könnt, sind gelb markiert, glitzern oder leuchten, sodass diese meist direkt ins Auge fallen. Solltet ihr an einer Stelle sein, in der eure erlernten Fähigkeiten noch nicht zum Lösen des Rätsels ausreichen, wird euch dies in einer kleinen Infobox angezeigt. Somit vergeudet ihr keine wertvolle Zeit mit unnötigem Rumprobieren. Neben den Rätseln gibt es eine kleine Minispielreihe und es wurde ein richtiges Craftingsystem eingeführt. Während des Spiels sammelt ihr allerhand Schrott und anderen Krimskrams. Diesen könnt ihr nun in Verbrauchsgegenstände, Beschwörungsgegenstände (dazu später mehr) oder Kleidung verarbeiten. Das Ganze ist eine nette Spielerei, leider empfanden wir die Funktion nicht unbedingt als spielentscheidend, sondern hat uns mehr auf der emotionalen Rollenspielerseite unseres Herzens angesprochen. In der eben erwähnten Minispielreihe kackt ihr in jede Toilette, die ihr findet könnt. Dazu müsst ihr je nach Schwierigkeitsgrad der Toilette mehrere Tastenkombinationen gleichzeitig oder abwechselnd drücken, um einen möglichst großen Haufen zu machen. Habt ihr die volle Sterneanzahl erreicht, ist die Toilette erfolgreich gemeistert und ihr seid dem unserer Meinung nach wichtigstem Achievement im Spiel ein Stück näher.

Schwerere Gegner haben ihren besonderen Auftritt.

 

Jetzt neu mit taktischen Kämpfen!

Natürlich bleiben Kämpfe im Spiel nicht aus. Ihr müsst allerhand Gegner besiegen, unter anderem die Lakaien von Prof. Chaos, Sechstklässler, katholische Priester oder Stripperinnen, um nur einige zu nennen. Aber auch eure verfeindete Superheldenorganisation unter der Leitung von Mysterium, die Freedom Pals, macht euch das Leben schwer. Die einzelnen Gegnertypen lassen sich dabei in verschiedene Klassen einordnen (Supporter, Nah- und Fernkampf). Da die Kämpfe im Vergleich zum Vorgänger um einiges taktischer geworden sind, ist es wichtig, die Klassen der Gegner im Auge zu behalten. Denn nun besteht das Schlachtfeld aus mehreren Feldern und ihr könnt euren Charakter sowie eure Verbündeten über die Felder ziehen. Dabei haben die jeweiligen Superheldenklassen eine verschiedene Anzahl an Bewegungsfeldern. So kann es schon mal passieren, dass die Gegner euch das Leben schwer machen, weil ihr den Supporter nicht erreicht und die Nahkämpfer ständig geheilt werden. Um euch einen Weg freizukämpfen, könnt ihr euren Attacken durch kurze Quicktime-Events mehr Nachdruck verleihen. So müsst ihr wie früher im richtigen Augenblick die Leertaste drücken, um kritische Treffer zu landen oder den Angriff durch wiederholtes Drücken aufladen. Mittels Leertaste absorbiert ihr auch einen kleinen Teil des aufkommenden Schadens und ladet eure Ulti-Anzeige schneller auf. Ist diese auf 100%, könnt ihr einen mächtigen Angriff entfesseln, der euren Gegner das Fürchten lernt. Leider waren die Kämpfe im Allgemeinen (bei mittlerer Hautfarbe und mittlerem Schwierigkeitsgrad) sehr einfach. Erst im späteren Verlaufe der Hauptstory kommt es zu einigen Schwierigkeiten in den Kämpfen. Ein weiterer Minuspunkt in den Kämpfen ist, dass einige Aktionen und Eigenschaften nicht erklärt werden. So kämpften wir bereits einige Male gegen Gegner, die Attacken erst vorbereiten mussten, wie den Pisseballon eines Sechstklässlers. Die Erklärung, was die rot schraffierten Felder, die aus der Vorbereitung resultieren, bedeuten, kam erst einige Kämpfe später. Ähnlich sieht es mit dem Anvisierungsmodus aus. Früh im Spiel wird euch erklärt, dass ihr durch Drücken des Buchstaben R in einen Anvisierungsmodus gelangt, in dem ihr Gegenstände benutzen oder untersuchen könnt. Durch Drücken der Taste R während eines Kampfes kommt ihr in einen Übersichtsmodus, so könnt ihr euch Effekte von Boni oder Malussen anschauen oder einfach einen Überblick übers Schlachtfeld erlangen. Auch diese Fähigkeit wird euch erst später im Spiel erläutert und hätte schon zuvor die eine oder andere Frage aufklären können. Eure Kämpfe gegen eure Widersacher bestreitet ihr dabei natürlich nicht alleine. Ihr erhaltet immer wieder neue Gefährten wie den Coon höchstpersönlich, Super-Craig oder Human-Kite, um nur einige der Ersten zu nennen. In der Regel habt ihr immer drei Begleiter dabei, es sei denn eine Quest verbietet es gerade. Die Begleiter lassen sich zu Beginn eines Kampfes austauschen, sodass ihr eure Sidekicks immer den aktuellen Gegner anpassen könnt.  Dabei ist es immer ratsam eine ausgewogene Mischung an Klassen dabei zu haben, denn bekanntermaßen hat ein Team aus Fernkämpfern es ziemlich schwer alleine gegen einen Trupp aus Nahkämpfern. Ein Kampf ist wie bereits im Stab der Wahrheit dann verloren, wenn alle Mitglieder des Teams besiegt sind. Um dies zu verhindern, könnt ihr Items einsetzen, die euch heilen oder aber mächtige Gefährten beschwören. So beschwört ein auf ein Stück Papier geklebter Makkaroni-Davidstern Moses, der dann eure Gegner vernichtet. Die Beschwörungen gab es bereits im ersten Teil der noch jungen Spieleserie, jetzt sind die Beschwörungen jedoch an Verbrauchsgegenstände gebunden und nicht mehr nur noch einmal täglich nutzbar.

 

Positiv:

Typisch grenzwertiger Humor
Bekannte deutsche/englische Synchronsprecher
Look der Serie gut übernommen
Kämpfe taktischer als im Vorgänger
Große Auswahl an Begleitern
Welt lädt zum Erkunden ein

Negativ:

Kleidung hat keine Auswirkung auf den Charakter
Craftingsystem nicht ausgereizt
Als „Weißer“ zu einfach
Erklärungen oft zu spät im Spiel
  • South Park Die rektakuläre Zerreißprobe

    “South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe fügt sich perfekt in das Universum von Trey Parker und Matt Stone ein. Es fühlt sich an wie eine gespielte Episode und man wird selbst ein Teil der skurrilen Stadt in Colorado. Der Schwierigkeitsgrad könnte auch auf „weiß“ etwas fordernder sein, aber das mindert den Spaß nur geringfügig. Tränen haben wir jedoch bei den vielen Witzen gelacht, waren sie noch so dreckig oder grenzwertig. Alles in allem ist das Spiel eine weitere gelungene Umsetzung der Serie und lässt auf einen weiteren Teil mit Humor, Kacke und Fürzen hoffen.”

    Jasmin Paskuda, Redakteurin

Ab in die Sammlung?

Das Spiel ist perfekt für Liebhaber der Serie und für jeden, der ein vergleichsweise leichtes Rollenspiel für zwischendurch möchte. Hardcore-Rollenspieler könnten hier nicht auf ihre Kosten kommen. Und allen, die mit der Serie schon nichts anfangen können, sollten lieber die Finger davon lassen.

Jasmin Paskuda
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!
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