Monster Hunter World – Test zum neuen Monster Mega Abenteuer

Zum ersten Mal seit der Wii gibt es wieder ein vollwertiges Konsolen Monster Hunter. Monster Hunter World nutzt die Hardware der aktuellen Konsolen, um das Jagderlebnis auf eine neue Ebene zu bringen. Fans der Reihe schätzen die tiefen Mechaniken und die Massen an Ausrüstung, Waffen und Monstern. Ob der aktuelle Teil der neue Meilenstein ist, den sich Fans erhoffen, erfahrt ihr hier im Test.

 

Eine neue Welt erwartet euch

Der Aufhänger für die Story von Monster Hunter World ist die Wanderung des Elder Dragon Zorah Magdaros in die “Neue Welt”. Als Angehöriger der fünften Flotte sollt ihr im Namen der Forschungskommission diese Wanderung und die neue Welt erforschen. Am Ziel angekommen, schließt ihr euch den anderen Huntern im Camp Astera an. All eure Anstrengungen deuten darauf hin, dass Zorah Magdaros seinem Ende nahe ist und sich zu einem Massengrab begeben will. Als sich die Hunter daran machen, Zorah Magdaros zu fangen, machen sie die Bekanntschaft mit einem weiteren Elder Dragon, Nergigante. Dieser sieht in Zorah Magdaros sein nächstes Mittagessen und verhindert so euer Unterfangen. Als dann deutlich wird, dass große Gefahr durch den Tod von Zorah Magdaros droht, müssen die Hunter einen Plan entwickeln, um Nergigante auszuschalten und eine große Katastrophe für die neue Welt zu verhindern. Die Story hat in Monster Hunter nie eine große Rolle gespielt, insbesondere gegenüber dem eigentlichen Gameplay hat diese immer nur eine Nebenrolle gehabt. Auch in World solltet ihr nicht allzu viel erwarten, denn die Charaktere bleiben recht flach und der Verlauf der Geschichte vorhersehbar. Immerhin ist sie aber unterhaltsam genug, um euch in den etwa 50 bis 60 Stunden keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Monster Hunter World

Die Story taugt leider nur als roter Faden durch die Missionen, ist aber zumindest unterhaltsam.

 

Komfort, aber ohne Kompromisse

Heutzutage überrascht es ja nicht mehr, dass viele Franchises versuchen Spieler zu gewinnen, die man eher als Casuals wertet. Zuletzt hat Destiny 2 aber bewiesen, dass dies nicht unbedingt der beste Weg ist. Umso größer waren die Bedenken von Monster Hunter Fans, dass Capcom auch diesen Weg gehen könnte. Wer die Vorgänger kennt, weiß ja, dass Monster Hunter nie dafür bekannt war, einsteigerfreundlich zu sein. Allerhand unterschiedliche Items, Rüstungs- und Waffenteile mit unzähligen Statuswerten und Attributen gilt es zu managen. Dazu kommt ein anspruchsvolles Kampfsystem, dass einige Einarbeitung erfordert. Spieler, die schnelle Action und seichte Mechaniken suchen, waren und sind bei Monster Hunter falsch. Capcom hat keinen der maßgeblichen Aspekte vereinfacht oder weniger anspruchsvoll gestaltet. Veteranen werden die eine oder andere Änderung in Sachen Komfort bemerken, mehr aber nicht. Gleich zu Beginn könnt ihr aus 14 verschiedenen Waffentypen wählen. Die alten Bekannten wie Schwert und Schild, Langschwert etc sind natürlich wieder mit dabei. Als kleine Hilfe für Anfänger gibt man euch eine Sternewertung für die Waffen, die angibt, wie gut sich eine Waffe für Einsteiger eignet. Dabei muss aber gesagt sein, dass alle Waffen gleichermaßen geeignet sind, selbst für die finalen Herausforderungen. Jede Waffe bietet dabei ihre ganz eigenen Kombos, die es zu meistern gilt. Habt ihr euch erst mal für eine entschieden, steigt ihr in die Gameplayschleife aus jagen, erforschen, craften und wieder jagen ein, die das Spiel ausmacht. Die Story führt euch dabei von Auftrag zu Auftrag und bringt euch in die Wildnis zu eurer Beute. Hier heißt es wie immer, Augen auf und beobachten, statt blind loszuschlagen. Schnelle Action ist nicht der Fokus hier. Vielmehr solltet ihr die Monster und ihr Verhalten studieren, um mehr über deren Stärken und Schwächen herauszufinden. Dabei helfen euch auch die neuen Scoutfliegen, die Spuren, Rohstoffe und dergleichen für euch markieren. Untersucht ihr diese, erhaltet ihr Erfahrung und lernt unter anderem neue Rezepte und Strategien. In alter Tradition bieten euch die Monster keine Lebensanzeige, wenn ihr sie angreift. Auch hier ist Beobachtung euer bester Freund, denn ein sichtbares Humpeln oder Sabbern ist ein ebenso guter Indikator für euren Fortschritt. Die Kämpfe sind dabei entweder chaotisch und enden mit eurem Tod oder wie ein Tanz, wenn ihr Zeit in die Vorbereitung investiert habt. Spielt ihr allein unterstützt euch zudem euer Palico tatkräftig und auch hier gibt es jede Menge Upgrades. Auch solltet ihr überlegen, wie ihr einen Kampf beenden wollt, denn der Fang eines Monsters ist wesentlich besser, als es zu erlegen. Gefangene Monster können nämlich von euch später erneut in einer Arena bekämpft werden. Der geduldige Hunter wird am Ende siegreich sein. Zurück von der Jagd investiert ihr Materialen wie Schuppen, Hörner oder Zähne, um neue Waffen oder Rüstungen zu bauen. Im Gegensatz zu den Vorgängern müsst ihr diesmal nicht ein bestimmtes Set vollständig haben, um von diversen Boni zu profitieren. Jedes einzelne Teil bietet euch hilfreiche Perks, sodass ihr auch mit einer Mischung aus verschiedenen Teilen losziehen könnt. Um euch das Craften zu erleichtern, könnt ihr in Astera die diversen Rohstoffe wie Honig oder Pilze selbst züchten. Eine weitere Erleichterung findet ihr zudem bei den Forschungsaufträgen, die ihr jetzt neben einer Mission einfach aktiv haben und automatisch nebenher erledigen könnt. In vergangenen Titeln musste man hier noch extra Auftrage annehmen und ausführen.

Monster Hunter World

Monster Hunter ist noch immer voll mit Statuswerten, Perks und anderen Dingen, die ihr managen müsst.

 

Der Multiplayer bietet eine Schwäche

Missionen erhaltet ihr in Monster Hunter World übersichtlich im Missionsbrett. Hier seht ihr nicht nur reguläre Missionen und Nebenaufträge, sondern hier findet ihr auch SOS Aufträge. Diese sind Teil des nahtlos integrierten Multiplayers. Seid ihr allein in einer Mission und kommt nicht weiter, könnt ihr ein SOS-Signal absetzten und andere Spieler können euch dann beitreten und unterstützen. Es steht euch frei, alle Missionen im Spiel allein oder mit anderen Spielern zu spielen. An sich funktioniert das auch ohne Probleme, wenn da nicht die Sache mit den Videosequenzen wäre. Hat sich nämlich ein Team gefunden, aber jemand darin hat die Videosequenz zu der Storymission noch nicht gesehen, werdet ihr wieder auseinandergerissen und müsst danach wieder zusammenkommen. Generell ist das Matchmaking etwas zu holprig für einen aktuellen Titel, hier sollte Capcom als Erstes ansetzen.

Monster Hunter World

Nergigante ist nicht erfreut, dass ihr seinen nächsten Snack im Visier habt.

 

Neue Technik für eine neue Welt

Der Sprung auf leistungsfähigere Hardware hat Monster Hunter World in der Tat auf ein neues Level gehoben. Das gilt gleich für mehrere Aspekte, denn neben dem Leveldesign und der Optik hat auch die KI massiv profitiert. In den Vorgängern waren die Level meist noch recht eindimensional, doch World geht hier in die Höhe. Die lebhafte Flora und Fauna mit dichtem Dschungel, tiefen Sümpfen und felsigen Wüsten präsentiert sich jetzt auf mehreren Ebenen. Schon das Startgebiet beweist dies eindrucksvoll, wenn ihr eure Jagd am Boden beginnt und dann die Beute bis in das Nest in den Baumwipfeln verfolgt. Die optische Leistung ist dabei wirklich beeindruckend. Immer wieder musste ich staunen, wenn ich ein neues Gebiet zum ersten Mal erforschte. Das gilt natürlich sowohl für die Gebiete als auch die Monster, denn diese sehen so lebensecht aus wie nie zuvor. Die KI trägt ihren Teil zu diesem Realismus bei, denn die Monster haben jetzt ihre eigenen Tagesabläufe und Territorien. Sie können euch jetzt sogar spontan überraschen, wenn ihr gerade mitten in einer Jagd mit einem anderen Monster steckt. Nicht immer ist das aber zu eurem Nachteil, denn auch Monster untereinander verstehen sich nicht immer so gut. Die neue Hardware hat Monster Hunter zu einem gewaltigen Sprung verholfen.

 

Positiv:

Monster Hunter ist in Bestform zurück, ohne auf komplexe Mechaniken zu verzichten
Monster- und Weltdesign sind erstklassig und wirken lebendiger als je zuvor
Das Kampfsystem erfordert Geduld und Einarbeitung, entfaltet aber enorme Möglichkeiten
Auch über die 50 - 60 Stunden der Story hinaus bekommt ihr hunderte Stunden an Gameplay geboten

Negativ:

Die Story ist kein Highlight und nur Rahmenhandlung für das eigentliche Gameplay
Das Matchmaking könnte deutlich besser funktionieren
  • Monster Hunter World
    “Mit Monster Hunter World hat Capcom eine Welt im wahrsten Sinne des Wortes geschaffen. Hat man diese betreten, kann man sich in ihrer Vielfalt und Schönheit verlieren, ohne dabei auch nur eine Sekunde Langeweile zu erleben. Monster Hunter Veteranen werden die bekannte Komplexität wieder finden, die schon die Vorgänger ausgezeichnet hat. Keine der Mechaniken wurden für Neueinsteiger entschärft, lediglich etwas komfortabler gemacht. Die Jagd bietet noch immer die gleiche Puls treibende Spannung, wenn ihr euch der mächtigen Beute nähert. Wer die Ausdauer und den Willen beweist, sich in die tiefen Mechaniken einzuarbeiten, wird von Monster Hunter World bis zum Schluss belohnt. Wer jedoch schnelle Action und seichtes Gameplay sucht, ist hier definitiv an der falschen Adresse. Die Tatsache, dass nun auch mehr Power für die KI bleibt, hat die Erfahrung zudem auf eine neue Ebene gehoben. Nichts bringt das Adrenalin so zum Fließen, wie ein heranstürmendes Monster während ihr gerade versucht eure eigentliche Beute niederzuringen. Capcom hat mit Monster Hunter World den besten Titel der Reihe geschaffen. Niemand sollte sich dieses Highlight entgehen lassen, denn hier bekommt ein echtes Highlight geboten.”
    Marco Schmandt, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Monster Hunter World ist ein Hit wie es ihn nur selten gibt. Hunderte Stunden Gameplay warten hier auf geduldige und ausdauernde Gamer.

Marco Schmandt
Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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