Zelda: Triforce Heroes – Test zur dreifachen Dungeonerkundung

Ui, ein neues Zelda für den Handheld. Perfekt, um die Wartezeit auf das neue Wii U-Zelda zu überbrücken. Aber was ist das? Online-Koopgameplay? Ulkige und auch peinlich aussehende Outfits? Was soll das denn? Das ist doch kein richtiges Zelda! Diese Stimmen waren zu hören, als Triforce Heroes angekündigt wurde. Sind die Sorgen der Zeldafans begründet? Oder kann Triforce Heroes beweisen, dass es als eigenständiges Zeldaspiel gut dasteht? Dies erfahrt ihr in unserem Test.

 

Das verfluchte “Kleid”

Das Königreich Textilia ist in tiefer Trauer. Eine fiese Hexe aus dem Lumpenland hat Prinzessin Rüschlinde verflucht, sodass die modebewusste Hoheit keine schmucken Kleider mehr tragen kann, sondern einen verfluchten schwarzen Strampelanzug, den sie nicht mehr ablegen kann. Ihr Vater und das ganze Königreich sind verzweifelt und hoffen auf eine alte Legende, die besagt, dass ein Helden-Totem das Reich retten soll. Zugegeben, die Geschichte klingt für ein Zeldaspiel etwas hanebüchen und albern, und das ist sie in gewisser Weise auch. Verkehrt ist sie allerdings auf keinen Fall, auch wenn sie manche Spieler vielleicht abschrecken wird, doch man sollte sich vielleicht mal drauf einlassen, denn, und dazu kommen wir noch in dieser Review, man verpasst sonst ein total kreatives Zeldaspiel. Auch abseits der Geschichte gibt es Sonderheiten, die man in einem Zeldaspiel sonst nicht so sieht. Dem 3-Spieler-Koop-Prinzip ist es verschuldet, dass ihr keine ganze Welt frei erkunden könnt, sondern nur in einer Stadt unterwegs seid. Diese dient euch als Hub, in der ihr euch gänzlich solo bewegt und sie erkundet. Da gibt es Madam Coutures Laden, in dem es um eines der Hauptfeatures von Triforce Heroes geht, die Klamotten. Dann ist da das tägliche Kistenspiel, bei dem ihr einmal am Tag antreten dürft, um seltene Materialien zu erhalten. Und schließlich ein fahrender Händler, bei dem ihr seltene Materialien kaufen könnt. Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem Schloss am Ende der Stadt, denn von dort reist ihr in die unterschiedlichen Dungeons. Aufgrund der großen Gefahr, die vom Lumpenland ausgeht, ist es dem Helden jedoch nur gestattet, zu dritt auf Abenteuer zu gehen. Dies geht entweder Online oder lokal mit zwei Mitspielern, egal ob Freunde oder unbekannte Mitstreiter oder aber ihr begebt, euch allein ins Abenteuer. Die anderen Zwei Plätze werden dann von Totems eingenommen, durch die ihr switchen könnt. So könnt ihr das gesamte Spiel, bis auf ein paar Ausnahmen, auch alleine durchspielen.

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Ebene geschafft, auf in die nächste!

 

Totem-Time

Das Zelda auch im Koop funktioniert, das hatte Four Swords Adventures damals ja bereits gezeigt. In diesem Aspekt muss Triforce Heroes also nichts mehr beweisen. Habt ihr also gewählt, ob ihr alleine oder mit Mitstreitern ins Abenteuer starten wollt, sucht ihr euch erst ein Gebiet aus, und wählt dann einen von vier Dungeons in diesem Gebiet. So schaltet ihr neue Gebiete und auch neue Dungeons frei. Die Dungeons bestehen immer aus jeweils vier Ebenen, dauern also nicht so lange wie normale Zeldadungeons, funktionieren jedoch genauso, wie man sie kennt und liebt. Sie stecken voller Rätsel und Gegner und werden mit jedem neuen Gebiet herausfordernder. Dabei kommt dem Spiel auch das neue Totem-Feature zugute, bei dem sich die Spieler gegenseitig hochheben können, um neue Ebenen zu erreichen. Nicht nur auf dieses Feature, sondern auch darauf, dass Dungeonitems etwas anders gehandelt werden, müsst ihr euch einstellen. Ihr habt am Anfang des Dungeons immer die Wahl aus drei vorgegebenen Items, die ihr aufteilen müsst. Je nachdem, wer welche Aufgabe bei den Rätseln übernehmen möchte, sollte sich das richtige Item aussuchen. Dabei ist es auch von Bedeutung, welches Outfit ihr tragt. Dies ist nämlich eines der Hauptziele des Spiels: Ihr sammelt durch das Abschließen eines Dungeons Materialien, die ihr zu vielen verschiedenen Anzügen schneidern lassen könnt. Diese lassen euch dann mehr Pfeile verschießen, größere Bomben werfen oder durch Lava laufen. Zuvor müsst ihr jedoch natürlich mit euren Mitstreitern kooperieren, das ist ja schließlich der Sinn und Zweck eines Koop-Spiels. Doch wie funktioniert die Kommunikation mit den Mitspielern? Zunächst einmal gibt es keinen Voicechat, was sehr schade ist. Besonders der Onlinemodus von Pokemon hat gezeigt, dass es funktioniert, und es wäre durchaus von Vorteil gewesen, Anweisungen zu geben und zu erhalten. Doch das Kommunikationsmittel, auf das letztendlich zurückgegriffen wurde, ist zwar etwas spärlicher, funktioniert aber erstaunlich gut. Auf dem unteren Bildschirm habt ihr eine Auswahl von acht Buttons, mit denen ihr euren Mitspielern klar machen könnt, was ihr von ihnen wollt. Die nötigsten Kommandos sind dabei, unter anderem “Hierher”, “Item” oder “Werfen”. Vielleicht sind acht Buttons jedoch ein bisschen zu wenig, Kommandos wie zum Beispiel “Warten” oder “Angreifen” fehlen, es wären also noch einige Optionen möglich gewesen. Doch auch mit dieser Minimalauswahl an Kommandos klappt das Durchspielen der Level auch recht gut.

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Kooperation ist der Schlüssel

 

Ich machs allein

Wenn man nicht mit Freunden oder Fremden online spielen will, dann kann man auch alleine in die Dungeons ziehen. Allerdings muss einem dann klar sein, dass man etwas länger brauchen wird, da man drei Figuren auf einmal steuern muss. Man muss sich zusätzlich im Klaren sein, dass man alleine nicht alles schaffen kann. Denn habt ihr in einem Gebiet alle Dungeons abgeschlossen und den Boss im letzten Dungeon besiegt, schaltet ihr für die Level des jeweiligen Gebietes Spezialmissionen frei. Diese variieren je nach Level, so müsst ihr eines ohne Schwert durchspielen, in einem dürft ihr nicht von Plattformen fallen, und Zeitlimitherausforderungen gibt es natürlich auch. Und bei Letzterem kommen wir zu dem Punkt, der alleine einfach nicht möglich ist. Wenn man alle drei Figuren alleine steuern muss, dauert alles einfach zu lange, sodass ihr nie rechtzeitig ans Ziel kommt. Wenn ihr also diese seltenen Materialien wollt, die ihr für das Abschließen der Spezialmissionen erhaltet, dann müsst ihr euch auf andere Mitstreiter verlassen. Vielleicht seid ihr ja auch gezwungen, alles alleine zu machen, weil eure Internetverbindung nicht stabil genug ist. Denn bei einem Disconnect werdet ihr rausgeschmissen. Hier wäre es doch sicher möglich gewesen, dass man hier dann automatisch Totemmitstreiter an seine Seite bekommt, dass man das Level zu Ende spielen kann. Da frustet es stattdessen sehr, wenn man kurz vor Ende eines Dungeons rausfliegt und die Items vergessen kann. Wofür man immer eine Onlineverbindung braucht, ist der Arenamodus. Hier tretet ihr gegen zwei andere Spieler an. Die Maps sind an die Gebiete angelehnt, um die Items muss man sich kloppen. Hier zeigt sich, wer der beste Link ist.

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Auch die Bosse sind auf das 3er-Koop-Gameplay eingestimmt

 

Das beste Easter Egg der Welt

Optisch hält sich Triforce Heroes an das letzte Handheldzelda. Dementsprechend sieht es genauso wie A Link Between Worlds aus. Die Charaktere sind, wie von Zeldatiteln gewohnt, alle liebevoll designt, genau wie die Anzüge, die Link sich überstreift. Naja, vielleicht wird es nicht jedem zusagen, dass Link Crossdressing betreibt und sich manchmal auch Zeldas Kleid anzieht, aber dafür gibt es natürlich auch extrem männliche Kleider, wie zum Beispiel den Goronenanzug. Ebenso von Zeldaspielen sind wir gute Musik gewohnt, und auch hier werden wir nicht enttäuscht. Das Allerbeste, was ihr akustisch in diesem Spiel finden werdet, ist jedoch nicht etwa die atmosphärische Musik in den Dungeons, sondern ein Easter Egg aus der Lobby. Rennt ihr dort gegen die Wand, fällt manchmal ein violetter Ball von der Decke. Wenn ihr es schafft, ihn zu jonglieren, ertönen viele bekannte Melodien aus alten Zeldateilen. Ich persönlich habe mit dieser Kugel bereits Stunden verbracht, und wenn ihr auch so einen großen Wert auf die Musik in Zelda legt, werdet ihr das auch, glaubt mir.

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Cooler Look, Link!

 

Fazit:

Alle Zweifel, dass Triforce Heroes kein richtiges Zelda ist, kann ich entkräftigen. Sicher, die Story ist zwar absurd, aber trotzdem sympathisch erzählt. So richtig macht Triforce Heroes nur Spaß, wenn der Onlinemodus funktioniert, aber die Dungeons sind gewohnt grandios, die Klamotten bringen erfrischenden Pepp ins Spiel und das Spiel besitzt eines der besten Easter Eggs aller Zeiten. Zeldafans mit 3DS kommen an diesem Titel nicht vorbei.

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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