Yomawari: Night Alone – Test zum niedlichen Survival Horror

Wenn man an Survival Horror denkt, dann fallen einem recht viele Entwickler ein. Die wenigsten werden aber wohl NIS America auf dem Schirm haben. Yomawari: Night Alone ist aber genau in diesem Genre zuhause. Aber nichts ist so einfach wie es scheint mit diesem Titel. Denn NIS wäre nicht NIS wenn Yomawari nicht etwas besonderes wäre. In diesem Fall ist es die Optik die untypisch für das Genre ist. Wie sich der süße Art Style mit dem Gameplay verträgt, verrate ich euch jetzt im Test.

 

Allein im Dunkeln oder etwa nicht?

Die Story beginnt als es Nacht wird. Wir, ein kleines namenloses Mädchen, führen gerade unseren Hund Poro Gassi. An einem Tunnel wird Poro jedoch plötzlich unruhig und auch uns selbst wird es auf einmal etwas seltsam zumute. Flinken Fußes machen wir uns also auf den Weg nach Hause. Auf einmal huscht jedoch etwas hinter uns vorbei und verschwindet sofort wieder im Unterholz. Noch ein Grund mehr die Beine in die Hand zu nehmen. Zurück auf der Straße entdeckt die Kleine dann einen Stein und hebt diesen auf. Leichtsinnig und unachtsam wirft sie den Stein auf die Straße und es passiert was passieren musste. Poro rennt hinter dem Stein hinterher. Mit einem Schlag werden er und wir selbst von einem Auto überrascht. Als wir wieder zu Bewusstsein kommen ist Poro verschwunden und nur eine Blutspur auf dem Boden deutet sein Schicksal an. Geschockt rennen wir nach Hause wo unsere große Schwester auf uns wartet. Verwundert über den fehlenden Hund will sie sich in der Dunkelheit aufmachen um Poro zu suchen. Ihr sollt im Haus bleiben und auf die Rückkehr eurer Schwester warten. Stunden vergehen und keine Spur von Poro oder eurer Schwester. Verzweifelt bleibt euch nur eine Wahl, nämlich selbst nach eurer Schwester zu suchen. Verängstigt macht ihr die ersten Schritte in der Dunkelheit und die Stadt erscheint merklich gefährlicher geworden zu sein. Immer wieder tauchen dunkle Gestalten im Licht der Straßenlaternen auf. Obwohl euch euer Herz bis zum Hals schlägt, schafft ihr es eure Schwester zu finden. Allerdings hält das Wiedersehen nicht lange, denn sie fordert euch auf euch zu verstecken und als ihr die Deckung wieder verlasst ist sie erneut verschwunden. Verzweifelt rufen wir nach ihr und finden nur ihre Taschenlampe (Must Have #1 für ein Survival Horror Spiel). In dem Moment als die Taschenlampe in unseren Händen den Weg vor uns erleuchtet sehen wir es. Ein gigantisches Monster kommt direkt auf uns zu und als wir davonrennen laufen wir weiteren Schattenwesen in die Arme. Die Stadt wimmelt nur so vor Geistern, Monstern und sonstigen Gefahren. Doch ihr hebt keine Wahl, um eure Schwester und Poro zu finden müsst ihr die Stadt weiter erkunden und den Gefahren trotzen.

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Als ihr ohne Poro heimkehrt, will sich eure große Schwester auf die Suche begeben.

 

Taschenlampe und Steine

Eines Vorweg, wer hier einen krassen Schocker erwartet liegt falsch. Vielmehr haben wir es mit einer überaus spannend erzählten Spukgeschichte zu tun. Gegner kommen in verschiedenen Formen. Die normalen Schattenfiguren die wir große schwarze Versionen der Waldgeister aus Prinzessin Mononoke aussehen bis hin zu dem großen Krabbler vom Anfang. Hinzu kommen Geisterhunde, ein gigantischer Tausendfüßer und diverse Geister die als Bosse dienen. Alle haben aber eines gemeinsam alle töten euch bei Berührung sofort. Die einzigen Mittel die euch zur Verfügung stehen sind dabei eure Taschenlampe und Steine. Mit der Lampe macht ihr Geister sichtbar aber erregt auch deren Aufmerksamkeit. Das Problem dabei ist das Gegner manchmal an Punkten stehenbleiben an denen es dann fast unmöglich ist vorbeizukommen. Scheitern ist da oft vorprogrammiert. Steine können einerseits zur Ablenkung genutzt werden oder um den Weg zu markieren. Ein Kampfsystem gibt es nicht, euch bleibt lediglich die Option euch in bestimmten Gebüschen oder hinter Werbeschildern zu verstecken. In diesem Fall deuten rote Wolken um euch an wie sich die Geister um euch bewegen und eurer Herzschlag verdeutlicht wie nah diese sind. Ist die Luft rein kommt ihr aus dem Versteck hervor und versucht euren Weg fortzusetzen. Sollte es dabei mal brenzlig werden, könnt ihr einen kurzen Sprint einlegen bevor ihr erschöpft langsamer werdet. Auf eurem Weg durch die Stadt findet ihr immer wieder Items die euch helfen wie zum Beispiel eine Schaufel. Heilitems gibt es dabei allerdings keine, warum auch wenn euch die Geister sofort töten. Das wahrscheinlich begehrteste Item dürfte aber wohl die 10 Yen Münzen sein. In Mülltüten oder auf der Straße selbst könnt ihr ab und zu eine davon finden. Diese funktionieren im Grunde wie Farbbänder in Resident Evil. Während eines Kapitels könnt ihr an Jizo Statuen nur so oft speichern wie ihr Münzen habt und diese sind selten. Ihr solltet also gut überlegen wann ihr diese benutzen wollt. Nach jedem Kapitel kehrt ihr nach Hause zurück und könnt dort dann kostenlos speichern. Durch sieben Kapitel hindurch müsst ihr euch einen weg durch die Stadt bahnen, in der Hoffnung eure Schwester und Poro wiederzufinden.

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Der große Krabbler ist nur einer der Geister, die in der Stadt umherstreifen.

 

Horror mit niedlicher Optik

Wenn Yomawari eines für sich beanspruchen kann, dann das es in seinem Genre einen einzigartigen Look zu bieten hat. Die schön gezeichneten Hintergründe mit den flackernden Straßenlaternen und den niedlichen Charaktere und Details erinnern fast an einen Hayao Miyazaki Film. Und auch die Soundeffekt vermitteln diesen Eindruck. Das statische Summen der Beleuchtung von Automaten und Lichtanlagen, zirpende Grillen und unheimliche Laute erzeugen eine spannende Atmosphäre. Die Miyazaki Filme waren hier mit Sicherheit eine Inspirationsquelle.

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Habt ihr euch versteckt, zeigen euer Herzschlag und die roten Nebel die Geister um euch herum an.

 

Fazit:

Yomawari Night Alone mixt gekonnt eine süße Optik mit klassischem Survival Horror. Die Story bietet dabei viele traurige und schaurige Momente die ganz klar ernster sind als die Optik es vermuten lässt. Das spannende Versteckspiel mit den Geistern und Dämonen ist zwar mechanisch extrem simpel gehalten, einfach ist Yomawari deshalb noch lange nicht. Jeder unachtsame Schritt kann euer letzter sein. Die Tatsache, dass Speichern während eines Kapitels beschränkt ist steigert den Druck dabei noch etwas. Das Design der Welt ist hervorragend und die sowohl die Charaktere als auch die Monster sind haben ihren ganz persönlichen Charme. Yomawari Night Alone ist ein Geheimtipp vor allem aufgrund der außergwöhlichen Darstellung im Kontrast zum Genre. Auf jeden Fall ausprobieren.

 

89

 

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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