Yo-Kai Watch 2 – Test zur Reise in das alte Lenzhausen

Nach dem großen Erfolg vom ersten Ableger der Yo-Kai Watch Reihe für den Nintendo 3DS, erreichte uns nun der zweite Teil Yo-Kai Watch 2. Für viele ein Pokémon-Imitat, für andere ein eigenständiges, besseres, spaßiges Spiel. Doch besonders in Japan in der Hype um Yo-Kai Watch riesig. In Yo-Kai Watch 2 führt uns die Reise diesmal nicht nur durch Lenzhausen, sondern auch durch die Zeit. Welche Verbesserungen es zum ersten Teil gibt und ob wir das Spiel weiterempfehlen können, lest ihr in unserem Test.

 

Der Sammelwahn geht weiter

Das Hauptziel des Spiels ist es wieder einmal, sich mit möglichst vielen Yo-Kai zu befreunden. Im ersten Teil konntet ihr noch über 200 Yo-Kai sammeln, nun hat sich eine Vielzahl der Geister hinzugesellt. Doch die Besonderheit an Yo-Kai Watch 2 ist, dass es nun zwei unterschiedliche Versionen gibt, die auf die Namen Knochige Gespenster und Kräftige Seelen hören. In beiden Versionen gibt es exklusive Yo-Kai, die ihr nur durch den Tausch mit einem Besitzer der jeweils anderen Version erhalten könnt. Erwerbt ihr das Spiel im Nintendo eShop, gibt es sogar ein exklusives Yo-Kai obendrauf, doch auch das kann zum Glück durch den Tausch erworben werden. Beim Kauf der Retail-Version erhaltet ihr sogar einen exklusiven Ulti-Seelenschlag für Jibanyan. Eine tolle Dreingabe von Nintendo, wodurch jeder Käufer versorgt wird. Doch nicht nur die Yo-Kai und die Dreingaben sind die Besonderheit der neuen Versionen, auch der Fraktionskrieg zwischen Seelen und Gespenstern sorgt für neuen Content im Spiel. In Kämpfen, die ihr nun endlich über das Internet austragen könnt, könnt ihr mit eurem Team gegen andere Spieler antreten. Doch der neue Modus, der Yo-Kai Blasters Modus, kann nur lokal bestritten werden. In diesem könnt ihr eine von vier verschiedenen Klassen annehmen, um Gegner zu besiegen und Onikugeln zu sammeln. Leider verschenktes Potenzial, da gerade dieser einzigartige Modus mit anderen Spielern Spaß machen würde.

Nicht nur drei, sondern einige Hundert Yo-Kai wollen gesammelt werden

 

 

Altes und Neues in Einem

Als Spielgebiet dient wieder mal unsere Heimatstadt Lenzhausen. Doch neben Lenzhausen ist es uns möglich, andere Ortschaften mit dem Zug besuchen. Habt ihr euch ein Ticket gekauft, könnt ihr mit den verschiedenen Zuglinien in vielerlei Orte gelangen. Da sich Lenzhausen im Vergleich zum ersten Teil kaum geändert hat, sind die unterschiedlichen Städte und die damit vergrößerte Spielewelt eine willkommene Abwechslung. Doch für mich war das Zugfahren die reinste Qual: Durch die verschiedenen Linien kann es zu Verwirrungen kommen, welcher Zug nun derjenige ist, in den ihr steigen müsst. Mir ist es passiert, dass ich zunächst in die falsche Richtung gefahren bin, dann mit der falschen Linie gefahren bin und zum Schluss eine Station zu weit gefahren bin. Das zehrt ganz schön an den Nerven, da nach jeder Station ein kurzer Dialog zu sehen ist, welcher in einem Kampf enden kann. Aber ein ganz wichtiger Negativpunkt aus dem ersten Teil wurde überarbeitet: Die Karte, die auf dem Touchscreen angezeigt wird. Denn neben dem nächsten Ziel als Pin oder Pfeil werden nun endlich Markierungen der wichtigsten Orte auf der Karte angezeigt, sodass ihr euch in der vergrößerten Spielewelt besser orientieren könnt. Allerdings erlebt in Lenzhausen vieles aus dem ersten Teil erneut, selbst manche Quests aus dem Vorgängertitel wurden übernommen. Es kommt beispielsweise wieder der Lasterkampf mit Jibanyan vor, der einem schon aus Teil 1 und der Anime-Serie bekannt ist. Doch trotz vieler Inhalte, die aus dem ersten Teil übernommen wurden, findet man viele Neuheiten im zweiten Teil.

Achtet unbedingt auf die Durchsagen!

 

Belebte Spielwelt mit hohem Detailgrad

In der Stadt sind überall Portale der Laune verstreut, die je nach Raum eine andere Herausforderung bieten. Ihr müsst beispielsweise Yo-Kai besiegen oder andere skurrile Dinge bewältigen. Zudem sind in der Spielewelt Rateschilder aufgetaucht, die ein Rätsel beinhalten. Wisst ihr den Namen des Yo-Kais, der auf dem Schild gesucht ist, müsst ihr diesen dorthin bringen, um ein Ereignis auszulösen. Yo-Kai Watch 2 wartet zudem mit einer belebteren Stadt durch Menschen, die wackelnde Pizzakartons durch die Gegend kutschieren oder mit ihren Hunden Gassi gehen, neuen Aktionen wie der Kristalliseelung, bei der ihr Medaillen in Seelensteine tauschen könnt, neuen Münzen für den Yo-kaimaten und vielem mehr auf. Auch neue Bonusszenen und eine neue Mechanik bei dem Ulti-Seelenschlag, bei der ihr an einer Uhr drehen müsst, sind mit an Bord. Doch nicht alle Neuerungen zaubern einem Freude ins Gesicht. Vor allem das neue Minispiel, bei dem man beim Abendessen die Knöpfe im Takt drücken muss, fordert mehr Nerven, als es nützt. Leider sind diese nicht überspringbar und in Teilen der Story Pflicht. Doch der Rest von Yo-Kai Watch 2 lebt nach der Devise: Never change a running system! Denn die vertonten Zwischensequenzen mit den originalen Synchronstimmen, die lustigen Lieder und der eingängige Sound machen Yo-Kai Watch zu dem Spiel, was es einem eigenständigen Spiel macht, welches man nicht mit Pokémon vergleichen sollte. Durch die Musik und der Gestaltung der Dialoge durch zackige Sprechblasen und großer Schrift wirkt das Spiel dynamischer als zuvor und macht es angenehm zu spielen.

In Kämpfen könnt ihr nicht immer aktiv eingreifen

 

Reise durch die Vergangenheit

Eine der größten Neuerungen in Yo-Kai Watch 2 ist es, dann ihr nach einer gewissen Spielzeit in die Vergangenheit reisen könnt. Da ihr flexibel in der Zeit reisen könnt, ergeben sich so natürlich neue Möglichkeiten bei Quests und Aufgaben. Auf der Suche nach der ersten Yo-Kai Watch erlangt ihr zudem neue Fähigkeiten, die euch im Kampf einen großen Nutzen erweisen. Drückt ihr auf die Mitte des Kampfbildschirmes, switcht ihr eure Yo-Kai Watch. Statt einem Ulti-Seelenschlag und dem Fokussieren eines Gegners könnt ihr nun die Maxi-Kraft aktivieren und die Gegner anstupsen. Bei der Maxi-Kraft wird der Ulti-Seelenschlag der Yo-Kais, der sich in der Mitte befindet, stärker als zuvor. Doch dazu wird die Seelenanzeige aller drei Yo-Kai geleert, die sich momentan im Kampf befinden. Beim Stupser könnt ihr nun mit beseelten Gegnern interagieren und euch so Vorteile verschaffen. Auch bei der Gestaltung der neuen Yo-Kai merkt man, dass den Entwicklern von Level-5 noch nicht die Ideen ausgegangen sind. So versteckt Graf Zappula beispielsweise eure Fernbedienung, wer kennt dieses schwerwiegende Problem nicht? Dabei haben die Entwickler ein wichtiges Feature hinzugefügt, welches leider im ersten Teil gefehlt hat. Um euch mit neuen Yo-Kai anzufreunden, müsst ihr diesen ihr Lieblingsessen schenken. Ob sich der Yo-Kai dann mit euch befreundet oder nicht, ist Zufall. Im ersten Teil war es ein „Trial and Error“-Verfahren, da euch keine Infos zur Verfügung standen, welcher Yo-Kai auf welche Art von Essen steht. Nun könnt ihr im Kampf mit der Lupe über den Gegner fahren, um sein Lieblingsessen zu erfahren. Trotzdem wäre das Medaillium beispielsweise ein guter Ort gewesen, um die fehlenden Infos zu den Yo-Kai unterzubringen.

 

Positiv:

Neue sammelbare Yo-Kai, die lustige Namen und Eigenschaften besitzen
Viele kleine Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger
Größere Spielwelt als im Vorgänger, die lebendig wirkt
Eingängiger Sound und einzigartige Musik

Negativ:

Viele recycelte Spielinhalte aus dem Vorgängerteil
Neuer Blasters Modus nur lokal spielbar
Teilweise monotone Quests, in denen man von Punkt A nach B muss
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58908″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Jasmin Paskuda, Redakteurin”]

“Ich bin seit dem ersten Teil ein riesiger Fan von Yo-Kai Watch. Für mich ist das Spiel kein Abklatsch von Pokémon, da alleine das Kampfsystem und die realistische belebte Welt zu einem stimmigen Spiel beitragen. Doch im zweiten Teil von Yo-Kai Watch wurde vieles aus dem Vorgängerteil recycelt. Viele Quests und Storyeinschnitte kommen Fans der Reihe ziemlich bekannt vor. Doch trotzdem wurden viele kleinere Neuerungen im Spiel implementiert, sodass sich der Kauf des Spiels allemal lohnt. Selbst, wenn ihr das Spiel durchgespielt habt, gibt es noch einiges im Spiel zu erleben. Gebt den kunterbunten Wesen also eine Chance, euer Herz zu erobern.”

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Ist die Vergangenheit von Lenzhausen sehenswert?

Alle sammelwütigen Monsterliebhaber, die ein innovatives Kampfsystem zu schätzen wissen, werden hier bestens bedient sein. Auch diejenigen, die schon den ersten Teil zu Yo-Kai Watch gespielt haben, können hier beherzt zugreifen.

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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