Yakuza Kiwami – Test zum Remake des Gangster Ursprungs

Sega startete im Jahr 2005 mit der Yakuza-Reihe einen japanischen Angriff auf die GTA Formel. Der Titel konnte damals schon mit einer emotionalen Story punkten und massig Fans für sich gewinnen. Der Mix aus ernster Story und wahnwitzigen Nebenbeschäftigungen hat seitdem nicht an Beliebtheit verloren, sondern hat immer weiter zugelegt. Jetzt haben wir uns mit Yakuza Kiwami das Remake des Originals angeschaut. Wie meine Erfahrungen waren, erfahrt ihr jetzt im Test.

 

Zurück nach Kamurocho

In Yakuza Kiwami schlüpft ihr wieder (oder zum ersten Mal) in die Rolle von Kazuma Kiryu. Der junge Yakuza hat sich in der Vergangenheit einen Namen in der Unterwelt von Kamurocho gemacht (siehe Yakuza 0). Nach einem Anruf von seinem besten Freund Nishki, stürmt Kiryu los und findet diesen mit Blut an seinen Händen auf. Nishki hat das Oberhaupt der Dojima Familie, zu der sowohl Nishki als auch Kiryu gehören, erschossen, als dieser sich an einer Jugendfreundin der beiden vergreifen wollte. Um seine Freunde zu schützen, schickt Kiryu die beiden weg und übernimmt die Schuld für die Tat. Nach zehn Jahren kommt der gefallene Yakuza dann wieder aus dem Gefängnis frei und findet sich schneller wieder seine alte Welt verstrickt als ihm lieb ist. Und es wartet auch eine unschöne Überraschung auf ihn, denn sein einst bester Freund hat sich zu einem machthungrigen Widersacher entwickelt. Als dann auch noch eine große Summe Geld aus dem Vermögen der Yakuza verschwindet, entbrennt eine Jagd nach dem Geld zwischen den einzelnen Clans. Die Antwort auf den Verbleib des Geldes könnte dabei im Besitz eines kleinen Mädchens liegen, die Kiryu von da an versucht zu schützen, da sie ins Visier der Yakuza gerät.

Yakuza Kiwami

Kiryu wird wieder in eine intensive Story verstrickt.

 

Majima an der Stripperstange

Nach dem Einführungspart findet ihr euch im guten, alten Kamurocho wieder. Hier erwartet euch wieder allerhand an Nebenquests und Nebenbeschäftigungen. Bei den Wegen von A nach B durch den Bezirk werdet ihr dabei von Mobs und Gangstern aufgehalten und in eine der unzähligen Schlägereien verstrickt. Was hier sehr nervig wird, ist die generelle Formel nach denen die Kämpfe funktionieren. In den meisten Fällen wirft man euch einfach ein paar generische Schläger in den Weg, die einfach zu besiegen sind. Wenn dann aber bewaffnete Gangster dazukommen, verbringt ihr viel Zeit am Boden. Nicht weil diese zu stark sind, sondern weil die Attacken mit Waffen euch sofort betäuben und verwundbar machen. Solche Kämpfe sorgen dann sehr schnell für Frust. Im Vergleich zum Original müsst ihr euch aber nicht zusätzlich noch mit dem allzu steifen Kampfsystem abmühen. Stattdessen greift ihr auf die Kampfstile aus Yakuza 0 zurück. Auch das Aufleveln dieser Stile, wie Beast, funktioniert wie im Prequel. Ihr investiert hart verdiente Yen in neue Upgrades und Kombos. Nur der aus dem original Yakuza bekannte Dragon Style unterscheidet sich hier von den anderen. Um hier neue Kombos freizuschalten, müsst ihr euren alten Widersacher Majima im Kampf besiegen. Das Majima Everywhere Feature ist dabei wirklich für einige Lacher gut, denn Majima ist recht kreativ wo, wann oder in welcher Verkleidung er euch überrascht. Überall und an jeder Ecke kann er auf euch warten und spontan überfallen. Damit ersetzt er im Grunde Mr. Shakedown aus Yakuza 0, doch leider auch mit einem kleinen Problem. Majimas Auftritte sind leider etwas unregelmäßig geraten und machen es so recht schwer, den Dragon Style gut auszubauen. Zudem kann es passieren, dass Majimas Intermezzos mit der Geschichte in Konflikt geraten. So tauchte er für mich einmal direkt nach einer Storypassage auf, in der er verletzt wurde. Generell sorgen die Momente aber für eine willkommene Auflockerung zwischen den ernsten Storyparts.

Yakuza Kiwami

Majima wird euch in vielen schrägen Situationen überraschen.

 

Grafisch aufpoliert

Yakuza Kiwami gibt sich bei der Optik absolut keine Blöße. Man hat sich hier der Yakuza 0 Engine bedient und die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Kamurocho sieht wie ein echtes 80er Jahre Schaustück aus. Die bunten Lichter lassen das Nachtleben des Bezirks lebendig wirken und sieht man sich die Gesichter der Charaktere vor allem in den Videosequenzen an, so sieht man die Details. Bei den Nebencharakteren hat man zwar etwas gespart, dennoch sehen auch diese sehr ordentlich aus. Man bekommt schon einen guten Eindruck davon, was uns erwartet, wenn Yakuza 2 Kiwami erscheint. Diese wird dann noch mal eine Schippe drauflegen mit der neuen Yakuza 6 Engine. Mit der optischen Aufbereitung des Remakes haben die Entwickler aber wirklich eine gute Leistung abgeliefert.

 

Positiv:

Erstklassige Story mit vielen Wendungen
Story wurde um Sequenzen erweitert, die Nishkis Wandel besser erklären
Kampfsystem aus 0 sorgt für deutlich mehr Schwung
Majima sorgt für eine Menge witzige Situationen

Negativ:

Majima Everywhere Feature steht manchmal in Konflikt mit der Story
Bewaffnete Gegner können schnell frustrieren
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58912″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Marco Schmandt, Redakteur”]

“Wie bereits Yakuza 0 ist auch Kiwami ein echtes Schmuckstück geworden. Das Remake des ersten Teils der Reihe leidet zwar noch immer unter manchen Schwächen des PS2 Originals, bietet aber dennoch jede Menge tolle Neuerungen. Die Story um den Wandel von Kiryus bestem Freund Nishikiyama zu seinem ärgsten Feind ist noch immer packend. Auch die Rückkehr des Fanlieblings Goro Majima ist wirklich gelungen. Das Majima Everywhere Feature sorgt im Verlauf für einige der witzigsten Momente im gesamten Spiel. Schade ist nur, dass dieses Feature hin und wieder mit der Story in Konflikt gerät. Wer zuvor das Prequel gespielt hat, wird zudem bemerken, dass es hier deutlich weniger Content gibt. Während 0 locker 80+ Stunden zu bieten hatte, ist bei Kiwami schon etwa nach einem Drittel Schluss. Dieser Umstand sollte aber dennoch niemanden davon abhalten, diesen Titel noch einmal oder gar zum ersten Mal zu erleben. Für etwa 35€ bekommt man hier erstklassige Unterhaltung.”

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Ab in die Sammlung?

Yakuza Kiwami ist ein Muss für Yakuza Fans und jeden, der einen Einstieg in die Reihe sucht. Bei dem Preis kann man absolut nichts falsch machen.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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