Wolfenstein 2: The New Colossus – Test zum Singleplayer Shooter

Wolfenstein konnte mit The New Order und The Old Blood die Shooter Reihe erfolgreich wiederbeleben. Die brachiale Action mit dem absoluten Fokus auf ein reines Singleplayer Erlebnis kam bei den Fans hervorragend an. Mit The New Colossus versucht Bethesda an diesen Erfolg anzuknüpfen. Wie sich B. J. Blazkowicz in seinem neuen Freiheitskampf geschlagen hat, erfahrt ihr jetzt im Test.

 

Nazis raus

Wolfenstein 2 The New Colossus setzt nach dem ersten Teil an. Blazkowicz ist dem Tode nah, als seine Freunde ihn finden und es nur knapp schaffen ihn zu retten. Während sich B.J. langsam erholt, bleiben die Nazis natürlich nicht untätig. Nach Monaten wird die Gruppe dann von General Engel gefunden und Blazkowicz muss den Tod einer seiner Gefährten mit ansehen. Von da an heißt es nicht nur Rache an Engel nehmen, die eine extrem überzeugende und hassenswerte Gegenspielerin ist, sondern auch Amerika von den Nazis zu befreien. Diese haben in der Zwischenzeit nämlich die USA eingenommen. Unterstützt wird B.J.s Gruppe dabei von neuen Kameraden, von denen jeder eine ganz eigene Hintergrundgeschichte und Persönlichkeit bietet. Positiv an der neuen Story sind die ernsten Untertöne, sei es, wenn Charaktere deren Vorgeschichte enthüllen oder in den Flashback Sequenzen mit B.J.s Vater. Die Geschichte schafft es eine dichte Atmosphäre aufzubauen, die hin und wieder aber sehr abrupt zwischen ernsten und witzigen Momenten wechselt. So krasse Wechsel können schon mal sehr seltsam wirken.

General Engel ist sadistisch durch und durch.

 

Action, Action und jede Menge Kugeln

Das Gameplay von Wolfenstein kann man mit sehr wenigen Worten zusammenfassen. Ihr schießt, hackt und sprengt euch mit einem breiten Arsenal Waffen durch die Armeen der Nazis und bedient euch hier und da auch einiger Sci-Fi Waffen. Solltet ihr euch zudem schon immer danach gesehnt haben auf einem Robohund mit Flammenwerfer zu reiten, dann kann euer Traum jetzt wahr werden. Wo eine Waffe nicht ausreicht, lässt euch das Spiel die Option je eine Waffe pro Hand auszurüsten. So könnt ihr zum Beispiel eine schallgedämpfte Waffe in der einen und ein Maschinengewehr in der anderen halten. Das sieht nicht nur stylisch aus, sondern sorgt auch für flotte Action. Das Spiel gibt euch hier und da aber auch immer wieder Anreize leise vorzugehen und insbesondere Offiziere geräuschlos auszuschalten, da diese Verstärkung rufen könnten. Diese Nahkampfangriffe sind dabei nicht zimperlich und euer Ziel findet ein schnelles gnadenloses Ende durch ein Beil. Lautloses Vorgehen ist zudem manchmal auch so anzuraten, weil B.J. etwas fragiler ist als noch in den Vorgängern. Des Öfteren wurde ich getötet, ohne wirklich viele Treffer eingesteckt zu haben. Am besten gefallen haben mir aber die temporären Waffen, die ihr von manchen Gegnern aufheben könnt. Zum Beispiel gibt es eine Plasmakanone, die Metall in Sekunden schnelle schmelzen kann, die aber immer wieder an einer nahe gelegenen Station wieder aufgeladen werden muss. Diese Waffen können also in den meisten Fällen nicht durch den Level mitgenommen werden, lockern die Action aber sehr auf. Jede der Waffen, die aber dauerhaft in eurem Arsenal landen, bieten euch mit der Zeit bis zu drei Upgrades, die das Handling und das Gameplay der jeweiligen Waffen stark verändern können. Was mich allerdings sehr enttäuscht hat, ist, dass man in der gesamten Kampagne nicht einen Bosskampf geboten bekommt. Die Bosse in den Vorgängern waren jedes Mal ein Highlight, doch hier bekommt man es meist nur mit Standardgegnern oder stärkeren Varianten davon zu tun. Zudem verliert das Spiel das Ziel der Story immer wieder aus dem Auge, so gut die Geschichte auch ansonsten funktioniert. Ziel sollte es ja sein Amerika zu befreien, am Ende hat man jedoch nichts erreicht und es scheint eher so, als ob man einen Füller bis zur Fortsetzung gespielt hat. Ein abschließender Bosskampf oder ein spürbarer Erfolg zum Abschluss wären cool gewesen.

Wolfenstein 2 The New Colossus

Die Waffen bieten einige interessante Upgrades.

 

Brutal schnell und ausdrucksstark

Wolfenstein 2 kann auf einer Linie wirklich überzeugen und das ist die absolut flüssige Darstellung. Selbst wenn es auf dem Bildschirm so richtig abgeht, gibt sich der Shooter keine Blöße und bleibt bei einer stabilen Framerate. Und dabei sieht das Sequel auch noch richtig gut aus. Gesichtsanimationen, Effekte sowie Details wie Waffenanimationen machen das Geschehen auf dem Bildschirm zu einem Fest. Manche der NPCs haben aber nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen und sehen daher oft eher nach PS3 Modellen aus Fallout 3 aus. Unterstrichen wird die harte Action durch treibende Metal und Rock Sounds, wenn es richtig losgeht. Dialoge werden durch überzeugende Sprecher zu einem Hauptgrund für die Glaubhaftigkeit der Story.

 

Positiv:

Kompromisslose Action von Anfang bis Ende
Interessante, gut geschriebene Charaktere
Arsenal ist sehr abwechslungsreich und Upgrade bieten interessante Optionen
General Engel ist eine der überzeugendsten Gegenspielerinnen der letzten Jahre

Negativ:

Story bietet leider keine Bosskämpfe und das Ziel des Widerstands wird nie wirklich erreicht
B.J. ist ein wenig zu fragil und segnet häufiger als zuvor das Zeitliche
Leveldesign manchmal etwas zu langweilig und vorhersehbar
  • Wolfenstein 2 The New Colossus
    “The New Colossus ist ein kompromissloser Shooter mit jeder Menge Action. Obwohl die Story diesmal deutlich mehr Tiefe bietet, gibt es hier und da Momente, in denen die Dialoge stark zwischen sehr ernst und total schräg schwanken. Diese Wechsel sind insbesondere dann etwas krass, wenn sie direkt aufeinanderfolgen. Trotzdem funktioniert die Geschichte extrem gut dank der gut geschriebenen Charaktere. Das Leveldesign hat dabei viele eindrucksvolle Momente zu bieten, die aber insgesamt nicht ganz so gut spielbar sind wie noch in den Vorgängern. Etwas zu oft für meinen Geschmack bestehen Level aus Pools gefüllt mit Nazis, die es auszuschalten gilt, bevor es zum nächsten Pool geht. Wer aber gerne nach kleinen Details sucht, die die Welt glaubhaft machen, wird diese in vielen Plakaten und Dokumenten finden. Die Welt von Wolfenstein 2 ist brutal, emotional und sehr detailliert gestaltet und trotz einiger kleiner Schwächen ein toller Singleplayer Shooter geworden.”
    Marco Schmandt, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Fans von Singleplayer Shootern werden in diesem Jahr wohl keinen besseren Titel finden als Wolfenstein 2.

Marco Schmandt
Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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