White Day: A Labyrinth Named School – Test zum Schul-Horror auf der PS4

Das Survival Horror Genre hat sich in den letzten Jahren etwas rar gemacht. Insbesondere Vertreter auf der eher klassischen Seite sind von Action orientierten Titeln verdrängt worden. Mit White Day: A Labyrinth Named School kommt jetzt eine überarbeitete Version eines Mobile Titels. Selbst gegenüber der im letzen Jahr veröffentlichten PC Version soll hier noch mehr geboten werden. Ob der Titel hält, was er verspricht, erfahrt ihr jetzt in meinem Test.

 

Diese Schule ist wirklich Horror

Die Story beginnt mit eurem Charakter, der zum White Day seiner Angebeteten ein süßes Präsent übergeben möchte. Diese macht sich jedoch davon und vergisst dabei ihr Tagebuch. Zusammen mit dem Geschenk und dem Tagebuch macht ihr euch dann nachts auf in die Schule. Natürlich nachts, wann auch sonst. Hinter euch schlägt das quietschende Schultor zu und das Unheil nimmt seinen Lauf. In der Schule trefft ihr hier und da auf andere Mitschüler, unter anderem auch auf eure Geliebte. Viel wichtiger ist aber die Geschichte, die sich um die Schule selber mit jeder Notiz, die ihr findet, entfaltet. Die Vergangenheit der Schule war geprägt durch den koreanischen Krieg und seine Zeit als Lazarett. Grauenvolle Dinge sind an diesem Ort geschehen und haben ihre Spuren hinterlassen. Während ihr euch durch die dunklen Flure der Schule rätselt, vor einem wahnsinnigen Hausmeister flüchtet und jeden Winkel durchsucht, verfolgen euch die Geister der Vergangenheit. Und nein, ihr könnt nicht die Ghostbusters rufen, denn weder euer Handy noch die anderen Telefone funktionieren. Euch bleibt also nur ein Hide and Seek Spiel mit den Geistern und dem Hausmeister.

White Day A Labyrinth Named School

Alles beginnt so harmlos.

 

Guter Horror in der Story, schlechter Horror bei der Steuerung

Was euch an Gameplay in White Day erwartet, könnte nicht klassischer sein. In First Person Ansicht durchsucht ihr jeden Winkel der Schule nach nützlichen Gegenständen, Heilitems oder Filzstiften. In so manchem dunklen Winkel findet ihr zudem Notizen, die euch neben Hinweise für das weitere Vorgehen auch die Geschichte der Schule näher bringen. Dabei bekommt ihr teilweise wirklich schaurige Geschichten geboten. Während ihr in der Schule unterwegs seid, solltet ihr aber darauf achten, was ihr macht. Rennen, offene Türen und eingeschaltete Beleuchtung machen den Hausmeister schnell aufmerksam. Auf dem sehr leichten Schwierigkeitsgrad zeigt ein Augensymbol am oberen Rand an, ob sich der Hausmeister in der Nähe befindet. Auf den anderen Stufen müsst ihr euch auf euer Gehör verlassen. Hat er euch noch nicht entdeckt, solltet ihr schleichend ein Versteck aufsuchen, bis die Luft rein ist. Problematisch wird es jedoch, wenn er euch entdeckt hat und mit Trillerpfeife und Baseballschläger zu jagen beginnt. Hier ist es bei der Flucht nämlich eher die Steuerung, die euch das Leben kostet. Schnell mal eine Tür zu öffnen oder zu schließen geht häufig schief. Ebenso sieht es auch mit Lichtschaltern aus. So verfliegt der Schrecken des Hausmeisters schnell und wandelt sich zu einer nervigen Mechanik. Gut, dass hier die Geister für den echten Horror sorgen. Ob fliegende Augen, die aus dem Nichts auf euch zu kommen oder eine Frau mit verdrehten Gliedmaßen, die RING typisch auf euch zugekrochen kommt. In Verbindung mit deren eigenen Geschichten sorgen diese Begegnungen für die richtige Atmosphäre. Da euch die Geister aber nicht nur erschrecken wollen, ist es wichtig regelmäßig zu speichern. Hierfür benötigt ihr anstatt Farbbändern Filzstifte, um an den verstreuten Pinnwänden den Fortschritt zu sichern. Bei den gelegentlichen Zusammentreffen mit anderen Schülern bekommt ihr die Gelegenheit in Gesprächen Entscheidungen zu treffen. Je nachdem wie ihr antwortet, bekommt ihr Zugang zu unterschiedlichen Enden. Die überarbeitete Version von White Day bietet sogar eine komplett neue Sequel Story, die aber nur entdeckt werden kann, wenn ihr auf Hard spielt. Und hier gibt es einen großen Negativpunkt. Bei keiner Entscheidung wisst ihr, zu welchem Ende diese führt. Manche Wege bleiben euch sogar komplett versperrt, wenn ihr nicht auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spielt. Die Tatsache, dass eure Entscheidungen sich im Normalfall auch frei von Konsequenzen anfühlen, enttäuscht zusätzlich. Die Geschichte geht immer einfach weiter, obwohl eure gewählte Antwort dies gar nicht beabsichtigt hat.

White Day A Labyrinth Named School

Die Schule hat einige Überraschungen für euch parat.

 

Kopfhörer sind Pflicht

Optisch kann White Day nur so halb überzeugen. Die Charaktere und deren Animationen sind ok, während die Umgebungen aber recht trist wirken. Dem Setting der Schule ist es auch geschuldet, dass es nicht allzu viel optische Abwechslung gibt. Klassenräume, lange Korridore etc. sind das, was man am häufigsten sieht. Wirklich erstklassig ist aber die Soundkulisse. Ob unheimliche Folklore Musik, gepeinigte Stimmen, knarrende Dielen und Türen. All das begleitet euch ständig und deutet dabei nicht immer nahendes Unheil an. So wisst ihr nie, wirklich ob jetzt etwas passiert oder nicht. Um richtig in die Atmosphäre eintauchen zu können, empfiehlt es sich daher Kopfhörer zu tragen.

 

Positiv:

Notizen enthüllen spannende Geschichten rund um die Geister der Schule
Puzzles und Bosse sind sind interessant und dominieren das Gameplay
Soundkulisse ist erstklassig, Kopfhörer sind ein Muss

Negativ:

Steuerung steht euch häufig im Weg
Hausmeister wird schnell zu einem nervigen Hindernis
Nur Spielen auf Hard gibt euch Zugang zur kompletten Story
Optisch nicht sehr abwechslungsreich
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58912″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Marco Schmandt, Redakteur”]

“White Day erweist sich überraschend als kompetentes Old School Survival Horror Game. Die geplagten Geister sorgen immer wieder für Jump Scares und die dazugehörigen Stories wirken oft noch lange nach dem Lesen nach. Häufig sorgen diese verstreuten Schnipsel der Hintergrundgeschichte sogar für den echten Horror. Der anfangs noch furchterregende Hausmeister fällt mit der Zeit eher in die Kategorie eines nervigen Hindernisses. Nach einigen Zusammenstößen mit ihm lernt ihr aber immer mehr ihn zu umgehen oder auszutricksen, was oft funktioniert, sofern euch nicht die Steuerung das Leben kostet. Der Mix aus tiefer und düsterer Story mit rätsellastigem Gameplay und limitierten Speichermöglichkeiten sorgt für das echte Old School Feeling. White Days bestes Feature ist aber sein Sound. Ständig wird euer Weg durch die dunklen Hallen der Schule von unheimlicher Musik, geisterhaften Stimmen und knarrenden Geräuschen begleitet. Bei all dem Guten gibt es aber auch negative Aspekte. So gibt es zwar unterschiedliche Enden, jedoch ist es fast unmöglich zu sagen, zu welchem Ende bestimmte Entscheidungen führen. Das White Day Remaster ist ein sehr gutes Survival Horror Game für Fans des klassischen Horror Game Genres, die mit einigen kleinen Problemen leben können.”

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Ab in die Sammlung?

Spieler, die auf der Suche nach klassischem Survival Horror sind und ein paar Macken verkraften können, sind hier richtig.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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