Werewolf: The Apocalypse – Earthblood – Test zur Werwolf Action

Werewolf: The Apocalypse - Earthblood im Überblick

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Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

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Releasedatum: 4. Februar 2021

Genre: Action

USK: ab 18 Jahren freigegeben

Publisher: Nacon

Plattformen: Playstation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox Series, PC

Blockbuster-Titel sind gut und schön, aber manchmal möchte man einfach auch mal etwa Schräges für zwischendurch. Werewolf: The Apocalypse – Earthblood mit seiner Story um Werwölfe, mystische Wesen und böse Konzerne klingt nach bestem B-Movie Game-Material. Ich bin in den Wolfspelz geschlüpft und verrate euch jetzt, ob der Titel trashigen Charme besitzt oder einfach nur Trash ist.

Als Werewolf die Natur retten

Das Setup für die Geschichte von Werewolf: The Apocalypse – Earthblood klingt schräg, aber auch interessant. Seit Anbeginn der Zeit sorgen drei mächtige Wesen für das Gleichgewicht in der Welt, eine davon ist der Wyrm. Dieser zerstört alles Alte, um so Platz für Neues zu machen und das Gleichgewicht in der Natur zu erhalten. Allerdings reicht das dem Wyrm nicht, und so korrumpiert er Menschen und Konzerne und nutzt deren Gier, um Mutter Natur an den Rand der Vernichtung zu führen. Die Beschützer der Natur sind die Garou, Wesen, die menschlich aussehen, jedoch die Fähigkeit haben, sich in Wölfe oder gar Werwölfe verwandeln zu können. Ihr steuert dabei Cahal, einen der Garou, die zum Start des Spiels einen Angriff auf den Konzern Endron planen, der den Wyrm unterstützt. Es kommt, wie es kommen muss und der Plan geht schief, Cahals Frau wird getötet und Cahal tötet in Rage einen seiner Freunde. Danach macht die Story einen Zeitsprung von einigen Jahren, in denen sich Cahal von seiner Gruppe entfernt hatte. Eine Mission gegen die bösen Konzerne führt dazu, dass Cahal von einem Angriff auf seinen ehemaligen Stamm und seine Tochter erfährt. Bei eurem Eintreffen ist der Angriff aber schon im Gange und nur mit Opfern können die Angreifer zurückgeschlagen werden. Von hier an greift ihr eurem Stamm dann wieder unter die Arme, um die Gefahr durch Endron und den Wyrm zu stoppen und so Mutter Erde zu retten. Ich muss sagen, so unsinnig die Geschichte auch sein mag, für ein Spiel hätte es an sich trotzdem Potenzial gehabt. Das Problem ist nur, dass die Umsetzung einfach eine mittlere Katastrophe ist, denn weder die Charaktere noch deren Aktionen und Reaktionen machen hier Sinn. Schon nach zwei bis drei Stunden hätte ich nur zu gern den Controller weggelegt und das Spiel wieder gelöscht. B-Movie Charme gibt es hier definitiv und auch die in die Kategorie “so schlecht, dass es wieder gut ist” fällt die Story auch nicht. Die Story ist lieblos zusammengeworfen und langweilt schon während des Tutorials. Als Werwolf spielen zu können, klang interessant, die Realität sah dann aber leider ganz anders aus.

Werewolf: The Apocalypse - Earthblood

DIe Garou machen sich bereit, den Wyrm zu bekämpfen.

 

Ein Actionspiel nach Baukastenprinzip

Neben einer enttäuschenden Story hat Werewolf: The Apocalypse – Earthblood aber auch mit extrem einfallslosem Gameplay zu kämpfen. Das beginnt beim Aufbau von fast allen Leveln im Spiel, wobei jeder Raum im Prinzip den gleichen Aufbau hat. Ihr habt eine Handvoll Gegner, einige Kisten, Kameras und Tore für feindliche Verstärkung, wenn ihr entdeckt werdet. Cahal kann Missionen nun prinzipiell auf zwei verschiedene Weisen angehen. Verwandelt ihr euch in einen Wolf, seid ihr leise unterwegs und könnt Hindernisse wie Kisten nutzen, um euch an Gegnern und Kameras vorbeizuschleichen. Auch könnt ihr Kameras nach einem Upgrade eurer Armbrust mit einem Pfeil zerstören oder an einem Computerterminal deaktivieren. Dabei müsst ihr aber immer wieder in die menschliche Form wechseln, wenn ihr Schalter betätigen oder einen Gegner lautlos ausschalten wollt. Das Spiel gibt euch auch die Möglichkeit, die Verstärkungstore zu sabotieren, was das allerdings bringen soll ist mir auch nach Stunden nicht klar geworden. Auch nachdem ich sämtliche Tore in einem Raum sabotiert hatte, kamen dennoch genauso viele Feinde hindurch, als wenn ich entdeckt wurde. Die andere Option, die Räume anzugehen, ist offener Kampf, wobei ihr euch in eure Werwolfform verwandelt und die Krallen sprechen lasst. Dabei stehen euch Kombos zur Verfügung, eine Fähigkeit zu heilen und die Möglichkeit, zwischen einem Modus für Agilität oder für Stärke zu wechseln. Kombos könnt ihr jedoch getrost ignorieren, denn reines Hämmern des Standardangriffs ist alles, was das Kampfsystem braucht. Eure Gegner sind dumm und haben keinerlei Selbsterhaltungstrieb und es schien mir ein Wunder zu sein, dass sie sich nicht gleich selber erschossen haben. Um es kurz zu machen, solltet ihr die Stealth Option am Besten gleich ignorieren und stattdessen einfach immer kämpfen, sofern Stealth nicht spezifisch gefordert ist. Kämpfen ist einfach immer schneller und Stealth ist dank dummer, fehlerhafter KI oft auch nicht effektiv. Bestandene Kämpfe geben euch Erfahrung und so Zugang zu einer kleinen Auswahl an Upgrades für eure Fähigkeiten. Aber auch diese Upgrades könnt ihr ohne Probleme ignorieren, denn bis auf die besseren Pfeile für die Kameras zum Beispiel sind die wenigsten Upgrades eine große Hilfe. Das Gameplay ist so extrem monoton und langweilig, dass ich die Hoffnung hatte, das wenigstens etwas mehr Zeit in mehr unterschiedliche Arten von Feinden investiert wurde. Auch an dieser Front wurde ich aber immer wieder enttäuscht, denn immer wieder konfrontierte mich das Spiel mit denselben Feinden. Nur sehr selten gab es mal einen neuen Gegnertyp zu sehen. Obligatorisch hat man dann noch Antwortmöglichkeiten in die Dialoge eingebaut, warum auch nicht, aber ohne ins Detail zu gehen, sind die Optionen genauso nutzlos und ohne Konsequenz wie der Rest des Spiels.

Werewolf: The Apocalypse - Earthblood

Animationen und Charaktermodelle auf höchstem Niveau.


 

Man könnte es für einen Titel der PS2/PS3-Ära halten

Ich bin kein Verfechter von Highend Grafik über Gameplay, wenn ein Spiel solides Gameplay bietet, spielt die Optik nur eine untergeordnete Rolle. Leider schludert das Spiel ja schon beim Gameplay. Die Optik macht zusätzlich keinen besseren Eindruck. Die von mir getestete PS5 Version bietet meiner Meinung nach nichts, was nicht auch auf der PS4 möglich wäre und sieht insgesamt eher durchschnittlich aus. Ich könnte mit der Optik leben, was aber extrem negativ auffällt sind die Animationen. Sprechende Charaktere erinnern oft eher an Handpuppen und verziehen einfach keine Miene mit Augen, die oft ziellos ins Leere starren. Genauso veraltet sind dann auch die Bewegungen selbst, die so hölzern sind, dass ich immer wieder an die alten Resident Evil-Spiele denken musste. Die Krönung kam für mich aber schon recht schnell nach dem Start des Spiels, als ich die Bekanntschaft mit Cahals Tochter machte. Anstatt ein Charaktermodell für einen Teenager zu verwenden, hat man offenbar einen erwachsenen Charakter genommen und einfach nach unten skaliert. Das Ergebnis sieht intuitiv falsch aus, denn wir kennen naturgemäß die Proportionen von Teenagern. Viel besser kommt es dann noch, als wenig später das Charaktermodell von Cahals erwachsener Tochter mehrfach im Basislager für weibliche NPCs verwendet wurde. Die Charaktere tragen dann auch noch alle das gleiche braune Flanellhemd und Jeans. Wirklich viel Mühe hat sich das Team hier wirklich nicht gegeben und das gilt auch für die Sprecher. Die Texte aller Charaktere werden von den jeweiligen Sprechern ohne jegliche Emotion oder Reaktion auf die aktuelle Situation runtergeleiert. Es ist schon eine Weile her, dass ich eine Leistung auf so niedrigem Niveau erlebt habe. Die Tatsache, dass die Band Alien Weaponry (die ich persönlich gerne höre), Musik zum Spiel beisteuert, rettet hier auch nichts mehr.

*Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Positiv:

Eine verrückte Story die aber Potenzial hatte

Negativ:

Das Gameplay ist einfallslos und hat nach dem Tutorial kaum Neues zu bieten
Kämpfe könnt ihr mit nur einer Attacke bewältigen und Stealth ist Zeitverschwendung
Die Dialoge, Animationen und visuelle Präsentation erinnern an die PS2/PS3 Ära
Eine separate PS5/Xbox Series Version hätte dieses Spiel nicht gebraucht
  • Werewolf: The Apocalypse - Earthblood
    “Werewolf: The Apocalypse – Earthblood hätte trotzt veralteter Technik ein unterhaltsames Actionspiel mit B-Movie Charme werden können, doch leider kann es diese Hürde nicht meistern. Die Story um Garou, halb Mensch, halb Werewolf, die den Geist der Natur gegen eine dunkle Macht verteidigen, hat Potenzial, kam für mich aber nie wirklich in Fahrt. Cahal ist dabei wohl der farbloseste Hauptcharakter, den ich in den letzten 10 Jahren in einem Spiel gesehen habe. Die Tatsache, dass sich Animationen, Dialoge und Mechaniken auf dem Level eines mittelmäßigen PS2-Titels bewegen, machen die Situation nicht besser. Schon nach der zweiten Mission hat man die gesamte Vielfalt an Aufgaben und Gameplayoptionen erlebt und das Kampfsystem macht schon nach den ersten paar Kämpfen keinen Spaß mehr. Da rettet auch der eine oder andere Einspieler der Musik der (großartigen) Band Alien Weaponry nichts mehr. Insgesamt ist Werewolf: The Apocalypse – Earthblood ein enttäuschendes Action Game mit einer Story, die unterhaltsam sein könnte, wäre sie nur nicht so schlecht umgesetzt. Wer ein Action Game braucht, findet aktuell massenhaft bessere Alternativen und sollte daher einen Bogen um den Werwolf machen.”
    Marco Schmandt, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Ein Titel, den man sich getrost sparen kann.

Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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