Valkyria Revolution – Test zum Chronicles Ableger

Sega hat mit Valkyria Revolution einen Ableger zum bekannten und geliebten Valkyria Chronicles herausgebracht. Diesmal mit weniger Strategie, dafür mit mehr Action, werdet ihr in eine vom Krieg bestimmte Story geworfen. Ob der Ableger dem großen Vorbild gerecht werden kann, erfahrt ihr jetzt im Test.

 

Krieg ist schlecht, ich weiß

Die Geschichte von Valkyria Revolution wird euch in Form eines Dialoges zwischen einer Professorin und ihrem Studenten erzählt, als sie an einem Grab verweilen. Das Grab ist die Ruhestätte der Anti-Valkyria Einheit unter der Leitung des Kommandeurs Amleth. Er und seine Einheit haben damals einen Befreiungskrieg gestartet und werden in den Geschichtsbüchern als Verräter bezeichnet. Doch der Student hat seine Zweifel und versucht, die Wahrheit aus seiner Mentorin herauszuholen. In dieser Story, die lose im Universum der Chronicles Reihe spielt, befindet sich das kleine Land Jutland in Nöten. Jutland und dessen Bevölkerung leiden unter der Wirtschaftsblockade des Ruzhien Empire. Das Ruhzien Empire hat in der jüngsten Vergangenheit einen gewaltigen Entwicklungssprung gemacht, nachdem sie das Mineral Ragnite entdeckt hatten. Mit der Erfindung von Technologie, die mit Ragnite betrieben wird und Ragnite Magie, konnte sich das Imperium viele Regionen einverleiben. Im Bestreben Jutland zu befreien, greifen Amleth und seine Einheit einen Posten des Imperiums an und starten so den Krieg. Was von hier an passiert ist und was dazu führte, dass die Anti-Valkyria Einheit als Verräter gebrandmarkt wurde, müsst ihr herausfinden.

Valkyria Revolution

Amleth und seine Einheit starten ihren Befreiungskrieg.

 

Oberflächlich, zu simpel und endloses Gerede

Die Trailer zu Revolution haben den Eindruck gemacht, dass wir hier eine packende und emotionale Story bekommen. Charaktere mit nachvollziehbaren und sympathischen Persönlichkeiten haben in Chronicles einen der größten Anziehungspunkte ausgemacht. Revolution macht jedoch einen entscheidenden Fehler, nämlich euch über lange Zeiten in Dialogen festzuhalten. So manches Mal sitzt ihr bis zu 15 und mehr Minuten tatenlos da und müsst die Sequenzen abwarten. Es gibt zwar eine Skipfunktion, diese überspringt dann aber die ganze Sequenz und nicht einfach nur den aktuellen Text. So geht spätestens nach der zweiten übersprungenen Textpassage komplett der Überblick verloren. Wenn man euch dann endlich mal eines der kleinen Gameplay Häppchen lässt, weiß leider auch das Action basierte Kampfsystem nicht zu überzeugen. Man wirft euch auf eine Map, auf der ihr von einem Gegnerhaufen zum nächsten rennt und diese dann einfach mit den Standardattacken niedermacht. Ihr habt zwar die Möglichkeit Dinge wie Granaten, Magie oder Fernwaffen zu nutzen, aber gerade Fernwaffen wirken absolut nutzlos. Die Tatsache, dass ihr die Kontrolle über eure Teamkameraden übernehmen könnt, kann durch deren unterschiedliche Klassen interessant sein, aber nicht für lange. Nach Abschluss der Missionen habt ihr die Gelegenheit in Upgrades zu investieren, aber auch hier gibt es nicht viel zu erwarten. Upgrades und neue Waffen bringen euch kaum Abwechslung im Kampf oder bringen Ausrüstung wie Gewehre auf einen benutzbaren Level. Wo Chronicles mit einem exzellenten Kampfsystem aufwarten konnte, enttäuscht Revolution auf ganzer Linie.

 

Optisch dem Vorbild treu

Valkyria Chronicles hat mit seinem Aquarell Look und gedeckten Farben einen wirklich auffälligen Stil geprägt. Revolution teilt diesen Stil und macht auch durchaus einen guten Eindruck. Die Animationen sind leider nicht auf vergleichbarem Niveau und wer die Remaster Version von Chronicles gespielt hat, sollte keinen vergleichbaren Level erwarten. Der Soundtrack von Yasunori Mitsuda bietet darüber hinaus viele hervorragende und stimmungsvolle Tracks, die der Musik aus der Hauptreihe in nichts nachstehen. Leider hat man bei der Wahl der Sprecher weniger auf Qualität geachtet. Die Darbietungen reichen daher von recht gut bis Amateurklasse.

 

Positiv:

Sehr guter Soundtrack, der mit dem von Chronicles mithalten kann

Negativ:

Extrem viel Dialog und langatmige Sequenzen mit viel zu wenig Gameplay
Kampfsystem ist nicht viel mehr als Hack and Slash mit Fake Turn Based System
Upgrades und neue Ausrüstung fühlen sich nutzlos an
Animationen sind mehr schlecht als recht
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58912″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Marco Schmandt, Redakteur”]

“Lange war ich nicht mehr so enttäuscht, dass ein Spin-off nicht der Vorlage gerecht werden konnte. In vielen Fällen kann man schon absehen, ob ein Ableger die Tugenden und Stärken der Hauptreihe verinnerlicht. Valkyria Revolution ist in allen Aspekten außer der Optik nicht annähernd mit Valkyria Chronicles zu vergleichen. Die als Rückblick erzählte Story hält euch über aberwitzig lange Strecken in belanglosen Dialogen gefangen. Dabei habt ihr nie wirklich das Gefühl, dass wichtige und bedeutende Dinge gesagt werden. Vielmehr gibt jeder B- und C-Level Charakter zu wirklich jedem gesagten Wort seinen Senf dazu und hält euch dadurch weiter vom Spielen ab. Dazu kommt, dass die langatmigen Videosequenzen auch noch von zahlreichen Ladepausen unterbrochen werden. Wenn ihr nach all dem Gerede und Laden dann endlich mal das eigentliche Gameplay erlebt, erwartet euch nicht viel mehr als Dynasty Warriors mit leichten Action RPG Anleihen. Ihr habt zwar die Möglichkeit eure Teamkameraden zu kontrollieren, wirklich von Vorteil ist das aber nicht, da ihr mit der Standardattacke im Grunde das gesamte Spiel bewältigen könnt. Valkyria Revolution ist daher leider selbst für Vakyria Fans nicht empfehlenswert. Diese Tatsache kann auch der gute Soundtrack nicht retten.”

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Ab in die Sammlung?

Selbst für die allergrößten Valkyria Chronicles Fans kann ich hier keine Empfehlung geben. Revolution bietet außer dem Namen, der Musik und dem Art Style nichts, was mit Chronicles konkurrieren kann.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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