Trillion: God of Destruction – Test zum etwas anderen Strategy RPG

Wenn Spiele aus den gewohnten Bahnen des Genres ausbrechen, kann das gut aber auch daneben gehen. Compile Heart gehen mit Trillion God of Destruction einen sehr ungewöhnlichen Weg mit ihrem SRPG. Irgendwo zwischen Strategie und Social Game Mechaniken verteidigt ihr die Hölle, euer Reich gegen einen übermächtigen Feind. Ob Trillion an seiner Originalität scheitert oder ob sich hier ein Geheimtipp mit bekannten Namen dahinter steckt, erfahrt ihr jetzt im Test.

 

Selbst die Hölle hat nervige Nachbarn

Schön warm und gemütlich ist es gerade in der Hölle, und wie es eben immer so ist, muss natürlich ungebetener Besuch die Stimmung versauen. So auch hier in Trillion God of Destruction. Zeabolos, Overlord der Hölle erhält einen eiligen Bericht von seinen treuen Soldaten. An der Pforte zur Hölle findet gerade ein Gemetzel statt, wie es die Hölle schon lange nicht mehr gesehen hat und das soll etwas heißen. Ein gigantisches Wesen steht vor der Hölle und die Soldaten sind chancenlos. Zeabolos selbst möchte es mit dem unbekannten Monster aufnehmen und es mit seiner Macht niederstrecken. Sein Bruder Astaroth jedoch besteht darauf dieses niedere Wesen persönlich zu bekämpfen und mit der Einwilligung seines Bruders stürzt er sich dem Feind entgegen. So schnell er weg ist, so schnell kommt auch die Meldung seiner Niederlage. Zeabolos stürmt zur Höllenpforte und sieht den Tod seines Bruders mit an. Im Zorn beginnt er selbst gegen das übermächtige Wesen zu kämpfen, wird aber mit einem Schlag getötet. Doch die Geschichte endet nicht hier. Notdürftig aus Leichenteilen zusammengeflickt findet ihr euch in euren Gemächern wieder. Das der Herrscher der Hölle etwas verwundert über sein Überleben ist, braucht man wohl nicht zu betonen. Aus dem Dunkeln kommt eine Frau hervor, die sich als Faust vorstellt. Sie erzählt Zeabolos, dass sie ihn wiederbelebt habe und ihm die Macht anbieten möchte den Feind endgültig zu vernichten. Ohne groß zu zögern, nimmt er das Angebot an. Zeabolos ruft seine Overlords zusammen, um den Kampf aufzunehmen. Die Overlords sind allesamt Damen und alle unterschiedlich im Charakter. Da Zeabolos selbst nicht mehr in der Lage ist zu kämpfen, müssen die dämonischen Damen ran. Faust bündelt die Macht des Höllenfürsten in einen Ring, der von nun an den restlichen Overlords im gegen den Feind helfen soll. Und es ist letzten Endes der Butler der die Identität des Angreifers enthüllt. Das Wesen trägt den Namen Trillion und es nicht sein erster Besuch in der Hölle. Das es aber sein letzter sein wird, liegt nun in eurer Hand.

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Dieser ungebetene Gast klopft an eure Tür.

 

Visual Novel Dating RPG light

Das Gameplay von Trillion ist zwar im Herzen ein SRPG, jedoch ist es zweigeteilt und der erste überwiegende Teil ist eine recht wilde Mischung. Nachdem ihr aus den ersten drei vorgegebenen Overlords eine Dame gewählt habt die zuerst antreten soll geht es los. Dieser Part des Spiels ist recht weit vom eigentlichen Strategie Part entfernt. Hier geht es darum den gewählten Overlord, auf den Kampf gegen Trillion vorzubereiten. Bevor Trillion erwacht vergehen einige Zyklen jeder davon besteht aus mehreren Tagen. In dieser Zeit habt ihr die Möglichkeit durch Training die Attribute eures Charakters zu erhöhen. Mit RPG hat das allerdings nichts zu tun. Vielmehr wählt ihr eine der verfügbaren Varianten aus und dann müsst ihr schnell zum richtigen Zeitpunkt ein oder zweimal X drücken und das war es dann schon. Keine Kämpfe, keine Gegner und ihr erhaltet dafür trotzdem Punkte, die ihr dann in eure Werte und Fähigkeiten investieren können. Natürlich könnt ihr auch noch Items und Ausrüstung kaufen und Faust bietet euch auch das eine oder andere mächtige Item oder Helferlein. Der zweite wichtige Part in diesem Segment ist aber die Beziehung zwischen Zeabolos und dem aktuellen Overlord. Hier kommt der Dating Visual Novel Part ins Spiel. Für bestandene Trainingseinheiten erhaltet ihr Münzen, mit denen ihr Geschenke erhalten können. Mit diesen könnt ihr die Dame der Wahl beschenken. Wenn ihr dann noch viel Zeit mit ihr verbringt, steigen der PTS Wert, der im späteren Kampf sehr wichtig ist. Bevor die Attacken von Trillion eure Hitpoints angreifen, wirken die PTS als eine Art Schutzschild. Erst wenn diese aufgebraucht sind, geht es euch ans Leben. Daher ist es wichtig eine gute Beziehung, zum jeweils aktuellen Overlord aufzubauen. Um an neue Ausrüstung zu kommen, könnt ihr euch im Valley of Sword auf Schatzsuche begeben. Hier habt ihr eine feste Anzahl an Schritten zur Verfügung. Ziel ist es so viele Kisten öffnen und Feinde besiegen und wieder bei Ausgang ankommen, bevor ihr keine Schritte mehr habt oder sterbt.

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Das Training ist sehr wichtig genauso wie die Interaktionen mit der gewählten Dame.

 

So viele Hitpoints

Ist die Vorbereitungsphase vorbei, erwacht Trillion und euer Overlord muss sich dem Monster stellen. Hier finden wir dann auch den Strategie Anteil im Spiel. Ihr steht dabei an einem Ende eines Korridors mit Trillion am anderen Ende. Hinter euch liegt eine hellblaue Grenzlinie, überschreitet Trillion diese Linie ist der Kampf vorbei. Der Weg zwischen euch und dem Boss ist in ein Schachbrett aufgeteilt auf dem ihr euch in alle vier Richtungen bewegen könnt natürlich auch diagonal. Ihr schreitet also Feld für Feld Trillion entgegen. Dabei zeigen euch farbige Indikatoren, auf welchen Feldern die nächste Attacke von Trillion landen wird, sodass ihr diese meiden könnt. Seid ihr nah genug das eine eurer Nah-, Fern- oder Magieattacken den Boss treffen können, beginnt der eigentliche Spaß. Trillion trägt diesen Namen nämlich nicht umsonst, denn das ist exakt die Anzahl seiner Hitpoints. Die Chancen stehen allerdings sehr gut das euer erster Overlord das Zeitliche segnet und dann mit einer letzten mächtigen Aktion stirbt. Diese letzten Aktionen können vielfältig ausfallen. Final Strike zum Beispiel ist eine extrem starke physische Attacke die viel Schaden verursacht. Der gesamte Schaden, den ihr im Kampf verursacht bleibt, auch für die folgenden Overlords erhalten. So versucht ihr dann mit der nächsten Dame, den Trainingszyklus zu verbessern und Trillion vielleicht beim nächsten Mal zu besiegen. Ist Trillion nicht besiegt, bevor alle Overlords gestorben sind, ist das Spiel verloren, das ist ebenfalls der Fall, sollte Trillion den Kern der Hölle erreichen. Was in diesem Part des Spiels allerdings etwas frustrierend ist, ist die Steuerung von Menüs und die damit verbundene Auswahl von Attacken, Items oder Magie. Immer wieder ist es mir passiert, dass ich im falschen Menü gelandet bin oder die falschen Aktionen ausgewählt habe. Das ist mehr als einmal wirklich störend aufgefallen, hat mich am Ende aber nicht vom Spielen abgehalten. 

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Das sind mal eine Menge Hitpoints.

 

Zwiegespalten

Die Optik von Trillion ist die gesamte Zeit über sehr zweigeteilt. In den Parts zwischen den Trillion Fights und den damit einhergehenden Visual Novel Parts verwöhnt man eure Augen mit wirklich toll designten Charakteren, gezeichnet von Kei Nanameda, bekannt für die Mugen Souls Reihe. Alle Charaktere egal wie unbedeutend versprühen jede Menge Charme. Wer Disgaea’s Design mochte, wird hier nicht enttäuscht. Umso enttäuschender ist wenn der Wechsel zur 3D Grafik passiert. Hier hat man das Gefühl, dass das 3D Team sich nicht genauso viel Mühe gegeben hat. Animationen sind ein wenig steif und nicht wirklich detailliert und die Arena wirkt sehr trist. Man kann diese Passagen als zweckmäßig bezeichnen aber in Anbetracht der guten Leistung von Nanameda ist es schade, das der 3D Part nicht mithalten kann. Da Disgaea eines meiner Lieblings SRPGs ist, war ich umso begeisterter als ich Tenpai Sato’s Kompositionen im Spiel hörte. Der Soundtrack ist von vorne bis hinten eine Freude für die Ohren.   

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Das Charakterdesign und die Musik sind wirklich gelungen.

 

Fazit:

Trillion God of Destruction ist für mich ein persönliches Highlight. Die Vita hat sich ja einen Namen unter RPG Fans erworben, dank der vielen großartigen Titel die verfügbar sind. Die überwiegende Masse variiert dabei aber die bekannten Elemente und Mechaniken des Genres. Trillion ist sehr erfolgreich dabei sich eine eigenständige Persönlichkeit zu schaffen. Den Mix aus Grid-basiertem Strategie RPG mit Social Sim Einlagen und Visual Novel Passagen hat man so noch nicht gesehen. Das ist allerdings auch leider ein Grund, warum nicht jeder Gefallen an dem Titel finden dürfte. Andere Probleme liegen darin, dass das Kampfsystem manchmal etwas umständlich ist und euer Gesamterfolg in vielen Bereichen vom Zufall abhängig ist. Ich, als Disgaea Fan, kann dem Spiel schon allein wegen seiner Optik etwas abgewinnen aber auch der generelle Ansatz war für mich sehr interessant. Trillion God of Destruction ist mit Sicherheit kein Meisterwerk aber für experimentierfreudige RPG Spieler auf jeden ein Titel, den man gespielt haben sollte.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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