Le Tour de France 2016 – Test zur diesjährigen Radsportumsetzung

Vor Kurzem startete mit der Tour de France das wichtigste und größte Radsport Event der Welt. Wie jedes Jahr radeln rund 22 Profiteams aus aller Welt durch unser Nachbarland. Bei der letzten Tour gewann der schnellste Radsportler auf unserem Planeten. Wie bereits in den letzten Jahren üblich, schickt, erneut Entwickler Cyanide und der französische Publisher Focus Home Interactive eine neue Umsetzung des Radsports in den Handel. Ob das Spiel den Radsport gut umsetzt, erfahrt ihr nun im Test zu Tour de France 2016.

 

Jeder will das gelbe Trikot

Wie in jedem Jahr im Sommer treten rund 200 Fahrer aus aller Welt in Frankreich an, um zu ermitteln, wer der schnellste Radfahrer auf diesem Planeten ist. Dabei messen sie sich in verschiedenen Etappen, die sie einmal quer durch Frankreich und an die menschliche Belastungsgrenze bringen. Nur wer absolut topfit ist und seine Kräfte wohl dosiert, wird am Ende siegen. Nun versuchen Entwickler Cyanide und Publisher Focus Home Interactive, diesen traditionsreichen Sport in ein authentisches Videospiel umzusetzen. Im Vergleich zum Vorjahr sind viele kleine Änderungen dabei. So wurde eine Vielzahl an Teams lizenziert, lediglich eine Handvoll Teams sind weiterhin nicht mit den richtigen Namen ausgestattet. Allerdings sind dabei nur wenige Buchstaben vertauscht, wer sich ein wenig auskennt, kann diese in kurzer Zeit schnell editieren. Des Weiteren kann man nun seine eigene Tour aus allen Etappen frei zusammenstellen. Insgesamt gibt es im Spiel zahlreiche Modi, Im “Tour” Modus steuert man eines der 22 Teams und nimmt an der Tour de France teil. Der “Profiteam” Modus übernimmt man die Rolle eines Managers und kümmert sich um die Wünsche der Sponsoren, macht Verträge mit den Sportlern und trainiert sie, damit sie möglichst eine gute Rolle in der Tour de France spielen. Des Weiteren gibt es einen Herausforderungsmodus, bei dem man mehrere Abfahrten bewältigt und je nachdem wie schnell man ist, eine Bronze-, Silber- oder Goldmedaille erhält. Im obligatorischen “Trainings” Modus lernt man die Steuerung und die Grundlagen des Spiels.

https://www.youtube.com/watch?v=jzsX0D9XCHA

 

Die Tour der Leiden

Die größte Aufgabe der Radfahrer bei der Tour de France ist es möglichst schnell die 22 Etappen, abzufahren. Doch es gewinnt nicht gleich der, der am schnellsten in Pedale tritt, sondern derjenige, der seine Kräfte am besten einteilt. Und dieses Gefühl wird vom Spiel gelungen umgesetzt. Denn nur wer den Energiehaushalt des jeweiligen Fahrers geschickt einsetzt, wird am Ende das Gelbe Trikot gewinnen. Dafür stehen einem im Rennen zwei verschiedene Energietränke parat. Der blaue regeneriert dabei die Ausdauer und der rote die Kraftreserven. Diese müssen per Knopfdruck klug eingesetzt werden, um die Kräfte im richtigen Moment zu regenerieren. Im Laufe der Rennen leiden sowohl die Kraft als auch die Ausdauerreserven drastisch. Deshalb muss man auch seine Kräfte sinnvoll einteilen. Bei Bergabfahrten sollte man beispielsweise aufhören in die Pedale zu treten und die Aerodynamik nutzen oder sich in den Windschatten eines Vordermannes zu setzen, um dann für die nächste Bergauffahrt genügend Kraft zu haben. Durch Knopfdruck kann man sich an das Hinterrad des Vordermanns positionieren und in seinem Windschatten Kraft einsparen. Neben diesen taktischen Möglichkeiten gibt es im Spiel noch weitere Funktionen sich an die Spitze zu setzen. Mit „Teambildschirm“ Befehle kann man seinem Rennstall im Laufe des Rennens Befehle geben, um auf verschiedene Situationen im Spiel reagieren zu können. So kann man seinen Teammitgliedern den Befehl geben Windschatten zu geben oder weitere Anweisung, die helfen können. Falls alles nicht gelingen sollte, kann man auch den letzten Schritt wählen und die anderen Teammitglieder auf der Strecke ebenfalls steuern. Jedoch besitzt jedes Teammitglied andere individuelle Ziele, die sie im Rennen erreichen sollen. Neben den Zielen besitzt auch jeder einzelne Fahrer unterschiedliche Fähigkeiten und Tagesformen. Mit diesen kleinen und großen Managerfeatures fühlt sich nicht nur der Tourmodus, sondern auch der Profiteammodus stets motivierend an.

Kräfte einteilen ist der Schlüssel zum Erfolg

Kräfte einteilen ist der Schlüssel zum Erfolg

 

Einmal durch Frankreich bitte

Des Weiteren wurde an der Grafik weiter geschraubt, wodurch das Spiel im Vergleich zum Vorjahr detaillierter aussieht. Das macht sich besonders beim Start bemerkbar, wenn alle 200 Fahrer auf einmal dargestellt werden, dann ist das ein authentisches und realistisches Spielgefühl. Im weiteren Spielverlauf wirken allerdings die Umgebungen ein wenig trist. Die Zuschauer sehen weiterhin detailarm aus und wirken mit ihren Animationen wie Roboter. Das Geschwindigkeitsgefühl ist sehr authentisch. Während einer Bergabfahrt spürt man regelrecht den Fahrtwind im Gesicht. Bei Auffahrten hingegen merkt man, wie anstrengend und kräftezehrend so ein Aufstieg ist. Soundtechnisch ist Tour de France ebenfalls recht solide. Die Zuschauer jubeln lautstark, bei Bergabfahrten hört man den Fahrtwind. Dadurch entsteht eine gelungene Atmosphäre des Fahrradsports. Audiotechnische Höhepunkte sind aber nicht festzustellen.

Wer am Ende der Tour das gelbe Trikot trägt, gewinnt das Event.

Wer am Ende der Tour das gelbe Trikot trägt, gewinnt das Event.

 

Fazit:

Im Vergleich zum Vorgänger wurden mehrere kleine Verbesserungen vorgenommen, die das Spiel runder erscheinen lassen. Allerdings sind die Neuerungen nicht so gravierend, als das sich ein Neukauf für diejenigen lohnt, die das Vorjahresspiel besitzen. Wer allerdings noch kein Spiel der Reihe besitzt und großer Radsportfan ist, wird mit Tour de France eine gelungene Umsetzung finden. Denn vor allem die taktische Umsetzung und Atmosphäre sind gelungen. Jedoch sollte man Abstriche bei der technischen Umsetzung machen. Wer damit kein Problem hat, kann zugreifen.

 

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Geschrieben von Kevin Kreisel
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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