Toukiden Kiwami – Review zum Dämonen Schnetzler

Monster Hunter hat eine Welle an sammelwütigen RPG Fans hervorgebracht, die nichts lieber haben, als sich durch Horden von Monstern zu schlagen. Nachdem die beliebte Spieleserie allerdings etwas abwesend ist, haben inzwischen andere Entwickler diese Lücke gefüllt. 2013 brachte Koei Tecmo mit ‘Toukiden The Age of Demons’ einen eigenen Monster Hunter Klon auf den Markt. Drachen und Dinos wichen japanischen Dämonen, doch am eigentlichen Prinzip änderte sich wenig. So war es auch wenig überraschend, als sich Toukiden zu einem echten Fanliebling entwickelte. Nun allerdings bekommen die Fans einen Nachschlag spendiert. Toukiden Kiwami bringt massenhaft neue Missionen, Waffen, Dämonen und mehr. Doch, ob sich die erneute Ausgabe lohnt, verrate ich euch im Test.

 

Das Zeitalter der Dämonen

Das alte Japan hat eine lange Zeit des Glücks und Wohlstandes hinter sich, als plötzlich Dämonen das Land heimsuchen. Hunderte Dörfer und Städte wurden vernichtet und tausende Menschen haben ihr Leben verloren. Euer Protagonist sucht ein neues Heim im Dorf Utakata. Dieses Dorf ist eines der Letzten, das es geschafft hat, sich der Oni zu erwehren. Geschützt durch eine magische Barriere können sich im Dorf die Slayer sammeln und für den Kampf gegen die Monster vorbereiten. Die Slayer haben die Aufgabe das Dorf gegen die Horden der Feinde zu verteidigen. Doch gegen die immer größer werdenden Armeen der Dämonen können einfache Menschen kaum bestehen. Gut, dass die Slayer nicht alleine sind. Ihnen zur Seite stehen die Mitama, die Seelen getöteter Menschen. Sind diese erst mal aus den Oni befreit, schließen diese sich den Slayern an und verleihen ihnen besondere Fähigkeiten. Doch so stark die Slayer auch sein mögen, ein erneutes Erwachen der Dämonen steht unmittelbar bevor. Die Barriere Priesterin Kikka, die mit ihrem Fähigkeiten die magische Barriere um das Dorf errichtet hat, wird immer schwächer je näher dieses Erwachen rückt. Mit einem verzweifelten Angriff gegen den mächtigsten Dämon schafft ihr es, das Tor zur Dämonenwelt zu versiegeln. Damit sind euer Dorf und ganz Japan gerettet. Drei Monate sind vergangen seit der Handlung von ‘The Age of Demons’. Die Ruhe hat nicht lange gehalten, als sich bereits neues Übel regt. Aus dem Norden suchen Menschen Zuflucht in Utakata nachdem sie erneut aufgetauchten Oni zum Opfer gefallen sind. Nun liegt es erneut in eurer Hand, die Dämonen zurückzuschlagen. In weiteren sieben Kapiteln habt ihr nun die Aufgabe herauszufinden, woher die neue Bedrohung kommt und wie ihr diese wieder in den Griff bekommen könnt.

Kikka schützt das Dorf mit ihrer Barriere, sie übergibt euch auch den kleinen Tenko.

Kikka schützt das Dorf mit ihrer Barriere, sie übergibt euch auch den kleinen Tenko.

 

Monster Hunter im Geiste

Wer den Vorgänger von Kiwami nicht kennt aber mit der Monster Hunter Reihe und deren Mechaniken vertraut ist, wird sich auch hier sehr schnell zurechtfinden. Ihr könnt entweder euren Charakter neu erstellen oder sofern ihr Toukiden bereits auf der Vita gespielt habt einfach euren Spielstand von der Vita importieren. Möchtet ihr mit einem frischen Charakter starten, erlaubt euch das Spiel eine Vielzahl an Einstellungen für eure Kreation vorzunehmen. Geschlecht, Gesichtsform, Haare, Augen und vieles mehr können von euch angepasst werden. Ist dies getan, wählt ihr unter den unterschiedlichen Waffengattungen aus. Zur Auswahl stehen dabei Langschwert, Doppelklingen, Speer, Bogen und einige mehr. In Kiwami gesellen sich zu den sechs originalen Waffenarten noch die Nagelkeule, das Naginata und das Gewehr. Alle Waffen haben ihre Vor- und Nachteile, also wählt hier Weise, denn mit eurer Entscheidung müsst ihr für den Rest des Spiels leben.   

Ihr trefft einige andere Slayer im Verlauf der Story, jeder mit unterschiedlichen Fähigkeiten.

Ihr trefft einige andere Slayer im Verlauf der Story, jeder mit unterschiedlichen Fähigkeiten.

 

In euch steckt ein Slayer

In einer traumartigen Sequenz testen die Geister der Gefallenen, die Mitama, ob ein echter Slayer in euch steckt. Während ihr euch dem ersten Oni erwehrt lernt ihr die Steuerung. Mit Viereck führt ihr eine schwache und mit Dreieck eine starke Attacke aus. Mit Kreis löst ihr eine Spezialattacke aus und X lässt euch ausweichen. Per Knopfdruck könnt ihr zudem in den Oni Mode wechseln der es ermöglicht zu sehen, wie viel Lebensenergie die einzelnen Körperteile der Monster noch haben. Schafft ihr es, Körperteile abzuschlagen und zu absorbieren, könnt ihr seltene Ressourcen für die Herstellung sowie die Aufwertung von Waffen und Rüstungen erhalten. Mit in den Kampf nehmt ihr bis zu drei weitere Charaktere, die alle eine spezielle Ausrichtung besitzen. Manche sind besser in der Offensive, andere sind gute Heiler oder gut mit Fernwaffen. Da die KI einen sehr guten Job macht, sind die Anderen auch tatsächlich eine echte Hilfe. Über das Steuerkreuz könnt ihr zudem einfache Befehle wie Angriff, Heilen oder Verteidigen geben. Ihr könnt euch aber auch selbst stärken indem ihr auf die Fähigkeiten eurer Mitama zurückgreift. Diese sind variieren unter den Mitama, jede ist also etwas anders und ihr könnt auch immer nur eine gleichzeitig ausrüsten. Eine Neuerung für Kiwami sind die Kombo Attacken die ihr zusammen mit eurem Slayer Team ausführen könnt. Diese werden über die Kombination Dreieck und Kreis ausgelöst und unterscheiden sich je nachdem, mit welchem Charakter ihr die Kombo ausführt.

Die Kämpfe sind echte Effektgewitter.

Die Kämpfe sind echte Effektgewitter.

 

Das letzte sichere Dorf

Utakata dient zwischen den Missionen als Hub. Ihr habt eine eigene kleine Unterkunft, in der ihr speichern könnt. Auch habt ihr hier Zugriff auf kleine schriftliche Zusammenfassungen vergangener Missionen sowie den zugehörigen Videosequenzen. Habt ihr die ersten Missionen überstanden, teilt ihr euer Zuhause mit einem kleinen Tenko. Das kleine Wesen, das wie ein Mix aus Fuchs und Katze aussieht, kann von euch in besuchte Gebiete geschickt werden, um nach weiteren Gegenständen und Materialien zu suchen. Im Gegenzug müsst ihr euch aber auch um Tenko kümmern, das heißt füttern und umsorgen, jedoch nicht auf Nervniveau wie bei einem Tamagotchi. Beim Schmied Tatara könnt ihr dann die gefundenen Materialien dazu verwenden, um entweder komplett neue Waffen herzustellen oder vorhanden aufzuwerten. Items kauft ihr beim Händler und bei der Priesterin Shikimi könnt ihr eure Mitama aufwerten. Yamato, der Chef des Dorfes, gibt euch eine Fülle an Trainingsmissionen. Die junge Yu gibt euch dann Zugriff auf die Story Missionen.

In eurer Unterkunft könnt ihr speichern und euer Tenko wartet hier geduldig auf euch.

In eurer Unterkunft könnt ihr speichern und euer Tenko wartet hier geduldig auf euch.

 

Von den Göttern gesegnet

In Toukiden hängt viel vom Segen der Götter und der Beziehung zu euren Slayer-Kollegen ab. Abhängig von eurer Beziehung könnt ihr manchmal Statusverbesserungen durch sie erhalten. Mit gewonnenem Hakku, der Währung im Spiel, könnt ihr zudem an einem sprechenden Altar und einem Opferbrunnen im Tausch gegen Hakku Buffs erhalten. Von höherer Angriffskraft bis hin zu mehr Glück für eine höhere Droprate ist alles möglich. In einer heißen Badequelle könnt ihr auch für eine Mitama Status Boni erbeten allerdings benötigt ihr für den Zugang jedes Mal ein Badeticket. An einem Schwarzen Brett könnt ihr euch zudem kleine Nebenmissionen abholen, die zusätzliche Belohnungen versprechen.

Nach erfolgreichem Abschluss einer MIssion erhaltet ihr allerhand Items und Hakku.

Nach erfolgreichem Abschluss einer MIssion erhaltet ihr allerhand Items und Hakku.

 

Menschen auf Dämonenjagd

Ein Feature, das besonders gut funktioniert in Toukiden, ist der beinahe nahtlose Multiplayer-Mode. Im Dorf könnt ihr zwischen Single- und Multiplayer wechseln. Mitspieler sind dann meist schnell gefunden und von da an könnt ihr sofort loslegen, ohne neue Dinge lernen zu müssen. Beachtlich ist auch, dass der Mehrspieler Modus absolut flüssig funktioniert. Während des gesamten Tests hatte ich nie Lags oder sonstige Probleme zu beklagen. Mit echten Menschen in den Kampf zu ziehen ist dabei gleich doppelt so spaßig, als es ohnehin schon ist. Als jemand der bereits das original Toukiden gespielt hat, überraschte mich dies aber auch wenig denn auch auf der Vita funktionierte der Modus schon problemfrei. Das Transfersystem von der Vita zur PS4 Version verdient auch ein wenig Lob, denn auch diese funktioniert ohne Probleme, egal ob man Kiwami auf der PS4 oder der Vita spielt.

Habt ihr für den Vorgänger das Soul Sacrifice Kostüm geladen, könnt ihr sogar dieses in die PS4 Version von Kiwami exportieren.

Habt ihr für den Vorgänger das Soul Sacrifice Kostüm geladen, könnt ihr sogar dieses in die PS4 Version von Kiwami exportieren.

 

Tolles Monster Design

Toukiden machte schon in ‘The Age of Demons’ optisch eine gute Figur, auch wenn die Texturen manchmal etwas wenig detailliert waren. Für ein Vita Game sah es allerdings wirklich toll aus. Kiwami ist dem Standard des Hauptspiels absolut treu geblieben. Die Playstation 4 Version glänzt natürlich mit mehr Effekten und besseren Texturen. Die Charaktermodelle sehen jedoch in beiden Versionen sehr detailliert aus. Wer also lieber ein Spiel dieser Art für unterwegs haben möchte, kann also ruhigen Gewissens zur Vita Version greifen, ohne große grafische Unterschiede hinnehmen zu müssen. In Sachen Sound hat man es hauptsächlich mit japanischer Folklore zu tun. Diese untermalen passend das Szenario und sind sehr stimmungsvoll. Von treibend bis heiter und friedlich ist alles dabei. Die Sprachausgabe unterstützt die Stimmung noch weiter, da diese vollständig in Japanisch gehalten ist. Ich persönlich finde das sehr toll, manch anderer hätte sich hier aber vielleicht eine deutsche Anpassung gewünscht.

 

Fazit:

The Age of Demons war schon ein sehr guter Vertreter des Monster Hunting RPG Genres. Mit Kiwami bekommt ihr hier das originale Spiel allerdings mit dem doppelten Umfang. Die neuen Kombo Moves sind eine tolle Erweiterung des Kampfsystems. Hier darf jeder Fan des Genres ohne Bedenken wieder zuschlagen.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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