Top of the Decks – Die besten Hearthstone Decks für den Mai 2020

Herzlich Willkommen zur neunten Ausgabe “Top of the Decks – Die besten Hearthstone Decks”! In diesem umfangreichen Format möchten wir von NAT-Games die Hearthstone Puristen unter euch ansprechen und mit aktuellen Informationen rund um die Meta von Blizzards Sammelkartenspiel versorgen. Generell erwartet euch im Folgenden ein monatliches Update zur Meta-Landschaft im Standard Format, gefolgt von jeweils zwei kompetitiven Decklisten für jede der neun Klassen. Wir versuchen dabei jeden Monat einen guten Mix aus den besten und unterhaltsamsten Decks für euch herauszusuchen. Dafür machen wir uns zum einen die Daten von HSReplay zunutze, zum anderen durchforsten wir die Hearthstone Community auf der Suche nach Geheimtipps.

Einer gegen Alle, Alle gegen Einen

Eine neue Erweiterung, ein neuer Meta-Dominus. Die wohl älteste Tradition von Hearthstone führte sich auch im Jahr des Phönix fort und bescherte uns mit der ersten neuen Klasse seit der Veröffentlichung des digitalen Kartenspiels ein Allroundtalent, welches wir so noch nie gesehen haben. Die Dämonen Jäger-Klasse, angeführt vom Tempo-Dämonen Jäger, konnte und kann selbst nach zwei Nerf-Wellen so gut wie alles, was man sich von einem Hearthstone-Deck wünscht, sodass die Hauptaufgabe der anderen Klassen weiterhin darin besteht, eine Antwort auf das Arsenal von Illidan zu finden. Dieser Aufgabe konnten sich im Verlauf des vergangenen Monats einige Klassen überraschend gut stellen, während andere kläglich scheiterten und den Anschluss gänzlich verloren haben (sorry Schamane/ Paladin). Generell ist nach diesem ersten turbulenten Monat des neuen Jahres Alltag auf der Ladder von Hearthstone eingekehrt, da die meisten Klassen anscheinend ihre “besten” Decks gefunden haben und nur noch im Detail an diesen werkeln. Welche Decklisten sich im speziellen hervortun konnten und welche eher eine Neben- oder Statistenrolle einnehmen, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen. Wie gewohnt findet ihr neben diesen Zeilen unsere hauseigene Tier-Liste, die euch alle erwähnten Decks in hierarchischer Reihenfolge präsentiert, unterteilt in drei Hauptkategorien. Unter der Kategorie der Best Decks findet ihr die Crème de la Crème der aktuellen Meta, während ihr in der Kategorie Great Decks deren heißeste Verfolger einsehen könnt. Den Schluss bilden die Off-Meta Decks, die den ein oder anderen Sieg versprechen und meist exotischer Natur sind, aber insgesamt unterm Durchschnitt liegen. Neu in der Mai-Ausgabe von Top of the Decks ist die Unter dem Radar-Kategorie, in der wir euch ein besonderes Off-Meta Deck präsentieren, welches trotz mangelnder Bekanntheit großes Potenzial besitzt, um mit der Spitze mithalten zu können.

Top of the Decks Mai

 

Staatsfeind Nr. 1

Zuerst die guten Nachrichten. Die zweiten Nerfs an der Dämonen Jäger-Klasse haben Illidan zumindest in Teilen in seine Schranken gewiesen. Im Vergleich zum April erwarten euch auf der Ladder nicht länger drei bis vier unterschiedliche Archetypen, wenn ihr gegen den verhassten neuen Helden antretet, da einzig der Tempo-Dämonen Jäger überlebt hat. Die schlechten Nachrichten sind, dass diese eine Deckliste, den schwächeren Karten zum Trotz, weiterhin dominiert – egal auf welchem Rang ihr spielt, Dämonen Jäger ist und bleibt die meistgespielte Klasse. Die Gewinnraten des aggressiven Archetypen bleiben absurd, auch wenn sich im Verlauf des Monats ein Deck hervorgetan hat, gegen das Illidan, zumindest auf dem Papier, kein Land sieht. Nach dem Nerf an Kael’thas ist der OTK-Dämonen Jäger gänzlich von der Bühne verschwunden und auch die Highlander- oder Großer-Variante von Illidan sind zu einer Seltenheit verkommen. Das größte Potenzial dieser beiden Listen liegt wohl im Highlander-Dämonen Jäger, allerdings scheint dieses Potenzial noch nicht ausreichend erforscht zu sein. Die meisten Decks dieser Art, verwenden die gleichen Karten wie zu Beginn der neuen Erweiterung. In Sachen Optimierung ist also noch Luft nach oben.

Welches Deck soll denn bitte eine verlässliche Chance gegen Tempo-Dämonen Jäger haben? Nur für den Fall, dass ihr euch ebendiese Frage gestellt haben solltet, folgt hier sogleich die Antwort: Tempo-Krieger. Garrosh hat mit dem Galakrond-Krieger seinen ehemals besten Archetypen links liegen lassen und sich eine neue Daseinsberechtigung gesucht. Gefunden hat die Krieger-Klasse diese Berechtigung in der Aufgabe anderen Tempo-Decks das Leben schwer zu machen. Dank der wohl besten Karte aus Galakrond’s Erwachen, Wagemutige Kapitänin, konnte sich ein mächtiger Archetyp entwickeln, der ein Universalgenie zu sein scheint. Minion-Wellen mühelos vernichten, check. Selbst das Board mit potenten Kreaturen fluten, check. Karten ziehen, Waffen, massig Ressourcen und Kombo-Potenzial, check. Die Liste der Gewinnmöglichkeiten des Tempo-Kriegers ist lang, doch vielleicht erschließt sich euch bereits durch diese Liste der größte Haken des Alleskönners: Tempo-Krieger kann euer Hirn zum Kochen bringen. Es gibt keinen richtigen Zug, keine Kombination aus Karten, die ihr blind aufs Feld klatschen könnt, um eine Partie in einhundert Prozent der Fälle zu entscheiden. Bezüglich dieses Dilemmas werden wir uns allerdings noch umfassend in der Deck-Beschreibung auslassen.

 

Zweite Geigen

Wie erwartet konnte sich Valeera im Verlauf des vergangenen Monats stabilisieren und sich mit dem altbekannten Galakrond-Schurken etablieren. Nach einer umfassenden Orientierungsphase, in der das neue Geheimnis- mit dem ebenso neuen Verstohlenheit-Paket konkurrierte, hat das Erstgenannte das Rennen gemacht und sich nahtlos in den Archetypen integriert. Insbesondere Kracher wie eine aktiviere Prügelmeisterin oder ein mächtiger Schattenjuwelier Hanar-Zug machen den Geheimnis-Galakrond-Schurken zu einem überaus flexiblen Archetypen, der theoretisch auf alles eine Antwort finden kann. Allerdings schwächelt Valeeras Archetyp mitunter in den ersten Zügen einer Partie, sodass er sich nicht direkt als Konter-Deck vom Tempo-Dämonen Jäger definieren kann. Bekommt der Galakrond-Schurke aber die Zeit, die er benötigt, um richtig loslegen zu können, gibt es im Grunde genommen kein Match-Up, welches sich nicht gewinnen lässt. Mit dem richtigen Maß an Erfahrung und Hirnschmalz stellt Valeera, abseits der oben genannten Vertreter, eines der ausgeglichensten Decks der aktuellen Meta von Hearthstone. Highlander-Schurken sind derweil auf dem absteigenden Ast. Es scheint ganz so, als würde sich die Geschichte der beiden Archetypen wiederholen. Wie auch schon in der Erbe der Drachen-Meta wirkt der Highlander-Archetyp unverlässlicher und behäbiger als sein kleiner Bruder.

Zweite Geige Nummer zwei spielt derweil die Jäger-Klasse. Auch hier haben sich bekannte Archetypen sinnvoll verstärkt und letztlich durchgesetzt. Wie zu erwarten war, konnten die umständlichen Handbuff-Varianten keinen Platz in der Meta finden, sodass sich die Community vermehrt auf die Highlander-, Face- und Drachen-Decks von Rexxar konzentriert hat. Highlander-Jäger gibt weiterhin den Ton in der Klasse an und stellt, dank einiger Neuzugänge, ein ausbalanciertes und absolut verlässliches Deck dar, wie auch schon in vergangenen Meta-Landschaften. Mit den richtigen Karten in der Hand seid ihr im Grunde gegen alles gewappnet. Derweil terrorisieren Face-Jäger vor allem die niedrigeren Ränge der Ladder, da die kurzen, oftmals siegreichen Runden, einen schnellen Aufstieg versprechen. Und tatsächlich schlägt sich der eindimensionale Archetyp überraschend wacker gegen Illidan und seine Tempo-Dämonen Jäger. Das Drachen-Jäger-Deck verlässt sich weiterhin auf eine beinahe identische Deckliste und ist damit ähnlich anpassungsfähig wie der Highlander-Jäger, wenn auch einen Hauch weniger.

 

Die Rache der Magischen

Eine Meta voller über aggressiver Decks klingt nicht gerade nach einem traumhaften Umfeld für Obermagierin Jania. Und doch hat die Magier-Klasse es irgendwie geschafft, sich einen beachtlichen Platz auf der Ladder zu erwirtschaften. Mit dem Highlander-Magier stellt die sonst so behäbige Klasse einen der besten Highlander-Archetypen überhaupt, abgesehen von dem Highlander-Jäger. Doch woran liegt das? Nun, zum einen hat die Deckliste mit der Ruinen der Scherbenwelt-Erweiterung einige hervorragende neutrale Karten erhalten, die im schwachen Early Game Gold wert sind. Karten wie Übermütiger Orc oder Rostmühlenläufer schließen wichtige Lücken im Spielplan der Magier und verschaffen dem Archetypen die nötige Luft, um die späteren Phasen einer Partie zu erreichen, indem der Highlander-Magier glänzen kann. Absoluter MVP der aktuellen Listen ist jedoch zweifelsohne Gefangener Beobachter. Die unter anderem von Vicious Sydicate salonfähig gemachte Tech-Karte kann Auseinandersetzungen gegen Dämonen Jäger und Co. quasi im Alleingang entscheiden. Ihren Nemesis findet Jaina allerdings nach wie vor in Rexxar, auch wenn sich die Gewinnraten im Vergleich zu der Erbe der Drachen-Meta deutlich verbessert haben. Andere Magier-Archetypen sind schwer zu finden. Der Zauber-Magier hat den Test der Zeit nicht überstehen können und dient allenfalls als Off-Meta-Deck.

Eine Meta voller überaggressiver Decks klingt sehr wohl nach einem traumhaften Umfeld für Oberpriester Anduin. Und doch scheint die Priester-Klasse Schwierigkeiten damit zu haben, ihren Platz auf der Ladder zu finden. Das Problem scheint die absurde Geschwindigkeit der modernen Tempo-Decks zu sein, eine Geschwindigkeit, an der die behäbig kontrollierende Ausrichtung der meisten Priester-Decks scheitert. Obwohl die Klasse den langsamsten ihrer Archetypen, den Auferstehungs-Priester, weitestgehend abgesägt hat, schaffen es auch Galakrond- und Highlander-Priester nicht, die verhasste Dämonen-Jäger Klasse auszukontern. Hinzu kommt noch ein desaströses Match-Up gegenüber Galakrond-Schurken, da Valeera im späteren Verlauf einer Partie viel zu viele Ressourcen ansammeln kann, für die Priester-Decks keine Antworten finden. Einziger Hoffnungsschimmer für Anduin stellt der sich anbahnende Aufstieg der Tempo-Krieger dar. So wie der Tempo-Krieger das einzig “wahre” Konter-Deck für Tempo-Dämonen Jäger darstellt, so stellt der Galakrond-Priester das einzig wahre Konter-Deck für den Krieger-Archetypen dar. Sollten sich also mehr Spieler dazu bereit erklären, Gehirnjogging zu betreiben und mit Garrosh in die Schlacht ziehen, würde das Anduin direkt in die Karten spielen.

 

Leidtragende der Nerfs

Obwohl die beiden vergangenen Patch-Updates hauptsächlich die Klasse der Dämonen Jäger aufs Korn genommen hatten, wurden auch zwei andere Klassen Opfer der Nerfs. Der bis dahin prominenteste Archetyp von Malfurion, der Zauber-Druide, belächelte zwar zunächst den für das Deck unerheblichen Nerf an Kael’thas, verlor aber letztlich trotzdem den komfortablen Platz in der Meta. Denn ein Mana mehr für eine der Schlüssel-Karten ausgeben zu müssen, macht definitiv einen gewaltigen Unterschied. Hinzu kommt die immer klarer werdende Ausrichtung der stabilisierten Meta. Weder gegen Tempo-Dämonen Jäger und -Krieger sieht der Zauber-Druide Land, noch gegen die Konter-Klassen dieser Decks wie Magier oder Priester. Somit bleibt dem Druiden der Kampf mit den abgeschlagenen Klassen von Hearthstone. Doch gute Gewinnraten gegen Paladine, Schamanen oder Hexenmeister, machen in der aktuellen Meta keinen Anwärter für die Spitzenplätze aus. Der Große-Druide auf der anderen Seite brilliert zwar gegen die aufsteigenden Tempo-Krieger, verliert allerdings so gut wie jedes andere Match-Up. Malfurion muss sich also für die kommenden Wochen dringend etwas Neues einfallen lassen.

Auch Gul’dan wurde von den Nerfs getroffen. Die Karte Opferpakt wurde im Anbetracht der aktuellen Meta quasi aus dem Spiel gelöscht und hat dem bis dahin erfolgreichsten Deck der Hexenmeister, dem Kontroll-Hexenmeister, den Boden unter den Füßen weggezogen. Ohne das favorisierte Match-Up gegen Dämonen Jäger stand der Archetyp ohne Beute dar und wurde selbst zum Gejagten von Kriegern und Jägern. So mussten sich die Hexenmeister wieder einmal zu ihrem Evergreen umsehen und siehe da, eine neue Variante vom Zoo-Hexenmeister war geboren. Eine wahrlich neue Variante, denn anders als die konventionellen Zoo-Decks der Vergangenheit definiert sich dieser neue Ansatz nicht einfach nur durch das ständige Fluten des Spielfelds mit einer Armee kleiner Kreaturen. Der Gefangener Schrottwichtel hat den Zoo-Hexenmeister in ein langsameres, aber dafür brandgefährliches Deck verwandelt, sofern ihr diese Karte in den frühen Runden einer Partie auf das Board zaubern könnt. Aktuell steht der neuartige Zoo noch auf wackeligen Beinen und schafft es nicht vollends mit der Spitze der Meta zu konkurrieren, aber wir sehen eine Menge Potenzial im Archetypen, falls er die richtige Balance finden sollte.

 

Kein Licht am Ende des Tunnels

Während sich die verbleibenden Helden von Hearthstone weiterentwickelt haben und sich auf die ein oder andere Weise eine Daseinsberechtigung auf dem Spielfeld der Ladder erarbeiten konnten, verweilen Thrall und Uther an der Seitenlinie. Die neuen Ansätze der Ruinen der Scherbenwelt-Erweiterung sind bei beiden Klassen gescheitert. Obwohl das Buchband-Paket von Uther sogar einen leichten Buff erhalten hat, findet es dennoch keinen Archetypen mit dem es harmoniert. Und Thralls Rückkehr zum Darwinismus scheiterte ebenso kläglich. Was den Klassen bleibt, sind rudimentäre Decklisten, die niemanden wirklich vom Hocker reißen können. Ihr fragt euch jetzt vielleicht, was wir euch hier erzählen, schließlich ist der Murloc-Paladin laut HSReplay eines der besten Decks überhaupt. Ja, der Murloc-Paladin weist eine stattliche Gewinnrate auf, aber wenn man sich genauer ansieht, gegen wen der Archetyp seine Siege einfährt, so wird klar, wie wenig Chancen er gegen die besten Decks von Hearthstone hat. Sowohl Tempo-Dämonen Jäger als auch -Krieger sind dem Murloc-Paladin klar überlegen. Allerdings würden sich Schamanen über ein Deck wie den Murloc-Paladin freuen. Das “beste” Deck von Thrall ist momentan der Totem-Schamane. Müssen wir dazu noch mehr sagen?

HSReplayDatenMai

 

Top of the Decks: Die Klassen

 

Dämonen Jäger

Obwohl viele professionelle Hearthstone-Spieler und ein Großteil der Meta-Berichte anderer Webseiten den Tempo-Krieger nicht länger als das beste Deck der aktuellen Meta betiteln, lassen wir den Tempo-Dämonen Jäger einen weiteren Monat an der Spitze thronen. Der Grund dafür ist im Grunde genommen simpel: Es ist das einfachere Deck. Wenn eine Deckliste nur einen einzigen echten Konter besitzt und dieser Konter zufällig einen extrem kompetenten Piloten benötigt, um sein volles Potenzial zu entfalten, fällt uns die Wahl zwischen den beiden leicht. Tempo-Dämonen Jäger bleibt auch nach zwei Nerf-Wellen ein absolutes Powerhouse. Es findet nach wie vor unglaublich gut in eine Partie. Generfte Karten wie Kampfscheusal und Altruis bleiben lächerlicherweise bärenstark, das Cycling-Paket um Schädel des Gul’dan oder Kurier des Purpursiegels blieb diesmal unberührt und lasst uns gar nicht erst von MetamorphoseKriegsgelven von AzzinothKayn Sonnenzorn und Co. anfangen. Ihr sucht ein Deck, was alles kann und eure Kontrahenten heulend in die Reddit-Foren schickt? Tempo-Dämonen Jäger ist euer Deck.

Tempo-Dämonen Jäger

Sollte in euch allerdings trotz allem ein wenig Mitleid aufkommen, so könnt ihr auch getrost zum Highlander-Dämonen Jäger greifen. Obwohl der Archetyp auf die gleichen unfairen Karten baut, behindert er sich selbst durch die Bau-Restriktionen eines Highlander-Decks und verwendet nur jeweils eine dieser Karten. Das verhilft dem Archetypen zwar zu den beliebten Highlander-Karten Zephrys und Drachenkönigin Alexstrasza, allerdings bezahlt er dafür wie gewohnt mit einigem an Verlässlichkeit. Dadurch, dass die meisten Listen bislang aus den frühen Wochen des Aprils stammen und noch kaum optimiert wurden, gibt es für den Highlander-Dämonen Jäger Raum für Verbesserungen. Denn ein ganz besonderer Aspekt dürfte euch aufhorchen lassen: Das Highlander-Deck geht als Favorit in die Konfrontation mit seinem Tempo-Verwandten.

Highlander-Dämonen Jäger

 

Schamane

Monatlich grüßt das Murmeltier. Thrall hatte im Verlauf der vergangenen ersten Wochen des neuen Jahres nur wenig zu lachen. Weder der Totem- noch die Überbleibsel des Galakrond-Schamanen konnten sich als ernsthafte Anwärter auf einen der Spitzenplätze etablieren und somit verweilt die Schamanen-Klasse abgeschlagen auf dem letzten Platz. Woran das liegt, ist schnell erklärt. Sämtliche Schamanen-Decks verlieren hoffnungslos gegen Dämonen-Jäger, Krieger und Schurken. Das ein oder andere “gute” Match-Up gegen eine der verbleibenden Klassen reicht da einfach nicht, um kompetitiv mitzumischen. Doch wenn wir davon ausgehen, dass ihr unbedingt ein Deck von Thrall spielen wollt, so würden wir den Totem-Schamanen empfehlen. Der Spielplan des einstigen Meme-Königs ist dabei gleich geblieben. Dank der Ruinen der Scherbenwelt-Karte Totemreflexion kann jedes eurer Totems, vorzugsweise natürlich ein Manafluttotem oder Ü.B.E.L.-Totem, zu einer Unannehmlichkeit für euren Gegner werden. Die Ressourcen und kleineren Kreaturen/ Totems versucht ihr letztlich im Verlauf einer Partie in einer Menge anzusammeln, die euch eine Spielentscheidung mithilfe von Vessina ermöglicht. Dass Dämonen Jäger oder Krieger das nur selten zulassen, brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht weiter ausführen. Aber immerhin bleiben euch einige gute Match-Ups gegenüber Jägern, Druiden und Magiern.

Totem-Schamane

Erfahrungsgemäß haben abgeschlagene Klassen aber auch etwas Gutes, denn sie laden zu verrückten Deck-Ideen ein. Das spaßigste und verrückteste dieser Experimente ist wohl der unglaubliche Arkaner Beobachter-Schamane, den die Hearthstone-Profis Firebat und Nohandsgamer während ihrer Twitch-Streams gebastelt haben. Ja, ihr habt richtig gelesen, diese Deckliste versucht sich die bis dato ungespielte Karte Arkaner Beobachter zunutze zu machen, um die Lebenspunkte des Kontrahenten zu bearbeiten. Sinkt das Leben eures ahnungslosen Gegenübers unter 20, befinden sie sich in Reichweite eures tödlichen Spielplans: Lavaeruption, Blitzschlag und Schlagenschreinportal ins Gesicht! Das alles aufgewertet durch prominente Karten wie Rostschwurinitiand oder Sturmjäger. Klingt verrückt, ist es auch. Der Neid der verwirrten Gegner wird euer sein, wenn ihr die Partie mit tonnenweise Zauberschaden beendet. Gut gespielt!

Arkaner Beobachter-Schamane

 

 

Paladin

Trotz eines vielversprechenden Buffs an Buchband der Gerechtigkeit schafft es Uther weiterhin nicht, ein überzeugendes Deck rund um seine Buchband-Karten zu erstellen. Somit sieht sich die Paladin-Klasse aktuell gezwungen, auf ein Murloc-Deck zu bauen, welches zwar durchaus Erfolge verzeichnet, aber im Vergleich zu anderen aggressiven Decks eher mäßig abschneidet. Denn der Murloc-Paladin hat im Gegensatz zu Decks wie Tempo-Dämonen Jäger oder -Krieger nur sehr begrenzte Möglichkeiten, das Spielbrett zurückzugewinnen, wenn es von diesem verdrängt wurde. Im Grunde genommen drehen sich ein Großteil der Karten dieser Liste darum, ein bestehendes Board weiter zu buffen. Tiefenlichtseher, Schuppenfürst oder Teufelsflossennavigator sind tote Karten in eurer Hand, wenn die ersten kleinen Fischwesen bereits das Zeitliche gesegnet haben. Somit spielt sich der Murloc-Paladin erschreckend eindimensional. Ein frühes Board, welches vom Gegner nicht beantwortet werden konnte, führt in der Regel zum Sieg, wurdet ihr allerdings verdrängt, ist die Runde für euch gelaufen.

Murloc-Paladin

Die einzige einigermaßen erfolgreiche Alternative stellt aktuell der Highlander-Paladin dar. In dieser Liste haben Teile der Community das versucht, was die Highlander-Decks der konkurrierenden Klassen ausmacht: Alle guten Karten in ein Deck schmeißen und sehen, was passiert. Leider wird Uther in diesem Szenario zum Opfer seiner zusammenhangslosen Klassen-Karten, die er in den vergangenen Erweiterungen erhalten hat. Wenn sich in einer Deckliste Murlocs, Wildtiere, Drachen und Mechs befinden, sollte sich zumindest schon einmal ein Hauch von Skepsis anbahnen. Im Grunde genommen versucht der Highlander-Paladin all diese, einzeln betrachtet gute Karten, in ein Deck zu quetschen, ohne dass diese irgendetwas miteinander zu tun haben. Das hat zur Folge, dass sich dieses Highlander-Deck unglaublich zusammenhangslos anfühlt und ihr quasi in jedem Zug von der neu gezogenen Karte abhängig seid. Da können auch Sir Finley, Zephrys und Drachenkönigin Alexstrasza nur wenig dran ändern.

Highlander-Paladin

 

Priester

Anduin hat sich im Verlauf des Monats und der beiden Updates umorientiert. Der Auferstehungs-Priester hat sich als zu langsam herausgestellt, insbesondere in Bezug auf das streng limitierte Kreaturen-Arsenal, welches allerdings notwendig war, um das Meiste aus Seelenbegleiter und Massenwiederbelebung herauszuholen. Stattdessen wendete sich die Priester-Klasse ihrer Galakrond-Karte, Galakrond, der Unsägliche zu. Dabei bietet der Galakrond-Priester einen entscheidenden Vorteil in den frühen Phasen einer Partie. Karten wie Jüngerin von Galakrond oder Halunkin der Vulpera lassen euch zumindest ein wenig mit frühen Kreaturen der zahlreichen Tempo-Decks interagieren und verschaffen euch so Zeit, um bis zu den stärkeren Zügen des Decks durchzuhalten. Ist diese Phase einer Partie erst einmal erreicht, stehen dem Deck haufenweise Möglichkeiten zur Verfügung, um das Spiel zu kontrollieren. Mithilfe dieses Ansatzes hat es Anduin geschafft, das einzige echte Konter-Deck zum Tempo-Krieger zu erstellen, eine Tatsache, die dem Archetypen im Verlauf des nächsten Monats weiteren Auftrieb bescheren könnte. Leider fällt das Priester-Deck im Vergleich zu den weitaus verbreiteten Dämonen Jägern, Schurken und Jäger durch, sodass es aktuell noch nicht für den Sprung in die Best-Decks-Kategorie reicht.

Galakrond-Priester

Zumindest für das bescheidene Jäger-Match-Up hat Anduin noch eine zweite Deckliste in der Rückhand. Der Highlander-Priester kann sich mit einer ähnlich guten Gewinnrate gegenüber Krieger brüsten und schafft es anbei auch, den vielen Jäger-Decks die Stirn zu bieten. Aufgrund der Seltenheit dieses Archetypen auf der Ladder von Hearthstone könnte man demnach schon fast von einem Geheimtipp sprechen. Denn die Highlander-Restriktion im Deckbau bietet im Fall der Priester-Klasse einige Vorteile, da Nischen-Karten einen Platz in der Liste finden. Karten wie Gedankenschinder Kaahrj, Natalie Seline oder Reliquiar der Seelen können in den richtigen Situationen eine Partie im Alleingang entscheiden. Highlander-Priester hat wie die erfolgreichen Verwandten der Magier- oder Jäger-Klasse genügend dieser flexiblen Karten, um den eigentlichen Malus eines Highlander-Decks auszugleichen. Wenn ihr also die nötigen Karten für beide Priester-Decks besitzt, würden wir euch definitiv die Highlander-Variante empfehlen.

Highlander-Priester

 

Schurke

Valeera muss sich in diesem Monat hinter Illidan und Garrosh einordnen. Obwohl sie mittlerweile die optimale Liste für ihren Galakrond-Schurken gefunden zu haben scheint, sind die direkten Duelle mit den ärgsten Konkurrenten schwierig. Aber zunächst einmal zu der Deckliste an sich. Das Geheimnis-Paket hat sich als das dominantere der beiden neuen Ruinen der Scherbenwelt-Ansätze bewiesen und findet sich momentan in allen Galakrond-Decks wieder. Der klare Vorteil der Geheimnis-Karten ist nämlich, dass sie die Match-Ups mit Dämonen Jägern und Kriegern stark verbessern. Dabei müsst ihr nicht zwingend auf einen gierigen Schattenjuwelier Hanar-Zug warten, die einzelnen Geheimnisse sind auch für sich genommen extrem stark. Insbesondere Hinterhalt kann im richtigen Moment Kern-Karten der Gegenspieler ausschalten – Priesterin des Zorns wir sprechen von dir. Der richtige Moment spielt für den Galakrond-Schurken nach wie vor eine elementare Rolle. Mit den richtigen Karten und einem hohen Verständnis eures Match-Ups und viel wichtiger eures eigenen Decks, kann der Galakrond-Schurke alles schlagen. Von selbst spielt es sich allerdings definitiv nicht. Für Valeera spricht zudem die potenzielle Entwicklung der nächsten Wochen. Mehr Tempo-Krieger würden zu mehr Priestern auf der Ladder führen, ein Match-Up, dass der Galakrond-Schurke sehr gern sieht.

Galakrond-Schurke

“History repeats itself”. Im Fall der Schurken-Klasse bezieht sich diese Aussage auf die Klassen interne Konkurrenz zwischen dem Highlander- und Galakrond-Schurken. Beginnt eine Erweiterung, hat das Highlander-Deck die Nase vorn, da es sich alle neue Karten zunutze machen und sich den entscheidenden Vorteil der beiden Highlander-Kracher Zephrys und Drachenkönigin Alexstrasza sichern kann. Je mehr Zeit allerdings vergeht und je weiter sich das Galakrond-Deck optimiert, desto mehr sinkt der Erfolg des Highlander-Schurken. Denn im Endeffekt fehlt es dem Archetypen von Haus aus an Feinschliff. Während sich der Galakrond-Schurke immer weiter verbessert und entscheidende Stärken herausarbeitet, stagnieren die Highlander-Listen und geraten so mit der Zeit ins Hintertreffen. Aktuell stellt der Archetyp noch ein wettbewerbsfähiges Deck dar, im Verlauf dürfte sich der Erfolg jedoch weiter vermindern.

Highlander-Schurke

 

Druiden

Malfurion musste im Verlauf des vergangenen Monats dabei zusehen, wie sein bestes Deck, der Zauber-Druide, langsam aber sicher den Anschluss zur Spitze verlor. Weniger aufgrund mangelnder Qualität der Liste oder dem Nerf an Kael’thas, sondern eher aufgrund einer neuen Hackordnung auf der Ladder. Ohne die behäbigen Auferstehungs-Priester oder kontrollierenden Galakrond-Hexenmeister ist kaum eine Beute für den explosiven Zauber-Druiden geblieben und das ursprünglich vielversprechende Match-Up gegen Galakrond-Schurke hat sich im Verlauf der Wochen auch stark verschlechtert. Der Grund für die ganze Misere dürfte auf der Hand liegen. Zauber-Druide startet viel zu langsam in eine Partie und hat nur begrenzte Möglichkeiten, direkt mit gegnerischen Kreaturen zu interagieren. Selbst mit erhöhten Mana-Ressourcen, dank Traumatem und Wildes Wachstum, kommt die rettende sieben Mana-Grenze, in der ihr mit Kael’thas und allerlei gratis Zaubersprüchen wie Eisenborke und Sumpfstrahl loslegen könnt, oftmals zu spät. Leider fehlt es der Druiden-Klasse aktuell an guten Kontroll-Ressourcen für die frühen Züge einer Partie, sodass sich auch nicht die Möglichkeit aufzeigt, etwas an der Deckliste zu verändern. Noch hält sich Zauber-Druide über der magischen Grenze einer positiven Gewinnrate, doch wir befürchten, dass sich das im Laufe der nächsten Wochen ändern wird.

Zauber-Druide

Dem Großer-Druide hat es allerdings sogar noch schlimmer erwischt. Zwar konnte sich der altbekannte Archetyp zu Beginn der Ruinen der Scherbenwelt-Erweiterung als eines der besten Dämonen-Jäger-Konter-Decks etablieren, doch mit dem Aufstieg der restlichen Klassen von Hearthstone verschlimmerte sich die Lage des Decks von Woche zu Woche. Magier, Priester, Jäger, Schurken, all diese Klassen scheinen dazu in der Lage zu sein, mit dem eindimensionalen Spielplan des Großer-Druide umgehen zu können. Und auch hier bleibt leider nicht allzu viel Platz für Veränderungen. Ohne einen ausreichenden Anteil riesiger Kreaturen ergibt die Deckliste einfach keinen Sinn und dabei wurde die Anzahl in aktuellen Listen schon auf das absolute Minimum reduziert, um Platz für Zorn, Prankenhieb, Eisenborke und Sumpfstrahl zu finden. Das einzige, was dem Großer-Druide geblieben ist, ist das favorisierte Match-Up gegen Tempo-Dämonen Jäger. Sollten sich also auf eurem Rang besonders viele davon herumtreiben, lohnt sich durchaus der Griff zum klassischen Großer-Druide.

Großer-Druide

 

Jäger

Rexxar konnte sich im Verlauf der Wochen seinen alten Platz auf der Ladder zurückerobern. Allen voran der Highlander-Jäger hat sich mit dem nötigen Maß an Feinschliff wieder einmal als eines der ausbalanciertesten Decks der gesamten Meta beweisen können und führt laut den Daten von HSReplay in Sachen Gewinnrate. Im Grunde genommen geht ihr mit dem Archetypen in kein einziges Match-Up, in welchem ihr klar unterlegen seid. Grund dafür sind nach wie vor die zahlreichen erstklassigen Drachen-Karten der Klasse in Kombination mit Ätzender AtemSturmhammer und Co., die für eine ausgewogene Mana-Kurve sorgen. Doch auch abseits der geflügelten Echsen, hat der Highlander-Jäger einiges zu bieten. Gefangene Todesklaue hat sich als eine mächtige Karte erwiesen und stellt einen gefährlichen Spielzug im frühen Verlauf einer Partie dar. Das Zusammenspiel aus Zixor, Herabstoßender Greif und Natürliche Improvisation belohnt euch zudem verlässlich mit einem übermächtigen sieben Mana für vier 7/7 Eifer-Kreaturen-Zug. Eine weitere Karte der Ruinen der Scherbenwelt-Erweiterung, die sich als festen Bestandteil der Deckliste behaupten konnte, ist Nagrand Slam, die ebenfalls eine unglaubliche Flexibilität mit sich bringt. Unterm Strich ist der Highlander-Jäger wohl das optimierteste und ausbalancierteste Deck der gesamten Meta. Warum es bei uns nur auf dem 2. Platz landet, liegt daran, dass ihr außer dem Magier- und Priester-Match-Up in keiner Begegnung deutlich überlegen seid.

Highlander-Jäger

Der Face-Jäger ist wieder da und scheint dieses Mal nicht nur die übliche Geisel der unteren Ränge zu sein. Nachdem die Deckliste zu Beginn der neuen Erweiterung recht unerforscht blieb und sich kaum veränderte, steigt mittlerweile das Interesse an dem Archetypen, da er einen riesigen Vorteil mit sich bringt: Ein recht gutes Match-Up gegen Dämonen Jäger. Auch hier spielen einige der neuen Karten eine elementare Rolle. Wer hätte es gedacht, aber Gefangene Todesklaue macht sich großartig in einem Deck, was den Gegenspieler so oft wie möglich ins Gesicht schlagen möchte. Doch damit nicht genug, dank Natürliche Improvisation haben es auch die guten alten Steinhauereber zurück auf die Ladder geschafft. Insgesamt liefert der Face-Jäger mithilfe dieser Innovationen deutlich konstantere Erfolge auf allen Rängen, mit unter auch, weil eines der furchtbarsten Match-Ups gegen Tempo-Krieger vergleichsweise selten auftritt. Somit schaffen es aktuell nur Priester, dem frustrierenden Kontrahenten in die Schranken zu weisen.

Face-Jäger

 

Krieger

Die Krieger-Klasse hat ein wahrhaft beeindruckendes Comeback hingelegt. Nachdem die Klasse zu Beginn der Ruinen der Scherbenwelt-Erweiterung noch dem Galakrond-Archetypen hinterher weinte und keinen neuen Ansatz zustande bringen konnte, entwickelte sich im Verlauf der letzten Wochen das theoretisch wohl beste Deck der nächsten Zeit, der Tempo-Krieger. Dass das so lange gedauert hat, ist wenig verwunderlich, insbesondere wenn man den Archetypen zum ersten Mal ausprobiert und sich denkt “Was zum Teufel möchte ich eigentlich erreichen?”. Die Kreaturen, die ihr auf der Hand habt, wollen nur selten direkt gespielt werden, oftmals wächst eure Hand von Runde zu Runde, ohne dass ihr etwas Sinnvolles damit anstellen könnt. Zumindest kann man das annehmen. Tempo-Krieger steht und fällt mit einer einzigen Karte: Wagemutige Kapitänin. In Kombination mit Rüstungsschmiedin wird die Karte zu einem mächtigen Boardclear, welches euch zugleich noch Massen an Rüstung verschafft. In Kombination mit Bomblerikerin könnt ihr nicht nur Kreaturen des Gegenübers zerstören, sondern auch ihrem Gesicht wehtun. In Kombination mit Elitesoldat der Kor’kron, Grommash und/ oder Blutschwursöldnerin lassen sich Szenarien erstellen, die zu einem OTK (One Turn Kill) führen können. Ach und zahlreiche Lakaien, dank Schocklanze, gibt es auch noch und hab ich schon von der Möglichkeit gesprochen einen Siedeblutschläger in einen eurer Wagemutige Kapitänin-Züge zu quetschen? Diese kurze Beschreibung einiger (!) möglicher Spielzüge dieses Archetyps macht euch eventuell schon deutlich, warum der Tempo-Krieger aktuell noch recht selten auf der Ladder von Hearthstone anzutreffen ist: Das Deck benötigt eine große Menge Hirnschmalz, um optimal zu funktionieren. Bevor ihr nicht mindestens 50–100 Runden in diesen Archetypen investiert habt, solltet ihr euch noch keine positiven Gewinnraten ausmalen. Doch die Arbeit kann sich lohnen. Unter optimalen Bedingungen muss sich der Tempo-Krieger nur vor Priestern fürchten und selbst diese kann er mit einem pfiffigen Grommash-Zug ganz schnell ausschalten.

Tempo-Krieger

Im Rahmen der, dank Wagemutige Kapitänin angefachten Krieger-Renaissance, wurde auch an einem Kontroll-Deck für Garrosh gearbeitet, welches allerdings noch weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ehrlich gesagt machen wir uns auch keine großen Hoffnungen, dass sich dieser Archetyp bis zur nächsten Erweiterung überhaupt durchsetzen kann. Denn ohne einen Dr. Bumm oder etwas Vergleichbares, gibt es einfach kein “Ziel” für einen Kontroll-Krieger, für das es sich zu überleben lohnt. Weder Kargath noch Irrer Aspekt Todesschwinge können diese Lücke schließen, sodass sich uns am Ende des Tages die Frage stellt: Wozu eine Partie kontrollieren, wenn man sie einfach selbst in die Hand nehmen kann? Demnach existiert aktuell noch kein ausreichender Grund eine Kontroll-Variante über den Tempo-Krieger zu stellen.

Kontroll-Krieger

 

Magier

Wer hätte gedacht, dass sich ausgerechnet Jaina in einer überaus aggressiven Meta durchsetzen kann? Doch hier sind wir und der Highlander-Magier konnte sich zwischen der aktuellen Elite von Hearthstone einen Platz sichern. Grund dafür ist unter anderem eine der besten Inaktiv-Kreaturen der Ruinen der Scherbenwelt-Erweiterung, Gefangener Beobachter. Zieht ihr dieser Karte vor eurem dritten Zug oder behaltet ihr sie in eurer Starthand, wird es insbesondere für Dämonen Jäger schwer sich auf dem Spielfeld zu etablieren. Gerade Illidans-Klasse hat im frühen Verlauf einer Partie nur wenig Minions, die mehr als zwei Leben haben, sodass ein Gefangener Beobachter oftmals ein komplettes Spielfeld räumen kann und einen stattlichen 4/5 Körper hinterlässt. Aber auch Karten wie Übermütiger Orc oder Rostmühlenläufe helfen dem Highlander-Archetypen lang genug zu überleben, um richtig loslegen zu können. Sowohl Reno der Reliktologe als auch Der unglaubliche Reno brillieren in der aktuellen Meta, von den üblichen Highlander-Verdächtigen wie Zephrys und Drachenkönigin Alexstrasza ganz zu schweigen. Eine weitere Ruinen der Scherbenwelt-Karte, die extrem gut abschneidet, ist Tieffrieren. In einer von Waffen und Kreaturen-Schwärmen bevölkerten Meta ist der initiale Einfrier-Effekt unbezahlbar und die beiden Wasserelementare Gold wert. Und hey, eine Yogg-Sarons Puzzlebox ist immer mal wieder für einen unerwarteten Sieg gut.

Highlander-Magier

FunkiMonki ist zurück und hat wieder einmal eine interessante Deckidee umgesetzt. Getreu dem Motto “Was eingefroren ist kann mich auch nicht angreifen” hat er zunächst sämtliche Einfrier-Karten der Magier-Klasse in ein Deck gestopft und gesehen, was man daraus machen kann. Mit einigem Feinschliff stellt sich heraus: Einiges. Der uralte Archetyp des Einfrier-Magiers scheint sich in den richtigen Händen in der aktuellen Meta wohl zu fühlen. Aber anders als vergangene Decklisten dieses Archetyps zieht der Einfrier-Magier von FunkiMonki nicht darauf ab, ein Szenario zu schaffen, in dem man den Gegner mit Zaubersprüchen den Gar ausmacht. Stattdessen setzt seine Liste auf die Macht von Schöpfungskraft, Malygos und Kalecgos. Zugegeben, mehr als ein vielversprechendes Off-Meta-Deck könnt ihr vom Einfrier-Magier nicht erwarten, allerdings macht es unglaublich viel Spaß, die imposanten Armeen eines Illidans Runde um Runde einzufrieren und ihm beim Verzweifeln zuzusehen.

Einfrier-Magier

 

Hexenmeister

Der Galakrond- bzw. Kontroll-Hexenmeister scheint sich noch nicht so ganz von dem Nerf an Opferpackt erholt zu haben. Aktuell befindet sich der Archetyp in einer Schaffenskrise, denn ohne einen neuen Ansatz ist die Deckliste des vergangenen Monats zu nichts zu gebrauchen. Möglicherweise wäre ein Lakaien-Paket rund um Oberste Lakaiin Erkh und Dunkler Pharao Tekahn genau das, was der kontrollierende Archetyp braucht, um in einer längeren Ressourcenschlacht durchzuhalten. Aber ob sich dieser recht zeitaufwendige Spielplan im Kampf mit einem der zahlreichen Tempo-Decks umsetzen lässt, bleibt zweifelhaft. Höchstwahrscheinlich wird sich Gul’dan in den kommenden Wochen von seinem Kontroll-Deck abwenden und sich einem alten Bekannten in neuem Gewand zuwenden, der das Potential hat ein neuer Meta-Tyrann zu werden.

Kontroll-Hexenmeister

Bei dem alten Bekannten handelt es sich natürlich, wer hätte es gedacht, um Zoo-Hexenmeister. Allerdings präsentiert sich der uralte Archetyp dieses Mal in einem noch nie da gewesenen Gewand. Dank der nächsten großartigen Inaktiv-Karte Gefangener Schrottwichtel ist der gewohnte “erster Zug, Flammenwichtel, zweiter Zug noch ein Flammenwichtel + Leerwandler” nicht länger der angestrebte Start in eine Parte. Stattdessen finden sich vergessen geglaubte Karten wie Blaukiemenkrieger oder Wolfsreiter in dem Zoo-Deck wieder. Landet ihr nämlich ein oder zwei Gefangener Schrottwichtel Aufwertungen auf diese Karten, wird der Spielfeld orientierte Archetyp plötzlich zu einer Art Kombo-Deck. Und was braucht ein Kombo-Deck? Richtig, es muss viele viele Karten ziehen können. Hand von Gul’dan in Kombination mit Ramschhändlerin erfüllen genau diese Anforderung. Das Ergebnis ist beunruhigend. Aktuell fliegt der Zoo-Hexenmeister noch unter dem Radar vieler Spieler und wird weitestgehend von Kriegern, die ihr Handwerk verstehen, in Schach gehalten. Sollte jedoch noch einmal ein Nerf-Patch folgen, in dem Hexenmeister nicht berücksichtigt wird, steht mit dem Zoo-Hexenmeister bereits der nächste Meta-Tyrann in den Startlöchern.

Zoo-Hexenmeister

 

Unter dem Radar

Ganz im Sinne des Zoo-Hexenmeisters, der aktuell noch unter dem Radar fliegt, möchten wir uns in der neuesten Kategorie von Top of the Decks mit einem speziellen Deck befassen, welches aktuell nicht die Aufmerksamkeit erhält, die es unserer Meinung nach verdient hat. In diesem Monat haben wir den Quest-Krieger zu diesem Deck gekürt. Die Deckidee dieses Archetypen ist dabei sogar älter als die des Tempo-Kriegers, auch wenn es seine wirkliche Wettkampffähigkeit erst mit der Entstehung des Wagemutige Kapitänin-Kerns erhalten hat. Denn die Kern Komponenten des Tempo-Kriegers sind auch im Quest-Krieger zu finden, nur dass dieser Archetyp seinen Fokus auf die Quest Hackt das System legt und somit mehr auf Waffen setzt. Dafür fehlt es dem Deck an Kombo-Potenzial, da sowohl die Elitesoldaten der Kor’kron als auch die Blutschwursöldnerinnen fehlen. Für uns hat diese Änderungen den entscheidenden Vorteil der Einsteigerfreundlichkeit. Nicht falsch verstehen, Quest-Krieger spielt sich keinesfalls von alleine, aber nach unserer Erfahrung deutlich einfacher als der Tempo-Krieger. Dabei behält der Archetyp aber weitestgehend die guten Match-Ups des prominenteren Verwandten bei und schlägt sich im Vergleich sogar noch besser gegen die Priester-Klassen, da die aufgewertete Heldenfähigkeit Zug um Zug Bedrohungen für Anduin etablieren kann. Auf dem höchsten Spielniveau möchten wir euch allerdings keine falschen Hoffnungen machen, denn dort dürfte der Tempo-Krieger, unserem Quest-Krieger bei weitem überlegen sein. Aber für die Normalsterblichen Ränge der Ladder von Hearthstone können wir euch den Quest-Krieger als kleinen Geheimtipp ans Herz legen. Vielen Dank an redditor u/dcdead!

Quest-Krieger

Unter dem Radar-Hearthstone

 

Houston, der Phönix ist gelandet!

Nach einem ereignisreichen ersten Monat des jungen Jahres des Phönix kehrt allmählich Ruhe und Stabilität in der Ruinen der Scherbenwelt-Meta von Hearthstone ein. Somit beginnt die zweite spannenden Phase einer neuen Erweiterung, die Optimierungsphase, in der die einzelnen Decklisten weiter ausgearbeitet werden und die Hackordnung neu ausgefochten wird. Zahlreiche Decks wie der Zoo-Hexenmeister oder sogar der Tempo-Krieger selbst haben noch nicht den optimalen Build gefunden, Konter-Decks der neuen Spitzenreiter könnten sich jederzeit ins Rampenlicht rücken. Mit unseren Decklisten solltet ihr allerdings bestens für die kommenden Wochen gewappnet sein. Bis zur nächsten Ausgabe von Top of the Decks werdet ihr euch aber leider etwas länger gedulden müssen, denn aller Voraussicht nach wird die Juni-Ausgabe entfallen. Dafür werden wir versuchen, euch die Juli-Ausgabe bereits in der ersten Woche des Monats zu liefern. Haltet eure Augen und Ohren also ab dem 01. Juli offen, gerne auch auf unseren SocialMedia-Kanälen (Twitter und Facebook). Bis dahin wünschen wir euch viel Spaß auf der Ladder von Hearthstone. Wie gewohnt freuen wir uns riesig über Fragen, Rückmeldungen, Kritik oder Diskussionen über die vorgestellten Decklisten!

 

Hearthstone: Die besten Gasthaus-Rezepte
  • Monroe-Cassel, Chelsea (Autor)
  • 112 Seiten - 22.01.2018 (Veröffentlichungsdatum) - Panini Verlags GmbH (Herausgeber)

Quellen: hsreplay.com, hearthstonetopdecks.com, reddit.com

Maximilian Apel
Written by
Unity. Precision. Perfection.

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