Top of the Decks – Die besten Hearthstone Decks für den Dezember 2020

Herzlich Willkommen zur 15. Ausgabe “Top of the Decks – Die besten Hearthstone Decks”! In diesem umfangreichen Format möchten wir von NAT-Games die Hearthstone Puristen unter euch ansprechen und mit aktuellen Informationen rund um die Meta von Blizzards Sammelkartenspiel versorgen. Generell erwartet euch im Folgenden ein monatliches Update zur Meta-Landschaft im Standard Format, gefolgt von jeweils zwei kompetitiven Decklisten für jede der neun Klassen. Wir versuchen dabei jeden Monat einen guten Mix aus den besten und unterhaltsamsten Decks für euch herauszusuchen. Dafür machen wir uns zum einen die Daten von HSReplay zunutze, zum anderen durchforsten wir die Hearthstone Community auf der Suche nach Geheimtipps.

Die Rückkehr der alten Götter

Mit dem berühmten Vierergespann der alten Götter feiern die berüchtigtsten Karten von Hearthstone ihre Rückkehr ins Standard Format – dem Dunkelmond-Wahnsinn sei Dank! Und wie es für eine neue Erweiterung so üblich ist, startete die junge Meta gewohnt turbulent und unausgereift, zur Freude der wenigen effektiven Deck-Listen. Mittlerweile lässt sich allerdings der ein oder andere Trend erkennen und das Bild der kommenden Meta-Landschaft zeichnet sich langsam ab. Überraschenderweise scheinen gerade die neuen Versionen der alten Götter-Karten kaum einen Platz in der Meta finden zu können. Aber das ist nicht die einzige Überraschung, die der Dunkelmond-Wahnsinn für euch bereit hält. Wir können uns an dieser Stelle einfach nicht zurückhalten und müssen euch direkt einweihen: Es gibt eine neue Schamanen-Klasse und die heißt nicht länger Thrall! Es sieht ganz danach aus, als müsste es sich Jaina in den nächsten Wochen am untersten Ende der Nahrungskette gemütlich machen, während sich der gewohnte ewige Letzte ein wenig mit den Erwachsenen austoben darf. Wir leben in einer verrückten Welt. Wie gewohnt findet ihr neben diesen Zeilen unsere hauseigene Tier-Liste, die euch alle erwähnten Decks in hierarchischer Reihenfolge präsentiert – unterteilt in drei Hauptkategorien. Unter der Kategorie der Best Decks findet ihr die Crème de la Crème der aktuellen Meta, während ihr in der Kategorie Great Decks ihre heißesten Verfolger einsehen könnt. Den Schluss bilden die Off-Meta Decks, die den ein oder anderen Sieg versprechen und meist exotischer Natur sind, aber insgesamt unter dem Durchschnitt liegen – aus aktuellem Anlass haben wir dieser Kategorie den Namen Schamanen-Decks verpasst. Neu, seit der Mai-Ausgabe von Top of the Decks, ist die Unter dem Radar-Kategorie, in der wir euch ein besonderes Off-Meta Deck präsentieren, welches trotz mangelnder Bekanntheit großes Potenzial besitzt mit der Spitze mithalten zu können.

Hearthstone N'Zoth

 

Das dynamische Duo

Die Klasse der Dämonenjäger begleitet uns jetzt schon seit drei Erweiterungen und führt seine beeindruckende Erfolgsgeschichte weiterhin fort. Auch im Zuge des Dunkelmond-Wahnsinns stellt Illidan mehrere Deck-Listen, die schon jetzt die Meta von Hearthstone prägen. Der Seelen-Dämonenjäger konnte den Wechsel der Standard Erweiterungen unbeschadet überstehen und gilt nach wie vor als das beliebteste und zwischenzeitlich erfolgreichste Deck von Hearthstone. Ein Fakt, der dem Archetypen und der Klasse an sich ein großes Fadenkreuz auf den Rücken gezaubert hat. Es macht den Anschein, als würden sich die altehrwürdigen Klassen von Hearthstone kein weiteres Mal mit der Dominanz des Neulings abfinden wollen. Gleich mehrere Deck-Listen zielen auf die Vernichtung des Seelen-Dämonenjägers ab, sodass die überaus ausgewogene Gewinnrate des Archetypen an der ein oder anderen Stelle zu bröckeln beginnt. Neben dem Seelen-Dämonenjäger, hat auch die reine Aggro-Liste ein Comeback gefeiert und gilt momentan als eines der besten Decks, um den Rang einer Legende zu erklimmen. Eine niedrige Manakurve gepaart mit der perfekt dazu harmonierenden Karte Akrobatik, machen das schnelle Deck zu einer enormen Bedrohung für all die gierigen und unausgereiften Deck-Listen einer frühen Meta. An anderer Stelle hat es sich Illidan erlaubt ein wenig zu träumen. Mit einer unterhaltsamen, aber durchweg unterwältigenden Kombo mit Il’gynoth wollte die Klasse ein überzeugendes Kombo-Deck etablieren. Allerdings scheint dieser Archetyp auf ganzer Linie zu versagen und auch mit etwas mehr Feinschliff sehen wir in diesem interessanten Kombo-Ansatz nicht viel mehr als ein Off-Meta-Deck.

Also Seelen-Dämonenjäger führen das Feld an und wahrscheinlich ist der Buchband-Paladin weiterhin der beste Konter – neue Erweiterung, alte Gegebenheiten, langweilig – Falsch! Die Krieger-Klasse bringt ein wenig Heavy Metal in die prüde Welt von Hearthstone und stellt ein gleichermaßen beunruhigend gutes wie erfrischendes Deck: Den Kontroll-Krieger. Und auch wenn dieser Archetyp zunächst staubtrocken klingen mag, weiß er doch mit einer abgefahrenen Kombo zu begeistern. Denn mit dieser Neuinterpretation der altbekannten Formel könnt ihr euren Kontrahenten innerhalb eines Zuges vernichten und das mit Stil. E.T.C., Gott des Metal macht das möglich. Zwar hatte die Community vor der Erweiterung beinahe einstimmig vorhergesagt, dass ein Yogg oder ein C’thun das Top-End eines Kontroll-Kriegers bilden würde, aber der Gott des Metal hat sich als die einzig wahre Gottheit für Garrosh herausgestellt. Wie genau diese Kombo funktioniert werden wir euch im Folgenden erklären, aber hier schon einmal so viel: Der Kontroll-Krieger scheint im Reich der Legenden durch kein einziges Deck klar ausgekontert zu werden. Aufgrund des recht hohen Schwierigkeitsgrades sinken die Gewinnraten je tiefer wir in den Rängen gehen, aber lasst euch das einmal auf der Zunge zergehen. Und dabei sprechen wir von einer Deck-Liste die noch nicht vollends ausgereift ist. Abseits dieser Überraschung gibt es nur wenig Neues aus dem Lager der Krieger-Klasse. Die neuen Deck-Ideen sind allesamt gefloppt und lediglich die altbekannten Archetypen wissen zu überzeugen. Sowohl Bomben- als auch Wutanfall-Krieger können beachtliche Gewinnraten aufweisen, werden jedoch kaum gespielt, da sie nur wenige der neuen Karten nutzen und somit für die meisten Spieler unattraktiv wirken.

 

Grubenaufseher

Thrall ist endgültig von den Toten auferstanden und darf endlich wieder Hearthstone spielen. Eine einzige Karte war nötig, um der leidgeplagten Klasse neuen Mut zu geben und diese Karte heißt Grubenaufseher. Würden wir Karten bewerten, wäre diese Karte eine der besten der gesamten Erweiterungen. Egal welchen Schamanen-Archetypen wir uns anschauen, die Möglichkeit eine Waffe für zwei Mana zu ziehen hat jede Deck-Liste drastisch verbessert. Ihr sucht als Evolutions-Schamane nach eurem Sumpfdornschlagring? Grubenaufseher. Ihr sucht als Totem-Schamane nach eurer Spaltaxt? Grubenaufseher. Ihr sucht als Aggro-Schamane nach eurem Schicksalshammer? Grubenaufseher. Grubenaufseher ist die Korsarenbeute der Schamanen und hat einen ähnlichen Effekt auf die Klasse. Dazu kommen noch einige sinnige Karten, die die jeweiligen Archetypen unterstützen. Aktuell scheint der Evolutions-Schamane die Nase vorn zu haben, aber auch Totem- und Aggro-Schamane liegen über der magischen 50 %-Marke. Allerdings weisen die ersten Meta-Trends darauf hin, dass der Totem-Schamane mit der Zeit abzustürzen droht, sodass wir uns im Folgenden mit den Aggro- und Evolutions-Listen beschäftigen werden. Aber hey, wir wissen nicht, wann wir uns das letzte Mal mit zwei kompetitiven Deck-Listen der Schamanen-Klasse beschäftigen durften!

Während andere Klassen mit extremen Gewinnraten und Heavy Metal für Aufsehen sorgen, agiert Valeera aus dem Schatten der Mittelmäßigkeit heraus. Verantwortlich für diesen Umstand sind vor allem die verführerischen alten Götter. Schon früh nach dem Start des Dunkelmond-Wahnsinns werkelte die Schurken-Klasse an einem C’thun-Deck, welches im Grunde genommen nur aus Möglichkeiten bestand Karten zu ziehen und einigermaßen gut zu überleben. Denn wie cool wäre es bitte, wenn man C’thun mehrmals ausspielen könnte, dank Schattenschritt und Co.? Nun wie sich schnell herausgestellt hat, gar nicht mal so cool, geschweige denn erfolgversprechend. Die alten Klassiker mussten her, doch auch bei diesen erlaubte sich die Community grobe Schnitzer im Deck-Bau. Mittlerweile scheint sich die Lage für Valeera beruhigt zu haben und sowohl ihr Miracle- als auch ihr Aggro-Archetyp machen eine ordentliche Figur. Beide zählen zwar nicht zu den absolut besten Decks der Meta, können sich aber erfolgreich über der 50 %-Marke halten. Zudem gibt es bei beiden Listen noch Raum für Verbesserungen, sodass wir fest davon überzeugt sind, dass die Schurken-Klasse ein fester Bestandteil der Dunkelmond-Wahnsinn-Meta sein wird. Und wer weiß vielleicht hat Valeera sogar noch ein Ass im Ärmel.

 

Schluss mit lustig

Malfurion scheint sich einen Platz in der jungen Dunkelmond-Wahnsinn-Meta zu sichern, auch wenn es eher ein Platz in der Nische sein dürfte. Sämtliche Deck-Ideen der Druiden, die nicht auf dem Grundsatz basieren Manavorteile durch Wildes Wachstum zu erwirtschaften, sind kläglich gescheitert und lassen der Klasse nur diese eine, höchst einseitige Option wettkampffähige Decks zu bauen. Und dass diese Option in einer aggressiven Meta kaum erfolgversprechende Archetypen hervorbringen wird, brauchen wir euch an dieser Stelle sicherlich nicht zu erklären. Aber was möchte Malfurion mit dem ergaunerten Mana überhaupt veranstalten? Eine Clown-Party! Der Clown-Druide galt zum Start der Erweiterung für kurze Zeit als neue Geißel der Meta. Mehrere Fluten gigantischer Clown-Armeen machten den Eindruck eines nahezu unschlagbaren Spielplans. Dabei ließen die Hetzer allerdings die zahlreichen Partien außer Acht in denen der Druide keine einzige Manakarte ziehen konnte und diese vermeintlich großartige Kombination aus Jahrmarktsclown und Überleben des Stärkeren erst nach dem 11. Zug einer Partie ausspielen konnte. Klingt das noch nach einem übermächtigen Archetypen? Wohl kaum. Der Wirbel um das Deck verschwand genauso schnell wie er aufgekommen war und somit auch die Druiden von der Ladder von Hearthstone. Was die meisten jedoch nicht vorhersehen konnten, war der raketenhafte Aufstieg des Kontroll-Kriegers, der nur eine einzige wahre Achillesverse zu haben scheint: Clown-Druide. Und damit nicht genug, der Archetyp schlägt sogar Seelen-Dämonenjäger einigermaßen verlässlich. Aber freut euch nicht zu früh, Clown-Druide wird dadurch nicht zum Meta-Breaker. Die absolut desaströsen Begegnungen gegen jedwedes Aggro-Deck machen dem Archetypen abseits des höchsten Legendenrangs das Leben schwer. Wenn ihr zufällig einmal einen Rang erwischt, auf dem sich ausschließlich Dämonenjäger und Krieger tummeln, empfehlen wir euch den Clown-Druiden ohne mit der Wimper zu zucken. In allen anderen Situationen solltet ihr allerdings die Finger von diesem Archetypen lassen.

Tickatus muss generft werden, solange diese Karte im Spiel bleibt, kann man einfach kein Hearthstone spielen!” Der Hype um Tickatus und dem dazugehören Archetypen des Kontroll-Hexenmeistern übertraf in den ersten Tagen des Dunkelmond-Wahnsinns sogar noch den des Clown-Druiden. Die Reddit-Threads waren erfüllt von Frust und Missgunst gegenüber dieser einen Karte und ausgehend davon schien es fast so, als hätte die junge Meta einen ersten Tyrannen gefunden. Es stellte sich aber ziemlich schnell heraus, dass sich die Hülle des Kontroll-Hexenmeisters im Zuge der neuen Erweiterung in keinster Weise verbessern konnte und weiterhin wichtige Elemente vermissen ließ. In anderen Worten: Der Archetyp hat allerhöchstens Off-Meta-Potential. Insbesondere das lächerlich einseitige Match-Up mit den Seelen-Dämonenjägern macht es dem kontrollierenden Archetypen von Gul’dan unmöglich Fuß zu fassen. In satten 80 % der Begegnungen zieht ihr als Kontroll-Hexenmeister den Kürzeren – Tickatus hin oder her. Was kümmert es den Seelen-Dämonenjäger, wenn er fünf Karten weniger im Deck hat, während er euer Heldenporträt zu Kleinholz verarbeitet? Somit liegt die Hoffnung der Hexenmeister wie gewohnt beim Zoo-Archetypen. Und zumindest hier scheint vorsichtige Hoffnung angebracht zu sein. Zwar war es zu erwarten, dass eine so effiziente und aggressive Strategie zum Start einer neuen Erweiterung Siege einfahren kann, aber auch in der derzeit etwas stabileren Meta kann der uralte Archetyp weiter überzeugen. Gut, gegen Seelen-Dämonenjäger hat selbst diese Deck-Liste nur wenig Chancen, aber wenigstens ist die Begegnung mit Kontroll-Kriegern einigermaßen knapp.

 

Old but Gold

Rexxar spielt wie gewohnt sein eigenes Spiel. Eine neue Erweiterung, neue Karten, neue Archetypen und was macht die Jäger-Klasse? Weiter auf seine etablierten Premium-Decks setzen, diese im Detail verbessern und weiter gewinnen. Das hat dazu geführt, dass sich Rexxar momentan mit dem besten Deck von Hearthstone brüsten kann und bei diesem Deck handelt es sich, welch Überraschung, um den Highlander-Jäger! Ja, Kontroll-Krieger hat insgesamt eine ausgewogenere Gewinnrate, ist aber deutlich schwieriger zu spielen und bietet noch Raum für Verbesserungen. Ja, Seelen-Dämonenjäger schafft es eigenhändig mehrere Klassen aus der Meta zu verbannen. Aber wisst ihr was? Highlander-Jäger hat sich gegen jedes dieser Ausnahmetalente eine 50 % Gewinnchance erarbeiten können und zerpflückt die restlichen Anwärter mit Leichtigkeit. Neben wenigen Nischendecks gelingt es aktuell nur dem Aggro-Dämonenjäger diesen Archetypen verlässlich zu schlagen. Dabei ist der Highlander-Jäger das wohl einzige Deck der Klasse, welches nennenswert von den neuen Karten profitieren konnte. Besonders die zahlreichen Geheimnis-Karten lassen die altbackene Liste in neuem Glanz erstrahlen. Theoretisch wäre es der Klasse wieder einmal möglich gewesen einen Todesröchel-Archetypen zu etablieren, aber diese Experimente schlugen wie gewohnt fehl. Und Face-Jäger? Diese Deck-Liste kann alles, was der Highlander-Jäger kann, verliert allerdings deutlich gegen Krieger und Dämonenjäger. Glückwunsch also an Rexxar, Beständigkeit zahlt sich manchmal aus.

Auch Uther scheint sich zu Beginn der neuen Erweiterung zurückgelehnt zu haben und vertraut weiterhin auf seine bewährten Archetypen. Sowohl der Buchband- als auch der Libroom-Paladin haben den Wechsel der Erweiterungen und den darauffolgenden Sturm überlebt. Allerdings hat der Zweitere im Zuge der Veränderungen und dank seines Vertrauens in die alten Götter einen großen Teil seiner Macht verloren. Denn sowohl C’thun als auch Yogg haben dem erfolgsverwöhnten Archetypen deutlich mehr geschadet als genutzt. Mittlerweile kehren einige Anhänger der Deck-Liste zu der reinen Akademie-Scholomance-Version zurück und scheinen damit große Erfolge zu feiern, jedoch sind wir uns bislang noch unsicher, wie sich dieser alte Archetyp in einem gefestigten neuen Umfeld schlagen wird. Aber apropos schlagen, solltet ihr Interesse daran haben Seelen-Dämonenjäger zu schlagen, führt kein Weg am guten alten Buchband-Paladin vorbei. Zwei neue Karten waren nötig um dem erfolgreichsten Archetypen der vergangenen Erweiterung auch in dieser zu neuem Glanz zu verhelfen. Wir sträuben uns allerdings den König der Akademie-Scholomance auf den Thron des Dunkelmond-Wahnsinns zu setzen. Denn so gut das Deck aktuell abschneiden mag, es bietet überhaupt keinen Raum für Anpassungen oder Verbesserungen. Vielleicht braucht es die ja nicht, aber wir bleiben erst einmal vorsichtig und reichen die Krone an Rexxar weiter.

 

Fifty Shades of Bad

Anduin hat die wohl traurigste Geschichte der neuen Erweiterung geschrieben. Mit den vermeintlichen besten Klassen-Karten des neuen Sets gewappnet, werkelte die Community an einem mächtigen Kontroll-Deck, nur um schmerzhaft festzustellen, dass eine der besten Karten von einem Bug betroffen ist. Blutweberin der Nazmani vergünstigt nämlich auch Karten die bereits günstiger gemacht wurden, selbst wenn diese null Mana kosten. Die Entwickler von Team 5 äußerten sich kurz nach dem Erscheinen des Dunkelmond-Wahnsinns offiziell zu dieser Thematik und bestätigten, dass diese Interaktion so nicht vorgesehen war und die Blutweberin eigentlich keine Karten vergünstigen sollte, die bereits keine Manakosten mehr erfordern. Dementsprechend gingen die Gewinnraten der Priester-Archetypen, die sich auf diese Karte verlassen wollten, in den Keller und notgedrungene Abhilfe musste her. Aktuelle Listen machen sich andere neue Karten zunutze, um einigermaßen kompetitiv zu bleiben, insgesamt sieht es für Anduin allerdings düster aus. Daran ändert selbst das favorisierte Match-Up seines Highlander-Priesters gegen Kontroll-Krieger oder die enttäuschenden Versuche den Auferstehungs-Priester wiederzubeleben, nur wenig. Sobald der Bug aus dem Weg geräumt wird, sehen wir eine Version des Kontroll-Priesters als eines der besseren, wenn nicht sogar als eines der besten Decks der Meta von Hearthstone. Bis dahin heißt es für Priester-Fans jedoch abwarten und Tee trinken.

Die Magier-Klasse steuert derweil mit voller Kraft auf das Abstellgleis des Dunkelmond-Wahnsinns zu. Warum wir denken, dass die Geschichte von Anduin trauriger ist als die von Jaina? Anduin hätte ohne den Bug wenigstens die Chance ein signifikanter Teil der Meta zu sein, während Jaina jeglicher Hoffnungsschimmer fehlt. Der Manazyklonen-Magier versagt auch mit neuen Elementar-Karten. Der Zauber-Magier hat eine ebenso unfaire wie unvorhersehbare Gewinnoption erhalten, die trotz aller Versuche nicht ausreicht, um den Archetypen über Wasser zu halten. Und Geheimnis-Magier? Damit kann Jaina vielleicht Decks wie Kontroll-Hexenmeister oder Clown-Druide schlagen, gegen die besten oder auch nur die guten Decks der jungen Meta zeigt der Archetyp jedoch kaum ein Lebenszeichen. Somit bleibt der Magier-Klasse nur noch die Hoffnung auf ein Balance-Update oder ein herausragendes Mini-Set. Bis dahin verweilt die rote Laterne in den Händen der gefallenen Magier.

Hearthstone HSReplay Daten

 

Top of the Decks: Die Klassen

 

Dämonenjäger

Der Seelen-Dämonenjäger konnte sich schnell als der Staatsfeind Nr. 1 der frühen Dunkelmond-Wahnsinn-Meta etablieren und hat sich als Folge dessen einige Konter-Decks eingefangen. Doch selbst in einer Meta, die zum Großteil versucht diesen Archetypen zu schlagen, gelingt es aktuell nur den Clown-Druiden, Buchband-Paladinen und Kontroll-Kriegern einigermaßen verlässlich. Bedanken kann sich die Deck-Liste vor allem bei einer Karte: Klingenkünstlerin. Die wenigsten unter euch dürfte es überraschen, dass sich diese Karte als die mit Abstand beste neue Karte im Archetypen etablieren konnte. In Kombination mit den zahllosen Möglichkeiten die Angriffspunkte eures Helden zu erhöhen, dürft ihr die Klingenkünstlerin ausschließlich für einen einzigen Manakristall auf’s Feld zaubern. Damit das auch wirklich immer funktioniert, hat auch die neue Karte Unerbittliche Jagd ihren Weg ins Deck gefunden. Il’gynoth hat sich derweil als solide, aber nicht unbedingt haarsträubend geniale Karte herausgestellt, die nichtsdestotrotz in den meisten Listen einen Platz gefunden hat. Für diese Neuzugänge mussten vor allem die Federschnipser weichen. Der geheime MVP des Archetypen bleibt jedoch weiterhin Magie aufzehren. Insbesondere gegen Paladine kann diese Karte an der richtigen Stelle eine unfavorisierte Begegnung für Illidan entscheiden, aber auch in anderen Match-Ups könnt ihr einen sinnhaften Nutzen aus dem Zauber ziehen. Aber wenn euch das alles zu “öde” ist, hat Illidan noch einen weiteren Archetypen im Angebot.

Seelen-Dämonenjäger

Mit dem Aggro-Dämonenjäger konnte ein weiteres Deck von Illidan den Wechsel der Erweiterungen überstehen. Besonders in den ersten Tagen des Dunkelmond-Wahnsinns konnte dieser Archetyp absurde Gewinnraten einfahren, die es jedoch zum Großteil den ineffizienten Kontrahenten zu verdanken hatte. Aber selbst jetzt noch überzeugt die Deck-Liste in vielerlei Hinsicht. Besonders die neue Karte Stelzenläufer hat sich als genialer Neuzugang etablieren können und verleiht dem Deck zusätzlichen Schaden aus der Hand. Aber auch Akrobatik profitiert maßgeblich von der insgesamt niedrigen Manakurve und kann überraschend oft aktiviert werden. Das Ganze noch abgerundet durch Leseratte und eure Ressourcen gehen niemals zur Neige. Wenn ihr gerade möglichst schnell zum Legendenrang klettern wollt, dürfte der Aggro-Dämonenjäger das wohl beste Deck für diese Aufgabe sein. Schnelle Partien, gute Gewinnrate, gute Idee. Wenn ihr auf eurer Reise durch die Ränge aber irgendwann vermehrt auf Seelen-Dämonenjäger und/ oder Kontroll-Krieger trefft, raten wir euch entschieden vom Aggro-Dämonenjäger ab.

Aggro-Dämonenjäger

 

Schamane

Wer hätte gedacht, dass sich jemals irgendjemand darüber freuen würde, dass eine Kombination aus Wüstenhase und einem Evolutionseffekt erfolgreich zurückgekehrt ist. Aber hier sind wir, am Ende eines in jeder Hinsicht merkwürdigen Jahres und wir freuen uns über die Renaissance des Evolutions-Schamanen. Wie wir eingangs bereits dezent erwähnt haben, darf sich der Archetyp dabei vor allem bei der neuen Karte Grubenaufseher bedanken, die euch verlässlich den Sumpfdornschlagring auf die Hand gibt. Aber auch Karussell erweist sich insbesondere in Kombination mit den berühmt-berüchtigten Wüstenhasen oder Entgleister Wagen als kraftvoller Neuzugang. Dazu kommt die herausragende Karte Sturmschlag, die der Schamanen-Klasse nach einer gefühlten Ewigkeit wieder ein überzeugendes Kontroll-Werkzeug in die Hand gibt. Insgesamt macht der Evolutions-Schamane den Eindruck eines überaus kompetitiven Decks, auch wenn die Gewinnraten gegen Seelen-Dämonenjäger und Kontroll-Krieger mit jedem Tag abbauen.  Dafür überzeugt das Deck gegen viele der anderen beliebten Decks und verschafft Thrall eine wohlverdient hohe Platzierung in unserem Ranking. Well played!

Evolutions-Schamane

Im Verlauf der kommenden Wochen könnte es vielleicht zu einem Machtwechsel innerhalb der Schamanen-Klasse kommen. Denn während der Totem-Schamane konstant abbaut und auch der Evolutions-Schamane die wichtigsten Match-Ups zu verlieren scheint, bahnt sich mit dem Aggro-Schamanen eine vielversprechende Alternative für die Klasse an. Besonders die Schicksalshammer-Liste, die, wer hätte es gedacht, maßgeblich von Grubenaufseher profitiert, scheint in der Lage zu sein sowohl Dämonenjäger als auch Krieger zu besiegen. Allerdings ist die optimale Liste dieses Archetypen noch lange nicht gefunden und die Spielerzahlen so gering, dass sich aus diesen Tendenzen noch kein aussagekräftiger Trend erkennen lässt. Wir wollen euch diesen Gedanken dennoch in euer Hirn pflanzen und dazu animieren, diesem unausgereifen Archetypen nicht allzu schnell abzuschreiben. Wiederholte Schläge mit dem Schicksalshammer schmerzen auch heutzutage noch ordentlich.

Aggro-Schamane

 

Paladin

Buchband-Paladin scheint sich in der neuen Erweiterung als beste Antwort auf die Flut der Seelen-Dämonenjäger zu etablieren. Am generellen Konzept musste der Archetyp dafür rein gar nichts ändern. Wenig überraschend fügt sich Yrel als überdimensionierter Zilliax nahtlos in das bestehende Korsett ein und sorgt für zusätzliche Stabilität gegen die zahlreichen Aggro-Decks der Ladder. Überraschender war da schon eher die phänomenale Leistung von Hammer der Naaru. Wie sich herausgestellt hat, bietet die Karte für sechs Mana einen erstklassigen Deal und schließt eine Lücke für Buchband-Paladine, über die sich viele gar nicht bewusst waren. Denn trotz all der vielen gigantischen Kreaturen, bleibt der Archetyp ein Deck, welches nur wenig mit dem Spielbrett des Kontrahenten interagieren kann. Dank Hammer der Naaru steht dem Deck jetzt eine weitere wichtige Möglichkeit zur Verfügung, Kreaturen des Gegenübers anzugreifen. Um eure Lebenspunkte braucht ihr euch dabei keine Sorgen zu machen, immerhin warten Yrel und Buchband der Hoffnung nur darauf jeden einzelnen dieser Lebenspunkte wieder reinzuholen. Der Buchband-Paladin bleibt also eines der einfachsten und erfolgreichsten Decks dieser jungen Meta. Aber vielleicht könnte schon bald ein alter Bekannter wieder aufholen.

Buchband-Paladin

Die Rede ist vom Libroom-Paladin. Nach der wenig erfolgreichen Liaison des Archetypen mit den alten Göttern besinnt er sich auf seine erprobten Stärken zurück und macht sich die unveränderte Akademie-Scholomance-Liste zunutze. So öde das auch klingen mag, so gut scheint dieser Ansatz in der Praxis zu funktionieren. Dabei scheint sich die Geschichte exakt zu wiederholen. Zwar müsst ihr in der Begegnung mit den Seelen-Dämonenjägern einige Prozentpunkte lassen, seid dafür jedoch weiter besser gegen die restlichen Decks der Ladder gerüstet. Außerdem könnt ihr den Kurve-Deck-Krankheiten des Buchband-Paladinen mit massig Möglichkeiten Karten zu ziehen und den belebten Besen effektiv entgegenwirken. Es bleibt noch abzuwarten wie gut sich der Archetyp in einer gefestigten neuen Meta schlagen wird, aber aktuell stehen die Zeichen auf Erfolg.

Libroom-Paladin

 

Priester

Vor dem Erscheinen des Dunkelmond-Wahnsinns fürchteten sich große Teile der Community vor den neuen Klassen-Karten der Priester. So viele so effiziente Möglichkeiten Mana zu sparen auf einmal? Das kann nicht gut gehen. Zum Teil sollte die Community damit recht behalten, denn leider ging diese Gleichung für Anduin nicht auf. Allerdings lag das wider Erwarten nicht an der Leistung der Karten an sich, sondern an der Funktionalität von Blutweberin der Nazmani. Wie oben bereits erwähnt ist diese elementare Karte des Archetypen aktuell noch von einem Bug geplagt, der es schwer macht das Potenzial eines voll funktionsfähigem Kontroll-Priester zu erahnen. Zwar lassen Karten wie Handlesen bereits erahnen wie mächtig eine solche Deck-Liste unter Umständen sein kann, momentan reicht es für den dysfunktionalen Kontroll-Priester lediglich für den unteren Teil unseres Rankings. Wir sind uns absolut sicher, dass der Archetyp deutlich an Boden wettmachen kann, sobald Blutweberin der Nazmani optimal funktioniert. Bis dahin bleibt der Kontroll-Priester leider kein empfehlenswertes Deck.

Kontroll-Priester

Wie zu erwarten war, schlägt sich der Highlander-Priester derweil deutlich besser, auch wenn er weit von seiner einstigen Größe entfernt bleibt. “Alle guten neuen Karten in eine Liste geschmissen und los geht’s” scheint in dieser Erweiterung schlechter zu funktionieren, als zum Start der Akademie-Scholomance. Wenn ein Archetyp gegen beinahe jeden Kontrahenten den Kürzeren zieht, hilft auch eine einzelne favorisierte Begegnung gegen eines der besten Decks nur wenig. Schlimmer noch, aufgrund der zu erwartenden Entwicklung eines Highlander-Decks – welches nicht Highlander-Jäger ist – gehen wir davon aus, dass sich die Lage des Highlander-Priesters in den kommenden Wochen weiter verschlechtern wird. Fans der Priester-Klassen müssen also Geduld bewahren und auf den Fix für Blutweberin der Nazmani warten, egal wie schwer es auch sein mag.

Highlander-Priester

 

Schurke

Überraschenderweise hat sich der im Vorfeld viel gehypte Miracle-Schurke im besseren Mittelfeld eingeordnet. Vermeintlich übermächtige Karten wie Foxy Flinkfinger oder auch Schwindel konnten in der Spielpraxis zwar überzeugen, schneiden aber gegen die neuen Top-Decks nur mittelmäßig ab. Hinzu kommen einige Fehlentscheidungen beim Erstellen der prominentesten Deck-Listen. Zu wenige Geheimnis-Karten, Zephrys, der sündhafte Verzicht auf Pharaonenmieze, die anfänglichen Experimente mit einem neuen Miracle-Schurken scheiterten allesamt. Langsam aber sicher besinnt sich der Archetyp jedoch seiner alten Stärken und konnte sich seitdem massiv verbessern. Die aktuellen Listen versuchen das Maximum aus Foxy Flinkfinger und Schwindel zu ziehen. Und auch wenn diese Ansätze bereits deutlich besser abschneiden, sehen wir noch Raum für Verbesserungen. Die Platzierung des Miracle-Schurken könnte sich also im Verlauf der kommenden Wochen weiter verändern.

Miracle-Schurke

Ähnliches ereignete sich auch im Lager der Aggro-Schurken. Bis heute ist sich die Community noch nicht so ganz einig darüber in welche Richtung der Archetyp ausgelegt werden soll. Super aggressiv oder doch lieber eher ressourcenorientiert? Momentan scheint sich keiner dieser beiden Ansätze klar hervorzutun. Natürlich schneidet ein überaggressives Deck in den ersten Tagen einer neuen Erweiterung besser ab, aber wieviel wird davon bleiben, wenn sich die Meta stabilisiert hat? Reichen die Ressourcen der Schurken-Klasse aus, um mit den Dämonenjägern und Kriegern der Ladder mitzuhalten? Auf diese Fragen finden wir aktuell ebenfalls keine klare Antwort. Wir tendieren zu dem ressourcenorientierten Ansatz, da dieser mehr Flexibilität zu versprechen scheint, aber wir könnten uns natürlich auch irren. Eines haben allerdings beide Varianten eindrucksvoll bewiesen: Schlängelnder Schrecken verspricht ein fester Bestandteil vieler Aggro-Decks zu werden.

Aggro-Schurke

 

Druiden

Malfurion muss sich im Dunkelmond-Wahnsinn mit einer Nischen-Rolle zufriedengeben. Mit dem Clown-Druiden besitzt die Klasse die wohl beste Antwort auf Kontroll-Krieger und Seelen-Dämonenjäger, verliert jedoch ausnahmslos gegen jedes aggressive Deck. Das macht es insgesamt zu einem unterwältigenden Ladder-Deck für die Allgemeinheit, da sich abseits der höchsten Legendenränge keine klaren Vorhersage für die nächste Begegnung treffen lässt. Aber wie funktioniert der Clown-Druide überhaupt? Wie für einen Druiden-Archetypen üblich besteht der frühe Spielplan darin Wildes Wachstum und/ oder Wildwuchs möglichst früh zu ziehen und auszuspielen, um die generell massiv überteuerten Karten eures restlichen Decks früher nutzen zu können. Gelingt dieser Plan, ist es das Ziel Jahrmarktsclown mithilfe von Überleben des Stärkeren zu verderben und letztlich mit Y’Shaarj mehrmals auf’s Feld zu werfen. Ein volles Spielfeld mit 9/9 Spott Kreaturen für null Mana klingt nach einem guten Deal, oder? Die Krux bei diesem und auch bei jedem anderen Druiden-Deck dieser Art liegt darin, dass ihr abseits des Mulligans keinerlei Einfluss darauf habt, wann ihr Wildes Wachstum oder Wildwuchs ziehen und spielen könnt. Schafft ihr das in den ersten drei bis vier Zügen, habt ihr selbst in aggressiven Begegnungen eine gewisse Chance, schafft ihr das nicht, geht ihr ausnahmslos baden. Sofern ihr also nicht zufällig das Herz der Karten auf euer Seite habt, seid ihr stark auf den Zufall angewiesen. Hinzu kommt der Fakt, dass das frühe Spiel der Druiden-Klasse kaum nennenswerte Verstärkung erhalten hat. Mondfinsternis allein reicht nicht aus, um euer passives Early-Game zu relativieren und auch Gidra kommt oftmals zu spät.

Clown-Druide

Und wo wir gerade schon beim Thema sind, können wir uns auch gleich mit dem Malygos-Druiden beschäftigen. Dieser Archetyp ist nämlich von der gleichen Schwäche geplant wie der Clown-Druide. Passivität in den frühen Phasen einer Partie, gepaart mit der enormen Abhängigkeit von Wildes Wachstum/ Wildwuchs. Im Falle des Malygos-Druiden kommt allerdings noch erschwerend hinzu, dass dem Archetyp die guten Begegnungen gegen Krieger und Dämonenjäger verwehrt bleibt. Somit finden wir momentan kein Argument für den Malygos-Druiden.

Malygos-Druide

 

Jäger

Eine neue Meta, ein neuer Highlander-Jägern. Im Zuge des Dunkelmond-Wahnsinns hat sich der Archetyp einige der neuen Geheimnis-Karten einverleibt und das mit sehenswertem Erfolg. Wie zu erwarten war schlug insbesondere die Karte Rinlings Gewehr ein wie eine Bombe. Vier Mana, vier potenzielle Schadenspunkte an gegnerischen Kreaturen oder dem Gesicht plus zwei im Schnitt erstklassige Geheimnisse – shut up and take my mana! Aber auch die weniger schillernden Geheimnis-Karten fügen sich nahtlos in den Spielplan des Archetypen ein. Angefangen bei Überraschte Gewinnerin und Unverdächtiger Fahrgast und aufgehört bei der beeindruckend mächtigen Karte Streichelzoo. Highlander-Jäger spielt sich traumhaft nahtlos und beweist wieder einmal wie schlecht ein Großteil der Hearthstone-Community darin ist, Geheimnisse zu erraten – uns mit eingeschlossen. Was sollen wir noch mehr zu diesem Deck sagen? Es hat abgesehen vom Aggro-Dämonenjäger eine Antwort auf jeden Archetypen parat, egal auf welchem Level ihr spielt. Und erfrischenderweise fühlt sich das Deck dank der vielen neuen Geheimnis-Karten angenehm neu und abgestaubt an.

Highlander-Jäger

Wisst ihr was sich nicht angenehm neu und abgestaubt anfühlt? Face-Jäger. Die Experimente mit den neugewonnenen Geheimnis-Karten schlugen allesamt fehl und ließen letztlich die reine Akademie-Scholomance-Version des Decks übrig. Zwar kann sich dieser Archetyp gewohntermaßen erstklassig durch die niedrigen Ränge der Ladder fräsen, sobald allerdings die Anzahl der Krieger und Dämonenjäger zunimmt, wird es düster für das eindimensionale Deck. Und warum sollte man sich überhaupt für ein Deck entscheiden, für das es innerhalb der gleichen Klasse eine deutlich bessere Alternative gibt? Solltet ihr euch um euren Sternenstaub sorgen, würden wir euch eher zum Aggro-Dämonenjäger raten, der sogar noch etwas günstiger ist und insgesamt die gleichen, wenn nicht sogar mehr Vorteile aufzubieten hat. Und wenn ihr euch den Highlander-Jäger leisten könnt, warum spielt ihr dann nicht Highlander-Jäger?!

Face-Jäger

 

Krieger

Garrosh ist hier und er ist bereit zu rocken! Mit dem Kontroll-Krieger hat sich die Klasse einen erstklassigen Anwärter für das beste Deck der kommenden Wochen sichern können und das vor allem aufgrund einer abgefahrenen OTK-Kombo. Wo die alten Götter scheiterten, brilliert E.T.C., Gott des Metal  und weiß eine träge Partie in einem Zug zu entscheiden. Das Ganze läuft wie folgt ab: Ihr spielt E.T.C., fügt dieser Karte mit einem Federschnipser Schaden zu, kopiert E.T.C. zweimal mit je zwei Kopien der Karte Blutschwursöldnerin und spielt zu guter Letzt einen Belebten Besen aus, um allen Kreaturen Eifer zu verleihen. Alles, was ihr jetzt noch benötigt, ist eine (oder mehr) gegnerische Kreatur, die mindestens fünf Lebenspunkte besitzt. Diese lasst ihr nacheinander von jeder eurer Eifer-Kreaturen angreifen, wobei die Kopien von E.T.C. als letztes angreifen, um den möglichen Schaden zu maximieren. Im Idealfall könnt ihr mit dieser Kombination satte 42 Schadenspunkte erwirtschaften. Was auf dem Papier nach einer furchtbar komplizierten und situativen Gewinnoption klingt, überzeugt in der Praxis auf jeder Ebene. Denn zunächst einmal müssen wir klarstellen, dass diese Kombo nur in langsamen Begegnungen zum Einsatz kommt. Gegen aggressive Decks reichen oftmals die zahllosen Kontroll-Werkzeuge des Archetypen, um dem Kontrahenten keine Chance zu geben seinen Spielplan auszuführen. Und selbst wenn eurer behäbiges Gegenüber rechtzeitig erkennt, was ihr vorhabt und keine Kreatur ausspielt, habt ihr immer noch Blutrippe in der Hinterhand, der sich ebenfalls mühelos mit Blutschwursöldnerin kopieren lässt und für sich eine Gewinnoption darstellt. Dieser Spielplan wäre allerdings ohne einige der neuen Karten unmöglich gewesen. Sowohl Minenfeld, als auch Schwertschlucker haben sich als erstklassige Karten für ein Deck dieser Art erwiesen. Wer ein unglaublich flexibles und verlässliches Deck sucht, welches aktuell kaum einen direkten Konter besitzt, dürfte mit dem Kontroll-Krieger voll auf seine Kosten kommen. Allerdings werdet ihr dutzende Runden benötigen, um diesen Archetypen einigermaßen optimal spielen zu können.

Kontroll-Krieger

Da sämtliche der neuen Krieger-Ansätze des Dunkelmond-Wahnsinns gescheitert sind, bleiben Garrosh abseits seines Kontroll-Decks lediglich zwei Archetypen vergangener Erweiterungen. Wir haben uns an dieser Stelle für den Bomben-Krieger entschieden. Diese Deck-Liste ist aufgrund mangelnder Innovation ebenso langweilig wie beständig. Aber besonders für Free-To-Play-Spieler eignet sich der Archetyp wunderbar, da ihr euch in Ruhe die Meta-Entwicklungen anschauen könnt, bevor ihr euren hart erkämpften Staub in neue Karten steckt, ohne dabei ständig verlieren zu müssen. Die einzige neue Karte, die ihr für den Bomben-Krieger herstellen solltet, ist Minenfeld. Diese Karte wirkt wie maßgeschneidert für den Archetypen, da ihr in vielen Partien erst ab dem vierten Zug ins Spiel einsteigt und bis dahin jede erdenkliche Chance ergreifen solltet, das Spielbrett unter Kontrolle zu behalten.

Bomben-Krieger

 

Magier

Wenn nicht einmal eine potenziell massiv übermächtige Karte einen Archetypen retten kann, sehen wir keinerlei Hoffnung für den Archetypen. Der Zauber-Magier hat mit Deliriumskartenset eine eben solche Karte erhalten, die rein theoretisch absurde Partien zustande bringen kann und trotzdem versagt der Archetyp auf ganzer Linie. Versteht uns nicht falsch, Deliriumskartenset ist keine Karte, um die man ein Deck bauen kann oder die euch verlässlich Siege einfährt, aber sie kann mit etwas Glück für das Ende einer Partie sorgen. Und selbst wenn man diese klaren Siege mit einrechnet, ist der Zauber-Magier immer noch schlecht. Daran kann auch keiner der alten Götter etwas ändern. Solange ihr nicht Exodia in euer Deck übertragen oder auf magische Weise die Internetverbindung eures Gegners lahmlegen könnt, dürft ihr euch mit dem Zauber-Magier keine Erfolge erträumen.

Zauber-Magier

Dafür ist doch aber wenigstens der Geheimnis-Magier richtig gut, oder? Leider nein. Die hohen Gewinnraten des Archetypen begründen sich momentan durch die vielen guten Begegnungen mit schlechten und unausgereiften Decks. Sobald diese in den kommenden Wochen verschwinden und durch die elitären Deck-Listen und -Klassen ersetzt werden, sehen wir kaum eine Hoffnung für den Geheimnis-Magier. Der Archetyp verliert gegen Dämonenjäger, Jäger, Krieger, Paladine und Schamanen! In anderen Worten: Gegen jedes einzelne Deck aus der Best Decks-Kategorie. Wie soll der Geheimnis-Magier dagegen ankommen? Bislang zeigt sich uns keine Möglichkeit dafür auf. Sorry, Jaina.

Geheimnis-Magier

 

Hexenmeister

Oh Gul’dan. Ausgehend vom ersten Tag der neuen Erweiterung hätte man annehmen können, dass der Klasse der Hexenmeister die Ladder zu Füßen liegt. Ein mächtiges Kontroll-Deck gepaart mit einer Frust erzeugend guten Gewinnoption durch Tickatus– was soll da schiefgehen? Na ja, die folgenden Tage des Dunkelmond-Wahnsinns haben uns gezeigt, so ziemlich alles. Aber fangen wir erst einmal bei Tickatus und dem dazugehörigen Spielplan an. Der neue Kontroll-Hexenmeister machte es sich zur Aufgabe, die frühen Phasen einer Partie zu kontrollieren, um sich Raum dafür zu schaffen, Tickatus zu verderben und dank Y’Shaarj zweimalig auszuspielen. Wenn das Gegenüber dann erst einmal zehn Karten seines Decks verloren hat und am besten sogar seine eigene Gewinnoption, musste die Partie nur noch verwaltet werden. Dieser Ansatz funktionierte zunächst auch erstaunlich gut und machte dazu einen riesigen Spaß. Allerdings wurden die gegnerischen Deck-Listen schnell effizienter und aggressiver, sodass sich die Mängel des Kontroll-Hexenmeisters aufzeigten. Zwar bekam die Klasse mit Katastrophenkaskade ein erstklassiges Kontroll-Werkzeug geschenkt, neue Wege Lebenspunkte zu regenerieren blieben Gul’dan jedoch verwehrt. So musste man sich weiterhin auf die unzuverlässige Kombination aus wenigen Drachen, Netheratmen und Konstrukteur der Mo’arg einlassen, mit gewohnt mäßigem Erfolg. Aktuell schneidet die Version mit Galakrond am besten ab, für einen Platz unter den besten Decks der Meta von Hearthstone reicht es jedoch nicht einmal ansatzweise. So verkommt die vermeintliche Geißel der Ladder zu einer vergessenswerten Randerscheinung. Adé mein goldener Tickatus, die kurze Zeit war schön mit dir.

Kontroll-Hexenmeister

Dann muss also wieder einmal der Zoo-Hexenmeister herhalten, um den Karren für Gul’dan aus dem Dreck zu ziehen. Wer schon einmal mit oder gegen diesen Archetypen gespielt hat, wird auch im Zuge des Dunkelmond-Wahnsinns keine Überraschungen erleben. Mit Schlängelnder Schrecken hat es nur eine einzige Karte der neuen Erweiterung in den uralten Archetypen geschafft. Allerdings scheint die Community Lehren aus dem Duell-Modus von Hearthstone gezogen zu haben und zwei Kopien der Karte Dämonologie in die Deck-Listen integriert. Ressourcengeneration ohne mit Lebenspunkten bezahlen zu müssen? Das klingt nach einem guten Deal für Gul’dan. Zwar scheinen die Gewinnraten des Zoo-Hexenmeisters mit jedem Tag zu schwinden, allerdings sehen wir Durchhaltevermögen im altbekannten Archetypen. Die Klasse wird mit diesem Deck vielleicht keinen Spitzenplatz sichern können, aber wenigstens bleibt Gul’dan eine weitere Erweiterung in der Belanglosigkeit erspart.

Zoo-Hexenmeister

 

Unter dem Radar

Unserer Meinung nach fliegt aktuell ein alter Bekannter der Schurken-Klasse unter dem Radar. Der Galakrond-Schurke lies sich zu Beginn des Dunkelmond-Wahnsinns, wie so viele Deck-Listen, von einer alten Gottheit verführen, die dem Archetypen jedoch insgesamt geschadet hat. Die Rede ist hier von C’thun, der auf den ersten Blick wie der perfekte Neuzugang für den Archetypen wirkte. Stellt euch nur einmal vor, alle Teile von C’thun für einen Manakristall oder sogar gratis ausspielen zu können, genial oder? Nein, definitiv nein. Egal wie schnell ihr es schafft, den alten Gott zusammenzufügen und egal in welcher Begegnung, C’thun scheint immer zu spät zu kommen. Diese Erkenntnis hat sich mittlerweile herumgesprochen und viele Galakrond-Schurken haben dem alten Gott den Rücken gekehrt und das mit sehenswertem Erfolg. Die Gewinnraten des Archetypen steigen seit dieser Entscheidung stetig an und wir sehen in der Deck-Liste ein mögliches Top-Deck für die nächsten Wochen.

Galakrond-Schurke

Unter dem Radar-Hearthstone

 

The Old Flops

Ach, was haben wir uns doch auf die Rückkehr der alten Götter gefreut. Überraschenderweise macht sich aber kein einziges der momentan besten Decks in Hearthstone irgendeinen der neuen alten Götter zunutze. Obwohl, abgesehen von N’Zoth, jeder einzelne Gott ein interessantes Design und eine vielversprechende Spielidee geschenkt bekommen hat, scheint keiner davon so richtig zu funktionieren. Und auch die Verderben-Mechanik findet erschreckend wenig Spielpraxis. Glücklicherweise ist das Scheitern der Poster-Karten des Dunkelmond-Wahnsinns nicht mit einer toxischen Meta-Landschaft gleichzusetzten. Bislang sieht es ganz danach aus, als würden wir auf eine weitere gesunde und kompetitive Meta zusteuern, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Selbst Kombo-Spieler kommen mit der abgefahrenen E.T.C.-Kombo der Krieger wieder voll auf ihre Kosten. An dieser Stelle können wir fast nur hoffen, dass die Entwickler von Team 5, abseits des Fix an Blutweberin der Nazmani, der jungen Meta Raum lassen sich zu entfalten. Denn trotz klarer Favoriten, sehen wir in keinem der Archetypen einen Meta-Tyrannen. Und damit verabschieden wir uns schon einmal in Sachen Top of the Decks aus dem Jahr 2020. Eines der besten Jahre die Hearthstone je gesehen hat! Eine neue Klasse, ein weiterer großartiger neuer Spielmodus und eine kontrovers diskutierte Änderung am Belohnugssystem, welches hoffentlich an einigen Stellen noch ausgebügelt wird.

An dieser Stelle auch einmal ein großes Dankeschön, all jene unter euch, die sich die Zeit nehmen, diesen Schinken von Meta-Report jeden Monat durchzukauen. Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder. Anfang Januar sollte die neueste Ausgabe von Top of the Decks an den Start gehen. Haltet eure Augen und Ohren in diesem Zeitraum offen – gerne auch auf unseren Social-Media-Kanälen (TwitterFacebook und Instagram). Bis dahin wünschen wir euch viel Spaß auf der Ladder von Hearthstone. Wie gewohnt freuen wir uns riesig über Fragen, Rückmeldungen, Kritik oder Diskussionen über die vorgestellten Decklisten!

 

Hearthstone: Die besten Gasthaus-Rezepte
  • Monroe-Cassel, Chelsea (Autor)

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Quellen: hsreplay.com, hearthstonetopdecks.com, reddit.com

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Geschrieben von Maximilian Apel
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