Tom Clancy’s Rainbow Six Extraction

Test zum kooperativen Taktik-Shooter

Tom Clancy’s Rainbow Six Extraction im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Releasedatum: 20. Januar 2022

Genre: Taktik-Shooter

USK: Ab 16 Jahren

Publisher: Ubisoft

Plattformen: PC, Xbox, PlayStation

Mit Rainbow Six Siege hat Ubisoft seiner Zeit unbestreitbar einen modernen Klassiker erschaffen, der die Shooter-Szene und den E-Sport gleichermaßen aufmischte. Der komplexe Gameplay-Loop gemixt mit einem 1A Gunplay und dem gelungenen Balancing sorgten für einen regelrechten Hype, der auch sieben Jahre nach Erscheinen nicht abflachen sollte. Anstatt nun einen vollwertigen Nachfolger ins Rennen zu schicken, der Siege auf die Ersatzbank bittet, hat sich der französische Publisher für einen Alternativweg entschieden: Extraction soll die Inhalte von Siege um einen mindestens genauso tiefgründigen PvE-Modus erweitern. Wie genau das aussieht und was der neuste Rainbow-Six-Ableger mit Siege gemeinsam hat, besprechen wir in unserem Test.

 

Alien-Parasiten erobern die Erde

Ähnlich wie schon Siege folgt auch Extraction keiner allzu strikten Storyline. Zwar gibt es eine lose Hintergrundgeschichte, diese ist aber so generisch wie vernachlässigbar: In einer nicht allzu fernen Zukunft befällt ein tödlicher Alien-Parasit unsere Erde und löscht alles Leben in seinem Umkreis aus. Die uns bekannten Soldaten aus Siege formen sich also kurzerhand zur sogenannten REACT neu zusammen, um den Monstern Einhalt zu gebieten. Überschaubar, nicht wahr?

Und das bleibt es auch, denn Extraction hat weder großangelegte Zwischensequenzen noch eine wirkliche Dramaturgie oder Progression. Befindet ihr euch etwa nicht gerade mitten in einem Match, verbringt ihr den Großteil eurer Zeit in statischen Menüs, die nur rudimentär mal von einzelnen, nichtssagenden Story-Fetzen aufgelockert werden. Diese “Mini-Cutscenes” sind zwar optisch nett inszeniert, häufig genug stören sie das Pacing aber so enorm, dass man nicht selten dazu verleitet wird, diese kurzerhand per Tastendruck zu überspringen. Was man Ubisoft allerdings zugute halten muss, ist die Tatsache, dass sich Extraction dankenswerterweise nicht groß mit Nichtigkeiten aufhält und gar nicht erst versucht eine maximal mittelmäßige Kampagne übers Knie zu brechen, die nur ihrem Selbstzweck dient. Vielmehr legt der Publisher und Entwickler den Fokus auf das, was auch Siege letztlich so populär machte: Taktisch anspruchsvolle Matches im Team.

 

Zuckerbrot und Peitsche

Was einst noch ein überaus erfolgreiches Event in Rainbow Six Siege war, soll nun in Form eines vollwertigen neuen Spiels wiederaufleben. Obwohl Extraction mit seinem reinen PvE-Ansatz natürlich eine vollkommen andere Prämisse verfolgt, sind die Parallelen zum allseits beliebten Vorgänger keineswegs von der Hand zu weisen. Nebst der insgesamt zwölf verschiedenen Operator, die wir allesamt aus Siege kennen, kehren auch zahlreiche Waffen, Gadgets und Fertigkeiten zurück. Das gilt aber selbstverständlich auch für das Gameplay: Spieltiefe, Gunplay und Balancing sind Rainbow-Six-typisch erneut auf sehr hohem Niveau.

Zunächst läuft jedes Match nach ein und demselben Schema ab: In einem 3-Personen-starken Squad gilt es pro Runde maximal drei zufällige Missionsziele zu absolvieren. Das reicht von “Rettet einen Zivilisten” über “Fangt einen Parasiten” bis hin zu “Erledigt einen Elite-Gegner”. Nach jedem abgeschlossenen Ziel heißt es dann allerdings sorgsam abwägen – Wollt ihr zur nächsten Mission vordringen oder euch extrahieren lassen und das Match damit beenden? Wählt weise, denn auf dem Spiel stehen keinesfalls nur eure mühsam verdienten Erfahrungspunkte, sondern weit mehr: Sollte euer Team einmal K.O. gehen, wird der im Einsatz befindliche Operator als vermisst gemeldet und steht euch vorerst nicht mehr im Auswahlbildschirm zur Verfügung. Erst wenn ihr ihn in einer der nachfolgenden Rettungsmissionen aus dem betreffenden Gebiet evakuieren könnt, habt ihr erneut Zugriff auf diesen Charakter. Scheitert allerdings auch dieser Versuch, müsst ihr euch von einem Großteil eures Charaktersfortschritts verabschieden.

Selbiges gilt übrigens auch für verletzte Companions. Habt ihr Schaden einstecken müssen und große Teile eurer Gesundheitsleiste eingebüßt, wird euer Operator einige Missionen brauchen bis er sich wieder regeneriert und einsatzfähig ist. Das mag auf dem Papier zwar etwas nervig anmuten, in der Praxis zeigt sich diese Art ‘Semi-Permadeath’ aber durchaus verzeihend und gibt dem repetitiven Gameplayloop einen spannenden neuen Drive: Rainbox Six Extraction motiviert euch nicht nur regelmäßig euren Operator zu wechseln und gänzlich neue Kombinationen auszuprobieren, sondern bestärkt euch auch noch darin, möglichst taktisch und umsichtig vorzugehen. Und das funktioniert gerade im Spiel mit Fremden ausgesprochen gut. Häufig genug ist Schleichen das Mittel der Wahl, während ihr die Umgebung genauestens sondiert und Heilgegenstände fair untereinander aufteilt. Nicht selten werden sogar detaillierte Absprachen über (Sprach-)Chats getroffen und “Danke”-Emoticons fliegen inflationär über die Bildschirme. Selbstverständlich gibt es auch immer Mal wieder schwarze Schafe unter den SpielerInnen, insgesamt zeigt sich uns aber ein überraschend positives Bild.

 

Motivierendes Fortschrittssystem

Habt ihr eine Mission dann (zumindest teilweise) erfolgreich absolviert, winken auch schon jede Menge Erfahrungspunkte für euch und euren Operator. Mit diesen schaltet ihr dann neue Schwierigkeitsgrade, Gebiete, Charaktere und auch Gadgets frei. Das Progressionssystem fällt allgemein recht durchdacht und motivierend aus. Als SpielerIn seid ihr praktisch stetig am abwägen, ob es die Erfahrungspunkte im Tausch für einen möglichen Operator auch wirklich wert sind. Das sorgt für zusätzlichen Nervenkitzel und eine gehörige Portion Adrenalin – denn kein Match steht nur für sich allein, vielmehr hat jede eurer Entscheidungen immer auch Auswirkungen auf euren Kader und somit die kommenden Matches. Die einzelnen Charaktere zeigen sich derweil variantenreich und gut ausbalanciert. Wenngleich einige Helden immer etwas nützlicher erscheinen als andere, so schmerzt es doch sehr sie oder ihren erreichten Fortschritt zu verlieren.

Während eurer Spieldurchläufe kommt dann das gewohnte Rainbow Six Spielgefühl auf: Ihr schleicht durch enge Gebäude und Korridore, kundschaftet sorgsam die Gegend aus und versucht die Parasiten ohne großes Aufsehen zu erlegen. Das Gegnerdesign besticht zwar nicht durch besondere Kreativität, erfüllt aber seinen Zweck und bietet genügend Abwechslung. Von explodierenden Zecken über gepanzerte Tanks bis hin zu von Last of Us inspirierten Pilzköpfen hat ein jeder Feind seine ganz eigenen Schwachstellen. In Kombination mit dem fordernden Schwierigkeitsgrad werden Absprachen in der Gruppe besonders attraktiv und das Schleichen um einiges reizvoller. Im Koop mit zwei Freunden entfaltet Extraction dann aber natürlich erst sein volles Potenzial: Gemeinsam Fehler machen, daraus lernen und diese letztlich ausbügeln, ist wohl die belohnendste Spielerfahrung, die ein Koop-Shooter zu bieten hat.

Alles in allem verfügt Rainbow Six Extraction im Vergleich zu seinem Vorgänger über einen zu mageren Umfang. Die gerade einmal xx verschiedenen Missionsziele wiederholen sich stetig und auch die zwölf Maps auf insgesamt vier Schwierigkeitsgraden hätten durchaus noch mehr Varianz vertragen können. Die immer gleich ablaufende Missionsstruktur bietet wenig Raum für Überraschungen, wenngleich die Start und Zielpunkte auf jeder Map auch immer so gut verteilt sind, dass man sich nie zu sicher sein kann.

Obwohl sich der neuste Rainbow-Six-Ableger nicht mit seiner Masse an Inhalten hervortut, sei an dieser Stelle wohlwollend erwähnt, dass Extraction eben auch kein Vollpreistitel ist wie noch Siege seiner Zeit. Der Koop-Shooter ist gerade einmal für 40 Euro zu haben und kann über den Game Pass sogar ohne zusätzliche Kosten bezogen werden. On top kommt mit jeder Vollversion zudem ein sogenannter “Freunde Pass”, der bis zu zwei Freunden 14 Tage lang Zugriff auf das komplette Spiels gewährt. Nichtsdestotrotz hinterlässt der Spiel interne Shop, in dem ihr Echtgeld für banale Skins ausgeben könnt, einen eher faden Beigeschmack.

 

Rund und poliert

Von technischer Seite macht Rainbow Six Extraction schon vom Start weg einen rundum zufriedenstellenden Eindruck. Der Taktik-Shooter läuft fast ausnahmslos stabil, hat keine nennenswerten Abstürze zu verzeichnen und die Framerate zeigt sich selbst auf schwächeren Konsolen butterweich. Frameraten über 60fps sind auf dem PC selbstverständlich ebenfalls möglich und machen durchaus was her – eine entsprechende Option fehlt aber leider gänzlich auf den hardware-stärkeren Konsolen.

Davon abgesehen macht Extraction auch grafisch eine umwerfend gute Figur: Das Spiel ist nicht nur auf hochpreisigen PCs ein Augenschmaus und kann sich dank detaillierter Umgebungsdetails sowie toller Effekte wirklich sehen lassen. Mal abgesehen von einigen weniger gravierenden Abbrüchen während der Spielersuche läuft die Online-Anbindung problemfrei und auch Cross-Play sowie Cross-Save bieten eine sinnvolle Ergänzung für den Multiplayer.

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  • Tom Clancy’s Rainbow Six Extraction – Test zum kooperativen Taktik-Shooter
    Fazit zu Rainbow Six Extraction

    Rainbow Six Extraction glänzt vielleicht nicht durch eine fesselnde Storyline, allzu abwechslungsreiches Missionsdesign oder einen brachialen Umfang, weiß als Koop-Shooter aber dennoch um seine Stärken. Die obligatorische Zuckerbrot & Peitsche Methode motiviert ungemein: Das Fortschrittssystem ist belohnend, der ‘Semi-Permadeath’ verzeihend genug, um nicht unnötig zu frustrieren und die Lernkurve bleibt angenehm steil. Dank reduziertem Preismodell und Game-Pass-Integration zählt Extraction zudem sicherlich zu den zugänglichsten und einsteigerfreundlichsten Titeln der Reihe.

    Obwohl Extraction in vielen Bereichen den Eindruck einer abgespeckten Standalone-Erweiterung machen dürfte, hat die neuste Auskopplung der Rainbow-Six-Serie doch einiges auf dem Kasten. Der Taktik-Shooter bietet genügend Raum für kurzweilige, nervenaufreibende und bisweilen auch actiongeladene Intermezzos mit Freunden, kann aber auch für weit mehr als nur für ein Ründchen Zwischendurch herhalten – gerade mit festem Squad. Kurz: Eine schöne Abwechslung für Siege SpielerInnen, ein angenehmer Start für Neueinsteiger und ein Spiel, bei dem wir uns oft genug haben sagen hören: “Komm, eine einzige Runde noch!”. Wenn das mal kein Ritterschlag für einen Koop-Shooter ist!

    Yvonne Engelhardt, Redakteurin

Positiv:

Saubere technische Umsetzung
Cross Play & Cross Save inklusive
Gelungenes Gameplay mit genügend Tiefgang
Spannendes und motivierendes Fortschrittssystem
Geringer Einstiegspreis mit massig Optionen

Negativ:

Zum Release noch zu wenig Umfang
Repetitive Missionsziele & Maps

Ab in die Sammlung?

Ein No-Brainer für Freunde von Taktik-Shootern. Siege-Spieler*innen werden hier sicherlich eine tolle Ergänzung zum PvP finden.

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Geschrieben von Yvonne Engelhardt
findet irgendwann alle 7 Dragonballs.

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