theHunter: Call of the Wild – Test zur realistischen Jagdsimulation

Wilde PvP-Gefechte, massenhaft Loot und ein Waffenarsenal, welches sogar den Duke blass vor Neid werden lassen würde. Wer das erwarten sollte, der ist hier ganz falsch. theHunter: Call oft he Wild wird zwar aus der Ego-Perspektive mit Gewehr im Anschlag gespielt, jedoch ist es kein klassischer Ego-Shooter. Vielmehr erwarten uns bildschöne Aussichten, eine wunderschön gestaltete Flora und Fauna, mit Bergen, Tälern und viel Wald. Der Wind bläst genügsam durch die Baumkronen, die Sonne versinkt langsam am Horizont und die Vögel trällern ihre Melodie. Dazu ertönen im Hintergrund beruhigende Jagdhornklänge. Willkommen in theHunter: Call oft he Wild.

 

Die Jagd beginnt

Wenn wir ein neues Spiel starten, wählen wir erst mal das Geschlecht unseres Jägers aus. Danach haben wir die Möglichkeit, eines von jeweils sechs verschiedenen Gesichtern zu wählen. Kleidung, Größe oder besondere Merkmale können wir nicht auswählen. Mehr Anpassungsmöglichkeiten bietet das Spiel einem nicht. Das Menü ist übersichtlich gestaltet und bietet Zugriff auf die Standards, wie Steuerung, Audio- und Grafikeinstellungen. Wir beginnen unsere erste Jagdsession in einem von zwei wählbaren Jagdgebieten. Zum einen Hirschfelden, im Mittleren Westen Europas gelegen, und zum anderen das Layton Lake District, welches stark an die Rocky Mountains in Amerika erinnert. Im Spiel hat man die Möglichkeit, jederzeit von einem Jagdgebiet ins andere zu wechseln. Denn die jeweilige Tierwelt unterscheidet sich stark. Während wir in Hirschfelden eher auf Hirsche, Rehe und Füchse treffen, erwarten uns im Layton Lake District dafür Bären, Bisons und Coyoten. Wir beginnen mit Hirschfelden und werden erst mal freundlich von der Wildhüterin Cornelia „Conni“ Holzer begrüßt. Sie kontaktiert uns via Smartphone und gibt uns Hilfestellungen, Tipps und Missionen vor, die wir erledigen können. Im Layton Lake District übernimmt Colton Locke, alias „Doc“ die Rolle des Wildhüters. Mit der Zeit lernen wir aber auch andere Personen kennen. Wie zum Beispiel Gerlinde Jäger. Für sie können wir ein Bild von einem Damhirsch schießen, welches sie für ihr Buch benutzen will. Dafür bekommen wir Erfahrungspunkte und Geld. Durch diesen Obolus werden dann Munition, Waffen, Visiere oder sogar Medipacks gekauft. Je nachdem wie tief wir fallen oder auch manchmal von wilden Tieren angegriffen werden, können wir Schaden erleiden bis hin zum virtuellen Ableben.

Haben wir eine Fährte aufgenommen, leuchtet diese bläulich um sich von anderen Spuren abzuheben

 

Alles eine Frage der Technik

Die Technik hinter dem Spiel ist schon sehr verblüffend. Dynamische Wetterveränderungen, zyklische Tag-Nachtwechsel und ein K.I., welche in den meisten Fällen ihren Job mehr als gut macht. Denn die Wildtiere reagieren genauso wie ihre realen Vorbilder. Wer zum Beispiel durch die Wälder läuft und nicht darauf achtet, sich leise zu bewegen, der wird so schnell nicht ein einziges Tier vor die Flinte bekommen. Es sei denn, die K.I. hat einen Aussetzer und das Rotwild lässt uns einfach links liegen, obwohl wir in Hör- Seh- und Riechreichweite sind. Das kommt allerdings eher selten vor. Ansonsten scheuen die Rehe bei dem kleinsten Geräusch auf und sind für kurze Zeit wachsamer als sonst. Auch ist die Windrichtung zu beachten, welche permanent im Radar angezeigt wird. Werden wir gewittert, sind die Tiere ebenfalls wachsam und achten auf ihre Umgebung. Was das Ganze auch interessant macht. In Anbetracht der Tatsache, dass man durch ein ca. 80 Quadratkilometer großes Areal pirscht, ist die Leistung der Engine erstaunlich. Hier macht die hauseigene Avalanche Open World Engine Apex einen mehr als guten Job. Wenn wir durch hohes Gras kriechen, oder mit dem Quad durchs Geäst rasen, hinterlassen wir eine sichtbare Spur. Das Gras wird physikalisch korrekt niedergedrückt.  Der Sound kann sich auch hören lassen und ist perfekt auf die Spielwelt abgemischt. Die Tierrufe sind authentisch, das Entfernungsgefühl sowie die Richtungsortung sind wunderbar umgesetzt und fühlen sich jederzeit realistisch an.

Solche grafischen Highlights erlebt man öfters

 

Genießt die Schönheit der Natur

Das Erlegen von Wild bringt uns neben Erfahrungspunkten Geld ein. Das Waffenarsenal beinhaltet einige Jagdgewehre, Schrotflinten, Revolver und sogar Bögen, samt diverser Visiere. Allerdings ist es recht mühsam, das nötige Kleingeld zusammenzuspielen, um uns mit einem neuen Gewehr oder einem Revolver auszustatten. Auch ist für viele Waffen erst einmal eine gewisse Punktzahl mit der jeweiligen Gattung zu erreichen, ehe wir diese kaufen dürfen. Ein praktisches Hilfsmittel, auf welches wir in jedem Camp Zugriff haben und das nichts kostet, ist das Quad. Damit kommen wir schnell von A nach B. Allerdings ist das Off-Road Gefährt natürlich auch sehr laut und verscheucht die Beute schon von Weitem. Doch um schnell zum Camp zu gelangen und bis zum Morgengrauen zu schlafen, ist das Quad allemal eine praktische Lösung. Auch beim Schießen sind Wind, Ballistik und Entfernung zu beachten. Wenn wir es schaffen ein Damhirsch oder dergleichen ins Visier zu nehmen und der Schuss sitzt, ist das Erfolgserlebnis enorm. Danach wird noch ein anatomisches Röntgenbild des erlegten Tieres eingeblendet, in dem die vom Schuss betroffenen Körperteile, beziehungsweise Organe angezeigt werden. Im Großen und Ganzen ist es das aber mit dem Gameplay gewesen. Vielmehr passiert auch nicht. Doch dabei sieht das Spiel verdammt gut aus. Auch ist es möglich, die Spielwelt im Online-Multiplayermodus mit bis zu 8 weiteren Jägern zu erkunden. Dort hat man die Möglichkeit zusammen oder sogar in Shooter-Manier gegeneinander auf die Jagd zu gehen. Doch so wirklich überzeugen will der Multiplayermodus nicht.

Nach erfolgreicher Jagd, wird der Treffer genaustens analysiert

 

Ein fast perfekter Simulator

Grafisch, akustisch und vom Gameplay her macht theHunter eine Spitzenfigur. Allerdings ist nicht alles perfekt. Eine so große Spielwelt hat natürlich immer ihre Bugs. So kann es passieren, dass man beim Kriechen auf einmal durch den Boden rutscht und außer Wasser nichts mehr sieht. Das hat zwar keinerlei Auswirkungen auf das Umfeld oder das Gameplay, da man nach dem Aufstehen wieder richtig positioniert ist, dennoch drückt das den Spielspaß ein wenig. Auch kommt es ab und zu vor, dass man beim Quad fahren plötzlich in der Luft fährt oder prompt von einer unsichtbaren Mauer gebremst wird oder dass das Wild sich absolut nicht stören lässt, auch wenn wir direkt drauf zu rennen. Doch das ist alles eher die Seltenheit und zu größeren Problemen wie abstürzen kam es bislang noch nicht. Die Steuerung ist ähnlich wie bei den meisten Ego-Shootern. Doch das Gameplay an sich ist doch eher recht speziell. Es mag nicht jedermanns Sache sein, gefühlt stundenlang durch das Unterholz zu kriechen und auf die Pirsch zu gehen. Dennoch übt das Spiel eine gewisse Faszination aus. Nicht zuletzt, da es die Urinstinkte der Menschen grundlegend bedient: das Jagen und das Sammeln. Es ist einfach ein Highlight, wenn man endlich den Damhirsch, welchen man schon ewig verfolgt, erlegt und danach Erfahrung, Geld und ein kleines Feedback zum Tier erhält. Was auch positiv auffällt, sind die kleinen Geheimnisse, welche man finden kann. Diese geben zum Beispiel mehr über die Umgebung preis oder über die Tierwelt. Doch auf Dauer wird das Gameplay dann doch etwas zu eintönig. Da hilft es auch recht wenig, das man gleich zwei riesige Jagdgebiete mit unterschiedlichen Wildtieren zu erforschen hat. Auch die Geheimnisse trösten da nicht wirklich drüber hinweg. Auch wenn sie eine nette Dreingabe sind und somit ein bisschen Story-Flair aufkommen lassen.

 

Positiv:

Schöne Grafik
Passende Soundkulisse samt Soundtrack
Physikalsich korrektes Schussverhalten
Riesige Spielwelt

Negativ:

Keine wirkliche Story
Seltene, aber nervige Bugs
Multiplayer eigentlich unnötig
[testimonial_slider][testimonial image_url=”69840″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Tobias Panten, Redakteur”]

“theHunter: Call of the Wild ist in der Tat eine interessante Erfahrung. Auch wenn das Spiel nicht an die große Masse angepasst ist. Aber das will es auch nicht. Es ist für die Menschen gedacht, die sich mit der Jagd oder als Waidmann identifizieren können und es genießen, stundenlang in freier Wildbahn unterwegs zu sein. Es hat schon was Entspannendes, wenn man nach einem harten Arbeitstag auf das heimische Sofa niedersinkt, die Konsole startet und sich in den tiefen Wäldern Hirschfeldens oder dem Layton Lake District verliert. Die Grafik, die Soundkulisse und das entschleunigende Gameplay sind absolut auf Entspannung ausgelegt.”

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Ab in die Sammlung?

Für Jagdenthusiasten und Menschen, die sich gerne in spielen verlieren um zu entspannen, ist theHunter: Call of the Wild auf jedenfall einen Blick wert. Wenn nicht sogar mehr.

 

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Geschrieben von Tobias Panten
Redakteur im Bereich: Games Ist jetzt leider erstmal Offline...

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