The Talos Principle – Review zum gelobten Puzzle Game

In der aktuellen Gaming-Welt gibt es einige Genres, die (leider) ein wenig unterversorgt sind, was neue Titel angeht. Klassische Old School Puzzle im Stil von Myst sind rar gesät. Ausgerechnet die Entwickler von Serious Sam haben einen neuen Vertreter dieses Genres entwickelt, der versuchen soll, Portal vom Tron zu stoßen. Und The Talos Priciple schlägt tatsächlich genau in diese Kerbe. PC-Spieler hatten bereits das Vergnügen, nun bekommen auch PS4 Besitzer die Möglichkeit, sich als Rätselknacker zu beweisen. Und diesmal ist sogar die Erweiterung zum Hauptspiel gleich mit dabei. Ob Talos Principle auch auf der PS4 voll überzeugen kann, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Was macht einen Menschen aus?

Das Spiel wirft euch ohne große Erklärungen gleich in das Geschehen. Ihr erwacht als Roboter in einer antiken Gartenanlage wieder. Bevor ihr euch jedoch fragt, wo ihr seid und was hier vorgeht, spricht eine Stimme aus dem Nichts zu euch. Die Stimme gibt sich als Gott Elohim zu erkennen. Er hat euch in dieser Welt einige Puzzles hinterlassen, die ihr erledigen sollt, um eure Fähigkeiten zu beweisen. In diesen Aufgaben geht es darum, Tetris Blöcke zu sammeln. In jeder Herausforderung muss man ein Puzzle lösen. Allerdings wäre es nicht sehr fordernd, wenn ihr einfach reinlaufen könntet und das Teil abholbereit vor euch liegen würde. Diese werden nämlich von schwebenden, kugelförmigen Wächtern bewacht. Kommt ihr diesen zu Nahe, müsst ihr das Rätsel von vorne beginnen. Wirklich sterben könnt ihr jedoch nicht. Die Wächter sind jedoch nicht die einzigen Hindernisse, die sich euch in den Weg stellen werden. Elohim sagt euch, dass ihr mit den gesammelten Artefakten weitere Gebiete erschließen könnt. Nur ein Ort soll euch verschlossen bleiben und das ist der große Turm. Warum ihr diesen nicht betreten dürft, sagt er euch zwar nicht, jedoch behauptet er, es würde euch das Leben kosten solltet ihr es dennoch versuchen. Um herauszufinden, was in dieser Welt vor sich geht oder ihr nicht vielleicht sogar in einer Simulation steckt, müsst ihr also wohl oder übel gegen den Willen eures Erschaffers verstoßen. Der Turm ist das Ziel.

Hier erwartet euch euer Erschaffer Elohim.

Hier erwartet euch euer Erschaffer Elohim.

 

Gott hat einen Fehler gemacht

Im enthaltenen Addon “The Road to Gehenna”, bittet euch “Gott” persönlich um Hilfe. Ihr spielt diesmal als Roboter Uriel und eure Aufgabe ist es, den Fehler “Gottes” wieder zu korrigieren. Einige verlorene Seelen sind in einem verlassenen Bereich der Simulation gefangen. Euch bleibt jedoch nicht viel Zeit sie zu retten, denn der Server ist kurz davor den Geist aufzugeben. Ihr müsst dabei vier große Rätsel lösen, um dem Ziel näherzukommen. Die Welt von Gehenna ist dabei aber nicht mehr so leblos, wie noch zuvor im Hauptspiel. Diesmal habt ihr etwas Gesellschaft und tretet mit anderen über die in der Welt verteilten Terminals in Kontakt. Was euch allerdings am Ende erwartet, verraten wir hier mal noch nicht.

In Road to Gehenna müsst ihr Elohim helfen einen Fehler wieder gut zu machen.

In Road to Gehenna müsst ihr Elohim helfen einen Fehler wieder gut zu machen.

 

Ihr fühlt euch wie ein verrücktes Genie

The Talos Principle kann seine Parallelen zu Titeln wie Myst oder Portal nicht verbergen. Zu Beginn geht es erstmal recht einfach los. Die Siegel, die es zu sammeln gilt, gibt es in drei verschiedenen Farben. Die grünen bekommt ihr recht einfach, was daran liegt, dass diese hauptsächlich dafür gedacht sind weiterzukommen. Die gelben Siegel sind da schon um einiges kniffliger, denn diese braucht ihr unter anderem um neue Tools freizuschalten. Um aber den euch verbotenen Turm betreten zu können, benötigt ihr spezielle rote Siegel. Hier wird es dann zumeist hirnverdrehend schwer. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ihr immer mehr Tools kombinieren müsst, um erfolgreich zu sein. Das erste Tool, welches man euch an die Hand gibt, sind Jammer. Mit einem Jammer könnt ihr elektronische Geräte, wie die Wachdronen oder automatische Geschütze, deaktivieren. Da jeder Jammer aber immer nur ein Objekt gleichzeitig abschalten kann, müsst ihr häufig herumprobieren, wie ihr mit nur einem dieser Geräte an mehreren Fallen oder Barrieren vorbeikommt. Im späteren Verlauf kommt dann auch noch ein Prisma dazu, mit dem ihr Laserstrahlen umlenken könnt, die dann wiederum Schalter aktivieren. Auch müsst ihr später den Gebrauch von Kisten und Ventilatoren erlernen. Und das ist nicht nur wichtig um die Siegel zu finden, sondern auch die geheimen Sterne. Sterne sind extrem seltene Artefakte und ihr solltet durchaus versuchen, alle zu finden. Die Rätsel von Talos sind dabei nie billig oder banal. Jedes Mal wenn ihr eines der knackigen Rätsel gelöst habt, fühlt ihr euch wie ein echtes Genie. In der Welt außerhalb der Puzzles gibt es aber auch das eine oder andere Geheimnis zu entdecken. Zum Beispiel gibt es zahlreiche QR-Codes zu entdecken, die kleine Botschaften enthalten. Audiologs, die in der Welt verstreut liegen, enthalten zudem Aufzeichnungen von verschiedenen Personen, die euch Einblicke und verschiedene Sichtweisen auf die stark philosophische Story des Spiels. Ob ihr euch auf die großartige Story einlasst, liegt allerdings ganz an euch.

Um an die Siegel zu kommen, müsst ihr die Tools richtig einsetzen.

Um an die Siegel zu kommen, müsst ihr die Tools richtig einsetzen.

 

Ausflug in mediterrane Gefilde

Die gesamte Welt von Talos gleicht einer Rundreise durch die antiken Ruinen im Mittelmeerraum. Ihr streift durch hübsch gestaltete Komplexe in römisch-griechischer Architektur. Aber auch Gebiete, die dem alten Ägypten oder dem mittelalterlichen Frankreich nachempfunden finden sich im Spiel. Auch wenn ihr keine Highend-Grafik Zauberei erwarten könnt, sieht das Spiel dennoch extrem hübsch aus. Ruckler oder sonstige Fehler, konnte ich während des Tests (abgesehen von den gewollten natürlich) nicht finden. Leichte Melodien oder hier und da auch Chorgesänge untermalen das Geschehen. Immer wieder unterbrochen von den Stimmen aus dem Off oder von Audio Logs. Die Sprecher haben dabei einen sehr guten Job gemacht und vermitteln eine stimmige Atmosphäre.

Die Umgebungen sind wirklich sehr toll gestaltet.

Die Umgebungen sind wirklich sehr toll gestaltet.

 

Fazit:

Mich haben Spiele wie Myst oder Riven in der Vergangenheit geradezu verschlungen. Auszuknobeln, wie man die nächste Tür öffnet oder einen Mechanismus in Gang setzt, war einfach grandios. Leider hat mir kein Spiel in der jüngeren Vergangenheit wirklich ein vergleichbares Erlebnis beschert. The Talos Principle punktet hier auf ganzer Linie. Die Puzzles steigen in Komplexität sehr schnell, jedoch ist es umso befriedigender, wenn ihr die Lösung gefunden habt. Mancher mag sich ja schwertun, mit den philosophischen, metaphysischen Themen der Story. Man sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen. Sowohl das Hauptspiel, als auch das Addon “The Road to Gehenna” sind exzellente Vertreter des Puzzle-Genres. Ein wahres Highlight für Rätselknacker.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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