The Serpent Rogue

Test zum mittelalterlichen Fantasy-Adventure

The Serpent Rogue im Überblick

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Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Angebot

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Releasedatum: 26. April 2022

Genre: Adventure, Indie Game

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Team17

Plattformen: PC, Playstation 5, Nintendo Switch, Xbox Series S|X

Spätestens seit den weltweiten Erfolgen von Werken wie “Der Herr der Ringe” oder “Game of Thrones” sind Mittelalter-Fantasy-Welten aus der Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Auch im Videospielbereich hat man die Qual der Wahl. Meist durchqueren wir diese Welten mit einem Rollenspielcharakter und messen uns in herausfordernden, actiongeladenen Kämpfen. The Serpent Rogue spielt ebenfalls in einer düsteren Mittelalter-Fantasy-Welt voller Magie und übernatürlichen Wesen und Phänomenen. Allerdings versucht sich dieser Titel an einem anderen Ansatz. Anstellen von Kämpfen und strategisch gesetzten Talentpunkten liegt der Schwerpunkt hier auf der Alchemie. Wie die Entwickler von Sengi Games diesen Ansatz umsetzen und ob er funktioniert, erfahrt ihr im folgenden Test.

 

Expedition ins Unbekannte

Die Verderbnis hat sich am Fuß des Berges Morbus niedergelassen und bedroht von dort aus das Leben, wie wir es kennen. Als wahlweise männlicher oder weiblicher Wächter werden wir vom obersten Wächter Solomon beauftragt, die Welt vor der Verderbnis zu retten. Dazu müssen wir uns einer Reihe von tödlichen Gegnern und kniffligen Herausforderungen stellen. Um im Kampf zu triumphieren und das Schicksal der Welt zu retten, müssen wir sowohl auf unser Kampfgeschick, als auch auf die versierte Kunst der Alchemie vertrauen. Ob es uns mit einzigartigen Tränken und geschickten Manövern gelingen wird, die Welt von der Verderbnis zu befreien?

The Serpent Rogue

Mit dem Blick auf den Berg Morbus beginnen wir unsere Reise.

 

Wissen ist das A und O

Um uns in dieser Welt zurechtzufinden, heißt es zunächst ab durch den Nebel und Augen offen halten. Denn hinter jedem Busch, an jeder Ecke können nützliche Items versteckt sein. Sei es eine neue Zutat, die wir dringend für einen unserer Tränke benötigen, ein neues Rezept zum Kochen oder Craften oder ein Beutel voll wertvoller Gegenstände. Haben wir genug Ressourcen gesammelt, können wir allerdings nicht direkt mit dem Brauen beginnen. Es sei denn, wir wollen alles, was wir mühsam zusammengetragen haben, unnütz vergeuden. Denn wer weiß schon, welche Zutaten für einen Trank benötigt werden, ohne deren Wirkungen und Eigenschaften zu kennen. Also müssen wir alle gefundenen Zutaten zuerst am Forschungstisch gründlich unter die Lupe nehmen. Um sie vollends erforschen zu können, wird von jeder Zutat eine unterschiedliche Menge benötigt, welche uns präzise am Forschungstisch vom Spiel mitgeteilt wird. Sobald wir ausreichend geforscht haben, kann die Verarbeitung beginnen.

The Serpent Rogue

In verlassenen Truhen sind jede Menge Schätze zu finden, sofern es uns gelingt, das Schloss zu knacken.

 

Von geschickter Handwerkskunst und kulinarischen Ergüssen

Die Herstellung von einfach allem was wir brauchen ist ein elementarer Bestandteil von Serpent Rogue und begleitet uns durch das ganze Spiel. Da Nahrung und Tränke verbraucht werden und auch Werkzeuge und Waffen über kurz oder lang kaputtgehen, ist es wichtig stets für Nachschub zu sorgen. Denn die Notwendigkeit bleibt über die ganze Spielzeit hinweg bestehen. Doch überall gilt: Ohne Rezept sind jegliche Ressourcen verschwendet. Einzige Ausnahme bildet hier teilweise das Kochen. Denn beim Braten von Fleisch über einem Lagerfeuer kann man nicht allzu viel falsch machen. Rezepte finden wir in verlassenen Taschen, die überall in der Spielwelt verteilt sind, bei Gegnern oder wir können sie kaufen. Allerdings nicht für Tränke. Und genau da liegt der Knackpunkt.

Haben wir die entsprechenden Rezepte gefunden oder gekauft und verfügen über die benötigten Ressourcen, können wir an Öfen, Lagerfeuern oder Schmelzöfen allerhand Gegenstände, Werkzeuge, Waffen und Gerichte herstellen. Der Vorgang ist recht simpel gehalten, je nachdem ob wir kochen oder craften, brauchen wir für jede Herstellung Holz oder Kohle um den entsprechenden Ofen anzufeuern. Anschließend wird einfach das gewünschte Rezept angewählt und hergestellt, sofern wir genügend Ressourcen im Inventar haben. So weit, so gut, allerdings wird diese ständig notwendige, aber simple Art der Herstellung schnell lästig, besonders im Hinblick auf den stark eingeschränkten Inventarplatz. Dieser verhindert meist eine Vorratsherstellung, außer man hat die Geduld minutenlang über die Karte bis zur nächsten Truhe zu kriechen.

All dieser Widrigkeiten zum Trotz ist das Prinzip des Kochens und Craftens recht eindeutig. Da liegt es nur nahe, dass auch das Brauen dieser Regel treu bleibt. Dies ist allerdings nicht hundertprozentig der Fall, was schnell zur Frustration führen kann. Zwar läuft der Herstellungsprozess selbst genauso ab, wie in den anderen Bereichen, aber es sind keinerlei Rezepte für Tränke zu finden oder zu kaufen. Auch Zutaten auf gut Glück zusammenmischen, ähnlich wie beim Kochen, ist hier nicht möglich, denn überwiegend kommt ein verpfuschter Trank dabei heraus. Da wir ohne Tränke jedoch nicht weit kommen, denn diese sind für den Spielerfolg essenziell, führt der Mangel an Herstellung schnell zur Frustration.

Allerdings können wir uns über Umwege dennoch einige Rezepte erschummeln. Betrachten wir die Tränke in den Aufträgen am Kiosk genau, so steht unter jedem Trank eine konkrete Beschreibung der Inhalte. Merken wir uns die Werte und Reihenfolge gelingt die Reproduktion dieses Tranks und das Rezept wird abgespeichert. Es ist allerdings fraglich, ob das tatsächlich so von den Entwicklern geplant war.

The Serpent Rogue

Beim Händler finden wir nützliche Ressourcen und Gegenstände. Um Diebstahl zu vermeiden, stehen Kunden unter permanenter Beobachtung.


 

Tiere zähmen, leicht gemacht

In der Welt von The Serpent Rogue lauern unzählige Gefahren. Jedes Wesen, das von der Verderbnis korrumpiert wurde, trachtet uns nach dem Leben. Und auch einige, deren Seelen noch nicht der Verderbnis zum Opfer fielen, wollen uns nichts Gutes. Daher stehen Kämpfe meist auf der Tagesordnung. Diese sind allerdings ziemlich schwerfällig, eintönig und dadurch auf Dauer recht lästig. Im Nahkampf heißt es ausschließlich mit der Waffe nach Wahl auf den Gegner einschlagen, falls die Ausdauer es zulässt, den gegnerischen Konter blocken und von vorn. Ausweichmanöver oder Ähnliches befinden sich nicht im Repertoire. Zwar gibt es eine Schleichfunktion, um Kämpfe zeitweilig vermeiden zu können. Doch ist dies nur mit speziell gekennzeichneten Büschen möglich, in denen wir uns fortbewegen und welche früher oder später kaputtgehen.

Auch im Kampf sind die gebrauten Tränke ein wesentlicher Bestandteil. Zum einen sind Tränke die einzige Möglichkeit, sofortige Heilung zu generieren. Zwar heilen wir auch Stück für Stück wieder, sofern wir genügend gegessen haben, dies nimmt allerdings einen gewissen Zeitraum in Anspruch und ist daher im Kampf keine Option. Außerdem können wir Tränke, die Schaden anrichten, auf unsere Gegner werfen und haben so zumindest eine Art von Fernkampf zur Verfügung. Das Zielen und Werfen ist allerdings noch schwerfälliger als der vorher erwähnte Nahkampf. Zwar vermeiden wir so eigenen Schaden etwas besser, doch verlangt es sehr viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Auf Dauer ist also nicht der Schwierigkeitsgrad, sondern das klobige Kampfsystem durchaus zermürbend. Mittels der Tränke ist es zudem möglich, die Gestalt beinahe jedes Lebewesens anzunehmen, mitsamt seinen Stärken und Schwächen. So können wir Kämpfe mit einem gewissen Vorteil bestreiten.

Zusätzlich ist es möglich, wilde Tiere zu zähmen und menschliche Begleiter anzuheuern. Sobald wir genügend Exemplare einer Tiergattung erforscht haben, finden wir heraus, welches Essen sie bevorzugen. Füttern wir ein Tier oft genug damit, so wird es zahm und steht uns fortan als treuer Begleiter im Kampf zur Seite. Allerdings sollte man dies mit Vorsicht genießen, da die tierischen Begleiter nur bedingt gesteuert werden können und sich einmal getriggert direkt in den Kampf werfen. Flucht oder gar Schleichen wird dadurch deutlich erschwert und es ist durchaus wahrscheinlich, dass wir unseren treuen Begleiter genauso schnell verlieren, wie wir ihn gewonnen haben. Um menschliche Begleiter für uns zu gewinnen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen können wir sie von der Verderbnis heilen oder vor Feinden retten, wodurch sie uns treue Gefolgschaft schwören. Wer es einfach will, kann stattdessen dem Hafenmeister Seelen abkaufen, sobald ein neues Schiff angelegt hat.

The Serpent Rogue

Beim Bestatter, der den Friedhof verwaltet, können wir verstorbene Begleiter oder Bewohner gegen eine entsprechende Aufwandsentschädigung wiederbeleben lassen.


 

Starker Auftakt, aber…

Auf den ersten Blick hat The Serpent Rogue alles, was man sich wünscht und mehr. Einen charmanten, kreativen Grafikstil, einen wundervollen atmosphärischen Soundtrack, eine packende, düstere Mittelalter-Fantasy-Welt voller einzigartiger Kreaturen und Magie und jeder Menge Spielmechaniken. Von Forschung über Brauen, Kochen, Craften bis hin zum Kämpfen ist für jeden was dabei. Nach längerer Spielzeit jedoch wird immer deutlicher, dass trotz der umfangreichen eingebauten Möglichkeiten alles nur an der Oberfläche kratzt und sich dadurch schnell eine gewisse Eintönigkeit, um nicht zu sagen ein regelrechter Trott einstellt. Sobald die Kernelemente erforscht und begriffen sind, sind es immer wieder die gleichen Abläufe in neuer Umgebung, wodurch das Spiel über kurz oder lang viel seines Reizes verliert. Durch das passive Storytelling ist auch die Handlung kein Grund, durchweg am Ball zu bleiben. Eine strikter erzählte Handlung hätte in diesem Fall Wunder wirken können. Leider kann auch das wunderschöne Design nicht über dieses Manko hinwegtrösten.

 

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  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 16 Jahren

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  • The Serpent Rogue
    Fazit zu The Serpent Rogue

    Den sehr guten Eindruck, den die Demo zunächst bei mir hinterlassen hat, konnte das vollwertige Spiel leider nicht halten. Die simpel gehaltenen Spielmechaniken bieten auf Dauer deutlich zu wenig Abwechslung, um den Reiz aufrechtzuerhalten. Trotzdem ist die deutliche Hingabe für Sound- und Grafikgestaltung ein guter Grund, hin und wieder in das Spiel hineinzuschauen, wenn auch nur für einen kurzen Abstecher.

    Vivien Ziermann, Redakteurin

Positiv:

Sehr stimmungsvolle Gestaltung durch einen kreativen, atmosphärischen Soundtrack
Liebevoll designter, wunderschöner Grafikstil
Interessantes, unverbrauchtes Setting mit kreativen Lösungsmöglichkeiten in der Spielweise
Einzigartige Mischung aus düster und bedrohlich und niedlicher Concept Art

Negativ:

Schwerfälliges Kampfsystem sowohl im Nah- als auch im Fernkampf wird schnell lästig
Oberflächlich gehaltene Mechaniken bieten wenig Abwechslung und verlieren schnell ihren Reiz
Trankrezepte sind nur über Umwege lernbar, obwohl der Hauptfokus des Spiels auf dem Tränkebrauen liegt.

Ab in die Sammlung?

Wer Lust auf ein etwas düsteres Gelegenheitsspiel mit charmanter Grafik und einem atmosphärischen Soundtrack hat, sollte hier auf jeden Fall zugreifen. Wem die Lust nach einer länger andauernden, packenden Spielerfahrung steht, sollte diesen Titel auslassen.

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Vivien Ziermann
Geschrieben von Vivien Ziermann
Redakteurin im Bereich: Games, Movies

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