The Park – Test zum schaurig, zähen Suchtrip

Alles klar Tobias, ganz ruhig bleiben… es ist nur ein Spiel… So oder so ähnlich habe ich mich gefühlt, als die Demo P.T. über den Bildschirm flackerte. Seitdem ist es auch ziemlich still in Sachen Horrorspielen bei mir geworden. Funcom dachte sich allerdings das Gegenteil und schickte uns schnurstracks einen PS4-Key ihres neuen Spieles The Park, damit ich mich wieder gruseln darf. Was ursprünglich nur ein Experiment mit der Unreal Engine 4 war, ist jetzt ein eigenes kleines Spiel geworden. Doch lohnen sich die 12,99€? Lest die Antwort jetzt im Test.

 

Hui-Buh das Freizeitpark-Gespenst

Wie schön wäre es denn, wenn wir in einem Freizeitpark keine langen Warteschlangen vor unserer Nase hätten und jede Achterbahn sofort ausprobieren könnten? Lorraine, die Protagonistin, dachte sich dies bei ihrem kleinen Trip in den Atlantic Island Park allerdings nicht. Denn sie ist eigentlich nur dort, um den verlorenen Teddybären ihres Sohnes Callum wiederzufinden. Dieser hatte den nämlich bei seinem Besuch irgendwo verloren. Doch bevor wir die Suche nach dem Teddi überhaupt beginnen, läuft Callum an uns die Rolltreppen vorbei, im Park selbst ist es stockfinster und die Bahnen sind heruntergekommen. Dazu kommen Schwindelanfälle und Wahrnehmungsstörungen. Trotzdem müssen wir nun unseren Sohn finden und schnellstmöglich aus dem Park entkommen. Den Namen unseres Kindes können wir dabei jederzeit rufen, eine Antwort kommt sogar zurück. Trotzdem ist das Gameplay von The Park ziemlich öde und kann uns nur durch einfache Jumpscares zumindest versuchen Angst einzujagen. Denn außer von einer Attraktion zur nächsten zu rennen, ein paar Jahrmarktbuden abzulaufen und Briefe zu lesen, gibt es im Spiel leider nicht zu erledigen. Für alle Trophäenjäger gibt es dafür im direkten Spielverlauf, der sich auf maximal zwei Stunden begrenzt, gleich alle Trophäen als Zusatz zum Abspann.

Der Park ist von der Atmosphäre her wirklich gelungen.

Der Park ist von der Atmosphäre her wirklich gelungen.

 

Interaktionen beschränken sich auf das Nötigste

The Park erinnert sehr stark an einen Walking-Simulator. Neben den Attraktionen und Buden erfahren wir anhand von Briefen, Zetteln oder Gegenständen immer wieder Informationsschnipsel, die uns die Geschichte und dessen Gründer Nicholas Winter näherbringen. Die Geschichte selbst ist aber eine parallele Story, weshalb sie uns für das eigentliche Spiel auch gar nicht viel bringt. Einzig für Spieler von The Secret World wird es das ein oder andere Easteregg geben. Denn schließlich ist der Atlantic Island Park auch Teil des MMOs. Immer wenn wir nach Callum rufen, erscheinen die in der direkten Umgebung liegenden Gegenstände als Hotspot. So finden wir schnell alle Infos für die Geschichte. Die Erzählweise ist aber sehr zäh und nur in englischer Sprache. Wer also keine Lust auf Lesen hat oder der englischen Sprache nicht so sehr mächtig ist, wird von der Geschichte generell nicht viel erfahren. Auch die Untertitel beschränken sich auf die Heimatsprache der Entwickler. Immerhin: richtig gelungen ist die Atmosphäre im Park. Dieser ist nämlich extrem verwahrlost und zeigt sich so also von seiner besten Horrorseite. Immer wieder weht der Wind durch die Bäume, an jeder Ecke raschelt und knarzt es und über die Lautsprecheranlagen hört man ein leises Flüstern. Die richtige Stimmung ist also vorhanden, genutzt wird dieser Vorteil allerdings nicht. Da hilft es leider auch nicht, dass das letzte Viertel eine Nachahmung von P.T. geworden ist.

Durch diese Tür möchte man lieber nicht gehen...

Durch diese Tür möchte man lieber nicht gehen…

 

Fazit:

Wenn man bedenkt, dass Funcom eigentlich gar kein Horrorspiel machen wollte, haben sie die Atmosphäre im Zusammenhang mit der Unreal Engine 4 ziemlich gut hinbekommen. Letztendlich reicht eine gute Optik aber nicht aus, um ein gutes Spiel zu werden. Auch für 12,99€ sollte man es sich also doch zwei Mal überlegen, ob der kurzweilige Trip wirklich sein muss. Zwar muss man keine weiteren Kosten in den Park investieren, gute Englischkenntnisse sind aber dennoch notwendig, damit man überhaupt etwas von der Geschichte mitbekommt. Horrorfans werden zudem von dem Ende enttäuscht sein.

 

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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