The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel – Test zum neuen Oldschool JRPG

Nihon Falcom, bekannt für die Ys Games, hat ein neues Eisen im Feuer. Dieses Mal einen neuen Vertreter aus der beliebten The Legend of Heroes-Reihe. Seit Trails in the Sky ist einige Zeit vergangen und manch einer hat sich vielleicht schon gefragt, wann er die Reihe wieder auf dem Bildschirm sieht. Trails of Cold Steel steht dabei etwas im Schatten des großen Persona 4 Golden. Und als Fan von Persona war ich natürlich besonders neugierig zu sehen, was dieser Titel zu bieten hat. Meine Meinung zum Spiel verrate ich euch jetzt.

 

Die Schulbank drücken und die Welt retten

Die Story von Trails of Cold Steel spielt im Erebonian Empire statt. Zeitlich befinden wir uns in dem gleichen Zeitrahmen wie Trails to Azure und Trails to Zero. Gleich zu Beginn wirft euch das Spiel in eine Kampfsituation. Dieser Abschnitt liegt in der Zukunft eurer Helden und dient dazu euch mit den Mechaniken vertraut zu machen. Eine Invasionsarmee stürmt eine militärische Anlage, um sich einer mächtigen Waffe zu bemächtigen. Bevor ihr aber das Ergebnis des Angriffs erleben könnt, macht die Handlung einen Sprung zurück und zeigt euch wie alles begann. Ihr findet euch in der Rolle des jungen Rean Schwarzer wieder. Heute ist der Tag an dem Rean, wie viele andere, seine Zeit an der Thor Militär Akademie beginnt. Diese Militärschule bildet seit Ewigkeiten die besten Soldaten aus. Aber auch hier macht die Klassentrennung aber nicht halt und so werden die Adligen hier streng getrennt von den Gewöhnlichen ausgebildet. Doch etwas stimmt hier nicht, denn eure Uniform passt hier irgendwie nicht ins Bild. Und auch eure etwas schräge Ausbilderin Sarah Valestine wirkt etwas befremdlich. Sie ist es auch, die enthüllt, was es mit euren Uniformen auf sich hat. Ihr seid ausgewählt worden Teil der Klasse VII zu werden. In dieser Einheit sind Adlige mit Gewöhnlichen vermischt, was auch nicht die einzige Besonderheit bleiben wird. Von nun an ist euer Alltag durch hartes Pauken und aktives Training bestimmt. Euch als Hauptfigur obliegt es auch, die Gruppe zusammenzuhalten.

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Gaius und Elliot sind ebenfalls Mitglieder von Class VII.

 

Persona lässt grüßen

Persona ist der prominenteste und beliebteste Vertreter der JRPGs mit Social Komponente. Ein großer Teil des Spiels ist durch den Schulalltag bestimmt. Ihr übernehmt allerhand Miniaufgaben, absolviert Minispiele und setzt sogenannte Bonding Points ein, um die Beziehung zu euren Kameraden zu verbessern. Diese Aktivitäten könnt ihr allerdings nur an euren freien Tagen wahrnehmen, daher solltet ihr sichergehen, dass ihr hier wirklich ausgiebig viel Zeit investiert. An diesen freien Tagen bieten euch manche eurer Kameraden spezielle Bonding Events an. Diese Events, meist spezielle Gespräche, vertiefen dann die Beziehung zwischen Rean und dem entsprechenden Partner, jedoch benötigt ihr Bonding Points um diese zu aktivieren. Bonding Points erhaltet ihr immer nur in begrenzter Anzahl, sodass ihr jedes Mal entscheiden müsst, welche Beziehung ihr verbessern wollt. Eure Entscheidung hat dabei direkte Auswirkungen auf Aspekte des Kampfsystems, aber dazu später mehr. Die Nebenquests die an den freien Tagen erfüllen könnt, belohnen euch immer wieder mit Items und sonstigen Gegenständen, sollten daher gewissenhaft erfüllt werden. Ach ja und es lohnt sich sehr in den Dialogen aufzupassen. Wer mit Persona vertraut ist, kennt die kleinen Fragen im Klassenzimmer, die ihr beantworten müsst. In Persona hat man den Vorteil, dass die Antwort auf die Fragen meist kurz zuvor vom Lehrer erwähnt wird. Hier habt ihr diesen Luxus meist nicht, sodass ihr hier etwas besser achtgeben solltet.  Denn eure Antworten verbessern eure Bewertung als Student. Mein einziger Kritikpunkt am gesamten Spiel ist das Pacing. Gerade am Anfang geht die Story nur sehr schleppend voran, dadurch muss man sich häufiger durch langwierige Abschnitte kämpfen. In späteren Kapiteln lockert sich das aber sichtlich auf.

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Die Beziehungen zu euren Kameraden sind wichtig im Kampf.

 

Viel altbewährtes Gameplay

Was einem schnell auffällt, ist die Ähnlichkeit des Ability Systems zu einem wahren Klassiker der JRPGs. Das Orbment System sieht nicht nur so aus, es funktioniert zudem auch noch sehr ähnlich wie das Materia System aus Final Fantasy VII. In dem Arcus genannten Gerät könnt ihr auf einem Grid einen Master Quartz einsetzen, der dann erst mal eure Hauptfähigkeiten bestimmt. Auf weiteren acht Slots könnt ihr weitere Fähigkeiten platzieren. Jedoch stehen euch nicht alle Slots von Beginn an zur Verfügung, diese müssen erst im Verlauf freigeschaltet werden. Zufallskämpfe erwarten euch nicht auf dem Schlachtfeld, da eure Gegner sichtbar für euch in der Gegend umherlaufen. Wollt ihr euch einen kleinen Vorteil verschaffen, zückt ihr eure Waffe und wartet, bis ein Gegner euch den Rücken zudreht und ihr ihm eins überziehen könnt. Das resultiert in einem Überraschungsangriff und ein paar Startboni. Von da an findet ihr euch in einem klassischen rundenbasierten Kampfsystem wieder. In aller Ruhe könnt ihr eure Aktionen auswählen oder Partymitglieder austauschen. Die große Besonderheit ist das Linksystem. Ihr könnt vor und während des Kampfes ein Partymitglied mit einem anderen verlinken. Hier kommt dann die Beziehung zu euren Kameraden zum Tragen. Das Verlinken bewirkt, dass die verbundenen Charaktere eine Chance haben eine Angriffsserie auszuführen. Ist eure Beziehung noch auf Level, führt der zweite Charakter nur einen Standardangriff aus. Mit jeden Level, um den sich eure  Beziehungen verbessern, werden weitere Fähigkeiten verfügbar und ihr könnt immer mächtigere Combos ausführen. Solltet ihr jemals ein Final Fantasy von Teil 1 – 9 gespielt haben, werdet ihr euch hier wie zu Hause fühlen.

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Die Funktionsweise der Orbmentsystems ist dem Materia System sehr ähnlich.

 

Nostalgie in Bild und Ton

Im Bereich Gameplay hat sich Trails of Cold Steel ja sehr deutlich bei den Klassikern des Genres bedient. Diese Hommage setzt sich aber auch visuell fort. Man wirft euch zwar keine 8-Bit Sprites vor, aber dennoch ist das Charakterdesign stark geprägt vom klassischen Design früher Tales und Final Fantasy Games. Besonders gut hat mir gefallen wie detailliert die Charaktere selbst in der Vita Version aussehen. Von den Details an den Jacken bis hin zu Schleifen in den Haaren. Hier wurde wirklich Wert auf die Details gelegt. Der größte Supporter für das Oldschool Feeling im Spiel sind die Synchronisation und die Musik. Final Fantasy, Dragon Quest oder die Tales Reihe sind den Fans so stark in Erinnerung, weil sich nicht zuletzt die Musik unauslöschlich in unser Gehirn gebrannt hat. The Legend of Heroes gibt sich in diesem Bereich keine Blöße. Sanfte, eingängige Melodien unterstreichen die ruhigen Momente im Spiel, während die actionreicheren Momente von treibenderen Stücken begleitet werden. Die Sprecher machen zudem einen wirklich guten Job dabei jeden einzelnen Charakter, einzigartig zu machen. Ihr erkennt schon nach kurzer Spielzeit jeden eurer Kameraden an der Stimme, was für das Spielgefühl wirklich toll ist.

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Die Charaktermodelle sehen auch in der Vita Version sehr detailliert aus.

 

Fazit:

Trails of Cold Steel hat mich wirklich kalt erwischt. Ich war überzeugt davon, dass das Spiel gut ist, aber ich hatte keine Ahnung wie gut. Für mich ist Persona 4 Golden immer noch die Referenz, wenn es um JRPGs mit Social Features geht, Trails steht dem großen Vorbild aber in nichts nach. Die Kampfmechanik ist für Anfänger leicht benutzbar und für Profis bietet sie genug Spielraum für fortgeschrittene Strategien. Das Orbment-System fühlt sich sehr vertraut an und ist vor allem im späteren Verlauf immer variabler anpassbar. Die sozialen Interaktionen mit euren Kameraden beeinflussen dabei direkt eure Möglichkeiten im Kampf und sind dadurch wichtiger Bestandteil des Gameplays. Die Story ist dabei wirklich spannend und fesselt für lange Zeit an den Bildschirm. Die Charaktere sind lustig und besitzen Charme unterstrichen durch die extrem gute, englische Vertonung. Um das ganze Oldschool Feeling abzurunden, gibt es einen abwechslungsreichen Soundtrack auf die Ohren. The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel ist ein Must-have für JRPG-Fans und Persona-Fans im Speziellen. Ein wirklich tolles Erlebnis.93

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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