The Gardens Between – Test zum zeitmanipulierenden Rätselspiel

The Gardens Between im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLC´s

Releasedatum: 20. September 2018

Genre: Rätsel

USK: Keine Einstufung

Publisher: The Voxel Agents

Plattformen: PC, PlayStation 4, Nintendo Switch

Wir rätseln doch alle gerne mal ab und zu, oder etwa nicht? Das ein oder andere Rätsel in einem ansonsten nicht ganz auf Rätsel fokussierenden Spiel ist ja ganz nett, manchmal wollen wir aber ein ganzes Spiel, in dem es ausschließlich um das Lösen von Rätseln geht. Vor allem die Indie-Abteilung ist dafür ganz gut geeignet. Und wir haben uns mit The Gardens Between genau solch ein Indie-Rätselspiel angeschaut.

 

Ein Hoch auf die Freundschaft

The Gardens Between handelt von einer Freundschaft zweier Kinder, ein Junge und ein Mädchen. Es erzählt die Geschichte in allen Aspekten, beginnend vom ersten Kennenlernen bis hin zum traurigen Abschied. Dabei spielen wir weder den Jungen noch das Mädchen selbst, ihre Geschichte können wir lediglich als Beobachter betrachten. Die Rätsel des Spiels haben alle mit einem Aspekt ihrer Freundschaft zu tun und die Level bringen uns ebenfalls jeweils in einen bestimmten Abschnitt ihres Lebens. Dabei funktioniert das Ganze tatsächlich ohne jegliche Dialoge, die Geschichte der Beiden wird uns über Bilder und die Gegenstände, mit denen wir interagieren, erzählt. Begleitet wird das Erzählte von passend unterlegter Musik, die auch beim Lösen der Aufgaben nicht stört, aber trotzdem für eine gute Atmosphäre sorgt.

Junge und Mädchen müssen zusammenarbeiten, um ans Ziel zu kommen.

 

Vor und zurück

Wie schon erwähnt steuert ihr zum Lösen der Rätsel keines der Kinder, stattdessen seid ihr die Zeit. Ja, richtig gehört, wir manipulieren die Zeit indem wir sie vor- und zurückspulen. Die Pfade, welche der Junge und das Mädchen in jedem Level zurücklegen, sind dabei vorgegeben. An manchen Stellen sind Objekte, mit denen einer von beiden interagieren kann. Das Mädchen kann an bestimmten Blöcken eine Lampe aufnehmen oder sie wieder absetzen, der Junge hingegen kann an bestimmten Stellen an einer Leine ziehen, um diverse Lichtkugeln zu aktivieren bzw. deaktivieren. Zusätzlich kann er an Sanduhren bestimmte Objekte vor- und zurückspulen, ähnlich wie wir es mit dem ganzen Level machen. Das Ziel eines jeden Levels ist es, die Lampe des Mädchens mit einer Lichtkugel zu füllen und sie ans Ende des Levels zu bringen. In Textform lässt sich das alles zugegebenermaßen schwerer beschreiben, beim zocken wird alles jedoch schnell klar und man hat den Dreh schnell raus. Wie jedes gute Rätselspiel stellt euch auch The Gardens Between zunächst einmal das Konzept eines Gameplayelements vor, um es in späteren Abschnitten noch schwerer zu machen. So gibt es zum Beispiel Anti-Lichtkugeln, welche die Lichtkugel in der Lampe des Mädchens löschen. Diese müssen natürlich deaktiviert werden. Dann gibt es Brücken, die verschwinden, sobald sie mit Licht in Berührung kommen. Die Lampe muss also anders auf die andere Seite gelangen. Vielleicht mit den springenden Würfeln, auf die wir die Lampe absetzen können? Nach und nach baut sich so eine eigene Logik des Spiels zusammen und man sieht auf Anhieb, was man zu tun hat. Ab und zu wirft das Spiel jedoch einen Aspekt ein, der zuvor nie erwähnt wurde und auch ansonsten nicht direkt ersichtlich ist. Doch nach genug experimentieren findet man auch diese Aspekte heraus. Der Clou ist, dass man sich immer im Kopf behalten muss, dass wir die Zeit sind. Und obwohl die diese vor- und zurückdrehen, bleiben Zustände bestimmter Elemente zum Beispiel gleich. Solche Kopfnüsse sind eine nette Abwechslung zu den sonst recht einfachen Aufgaben.

Die Rätsel werden mit der Zeit etwas komplexer, aber nie unlösbar.

 

Wie schnell die Zeit verfliegt

The Gardens Between ist bei weitem kein Spiel, welches euch auf lange Sicht fesseln will. Es setzt euch sogar die verschiedenen Level in kleinen Abschnitten unterteilt vor. So könnt ihr mal eben zwischendurch zwei, drei Level abschließen und euch dann wieder etwas anderem widmen. Allzu lange werdet ihr auch nicht daran sitzen, denn wie erwähnt sind die Rätsel meist nicht wirklich sehr schwer. Wenn ihr euch das Spiel an einem Stück reinzieht, dann habt ihr es in knapp drei Stündchen durchgespielt. Dabei kostet es satte 20€, für ein kleines, 3-stündiges Indiespiel eindeutig zu viel. Es hätte dem Spiel durchaus gutgetan, noch einmal circa das Doppelte an Leveln zu bieten und die Rätsel noch viel weiter auszuweiten, so bleibt am Ende des Tages leider ein etwas fader Nachgeschmack. Und das ist ziemlich schade, denn The Gardens Between ist wahrlich ein schönes Spiel. Sicher, da es sich um ein Indiespiel handelt, darf man hier keine AAA-Grafik erwarten, aber der etwas Cell-Shading-artige Look weiß zu überzeugen. Auch die Kreativität, mit welcher die Level gestaltet wurden, ist ein Pluspunkt. Die Inseln, auf denen ihr euch bewegt, sind gefüllt mit wichtigen Gegenständen aus dem Alltag der Kinder, selbst wenn ihr sie nicht für ein Rätsel braucht. Und je näher ihr dem Ende kommt, desto düsterer wird alles um euch herum. Auch atmosphärisch kann The Gardens Between also punkten.

 

Positiv:

Kreative Rätsel
Tolle Geschichte über Freundschaft
Atmosphärisch eindrucksvoll

Negativ:

Zu schnell vorbei
Derzeit ein wenig zu teuer
  • The Gardens Between
    “The Gardens Between ist ein supernettes, kleines Rätselspiel mit einer Menge Herz und einer packenden Atmosphäre. Die Rätsel sind kreativ, wenn auch nicht allzu herausfordernd und die erzählte Geschichte findet sicher viele Abnehmer, die das so in dieser Art auch aus ihrer Kindheit kennen. Was dem Spiel zu einer 100%igen Empfehlung im Wege steht, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 20€ wird euch hier leider etwas zu wenig geboten, daher empfehlen wir, auf eine Preissenkung zu warten.”
    Maarten Cherek, Redakteur

Ab in die Sammlung?

The Gardens Between ist bei weitem kein schlechtes Spiel, derzeit jedoch leider ein wenig über seinem Wert. Empfehlenswert ist es für den Knobelliebhaber jedoch allemal, da muss dann jeder selbst einschätzen, wie viel er bereit ist zu zahlen.

Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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