The Elder Scrolls 5: Skyrim Special Edition – Test zum überarbeiteten Rollenspielepos

Vor knapp fünf Jahren erschien mit The Eder Scrolls 5: Skyrim eines der wohl besten Rollenspiele aller Zeiten. Nicht umsonst erhielt das Spiel etliche Game of the Year Auszeichnungen und ist eines der meist verkauftesten Spiele, die es gibt. Kein Wunder also, dass mit der The Elder Scrolls 5: Skyrim Special Edition eine überarbeitete Fassung für die aktuelle Konsolengeneration erscheint. Wir haben uns die Playstation 4 Fassung genauer angeschaut und verraten euch, ob sich ein erneuter Kauf lohnt.

 

Der Auserwählte

Wie in vielen anderen Rollenspielen kreiert man zu Beginn des Spiels einen eigenen Charakter. Wie üblich hat man dabei vollständige Freiheit und kann aus vielen verschiedenen Rassen des The Elder Scrolls Universums auswählen. Entweder spielt man als normaler Mensch,  Elf, Kajit (Katzen artige Wesen,) Ork, Rothwardone, Bretonen oder viele weitere Rassen mehr. Jede Rasse bietet dabei eigene Vor und Nachteile.  So besitzt jede Rasse verschiedene Boni auf gewisse Fertigkeiten oder sonstige nützliche Nebeneffekte. Die Reptilien können beispielsweise von Natur aus unter Wasser atmen oder die Nord besitzen Resistenz gegen Frost und erhalten dadurch weniger Schaden bei frostigen Attacken. Allein in der Charaktererstellung kann man bereits etliche Stunden verbringen, um sich einen passenden Charakter zu erstellen. Da man auch das Aussehen bis ins kleinste Detail einstellen kann, kann man sich kreativ austoben. Nach der Charaktererstellung steht einem die Welt von Skyrim vollkommen offen. Man kann zu jeder Zeit entscheiden, welche Aufgaben man zuerst erledigt. Zuerst die Hauptquest erledigen. In dieser stellt man fest, dass man ein Auserwählter ist und das Zeichen der Drachen besitzt. Als sogenannter „Dovahkiin“ ein Drachenblut hat man natürlich auch besondere Fähigkeiten, die sich nach und nach weiter verbessern. Mithilfe der Drachenwörter, die man als Drachenblut lesen kann, erlernt man die Drachenschreie. Diese Schreie sind besonders mächtige Sprüche, mit denen man beispielsweise einen Feueratem, Eisatem, ein Wirbelsturm, einen Blitz oder einen schnellen Sprint ausführen kann. Mit jedem Wort und die passende Drachenseele vorausgesetzt, die man von besiegten Drachen erhält, wird der jeweilige Spruch mächtiger. Im Laufe der Hauptquest lernt man immer mehr über die Hintergründe des „Dovahkiin“ und deren Bedeutung. Doch es besteht jederzeit die Möglichkeit, die Hauptquest abzubrechen und eine andere der unzähligen Quests anzugehen. In der Welt von Skyrim herrscht aktuell neben der Drachenbedrohung ein schlimmer Bürgerkrieg zwischen der Kaiserlichen Armee und den Sturmmänteln. Uns steht es natürlich frei, uns für eine der beiden Parteien zu entscheiden. Die Wahl sollte man sich gründlich überlegen, da diese Entscheidung große Auswirkungen auf das ganze Reich hat. Besonders da man beispielsweise als Sturmmantel nicht gerne in den Gebieten der Kaiserlichen Armee gesehen ist. Neben dem Bürgerkrieg sind im ganzen Land zahlreiche verschiedene Gilden, mit zahlreichen Quests vertreten. So kann man der Diebesgilde, der Magiergilde, der Dunklen Bruderschaft oder den Gefährten beitreten. Neben den großen Questreihen in die man etliche Stunden investieren kann, bietet beinahe jedes Gespräch mit einem der unzähligen NPCs weitere Quests, die es zu erfüllen gilt. In der riesigen Spielwelt von Skyrim gibt es etliche Dungeons, Burgen oder andere interessante Gebiete zu erkunden. Allein bis man jeden Winkels Skyrims erkundet hat, vergehen Hunderte von Stunden. Die Spielwelt bereist man entweder zu Fuß oder mit einem Pferd, welches man allerdings erst erwerben muss. Um einige Strecken zu sparen, kann man alternativ auch die Schnellreise zu bereits erkundeten Gebieten auswählen.

Was hat es mit den Drachen auf sich?

Was hat es mit den Drachen auf sich?

 

Drachenzähmen leicht gemacht

Die Fähigkeitsentwicklung verläuft in den The Elder Scrolls Spielen generell ein wenig anders als in anderen Rollenspielen. So erhält man beispielsweise keine Erfahrungspunkte für das Besiegen von Gegnern. Vielmehr verbessern sich die zahlreichen Fertigkeiten durch deren Verwendung. Kämpft man beispielsweise stets mit einer Zweihandwaffe und haut ordentlich auf einen Drachen ein, so wächst mit der Zeit das Können im Umgang mit den Zweihandwaffen. Wie in diesem Beispiel verhält es sich mit allen Fertigkeiten. Nur wenn man diese stets übt und oft einsetzt, wird man ein Meister darin. Alternativ nehmen einige NPCs auch Geld an und unterrichten einen in einer bestimmten Fertigkeit. Auch das Lesen in bestimmten Büchern erhöht das Können in gewissen Fertigkeiten. Je höher dabei die Fertigkeiten steigen desto höher steigt auch das jeweilige Level des Spielers. Mit jedem Level kann man dabei entscheiden, ob man die Lebenskraft, Mana oder die Ausdauer um zehn Punkte erhöht. Doch wichtiger sind die Perks. Mit jedem Levelaufstieg erhält man ein Perk. Diese können dazu verwendet werden spezielle Fähigkeiten, Verstärkungen oder andere Verbesserungen zu erhalten. Will ich beispielsweise als mächtiger Krieger mehr Schaden austeilen, lässt sich das Perk auswählen, wodurch man mit Zweihandwaffen 20% mehr Schaden mit Angriffen austeilt. Je höher das Können der Fertigkeit ist, desto bessere Perks stehen einem dabei zur Auswahl.  Bei dem Kampfsystem hat man ebenfalls die freie Wahl. Man kann auf jede seiner beiden Hände Waffen oder Zaubersprüche legen. Zudem kann man sich gewisse Objekte auf die Favoritenliste legen und diese so schneller per Knopfdruck ausrüsten. Im ganzen Spiel kann man entscheiden, ob man aus der First- oder Third-Person Sicht spielt. Im Kampf ist aber die Firstperson Sicht zu empfehlen, da man aus ihr eine bessere Übersicht besitzt. Generell ist das Kampfsystem besonders im Nahkampf ein wenig verbesserungswürdig. Besonders bei Kämpfen mit Waffen weiß man nie, ob man jetzt mit einem Angriff trifft oder nicht. Das liegt vor allem daran, dass man nie die Entfernung zwischen sich und dem Gegner richtig abschätzen kann. Im Fernkampf oder im Einsatz mit Magie hat man diese Probleme nicht, da spielt es sich dann eher wie ein Fallout. Beim Kampf kommen gelegentlich schick inszenierte Tötungssequenzen zum Einsatz. Besiegt man beispielsweise einen Banditen im Kampf, kann es vorkommen, dass danach eine Sequenz getriggert wird, bei den man dem Gegner den Kopf oder Ähnliches abschlägt. Neben den Kämpfen gibt es in Skyrim noch zahlreiche Nebenbeschäftigungen. In der ganzen Welt wimmelt es nur so von Items und Kräutern, die es einzusammeln gilt. Mit Kräutern lassen sich wirkungsvolle Tränke zubereiten. Mit Hilfe von Seelensteinen kann man seine Ausrüstungen verzaubern und diese so verstärken. So kann man beispielsweise seine Waffen verzaubern, sodass sie zusätzlich Feuer, Blitz oder Frostschaden austeilen. Seine Rüstungen kann man so verzaubern, dass sie das Leben, die Magie oder die Ausdauer verstärken. Allerdings muss man diese Verzauberungen erst erlernen. Diese erlernt man erst, indem man Gegenstände, die verzaubert sind, zerstört und so deren Verzauberungen erlernt. Diese Verzauberungen kann man danach auf seine Ausrüstung übertragen. Zudem kann man in Skyrim sein eigenes Haus kaufen und idyllisch einrichten oder gar ein komplett neues bauen. Damit man in seinem idyllischen Eigenheim nicht allein ist, kann man mit zahlreichen NPCs die Ehe schließen und eine eigene Familie gründen. Die Ehe funktioniert dabei unabhängig von Rasse oder Geschlecht.

Nach und nach wird man Meister in allen Klassen.

Nach und nach wird man Meister in allen Klassen.

 

Neuer Glanz in der Special Edition

Die überarbeitete Fassung von Skyrim bietet gegenüber der normalen Fassung vor allem eine grafische Steigerung. Auf der Playstation 4 und der Xbox One sehen die Texturen nun eine Spur schärfer aus. Zudem gibt es mehr Umgebungsdetails und die Sichtweite ist im Vergleich deutlich höher. Auf den Konsolen sind nun erstmals Spiegelungen, dynamische Tiefenunschärfe, mehr Vegetation und schärfere Schatten enthalten. Zudem wurde die Beleuchtung deutlich verbessert. Durch die zahlreichen grafischen Verbesserungen sieht Skyrim nun deutlich lebhafter als das Originalspiel aus. Doch nicht alle Inhalte wurden überarbeitet. Nichts geändert wurde an den Charaktermodellen und den hakeligen Animationen. An diesen Stellen merkt man, dass Skyrim schon ein halbes Jahrzehnt auf dem Buckel hat, an. In den letzten fünf Jahren hat sich in der Gaming Branche viel getan. Diese Jahre gehen auch an Skyrim nicht spurlos vorbei. Denn gerade das Inventarmenü ist über die Jahre nicht gut gealtert und fühlt sich mittlerweile umständlicher an, als es hätte sein müssen. Auch die alten Skyrim Bugs sind ebenfalls immer noch vorhanden. Clippingfehler, Charaktere stehen in der Gegend rum oder schwebende Mammute. Wer einen The Elder Scrolls oder Fallout Teil mal gespielt hat, wird wissen, was gemeint ist. Was Skyrim aus technischer Sicht fehlt, macht die Special Edition mit ihrem Umfang wieder wett. Denn in der Special Edition sind alle DLCs die für Skyrim erschienen sind enthalten. Die drei umfangreichen Addons erweitern das schon recht umfangreiche Spiel mit neuen Gameplay-Mechaniken, neuen Gebieten und neuen Quests. Im Addon Dawnguard kann man sich einer Truppe von Vampirjägern anschließen. Diese schicken einen in eine finstere Burg und wollen ein wichtiges Vampirartefakt bergen. Doch dort trifft man auf die Vampirin Serena. Hier wird man vor die Wahl gestellt. Will man ein Vampirfürst werden oder doch lieber weiter auf Vampirjagd gehen. Im zweiten Addon Hearthfire ist es möglich, sein eigenes Land zu kaufen und Häuser darauf zu bauen. Nebenher kann man noch seine eigene Familie gründen oder Kinder adoptieren. Das dritte Addon schickt einen in das neue Gebiet Solstheim. Dieses enthält ein großes neues Gebiet und bietet zudem neue Fähigkeiten. Unter anderem ist es mit dem Addon möglich, auf einem Drachen zu reiten.

Es lohnt sich jeden noch so entlegenden Dungeon zu erkunden.

Es lohnt sich jeden noch so entlegenden Dungeon zu erkunden.

 

Fazit:

Vor fünf Jahren erschien Skyrim und ist eines der besten Rollenspiele überhaupt. Nun mit der Special Edition ist es die perfekte Gelegenheit noch einmal in Skyrim einzutauchen. Kaum ein Spiel versteht es, den Spieler in eine interessante und abwechslungsreiche Welt zu schicken und Hunderte von Stunden zu beschäftigen. An jeder Ecke warten neue Quests, Gegner oder neue Gegenstände darauf gefunden zu werden. Allein das Gefühl, wenn man sich stundenlang durch einen Dungeon kämpft und am Ende ein Deadra Artefakt findet, ist einfach großartig. So kann man Hunderte von Stunden in dem Spiel verbringen und stets neue Dinge erleben. Dabei ist die Special Edition an Umfang kaum zu überbieten. Lediglich wer sich an den typischen Bugs stört, könnte von dem Spiel enttäuscht werden. Auch wer schon die PC Fassung mit allen Addons besitzt, kann das Spiel ignorieren. Durch passende Mods, kommt sogar ein noch besseres Erlebnis auf. Wer damit leben kann und die PC Fassung nicht besitzt, dem sei dieses Rollenspielepos nur zu empfehlen. Denn nie sah Skyrim schöner aus.

 

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Geschrieben von Kevin Kreisel
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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