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Test: Call of Duty: Modern Warfare 3

Nur ein teurer DLC?

Call of Duty: Modern Warfare 3

Couch-Koop / Splitscreen

Online Multiplayer

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Releasedatum: 10. November 2023

Genre: Ego-Shooter

USK: ab 18 Jahren freigegeben

Publisher: Activision Blizzard

Plattformen: Playstation 4. Playstation 5, Xbox One, Xbox Series X|S, PC

Angebot

*Werbung: Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Der Release von Call of Duty: Modern Warfare 3 wird derzeit von so mancher kontroverser Schlagzeile überschattet. Schlechteste Kampagne, katastrophaler Entwicklungsprozess und insgesamt eilig zusammengeschustert. Was davon stimmt und was nicht, das habe ich einmal unter die Lupe genommen und Spoiler: Allzu rosig fällt das Urteil nicht aus.

 

“Ungünstige Umstände”

Doch bevor ich auf das Spiel selbst eingehe, erst einmal ein bisschen Kontext, den ich für wichtig erachte. Denn eigentlich sollte es zu Modern Warfare 2 in diesem Jahr nur ein großes Content Update in Form eines DLC’s geben. Ein vollwertiges Spiel war eigentlich nicht angedacht. Kein Wunder, Activision Blizzard sollte nach der Microsoft Übernahme ja auch genug Geld im Rücken haben, um nicht auf einen Full-Release angewiesen zu sein. Doch die Übernahme zog sich und möglicherweise resultierte daraus die Konsequenz: Wir brauchen doch noch irgendwie einen Full-Release!

Drum beschloss man auf oberer Etage eilig, dass man aus dem geplanten DLC ein ganzes Spiel macht. In anderthalb Jahren Entwicklungszeit. Viele Entwicklerinnen und Entwickler wurden jedoch gar nicht oder erst sehr spät darüber informiert. Aus einem DLC ein ganzes Spiel in so kurzer Zeit. Eine Mammutaufgabe. Um das irgendwie zu erreichen, saßen die Leute bis in die späten Stunden im Studio, um zu entwickeln. Etwas, was man versprochen hatte, nicht mehr wieder tun zu müssen. Unschöne Zustände und manch fragwürdiger Umgang seitens des Managements, um es vorsichtig zu formulieren. Doch was ist nun draus geworden?

Call of Duty: Modern Warfare 3

In nur anderthalb Jahren musste ein vollständiges Spiel her, welches mal als DLC geplant war. © Activision Blizzard

 

Ein neuer Aufbau

Es ist eine persönliche Tradition von mir, dass ich bei jedem neuen COD erstmal die Kampagne durchspiele. So auch in Modern Warfare 3. Dort eingestiegen wird nach einem einem spektakulären Zugriff auf ein Gefängnis der Antagonist in Szene gesetzt. Markarov. Nach dem eigentlich soliden Einstieg, sollte das aber schnell noch mit zum Besten gehören, was MW3 in der Kampagne zu bieten hat. Der Aufbau gestaltet sich nahezu immer gleich. Erst kommt eine Zwischensequenz, die hektisch und eilig die viel zu flache Geschichte zu erzählen versucht, dann präsentiert mir das Spiel eine relativ offene Karte, auf der ich zu drei Punkten hingehen soll, um etwas zu aktivieren oder zu sammeln und dann ist die Mission vorbei und das Ganze geht von vorn los. Absolut aufregend. Erzählerisch stolpert man sich dabei von Szene zu Szene, ohne dass man vernünftige kausale Zusammenhänge schafft, warum die Locations gewechselt werden. Auch Schlüssel-Events, wie der Shepherd Verrat, kommen total plump und vorhersehbar.

Call of Duty: Modern Warfare 3

So viele ikonische Figuren. Leider erzeugen sich keinerlei ikonische Momente. © Activision Blizzard

 

Schnell zusammen geschustert

Auch die Missionen selbst sind öde, träge und einfallslos. Es wirkt mehr wie ein Strecken der kaum vorhandenen Spielzeit, indem man die Spieler*innen einfach mehr über die Map laufen lässt. Nur wenige Male blitzen so richtige COD-Missionen auf, die dann auch schnell zu Highlight avancieren, aber genauso fix wieder von der Bildfläche verschwinden. Hinzu kommt, dass sich die Karte eher wie ein Mini-Ausschnitt eines Battle-Royal Spiels anfühlt. Ein wenig lieblos, ein bisschen generisch und ein wenig viel Loot links und rechts. Ich war schnell gesättigt und ermüdet.

Ich habe nichts gegen zwischenzeitlich offenere Bereiche in der Story. Bereits die Vorgänger haben hier immer wieder Akzente setzen können. Doch diese laufen immer gleich ab und liefern im Kern keine echten Möglichkeiten, die räumliche Freiheit auch spielerisch umzusetzen. Denn mit dem Kopf durch die Wand wird es zum Stellungskrieg und beim Schleichen habe ich kaum Stealth-Werkzeuge an der Hand. Die Kampagne unterbot alles, was ich an COD-Kampagnen bislang gespielt habe, in jeglicher Hinsicht. Nach etwas über 3 Stunden war der Spuk dann vorbei. Ein offenes Ende. Möglicherweise ein Modern Warfare 4? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß: Es kann nur noch besser werden.

Call of Duty: Modern Warfare 3

Der Multiplayer kommt sehr klassisch daher und bietet ausschließlich alte Classic Maps. © Activision Blizzard

 

Oldschool is Goldschool

Aber gut, lassen wir das Frustkapitel. Ab in den Multiplayer. Das Offensichtlichste zuerst: Es gibt keine neuen Karten. Stattdessen erhalten wir eine Auswahl von 16 Maps aus der originalen Modern Warfare Trilogie. Diese wurden zwar alle aufgehübscht, aber neue Karten vermisst man schon. Wann gab es schon mal ein Call of Duty mit null neuen Maps? Aber: Ich hatte trotzdem einen enormen Spaß! Das liegt einfach daran, dass ich die alten Karten abgöttisch liebe und eine absolute Freude daran hatte, mich wieder auf denen austoben zu dürfen, wie vor ungefähr 15 Jahren. Es ist erstaunlich wie zeitlos die Karten von damals sind. Die Lanes, die Plateaus, die Struktur. Es sind teils Maps mit Kult-Charakter. Und damals wie heute faszinieren sie mich, ohne dass ich mich schnell gelangweilt fühle, weil ich auf ihnen ja bereits früher vielleicht tausende Partien bestritten habe. Die Nostalgie umschlingt mein Herz und lässt es nicht mehr los.

Call of Duty: Modern Warfare 3

Neue Karten oder besondere Modi vermisst man leider. © Activision Blizzard

 

Inhalt?

Die Maps sind nach wie vor Champions League und sind auch mit Leichtigkeit das Prunkstück des Spiels. Denn abseits davon gibt es eher wieder Ernüchterung. Nur 7 Multiplayer-Modi gibt es. Alberne Skins sind ebenfalls mit dabei. Das Customizing, bzw. Ausstatten mit Vorteilen nimmt wieder einen zu großen Teil ein. Doch auch die Progression ist etwas kaputt. Nach den meisten Partien bekam ich eine Flut abgeschlossener Herausforderungen entgegen geschmissen. Dabei habe ich diese nicht einmal gezielt verfolgt. So pflügte ich quasi mit großen Schritten dem nächsten Levelaufstieg entgegen, ohne dabei bewusst Herausforderungen abzuschließen. Ich bin noch nicht mal gut in Shootern. Eine negative K/D gehört bei mir genauso zu meiner Identität, wie mein Personalausweis. Nicht aber hier. Hier ist alles irgendwie einfacher, schneller, leichter.

Vom Battle Pass fange ich erst gar nicht an. Den Punkt habe ich ignoriert und kann daher auch nichts dazu sagen. Das generelle Spielgefühl erinnert sehr an MW2. Wenn euch das also gefallen hat, dürfte es euch hier ebenfalls zusagen. Es ist deutlich behäbiger als die Original-Trilogie, dennoch funktioniert es aber sehr gut auf den alten Maps. Und trotz all der Kritik: Ich habe mit dem Multiplayer unglaublich viel Spaß, sodass ich jetzt schon mehr Zeit darin investiert habe, als in den letzten 3 Ablegern. Vielleicht bin ich auch etwas komisch.

Call of Duty: Modern Warfare 3

Der Zombie-Modus versucht einen offeneren Ansatz und verabschiedet sich damit von den kompakteren Karten. © Activision Blizzard

 

Die Untoten ziehen auf größere Karten

Der Zombie-Modus darf natürlich nicht fehlen, schließlich gehört der ja schon fast zum Inventar eines Call of Duty’s. Allerdings ist dieser nicht mit denen aus der Vergangenheit vergleichbar. Dort gab es sehr kompakte, aber durchdachte Level. Diese waren gespickt mit sehr konkreten Puzzles, Crafting-Stationen und Spawn-Punkten von Gegnern. Hier hingegen haben wir eine sehr offene Karte, auf der man immer wieder kleinere Aufträge abschließt. Natürlich ist die Map voll mit Zombies, die es zu beseitigen gilt. Der Ansatz ist somit ein anderer. Während man zuvor die Map sehr gut kennenlernen musste, diese perfektionierte und somit in immer neue Bereiche vorstach, liegt der Fokus nun eher auf der Erkundung und dem Abschließen der Aufträge.

Ich sehe durchaus, dass Viele mit dem neuen Ansatz Spaß haben, insbesondere wenn man bereit DMZ Fan ist. Mir persönlich gefiel der Ansatz der kompakteren, aber detaillierteren Maps jedoch besser. Eine persönliche Präferenz. Doch er bietet unterm Strich definitiv einen soliden Gegenpart zum Multiplayer, um für Langzeitmotivation zu sorgen. Mir allerdings wirken diese offenen Kartne, wie auch bereits in der Kampagne, zu generisch, zu leblos und zu austauschbar.

Bildquelle: © Activision Blizzard

Angebot

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Fazit zu Call of Duty: Modern Warfare 3

Dass Call of Duty: Modern Warfare 3 ein eilig produziertes Werk mit vielen Mängeln ist, ist zwar erklärbar, jedoch nicht entschuldbar. In zu kurzer Zeit musste aus einem DLC ein Vollpreistitel werden, dem es an Qualität und Quantität mangelt. Die hektisch erzählte Kampagne kommt ohne eine gute Erzählstruktur aus, aber auch die tolle Inszenierung in den Missionen von einst vermisst man sehr. Highlights bleiben nicht wirklich im Gedächtnis und auch die Struktur der Missionen ist relativ inspirationslos. Der Spuk ist schnell vorbei und lässt mich nach wie vor aber Spaß mit dem Multiplayer haben, der insbesondere von der Map Qualität der einstigen Dauerbrenner profitiert. Aber: Neue Maps? Nope. Viele Modi? Nope. Neue Modi? Nope. Der Multiplayer wirkt wie ein DLC mit alten Maps. Die sind top, aber insgesamt rechtfertigt das Paket keinen Vollpreis. Unterm Strich ist da zu viel Preis, zu wenig Liebe, zu wenig Inhalt, zu wenig Mut. Den Entwicklerinnen und Entwicklern ist jedoch dabei kein Vorwurf zu machen. Bleibt zu hoffen, dass dies ein grober Ausrutscher war und mit Microsoft im Nacken fortan mehr Zeit und Kreativität in die Projekte fließen kann.

Christian Koitka, Redakteur

Positiv:

Shooter-Gefühl nach wie vor Top
Classic Maps sind einfach zeitlos gut
Multiplayer kommt mit enorm vielen Waffen daher
Neuer Zombie-Modus dürfte vor allem DMZ Fans gefallen
Gelungenes Sound-Design und teils Vertonung in Originalsprache

Negativ:

Furchtbares Writing und Storytelling in der Kampagne
Missionen kommen ohne Highlights daher und wirken im Design inspirationslos
Kampagne dauert lediglich 2-3 Stunden, wirkt aber trotzdem zäh
Der Multiplayer hat keine einzige neue Map spendiert bekommen
Quantität der Multiplayer-Modi ist überschaubar

Ab in die Sammlung?

Falls ihr nicht zufällig absolute Nostalgiker und Fans der alten Maps seid, solltet ihr auf den nächsten Sale warten.

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