Close

Login

Close

Register

Close

Lost Password

Trending

Test: AEW: Fight Forever

Arcade-Klopperei ohne Durchhaltevermögen

AEW: Fight Forever im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

AEW: Fight Forever - PlayStation 5
  • Kombiniert Retro-Arcade-Wrestling mit den innovativen Finishern und Moves von All Elite Wrestling
  • Das Kämpfer-Aufgebot führt die größten Legenden mit brandneuen AEW-Stars zusammen, die alles geben!
  • Single, Tag Team, 3-Way, 4-Way, Ladder, Casino Battle Royale, Falls Count Anywhere, Unsanctioned Lights Out, Exploding Barbed Wire Death und Online-Koop-Multiplayer-Matches!
  • Online-Koop-Multiplayer!
  • Tag-Team-Matches bestehen aus einer Abfolge von Team-Manövern, die mit einfachen Befehlen ausgeführt werden

*Werbung: Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Releasedatum: 28. Juni 2023

Genre: Sport-Simulation

USK: ab 16 Jahren freigegeben

Publisher: THQ Nordic

Plattformen: Playstation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox Series X|S, Nintendo Switch, PC

Im Kosmos der Wrestling Games ging es in den letzten Jahren heiß her. Nach dem WWE-Monopol gesellte sich nun auch AEW: Fight Forever dazu. Die noch sehr junge Wrestling Brand etablierte sich in den letzten Jahren als großer Gegenentwurf zur zeitweise verschlafenen WWE. Dies passierte immer mal wieder in der Geschichte, etwa mit WCW, ECW oder TNA. Ein noch selteneres Ereignis, als eine ebenbürtige Konkurrenz, ist ein Wrestlingspiel, welches eben nicht den Namen WWE in sich trägt. Dieses bekommen wir nun eben in Kooperation mit THQ Nordic, AEW und dem altbekannten Studio Yuke’s. Die große positive Überraschung ist es aber nicht geworden. 

 

Oldschool

AEW: Fight Forever spielt so oft mit meinen Gefühlen. Zu Beginn bekomme ich das ganz alte THQ Intro, bevor es in das neue übergeht. Gemeinheit. Denn das Triggern meiner Nostalgie funktioniert schon hier extrem gut. Und ich genieße es. Ab da erinnert mich das Spiel in seiner Menüstruktur schon aber sehr an die WWE 2K Games. Sehr clean, nicht so dreckig und edgy, wie es in ein AEW hätte inszeniert sein können. Das verwundert nicht, immerhin war Yuke’s bis WWE 2K 19 zwei Jahrzehnte für die Wrestlingspiele verantwortlich. Mitten in der Entwicklung von 2K 20 gab es dann den großen Clinch und 2K Sports trennte sich von Yuke’s. Seitdem übernimmt Visual Concepts die Entwicklung und Yuke’s konnte sich dem AEW Spiel widmen. Auch die Modi des Konkurrenten kommen einen bekannt vor. Neben einem Online-Modus gibt es einen Editor, einen Story-Modus und den Exhibition-Modus. Als Gimik gibt es noch einige Minispiele. Aber arbeiten wir uns mal ein bisschen tiefer durch die Inhalte. 

AEW

Solche Landschaften bekomme ich als Zwischensequenz im Story-Mode präsentiert.

 

Wenig Raum zur Entfaltung

Ich weiß, das ist eigentlich nicht der erste Schritt. Aber bei jedem Wrestling Game schaue ich zuerst in den Editor. Und tatsächlich fühle ich mich sehr an die WWE-Reihe erinnert. Ob Gesichtsbemalung, ulkige Outfits oder ein eigenes Move-Set. Die grundsätzlichen veränderbaren Dinge ähneln sich. Doch leider reicht es kaum an das, was die WWE Games bieten. Nicht nur ist die Auswahl an Items so viel größer, ich kann auch eigene Designs hochladen und diese anwenden. Wobei, von mir in der ersten Person zu sprechen, ist eigentlich falsch. Denn in erster Linie habe ich dort lieber die tollen Community-Inhalte heruntergeladen, durch die ich mein Wrestler-Lineup künstlich sehr vergrößern kann. AEW: Fight Forever bietet das leider nicht, weswegen ich mich hier deutlich limitierter fühle und irgendwie nicht aus dem Vollen schöpfen kann. Besonders bemerkbar macht sich das beim Arena-Editor. Hier habe ich nicht nur wenig Auswahl, die Inhalte sind nämlich auch nahezu gleich, sodass ich das Gefühl habe, die erstellten Arenen sind immer gleich. Keine unterschiedlichen Ringformen, Rampen oder Bühnen. In der Summe wirkt es halbherzig. Schade. 

AEW

Der Editor ist eher zweckmäßig und erreicht bei Weitem nicht die kreativen Möglichkeiten der WWE Games.

 

Trash ist manchmal schön und manchmal nicht

Der Story-Modus ist bei der Konkurrenz aus dem Quasi-Monopol ein festes Element und kann tatsächlich was. Die Storylines sind, gemessen an Wrestling Storylines, echt gut geschrieben und bieten mir einen schönen Mix aus trashigen und abwechslungsreichen Momenten. Was mich hier in AEW: Fight Forever erwartet ist eher Story-Modus auf Wish bestellt. Warum? Ich bekomme halbgare Storylines ohne einen echten Aufbau von Dramaturgie oder Spannung. Und nicht falsch verstehen, ich bemesse es an Wrestling-Verhältnisse! Das Writing gibt mir nichts. Aber vielleicht die Inszenierung? Leider noch weniger. Die mäßigen Dialoge sind nicht vertont, alles inszieniert sich mehr oder weniger durch statische Szenen und die Animationen sind super altbacken. Ich klicke mich somit insgesamt mehr oder weniger nur durch uninteressante Textblöcke und warte darauf, mich in neue Kämpfe zu stürzen. Aber: Ein bisschen Charme hat die sehr spartanische Präsentation schon. Insbesondere die Hintergrundmusik vermittelt in den Dialogszenen schon teils sehr nostalgische Gefühle. Aber das reicht dann eben auch nicht. Nach einer Handvoll generischer Fehden ist dann auch schon Schluss. Neben Logiklücken bleibt ein sehr uninspiriertes Story-Erlebnis hängen. Zwar kann ich diesen mit anderen AEW-Stars nochmal spielen, besonders anders ist die Erfahrung durch viel Recycling aber nicht. 

AEW

Solche Dialoge hätte auch ChatGPT hinbekommen.

 

Here comes the Pain!

Die Inszenierung schwächelt auch im Ring. Nicht nur sind die Entrances sehr kurz und zeigen nur die ersten paar Sekunden, auch gibt es keine Kommentatoren. Stattdessen läuft durchgehend Hintergrundmusik. Das nimmt mir etwas Immersion und dieses typische Wrestling-Flair, welches ich aus dem TV kenne. Das Kampfsystem selbst ist ein Spiel aus Licht und Schatten. Licht, weil es mich an die PS2-Ära zurückdenken lässt. Here comes the Pain! sei eine Inspirationsquelle gewesen. In Teilen merke ich das auch. Man verabschiedet sich hier von Bewegungen in realistischer Ausführung und Geschwindigkeit. Nein, so extrem wie in WWE Legends ist es nicht, aber es kommt ein sehr bekanntes und wohliges Arcade-Feeling auf. Die gesamten Bewegungsmuster allein machen hier viel aus. Das Kampfsystem ist im Kern sehr simpel und auch sehr bekannt aus früheren Tagen. Es gibt eine Taste für einen Punch, einen für den Kick und eine Grappling-Taste. Mit letzterer packe ich meinen Gegner und kann dann entweder mit selbiger oder den anderen Tasten verschiedene Grappling-Angriffe ausführen. Das funktioniert im Kern sogar sehr ordentlich, auch wenn es wenig Tiefe bietet. Jedoch ist es in seiner Ausführung sehr handlich und bietet den eben erwähnten Nostalgie-Faktor.  

AEW

Bei 4 Wrestlern gleichzeitig im Ring wird das Anvisieren problematisch.

 

Einige Ungenauigkeiten im Gameplay

Doch kommen wir zum Schatten. Ja, Wrestlingspiele sind immer auf ihre eigene Art und Weise clunky, ungenau, stümperhaft. Teils ist das sympathisch, manchmal aber auch etwas störend. AEW: Fight Forever ist beides. Denn so manche unkontrollierten Handlungen reißen mich dann doch etwas zu sehr aus dem Arcade-Feeling. Ein Teil dessen sind, wie sollte es anders sein, unpräzise Kollisionsabfragen, etwa wenn Schläge oder Tritte irgendwie ins Nichts führen oder Reaktionen der Wrestler komplett willkürlich wirken. Das Kontern funktioniert mittels Schultertasten. Eine Kontertaste für Schläge und eine für Grapplings. Grundsätzlich gut. Aber so richtig responsiv fühlt sich das dann doch nicht an, weil das Timing nur bedingt funktioniert. Mir fehlt ein gutes Feedback an der Stelle. Das haben viele Spiele in der Vergangenheit bereits besser gemacht, aber auch WWE 2K23. Das sind aber insgesamt noch überschaubare Probleme, sodass mir die Kämpfe sogar teils Spaß machen. Insbesondere weil sie sich vielleicht ein bisschen altbacken anfühlen und der Arcade-Ansatz ganzheitlich wirkt. Fehlende Komplexität vermisste ich gar nicht mal so sehr, weil der Arcade-Fun im Vordergrund steht. Doch der setzt sich nicht immer durch. 

AEW

Gadgets dürfen natürlich nicht fehlen.

 

Wohin geht’s?

Mein Lob bezieht sich beispielsweise auch nur auf Kämpfe mit zwei Kontrahenten im Ring. Sobald mehr den Ring betreten, wird es zwar nicht unübersichtlich, aber dafür schwierig zu handhaben. Das Problem ist die Fokussierung des Gegners. Während ich woanders bequem in die Richtung lenken kann, in der der Gegner steht, den ich fortan anvisieren möchte, passiert es hier indem ich den rechten Stick drücke. Das ist zwar per se schon nicht intuitiv, doch wenn die Gegner nicht offensichtlich weiter auseinander stehen, verkommt das zu einer furchtbar hakeligen Angelegenheit. Hier wurde mein Spaßfaktor wesentlich gebremst und das ist eigentlich sehr schade, denn Matches mit mehreren Wrestlern sind doch immer kleine Highlights. Dem steht auch die fehlende freie Bewegung im Sprint gegenüber. Gerade wenn mehrere Charaktere im Ring stehen, läuft man sich schnell ungewollt über den Haufen. Übrigens wäre es auch schön gewesen, würde das Limit zumindest 6 Wrestler gleichzeitig im Ring betragen, leider liegt man hier da drunter. Etwas unverständlich, denn an der herausragenden Grafik kann die Limitierung nicht liegen. 

AEW

Die Optik schwankt zwischen “hässlich” und “charmant altbacken”

 

Endlich ein neues PS3-Spiel…

Technisch fühle ich mich 15 Jahre zurückversetzt. Ja, Charme hat es schon einerseits, doch manchmal geht es über Charme hinaus. Manche Gesichtsanimationen sehen nämlich dann schon unfreiwillig komisch aus. Umgebungen präsentieren sich teils sehr detailarm mit veralteten Assets und von dynamischer Belichtung hat das Spiel auch nichts gehört. Natürlich spürt man an jeder Ecke, dass hier nicht das große Budget hinter steckt, wie etwa bei der Konkurrenz aus dem Hause 2K Sports. Doch ich behaupte mal, dass es auch besser hätte umgesetzt werden können, von mir aus auch mit einem grundsätzlich anderen Grafikstil. Doch Yuke’s neuestes Wrestling Game gibt sich als technisch sehr dürftige Kost. Sowohl in der reinen Grafikqualität, als auch in der Inszenierung. Insbesondere der letzte Punkt fällt hier komplett flach. Selbst innerhalb der Matches gibt es keine coolen Kamerafahrten, wie es die WWE-Reihe eigentlich schon seit Ewigkeiten vormacht. Immerhin ist die Songauswahl recht gelungen und bietet eine gute Varianz, die auch passend ist. Auch bekommt man mal hin und wieder originale Stimmen in Menüs geboten, es reduziert sich allerdings nur auf einzelne Phrasen. Wie bereits erwähnt, fehlt eine Vertonung während der Matches und auch im Storymodus. Schade.  

AEW

Die Mini Games sind ein kurzweiliger Zeitvertreib.

 

Alles, was man zum Wrestling braucht?

Was nicht fehlen darf, ist der Exhibition-Modus. Hier kann man sich frei aussuchen, welche Match-Art man spielen möchte. Hier ist die Auswahl gelungen, ohne sich kreativ komplett auszutoben. Es gibt natürlich viele Klassiker, inklusive Ladder, Triple Threat oder Fatal-4-Way, als auch Lights Out, Casino Battle Royal und Exploding Barbed Wire Death Match. Damit ist die Riege an Matcharten durchaus abwechungsreich und bietet genau das, was ich vom Spiel auch erwartet habe. Zusätzlich gibt es noch einige Minispiele, die das Wort Arcade quasi inhaliert haben. In (zu) wenigen Mini Games, die so gut wie nichts mit Wrestling zu tun haben, lockert man das Geschehen etwas auf. Es eignet sich als kurzweiliger Spaß für zwischendurch, unterhält aber nicht lange genug, um dauerhaft relevant zu sein. Schade. Ich hätte mir hier deutlich mehr Inhalt gewünscht, den man in Form eines großen Minispiel-Turniers inszenieren hätte können. Damit hätte man sich durchaus von WWE 2K abheben können. Durch die ganze Arcade-Attitüde passt es auch einfach besser zu Fight Forever. Die Auswahl der Wrestler ist ordentlich, aber auch nicht sonderlich aktuell. Leider erhalten Vorbesteller ebenfalls einen wesentlichen Teil des Rosters. Die Auswahl soll wohl noch zunehmen. 

AEW: Fight Forever - PlayStation 5
  • Kombiniert Retro-Arcade-Wrestling mit den innovativen Finishern und Moves von All Elite Wrestling
  • Das Kämpfer-Aufgebot führt die größten Legenden mit brandneuen AEW-Stars zusammen, die alles geben!
  • Single, Tag Team, 3-Way, 4-Way, Ladder, Casino Battle Royale, Falls Count Anywhere, Unsanctioned Lights Out, Exploding Barbed Wire Death und Online-Koop-Multiplayer-Matches!
  • Online-Koop-Multiplayer!
  • Tag-Team-Matches bestehen aus einer Abfolge von Team-Manövern, die mit einfachen Befehlen ausgeführt werden

*Werbung: Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Fazit zu AEW: Fight Forever

Ich habe mir ehrlich gesagt schon einiges von AEW: Fight Forever erhofft. Zum einen wegen des Arcade-Ansatzes, zum anderen auch wegen des Teams dahinter. Doch Begeisterung löst das fertige Werk nicht in mir aus. Zwar gelingt das Spiel mit der Nostalgie und die grundlegende Kampfmechanik weiß zu gefallen. Für einige Einzel-Matches macht das sich wenig ernst nehmende Wrestling-Spektakel echt Laune. Doch an so vielen Stellen wirkt das Spiel so, als musste es jetzt doch irgendwie schnell auf den Markt. Der Editor ist spartanisch und bietet keine teilbaren Community-Inhalte. Der Story-Mode ist sehr inhaltsarm und mäßig geschrieben. Auch gibt es keine Alternative zum Universe-Modus. Es wirkt vieles so halbgar. Das zieht sich bis in die Präsentation des Spiels, in der ich auf spannende Kamerafahrten, Kommentatoren, schön inszenierte Entrances und eine Sprachausgabe im Storymodus verzichten muss. WWE 2K 23 ist hier das insgesamt viel attraktivere Paket, welches auch längerfristig Spaß macht. Yuke’s Konkurrenzprodukt verpasst es, neben dem gelungenen Arcade-Ansatz, eine umfänglich spaßige und nachhaltige Wrestling-Erfahrung zu etablieren. Christian Koitka, Redakteur

 

Positiv:

Ganz viel Nostalgie-Feeling
Der Arcade-Ansatz im Gameplay geht voll auf
Eingängiges Kampfsystem
Solide Auswahl verschiedener Match-Typen
Gute Musikuntermalung

Negativ:

Manche Kampfmechaniken fallen etwas zu unpräzise und clunky aus
Technisch irgendwo zwischen hässlich und mäßig
Storymodus ist mäßig inszeniert und geschrieben
Der Editor kommt sehr inhaltsleer daher und bietet kaum Raum zur Entfaltung
Generelle Präsentation zu spartanisch und langweilig

Ab in die Sammlung?

Einzelne Matches machen Spaß, aber die Luft geht auch relativ bald aus. Im Sale vielleicht eine Investition wert, falls man mal wieder ansatzweise Lust auf die Wrestling Games der PS2-Ära Lust hat, ohne den gleichen Standard zu erwarten.

0
0

    Hinterlasse einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht (erforderliche Felder sind markiert). *

    Thanks for submitting your comment!