Sword Art Online: Fatal Bullet – Test zum JRPG-Shooter des gleichnamigen Animes

Link Start! Vielen Anime- und Mangafans dürften diese Worte bekannt vorkommen, denn mit diesem Satz loggen sich Kirito, Asuna und deren Freunde in die Online-Welt von Sword Art Online ein. Bereits als Anime und Manga feierte das Franchise großen Erfolg und auch ein Kino-Film, sorgte bei den Fans für Herzrasen und Tränen. Neben vielen eher mäßigen Computer- und Videospielen schafft es nun auch die Welt von Gun Gale Online auf die aktuellen Konsolen. Mit Sword Art Online: Fatal Bullet begeben wir uns in eine Welt, in der man seiner Schusswaffe Jagd auf epischen Loot und starke Bossgegner macht. Doch wie sich das Spiel so macht und ob es sich wirklich so anfühlt, als sei man in einem VRMMORPG, das erfahrt ihr im folgenden Test.

 

Begebt euch auf eine Reise mit Kirito

Natürlich handelt es sich auch bei Gun Gale Online um ein VRMMORPG, in welchem wir uns in Sword Art Online: Fatal Bullet befinden. Mithilfe von allerlei unterschiedlichen Schusswaffen kämpfen die Spieler gegeneinander um Ruhm und Ehre. Es ist sogar möglich, verdientes Geld in das Real Life zu transferieren! Kein Wunder also, dass GGO momentan sehr beliebt ist bei der Spielerschaft. So begibt sich auch unser Avatar, den wir aus einer Vielzahl an Möglichkeiten selbst gestalten können, in diese brutale Welt. Unsere Freundin Kureha, die wir aus Kindertagen kennen, begleitet uns vom Beginn des Spiels an. Mit ihrer Hilfe lernen wir die Grundzüge des Spiels in einem Tutorial, das Schritt für Schritt die wichtigsten Features des Spiels erklärt. Während unserer ersten Mission lernen wir das ArfA-sys kennen, welches in GGO sehr beliebt zu sein scheint und welches uns im weiteren Spielverlauf treue Dienste leisten wird. Doch unser ArfA-sys ist ein X-Typ und ruft deshalb viele neidische Charaktere auf den Bildschirm, die sich dieses unter den Nagel reißen wollen. Auch Kirito und Asuna zählen zu der Sorte und wollen uns vor der Nase das ArfA-sys wegschnappen – leider zu spät. Doch nach dieser Begegnung freunden wir uns mit Kirito und Asuna an und lernen auch den Rest der Truppe kennen, den man beispielsweise aus der Anime-Serie kennt. Dabei hat fast jeder Charakter eine wichtige Funktion: Lisbeth kann beispielsweise unsere Waffen upgraden, während Agil unsere gefundenen Waffen identifizieren kann. Zudem können wir alle Charaktere, die wir so treffen, in unsere Gruppe einladen und mit ihnen als Vierergespann auf die Jagd gehen. Fans der Serie und der Manga-Reihe dürften sich somit sehr freuen, die altbekannten Gesichter zu treffen und mit ihnen eine Gruppe bilden zu können.

Viele altbekannte Charaktere aus der Serie sind mit an Bord.

 

Beziehungen wollen gepflegt werden

Die Charaktere aus Sword Art Online sind in unterschiedliche Klassen wie Tank, Heiler oder Angreifer eingeteilt. Nehmt ihr drei der unterschiedlichen Charaktere in eine Gruppe auf, steigen diese ebenso wie ihr im Level auf. Allerdings lässt die KI der Truppe oft zu wünschen übrig, denn an vielen Stellen spielt es sich so, als wäre man auf sich alleine gestellt. Stirbt man beispielsweise in einem Kugelhagel und befindet sich mitten im feindlichen Gebiet, versuchen eure Teammitglieder natürlich trotzdem voller Elan, euch im Feindesgebiet wiederzubeleben. Ein bis zwei Rollen zum Ausweichen, schon knien sie neben euch und vergeuden einige Sekunden mit dem Versuch euch wiederzubeleben, bis sie letztendlich selbst sterben. Auch an einigen Treppenläufen oder Kanten bleibt eure Gruppe ab und an hängen. Begebt ihr euch einen Raum weiter, teleportieren sich aber eure Freunde zum Glück nach und ihr habt keine Probleme damit, diese wieder aufzusammeln. Doch so durchwachsen die KI auch sein mag, sie zeigt auch ihre positiven Seiten. Mithilfe einiger Befehle und Kommandos könnt ihr eure Taktik innerhalb eines Kampfes ändern. Liegt der Fokus zum Beispiel auf dem Heilen, schießt euch Asuna mit einem heilenden Schuss ab, sobald dieser zur Verfügung steht. Die negativen Aspekte der KI spiegeln sich natürlich auch bei den Feinden wieder, was einen Sieg oft leicht macht. Doch auch abseits der Kämpfe können die Freundschaften zu euren Freunden gepflegt werden. In unterschiedlichen Dialogen erlebt ihr besondere Momente mit den einzelnen Charakteren, die dann im Freundeslevel steigen. Auch durch das gemeinsame Kämpfen kommt ihr euren Freunden näher. Besonders erfreulich ist dabei, dass die meisten Dialoge komplett auf Japanisch vertont worden sind. Die Themen der Dialoge drehen sich dabei meistens um den Unterschied zwischen der realen Welt und dem VRMMORPG. Allerdings sind nicht alle Entscheidungen, die ihr in den Dialogen treffen könnt, von Bedeutung. Oft hat man sogar das Gefühl, dass man – egal für welche Option man sich entscheidet – den gleichen Satz zu hören bekommt.  Falls ihr euch für Sword Art Online: Fatal Bullet interessiert, solltet ihr zudem keine Scheu vor Dialogen haben, denn gerade während der Hauptmission folgt ein Gespräch dem nächsten.

Eine kleine Zielhilfe visiert durch eure Blickrichtung den Gegner an.

 

Lasst meine Knarre für mich sprechen!

Doch genug von den langweiligen Dialogen, auf zu den Waffen! In Sword Art Online: Fatal Bullet werden die Schusswaffen ebenso wie die Munition in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. So gibt es Sniper-Gewehre, Schrotflinten, Pistolen und einiges mehr. Die Qual der Wahl wird euch nicht leicht gemacht, denn es gibt keinerlei Erklärung zu den einzelnen Waffen. Zudem wird nicht sofort ersichtlich, welche Statuswerte ihr benötigt, um eine bestimmte Waffe tragen zu können. Allerdings ist das meiste so weit ganz logisch, denn Raketenwerfer sind  zum Beispiel nicht unbedingt dafür bekannt, als Schnellschusswaffe zu dienen. Ihr könnt jederzeit im Spiel, auch im Kampf, eure zwei ausrüstbaren Waffen austauschen.  Das macht den Kampf sehr dynamisch und eure Spielweise wird flexibel. Hinzu kommt eine Fähigkeit, mit der ihr auf Gegner zielen und diese betäuben könnt. Zusätzlich könnt ihr auf Wände oder Vorsprünge zielen, um Attacken auszuweichen oder euch schneller und höher auf der Karte zu bewegen. In den Kämpfen solltet ihr jedoch euren Munitionsvorrat immer im Auge behalten. Denn geht dieser einmal leer, könnt ihr mitten im Bosskampf keinen Nachschub mehr holen. Lediglich im Shop, der sich im Hub der Spielewelt befindet, gibt es Vorräte. Leider ist der Shop aber nur für Munition und Kleidung nützlich, die euch allerdings keine weiteren Boni verschafft. Denn die Waffen, die ihr in dem Shop erwerben könnt, sind viel schlechter als die, die ihr als Drop von den Gegnern bekommt. Zur Unterstützung gibt es dabei für jeden Waffentyp angepasste Skills, mit denen ihr euch mit Buffs verstärken oder dem Gegner ordentlich Schaden austeilen könnt. Steigt ihr im Level, könnt ihr neben euren Statuswerten auch neue Skills lernen. Diese werden besser, je öfter ihr sie benutzt. Doch im Kampf selbst könnt ihr nur vier unterschiedliche Skills wählen. Diese werden ergänzt durch das Ducken oder dem Ausweichen, welche ihr benötigt, um den auf euch zielenden roten Strahlen auszuweichen.

Die prächtigen Haare entwickeln ihre ganz eigene Physik.

 

Mein Freund, das nervige ArfA-sys

Natürlich ist das errungene ArfA-sys, um das euch jeder beneidet, eine wichtige Funktion im Spiel. Ihr könnt den selbst gestaltbaren Charakter nicht nur als Teammitglied auf Missionen mitnehmen, sondern auch als Bank benutzen. Ja richtig gehört, euer ArfA-sys kann euer Geld speichern und sogar geschickt anlegen, um es zu vervielfachen. Der Begleiter will dafür aber auch Taschengeld von euch haben, mit dem er nützliche Items für euch besorgt. Neben den Einstellungen für eure Avatare kann das kleine Kerlchen sogar die Farben eurer Waffen und Ausrüstung individuell anpassen, sodass kein Avatar mehr dem anderen gleichen kann. Viele Kleidungsstücke und Frisuren erinnern dabei sogar an bekannte Charaktere aus dem SAO-Universum. Doch euer Begleiter kann euch vor allem im Hub des Spiels völlig die Nerven rauben. Denn nach wenigen Sekunden wiederholt das System oft den immer gleichen Satz, sodass dieser euch bei längeren Shoppingtouren vollends auf den Keks geht. Diese Funktion lässt sich auch leider nicht ausstellen, sodass ihr bei euch zu Hause oder im Hub die nervige Stimme des ArfA-sys ertragen müsst.

So imposant die Stadt auch wirken mag, sie wirkt vollkommen leer.

 

Viele Highlights, aber auch Schattenseiten

Technisch ist Sword Art Online auf einem höheren Stand als die Vorgänger. Grafisch ist das Spiel zwar immer noch keine Wucht, trotzdem kann sie sich sehen lassen. Doch die Spielwelten und Gegner sind sehr dröge gestaltet. Oft habt ihr es mit dem immer gleichen Gegnertypen zu tun, der in einer anderen Farbvariation oder mit einer anderen Waffe erscheint. Auch die einzelnen Dungeons sind eher schlauchartig gestaltet und bieten kaum Abwechslung von der Metallverkleidung. Zudem kämpft das Spiel trotzdem oft mit den 60 FPS und kleinere Bugs sorgen für den einen oder anderen Lacher. So kennen die Haare der Charaktere keine physikalischen Gesetze und schlingen sich so manches Mal um den Kopf oder fallen nach jedem Ansichtswechsel vom Himmel. Ob gewollt oder ungewollt, nervig ist es vor allem, dass man die Ausrüstung im Menü nach jedem Öffnen erneut sortieren muss. Man erhält im Verlaufe des Spieles so viele Waffen, dass man im unübersichtlichen Menü schnell den Überblick verliert. Besonders enttäuschend ist für mich der Online Part des Spiels. Denn von einem JRPG, das sich ein VRMMORPG zum Vorbild nimmt, hätte ich eine deutlich ausgeprägtere Multiplayerkomponente erwartet. Der Hub wirkt trotz einiger verloren wirkender NPCs ziemlich leer, hier hätte man diesen mit anderen Spielern aus der Welt wie beispielsweise in Destiny füllen können. Zudem könnt ihr nur ausgewählte Bosskämpfe bestreiten und keinerlei Hauptmissionen zusammenspielen. Euch werden des Weiteren keine Erfahrungspunkte gutgeschrieben, sodass ihr alleine für den Loot in den PvE-Bereich mit anderen stürzt. Ein wenig Abwechslung bietet der PvP-Modus, in welchem ihr euch mit anderen Spielern messen könnt. Doch dieser alleine ist viel zu wenig ausgebaut, um auch nur annähernd an die Erwartungen anzuknüpfen, die man an ein JRPG hat, das auf einem VRMMORPG basiert. Auch von den Nebenmissionen hätte ich einiges mehr erwartet, denn diese bestehen einfach nur daraus, eine bestimmte Anzahl eines Gegners zu töten, was man neben den eigentlichen Hauptmissionen gut lösen kann.

 

Positiv:

Gute Kombination aus JRPG und Shooter
Viele altbekannte Charaktere aus dem SAO-Universum
Voll vertonte Dialoge auf Japanisch
Viele unterschiedliche Waffentypen, bei dem jeder Spieler auf seine Kosten kommt
Individuell gestaltbarer Charakter vom Aussehen bis hin zur Waffe

Negativ:

Multiplayer-Komponente viel zu dürftig
Aussehen der Dungeons und der Gegner variiert kaum
Dialogoptionen sinnlos
KI ist oft mehr als fragwürdig
  • Sword Art Online: Fatal Bullet – Test zum JRPG-Shooter des gleichnamigen Animes
    “Sword Art Online: Fatal Bullet ist eine deutliche Steigerung zu seinen Vorgängern. Allerdings bietet auch die alternative Welt in Gun Gale Online noch viele Verbesserungsmöglichkeiten. Besonders enttäuschend ist die Multiplayer-Komponente, die deutlich ausgebaut werden müsste. Auch die technischen Patzer könnten das eine oder andere Mal den Spielspaß trüben, führen aber keinen Totalausfall herbei. Doch als Solospieler habt ihr auch so eine Menge Spaß in dem Spiel, wenn ihr euch im Sword Art Online Universum heimisch fühlt. Die Mischung aus Third-Person-Shooter und Action-RPG ist im Sword Art Online Universum super gelungen. Trotz einiger Schwächen kann das Spiel deshalb jedem SAO-Fan definitiv ans Herz gelegt werden. Doch auch Spieler, die einen guten JRPG-Shooter suchen, dürften hier voll auf ihre Kosten kommen.”

    Jasmin Paskuda, Redakteuerin

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Alle Fans von Sword Art Online können hier beruhigt zugreifen, falls sie auch abseits von Fantasy ihren Spaß an Shootern finden.

Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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