Super Mario Maker – Review zu Nintendos Level-Editor

Es dauerte ganze 30 Jahre bis Nintendo erstmals einen Level-Editor veröffentlichte, mit dem man auch offiziell Mario Level mit der ganzen Welt teilen darf. Mit dem Super Mario Maker kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Natürlich kann man so auch die Ideen der anderen Spieler ausprobieren und bewerten. Allerdings passiert dies leider nur mit einigen Einschränkungen. Warum das Levelbauen trotzdem eine Menge Spaß macht, verrät unser Test.

 

Es ist wie mit der DHL (dauert halt länger)…

Das Spiel beginnt mit einer kleinen Einführung und einer Auswahl von sieben verschiedenen leichten Leveln, die von Nintendo selbst kommen. Hier wird der Grundsatz von dem Editor erklärt, sodass man sich leichter zurechtfinden kann. Dies darf wahlweise aber auch direkt ignoriert werden. Schließlich sind wir hier nicht zum Spielen, sondern zum Bauen! Am Anfang stehen einem nur wenige Objekte und Gegner zur Verfügung. Das gesamte Arsenal steht uns also leider nicht zur Verfügung, wo wir bereits beim ersten Kritikpunkt sind. Um weitere Dinge freizuschalten, müssten wir das Spiel jeden Tag spielen und einen neuen Level mit den neuen Gegenständen erstellen.Nur so erscheint dann ein Hinweis, dass eine neue Lieferung per Lieferwagen am nächsten Tag für uns bereitsteht. Immerhin bekommt man die Ware am nächsten Tag dann auch wirklich. Doch warum zum Teufel müssen wir das Spiel täglich starten, um dann nach und nach die weiteren Objekte für unser Level zu erhalten? Wir werden also gezwungen das Spiel, mindestens eine ganze Woche hintereinander weg zu starten? Warum bietet man nicht gleich das ganze Arsenal mit Gegenständen zum Bauen an? Wie dem auch sei, sobald man die komplette Bandbreite im Editor zusammen hat, kann man auch komplexere Level aufbauen. Dem Mariofan dürfte dennoch auffallen, dass es viele Objekte gar nicht erst in den Maker geschafft haben. Die Auswahl findet ihr hier. Letztendlich kann man aber mit Glück sagen, dass, bis auf den Checkpoint, alle rausgelassenen Objekte für einen guten Level nicht gebraucht werden.

Anfangs besitzt man noch nicht allzu viele Gegenstände für den Editor.

Anfangs besitzt man noch nicht allzu viele Gegenstände für den Editor.

 

Nintendos Gamepad-Idee endlich gut umgesetzt

Der Editor befindet sich zum einen auf dem Bildschirm und zum anderen auf dem Gamepad. So können Freunde und Bekannte die Geschehnisse auf dem Bildschirm mitverfolgen. Ein richtiges Tutorial gibt es leider nicht, nur verschiedene Beispiellevel, die einem die neuen Objekte kurz und knapp darstellt. Wie man diese dann richtig in den Level einbaut, bekommt man leider nicht zu sehen. Des Weiteren muss man oftmals einfach ausprobieren, um beispielsweise die geheimen Röhren setzen zu können. Leichtes Schütteln des Pads ermöglicht zudem, dass Gegner eine andere Funktion erhalten. Oder aber man nimmt einen Pilz, zieht diesen auf einen Gumba und freut sich, dass dieser dann wächst und größer wird. Hier wäre eine erweiterte Einführung wünschenswert gewesen. Die Steuerung selbst ist ziemlich einfach zu lernen. Man nehme den Touchpen, zieht damit ein Objekt aus der obigen Leiste auf das Level und platziert es dann nach Herzenslust so, wie man es eben haben möchte. Dabei kann man sogar auswählen, wie lang die Level eigentlich werden sollen. Um das bereits aufgestellte Level ausprobieren zu können, reicht eine Berührung auf “Start” und das Level beginnt. So lassen sich eventuelle Rätsel und harte Kniffe schnell ausprobieren. Denn um das fertige Level schlussendlich mit der Welt zu teilen, muss der Erfinder dieses auch erfolgreich absolviert haben. Baut man sich also einen harten Weg durch Gumbas, Pflanzen und Koopas, muss dieser natürlich auch machbar sein. Dennoch sind vom Schwierigkeitsgrad her viele Variationen möglich.

Auf dem Gamepad kann man die Level individuell gestalten und auch spielen.

Auf dem Gamepad kann man die Level individuell gestalten und auch spielen.

 

Sterne sind (mal wieder) die wichtigste Währung zum Überleben

Ein wenig blöde wird es allerdings, wenn man Plattformen einsetzen möchte. Zwar bietet der Editor eine Funktion, die anzeigt, wo Mario in dem Level laufen würde, einen richtigen Nutzen bietet diese für die Erstellung komplexerer Jump´n´Run-Einlagen allerdings nicht. Nur mit dem Austesten des Levels selbst können wir sehen, wohin die Plattform eigentlich maximal fahren würde. Dies hätte man schon etwas besser lösen können, schließlich sind die Plattformen nicht ganz irrelevant. Neben dem Bauen von Leveln bietet das Spiel natürlich einen großen Onlinepart, wo die verschiedensten Spieler eigene Level hochladen können, damit andere Spieler diese dann spielen können. So dürfte schnell klar werden, dass für Hardcore Mariofans der Spielspaß nur langsam schwinden wird. Neben einer Auflistung der aktuell beliebtesten Levelersteller gibt es auch eine Liste mit den beliebtesten Level. Jeder Level kann nicht nur gespielt, sondern zusätzlich mit einem Stern bewertet werden. Je besser das Level gestaltet wurde, desto eher ergattert man sich einen Stern. Dieser ist nicht nur für das eigene Ego wichtig, sondern zeigt den anderen Usern auch, wie kreativ man eigentlich die Level baut. Je mehr Sterne man gesammelt hat, je mehr eigene Level darf man auch in seinen Onlinespeicher für die ganze Welt hochladen. Anfangs ist dieser nämlich nur auf zehn beschränkt. Dies finden wir etwas zu wenig, schließlich ist es enorm schwer schnell Sterne zu bekommen, da der Level erst mal von Leuten gespielt werden muss.

Es können die unglaublichsten Level entstehen.

Es können die unglaublichsten Level entstehen.

 

Retro auf Full-HD gelingt

Immerhin bietet die 100-Mario-Challenge die Möglichkeit, dass ein eigener Level auch mal ungewollt dem ein oder anderen vor die Nase gesetzt wird. Schließlich geht es in dem Modus darum, dass man mit insgesamt 100 Leben zwischen acht und 15 unterschiedliche Level aus der ganzen Welt wild hintereinander schaffen muss. Anfangs ist nur der Schwierigkeitsgrad “Leicht” und “Mittel” freigeschaltet. Später kommt dann auch noch “Schwer” hinzu. Hier darf man sich dann aber auch auf die wirklich harten Brocken freuen. Wenn ihr jetzt denkt, dass es noch etwas mehr Abwechslung gibt, müssen wir euch hier leider enttäuschen. Schließlich ist der Super Mario Maker eigentlich nur ein Super Mario, welches wir schon so oft in den letzten 30 Jahren gesehen haben. Es entstehen zwar immer wieder gute neue Ideen und Level, auf die Nintendo vielleicht noch nicht kam, schlussendlich muss man aber auch hierzu sagen, es ist und bleibt ein Mariospiel. Zur Technik darf man sich allerdings nur positiv äußern. Die verschiedenen Grafikstile wurden auf den Full-HD-Bildschrim genial übertragen und zeigen sich von der besten Seite. Der Sound wurde sowohl von den Retrospielen als auch vom neusten Super Mario Bros. U übernommen und können auch durch neue Levelsounds und eigener Sprachaufnahme erweitert werden.

Optisch sieht besonders der Retrostil genial aus.

Optisch sieht besonders der Retrostil genial aus.

 

Fazit:

Man merkt beim ersten Mal starten vom Super Mario Maker eines sofort: Nintendo gehen die Ideen aus. Zum 30. Jubiläum von Super Mario kann man sich zwar glücklich schätzen, endlich auch mal offiziell eigene Level für die verschiedensten Spiele machen zu dürfen, allerdings ist die Umsetzung mal wieder viel zu kindisch geworden. Kann man nicht einfach mal ein Spiel bekommen, was die Coregamer auch anspricht? Wieso muss alles immer so familiär gestaltet sein. Super Mario Maker kann viel, Nintendo versaut es durch ihre kleinen dummen Ideen, wie der täglichen Lieferung von Gegenständen und neuen Gegnern so sehr, dass man es sich schon fast drei Mal überlegen sollte, hierfür knapp 50€ auszugeben. Fans von Super Mario kommen hier sicherlich gut auf ihre Kosten, der Rest vom Gamerfest bekommen einen kindlichen und dadurch müden Editor.

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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