Stronghold: Warlords – Test zum fernöstlichen Burgenbau-Spektakel

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The Stronghold Collection
  • Genre:Echtzeitstrategie
  • Auslieferungsmedien:DVD-ROM
  • Plattform:Windows
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

*Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Releasedatum: 9. März 2021

Genre: Strategie

USK: Keine Angabe

Publisher: FireFly Studios

Plattformen: PC

Mit Stronghold: Warlords möchten die FireFly Studios endlich wieder an glorreiche Zeiten anknüpfen und Fehler aus der Vergangenheit korrigieren. Aber es herrscht noch immer dicke Luft im Burgfried. Crusader 2 war ein Schritt in die richtige Richtung, aber weit entfernt von dem, was die Serie einst so stark machte. Und auch beim Setting und Stil von Warlords scheiden sich die Geister. Aber kann der Burgenbau dieses Mal endlich die erwartungsvolle Fan-Gemeinde zufrieden stimmen?

 

Es geht in ferne Lande

Die offensichtlichste Neuerung ist bereits seit der Ankündigung bekannt und sorgte bereits für viel Gesprächsstoff. Die Entwickler kehren dem mitteleuropäischen Setting den Rücken zu und begeben sich in den fernen Osten. Dieser fungierte bislang noch nie als Schauplatz für die Serie. Dementsprechend erwartet uns auch eine Kampagne, die sich mit zeitgenössischen Konflikten auseinandersetzen möchte. Je Kampagnenstrang spielen wir einen anderen Herrscher und lernen dabei die Spielmechaniken kennen oder wiederholen diese, je nachdem wie gut man die Serie kennt. Die Geschichten bieten für Fans der fernöstlichen Kriege sicher eine spannende Ausgangssituation, aber für mehr reicht es in Warlords dann auch nicht. Das Storytelling verkommt zu blassen Monolog-Schnipseln. Eine visuelle Untermalung bleibt nahezu aus, geschweige denn irgendeine Art der Inszenierung der Geschichte. Dadurch bleiben die Geschehnisse äußerst blass und schaffen es kaum mitzureißen.

Auch die Missionsstruktur ist in sich sehr repetitiv. Während die ersten Ausflüge noch die Spielmechaniken an die Hand geben, bleiben die Quests im Prinzip immer gleich. Mal müssen wir einen feindlichen Angriff überstehen, mal eine gewisse Menge an Rohstoffen produzieren oder wir belagern eine feindliche Burg. Klingt spannend, aber wenn sich das über dutzende Level immer wiederholt, dann wünscht man sich schon etwas Abwechslung. Starke Dialoge und Charaktere hätten diesen Makel ausgleichen können, aber auch hier erhält man bestenfalls untere Durchschnittskost. Wer das Tutorial nicht benötigt, kann die Kampagne besser umgehen. Hier verpasst man nicht allzu viel.

Stronghold: Warlords

Die Kampagne bietet euch ein Tutorial und mehr oder weniger abwechslungsreiche Missionen.

 

Wir bringen die Wirtschaft in Schwung

So genug gemeckert. Ich persönlich habe Stronghold ohnehin noch nie wegen der Kampagne gespielt. Bevor ich mich gegen menschliche Spieler duelliere, teste ich mein Können zunächst in benutzerdefinierten Scharmützeln. Karte, Volk und Gegner ausgewählt und schon geht es los. Alles in typischer Stronghold-Manier. Entsprechend der lokalen Vorliebe bauen wir in Warlords, anders als in den Vorgängern, insbesondere Reis an. Das ist quasi unser Hauptnahrungsmittel für die Bevölkerung. Aber auch Gemüsefelder lassen sich anlegen, um das Nahrungsangebot zu erweitern. Dazu gesellen sich die Schweinezucht und sogar ein Teehaus. Je mehr Vielfalt wir den Bürgern bieten, umso glücklicher sind sie. Wer die Serie kennt weiß, dass dies ein Mittel ist, um höhere Steuern zu verlangen. So lassen sich weitere Gebäude dazu bauen. Neben Holzfällerbetrieben und Steinbrüchen lassen sich auch Eisen und Salpeter abbauen.

Mit der Zeit blüht und gedeiht die Burg. Aber was ist schon eine Burg ohne Mauer. Diese ziehen wir in klassischer Manier relativ sauber und präzise. Ebenso lassen sie sich durch Türme und Tore erweitern. Auch diverse Verteidigungsanlagen stehen uns zur Verfügung. Hier ergeben sich dank des abgebauten Salpeters auch neue Möglichkeiten. Durch die Weiterverarbeitung lassen sich hier Schwarzpulver und entsprechende Geschosse bauen. Die Entwickler geben den Spielern hier schon einige Optionen mit an die Hand. Dennoch hätte ich mir einige zusätzliche Funktionen gewünscht. Das Anlegen von Burggräben wäre sicherlich eine clevere Ergänzung gewesen und somit verschenkt das Spiel hier etwas Potenzial.

Stronghold: Warlords

Ein voller Kornspeicher ist die Grundlage für eine florierende Wirtschaft.

 

Stronghold: Warlords leidet unter Platzmangel

Weil sich aber auch meine Gegenseite prächtig entwickelt, wird es Zeit in die militärische Schiene zu investieren. Gerne würde mich mehr dem Aufbau widmen, wie es in Stronghold 1 & 2 noch möglich war. Schließlich kann ich über gut funktionierende Wirtschaftsketten Kleidung erstellen, Tempelanlagen und Teefelder erschaffen. Brauch ich das? Nö. Viel mehr Sinn macht es diverse Waffenschmieden zu errichten. Pfeilmacher, Schwertschieden, Axtbauer und viele weitere Handwerker gesellen sich zu meiner Basis. Ich spüre schnell, dass es etwas eng wird. Leider lässt mich Warlords aber nicht außerhalb meines sehr beschränkten Raums bauen. Entsprechende Tempel oder Kleidungshersteller müssen weichen. Denn was wirklich zählt sich die Komponenten Holz, Gold und Nahrung. Die restlichen Bereiche kann man gern zunehmend außer Acht lassen. Schade, das hemmt das Aufbau-Feeling!

Wenn es um die Kriegsführung geht, habe ich reichlich Auswahl. Zahlreiche verschiedene Einheiten stehen mir zu Verfügung, wie Bogenschützen, Axtkrieger, Armbrustschützen oder auch schwer bewaffnete Samurai und Generäle. So kann ich mir ein individuelles Heer zusammenstellen. Dazu gesellen sich zahlreiche Belagerungswerkzeuge wie Mörser oder Katapulte. Sogar rudimentäre Flammenwerfer gibt es. Die eignen sich besonders gegen gepanzerte Einheiten. In bester Stronghold-Manier ist die KI natürlich nicht fehlerfrei und macht insbesondere ohne direkte Anweisung gern mal was sie will. Aber besser oder schlechter, als es in anderen Ablegern ist, fällt die künstliche Intelligenz hier auch nicht aus. Da es relativ einfach ist, sich viele Einheiten heranzuzüchten, liegt der Fokus klar auf der kriegerischen Handlung. Dementsprechend will ich natürlich ein großes Heer aufbauen. Aber auch hier macht mir das Spiel einen Strich durch die Rechnung. Neben dem limitierten Bau gibt es auch noch ein Einheiten-Limit.

Stronghold: Warlords

So geordnet kann man seine Burg nur selten aufbauen. Schnell zeichnet sich Platznot ab.

 

Tolles Stronghold, schlechte Warlords?

Na toll, ein wenig auf Aufbau konzentriertes Stronghold, welches mich dann auch noch in Puncto Menge limitiert, obwohl es so viele verschiedene Einheiten gibt. Das würde mich in den puren Wahnsinn treiben, wäre das Grundprinzip der Serie nicht einfach immer noch hervorragend. Mich auf eine Belagerung einzustellen, meine Armbrustschützen auf die Türme zu positionieren, Belagerungsfallen aufzustellen und parallel meine Wirtschaftsketten am Leben erhalten. Das war und ist immer noch der große Reiz für mich und auch dieses typische Stronghold-Gefühl überkommt mich einmal mehr. Trotz des Settings, trotz kriegerischem Druck und trotz all der Limitierungen funktionieren die Grundpfeiler dieser Reihe einfach auch heute noch.

Neben dem Setting bietet das Spiel auch noch die namensgebenden Warlords. Auf der Karte finden sich verschiedene Punkte, die von einem neutralen Kriegsherren kontrolliert werden. Teils verfügen diese auch über einige Krieger. Erobert ihr diese Punkte, fallen Sie in euren Herrschaftsbereich und dienen zukünftig als Lieferanten für Rohstoffe. Leider ist dieses Feature mehr Fluch als Segen. Ihr müsst nämlich immer wieder manuell eine Lieferung anfordern und könnt keinen automatisierten Warenverkehr einrichten. Zudem könnt ihr im neu eroberten Gebiet keinerlei Gebäude errichten. Die Stützpunkte bleiben also „nackt“ und machen somit eher Arbeit. Insbesondere weil diese vom Feind zurückerobert werden können. Der Ertrag der Warlords ist gemessen am Aufwand aber überschaubar und stellt für mich daher eine große Enttäuschung dar. Hier wäre viel mehr drin gewesen.

Stronghold: Warlords

Mauern können wir um unsere Basis ziehen, nicht aber um unsere Warlord-Stützpunkte.

 

Viel Liebe zum Detail

Ja, ich habe viele Punkte die mich stören. Als Fan der Reihe habe ich auch hohe Erwartungen. Aber auch Positives kann ich berichten. Das typische Spielgefühl entsteht nicht nur dank der bekannt guten Spielmechanik. Erneut steht uns ein Berater zur Seite, der sämtliche Geschehnisse kommentiert. Typisch Stronghold eben. Die Einheiten geben ebenfalls einige Sprüche von sich. Sofern ihr aber kein Mandarin beherrscht, dienen Sie lediglich der atmosphärischen Note. Aber für mich ist dies definitiv ein Gewinn an Authentizität.

Der Atmosphäre kommt ebenfalls das bunte Treiben unserer Einheiten zugute. Es ist schon interessant zu beobachten, wie meine Axtschmiede arbeiten, die Reisfelder gedeihen und die Bewohner vor ihren Wohnungstüren fegen. Dadurch fügt sich das Setting einfach stimmig in die Riege der Vorgänger, trotz dass es eigentlich komplett aus der Reihe tanzt. Die Liebe zum Detail wird dadurch komplettiert, wenn man sieht, dass einige meiner Pferde in den Ställen Epona heißen.

Aber nicht alles an der Optik wirkt stimmig. Der Grafikstil kommt deutlich „weicher“ daher und glänzt nicht durch besonders hochwertige Texturen oder Detailgrade. Warlords sieht aus, als wäre es bereits 10 Jahre alt. Ich hätte mich auch über mehr optische Vielfalt bei den Gebäuden gefreut. Schließlich lassen sich mehrere Herrscher spielen. Hier hätte ich mir defintiv wesentlichere optische Unterschiede gewünscht, um die Fraktionen einzigartiger zu machen. Dass sie sich spielerisch nur geringfügig unterscheiden, macht aufgrund des Balancings im Multiplayer aber durchaus Sinn.

The Stronghold Collection
  • Genre:Echtzeitstrategie
  • Auslieferungsmedien:DVD-ROM
  • Plattform:Windows
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

*Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Positiv:

Viele Wirtschaftszweige
Setting sehr atmosphärisch umgesetzt
Explosive Waffen und Belagerungswerkzeuge
Umfangreiche Kampagne
Stimmiger Sound und schöne Sprachausgabe

Negativ:

Repetitives Missionsdesign
Bau- und Einheitenlimit
Die Warlords bieten absolut keinen Mehrwert
Balancing-Probleme zwischen Wirtschaft und Militär
Qualität der KI eher durchwachsen
Optisch eher altbacken
[testimonial_slider arrows=”false”][testimonial image_url=”110183″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Christian Koitka, Redakteur”]
“Stronghold Warlords macht ganz viel richtig und ganz viel falsch. Trotz des so radikal anderen Settings kommt schnell das Stronghold-Feeling auf. Man versinkt in das zeitlose Gameplay, vertieft sich in die tollen Wirtschaftskreisläufe und baut aufwendige Verteidigungsanlagen auf. Dabei findet man immer wieder Liebe zum Detail, welche mir den Umstieg in die asiatische Welt erleichtert und mich schnell darin aufblühen lässt. Ich könnte so glücklich sein. Stattdessen bleiben die Warlords spielerisch weit unter ihren Möglichkeiten. Auch die Grafik ist angesichts der Beschränkungen beim Bau und des Einheiten-Limits noch eher das kleinere Übel. Das Spiel verschenkt leider an vielen Stellen Potenzial, um mich als Fan vollends glücklich zu machen.”
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Ab in die Sammlung?

Stronghold-Fans greifen natürlich zu, auch wenn Warlords kein Rundum-Glücklich-Paket ist. Alle anderen sollten sich der Stärken und Schwächen der Serie und dieses Spiels bewusst sein.

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Geschrieben von Christian Koitka
The guy who loves videogames

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