Stranger of Sword City – Test zum JRPG mit D&D Touch

Ursprünglich für die Xbox 360 erschienen, hat NIS America Stranger of Sword City jetzt für Playstation Vita und Xbox One veröffentlicht. Das Spiel ist eines der in letzter Zeit häufiger auftretenden Dungeon Crawler JRPGs. Überraschend für das Genre ist allerdings hier der starke Dungeons & Dragons Einfluss. Was in dem Titel steckt und für wen sich hier ein Blick lohnt, erfahrt ihr jetzt im Test.

 

Ihr seid ein Auserwählter – wer hätte es gedacht

Ihr startet das Spiel in einem dunklen Dungeon, ohne zu wissen, wie ihr hierher gekommen seid. Ein unheimlicher Fremder spricht euch an (sehr vertrauenswürdig). Er erzählt euch, dass ihr durch Magie aus eurer Welt in diese transportiert wurdet. Kurz gesagt: aus irgendeinem Grund ist das Flugzeug, in dem ihr gewesen seid, in dieser seltsamen Welt abgestürzt. Kaum seid ihr aus dem Untergrund entkommen, werdet ihr von Monstern überrascht und eine junge Frau kommt euch in dieser Situation zur Hilfe und verscheucht gleichzeitig noch den alten Halunken, der euch gerade noch versucht hat zu überzeugen, dass er euch helfen möchte. Der erste Fight, obwohl es ein Tutorial ist, macht es euch nicht leicht. Ist der Kampf vorbei, geht es schnellstens in Richtung Basis der Strangers. Eure junge Retterin sorgt dann für etwas mehr Klarheit. Ihr seid nicht der Einzige, der in diese Welt gezogen wurde. Alle die in diese Welt gezogen wurden, kämpfen jetzt für die Bürger der Sword City und im speziellen habt ihr es auf Monster abgesehen, die als Lineage Types bezeichnet werden. Und nicht nur seid ihr einer der Fremden aus einer anderen Welt, nein ihr seid auch noch einer der wenigen Auserwählten unter den Fremden. Ihr könnt die Macht der sogenannten Blood Crystals nutzen, die ihr von Feinden und im speziellen Lineage Types erhaltet. In der Basis angekommen stellt man euch kurzerhand einer Reihe von Leuten vor, die von nun an euren Weg begleiten werden im Kampf gegen die Lineage Types.

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Diese junge Dame rettet euch vor den ersten Monstern.

 

Wenn Gameplay sich wie eine Bestrafung anfühlt

Stranger of Sword City ist ein klassischer Dungeon Crawler in First Person Ansicht. Die Vita hat in den vergangenen Jahren ja mehrere Titel dieser Art angesammelt, zu den besseren gehören da zum Beispiel Demon Gaze und Tokyo Twilight Ghost Hunters. Die Dungeons und Umgebungen sind in ein Grid aufgeteilt, über das ihr euch Schritt für Schritt bewegt. Trefft ihr auf Gegner, wechselt das Spiel zu einer Direktansicht, in der ihr ein statisches Bild der Monster seht. Am unteren Bildschirmrand seht ihr die eure Partysymbole eingeblendet. Eure Charaktere bekommt ihr nie in Third Person Ansicht zu sehen. Die Kämpfe bieten dann den gewohnten Mix aus physischen Attacken, Magie, Items und Spezialfähigkeiten. Auf dem Gebiet bietet das Spiel nichts Außergewöhnliches. Jedoch ist eines sehr auffällig in den Kämpfen nämlich der chronische Mangel an Heilitems, und auch wenn eurem Heiler die MP ausgehen, habt ihr kaum eine Möglichkeit diese wieder aufzufüllen. Das führt dann meist direkt ins Verderben, und sobald einer eures Teams oder ihr selbst zu Boden geht, werdet ihr mit einem der nervigsten Aspekte des Spiels konfrontiert. Gefallene Mitglieder könnt ihr in der Basis auf die Krankenstation bringen, um dort wiederbelebt zu werden.

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Die Krankenstation ist der wahre Bossgegner des Spiels.

 

Das zahlt deine Krankenversicherung nicht

Das hat jedoch einen hohen Preis. Ihr zahlt einen obszön hohen Geldbetrag für eine sofortige Wiederbelebung oder ihr müsst die Partymitglieder einen ganzen Tag (realer Zeit) in der Krankenstation lassen. Die Tatsache das Geld sowieso nicht so in Massen kommt und ihr es eher für andere Sachen braucht, bleibt meist nur die zweite Möglichkeit aber das hält euch dann gerne Mal ein paar Tage davon ab, zu spielen. Problematisch ist dabei ebenfalls die Moral in eurer Party, denn diese fällt mit jedem Tod. Moral ist aber notwendig für spezielle Fähigkeiten, wie Verstecken mit der ihr Feinde überraschen könnt. Um nicht so lange aus dem Spiel zu sein, könnt ihr immer wieder neue Charaktere für eure Party erstellen, die erste Party besteht nämlich ebenfalls nur aus Random Charakteren. Empfehlen kann man allerdings die ständige Neuerstellung von Charakteren nicht. Ihr solltet euch lieber auf das Leveln einer Party fokussieren denn eines muss ganz klar gesagt werden. Dieses Spiel besteht ausschließlich aus Grinding und faktisch nichts anderem. Und Stranger macht es euch dabei nicht leicht, motiviert zu bleiben. Denn jeder Tod stoppt euch wieder für einen oder mehrere Tage. Leider passiert das auch noch viel zu häufig.

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Stats über Stats.

 

Monsterdesign wie gemacht für ein Card Game

Auch wenn die Präsentation des gesamten Spiels über statische Bilder erzählt wird, muss ich dennoch sagen, dass diese wirklich hervorragend gemacht sich. Viele der Monsterdesigns könnten direkt auf die nächste Reihe Magic-Karten gedruckt werden und Fans würden mit Sicherheit nicht enttäuscht sein. Insgesamt überzeugt der Titel im Bereich Charakterdesign. Anders sieht es aus im Bereich der Dungeons. Hier streift ihr durch karge Umgebungen mit matschigen Texturen und ohne die Map währt ihr hier definitiv verloren und orientierungslos. Der Sound im Game ist stimmungsvoll und unterstützt die Atmosphäre gekonnt. In Erinnerung bleibt der Soundtrack aber nicht, sehr schade.

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Die Designs wären perfekt für ein Card Game.

 

Fazit:

Ich wusste, dass mich hier ein JRPG Dungeon Crawler erwartet, umso erstaunter war ich, wie viel klassische D&D Anleihen man hier findet. Ihr könnt euch aus einer Vielfalt an Möglichkeiten einen Charakter nach euren Wünschen erstellen. Die Story ist interessant und fühlt sich sehr häufig nach einer echten Partie D&D samt Storybook an. Jeder, der mit Titeln wie Demon Gaze vertraut ist, wird sich hier heimisch fühlen. Jedoch gibt es viele Dinge, die den Spielspaß zügeln können. Selbst der niedrigste Schwierigkeitsgrad ist teilweise frustrierend aus diversen Gründen. Das RPGs oft voraussetzen, dass ihr intensiv levelt bevor ihr euch dem nächsten Gegner stellen könnt ist normal, aber Stranger of Sword City geht hier etwas ins Extreme. Der Titel artet zu sehr weiten Teilen in ein echtes Grindfest aus. Ich würde sogar soweit gehen, dass Grinding das gesamte Spiel ausmacht. Ihr begebt euch in die vertrauten Gebiete immer wieder zurück und gehen Partymitglieder zu Boden, kommt der nächste Stolperstein ins Spiel. Wiederbelebung Gefallener ist entweder teuer oder lässt euch das Spiel einige Tage aus der Hand legen. Wer also auf ein flüssig spielbares RPG aus ist, findet das hier definitiv nicht. D&D Fans mit einem Hang zum Masochismus dürfen aber reinschauen.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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