Steamworld Heist – Test zum Steampunk-Roboter-Strategiespiel

Mit Code Name S.T.E.A.M erschien in diesem Jahr bereits ein Strategiespiel im Steampunkstil für den 3DS. Steamworld Heist zieht jetzt nach, statt Figuren aus der amerikanischen Literatur ziehen jetzt dampfbetriebene Roboter in die Schlacht. Ist auch hier strategisches Vorgehen gefragt, oder handelt es sich bei Steamworld Heist nur um heiße Luft? Das verraten wir euch in dieser Review.

 

Robos to the Rescue

Die namensgebende Steamworld ist im Grunde nur das Weltall um die bereits explodierte Erde. Bruchstücke der Erde schweben überall verteilt herum, und die ehemalige Bevölkerung der Erde, eine Roboterrasse namens Steambots, leben auf diesen Bruchstücken. Dort farmen sie Wasser für ihre Dampfgetriebe, also im Grunde ihre überlebenswichtige Nahrung. Doch dies können sie nicht in Ruhe tun, den da gibt es zum einen die Banditen, die Konvois überfallen und für Unruhe sorgen, und die unterdrückenden Royalisten, eine mit Diesel angetriebene Roboterarmee unter dem Befehl der Königin, die Steambots als Sklaven unterdrücken und für sich arbeiten lassen, ein steinhartes Regime. Und alte Geschichten besagen, dass etwas noch viel Gefährlicheres da draußen im All lauert. Cowbot Piper Faraday, die gemeinsam mit ihrem Piloten Wonky als Schmugglerin in den Außenbezirken aktiv ist, beschließt, etwas gegen die Banditen und Unterdrücker der Royalisten zu unternehmen. Und so entert sie feindliche Schiffe, erleichtert ihre Gegner um ihre Fracht und manchmal auch um ihr Leben, und heuert neue Anhänger an, um gegen noch größere Herausforderungen zu bestehen. Um jetzt mal auf den Punkt zu kommen: Die Geschichte und auch die Erzählweise machen einfach Spaß. Die Charaktere, die man im Laufe des Abenteuers trifft, sind interessant und witzig, so heuert ihr unter anderem einen ehemaligen Zirkusroboter an, der nicht ohne seine Hantel in die Schlacht zieht. Im Kontrast dazu habt ihr einen, sich im Ruhestand befindenden, ehemaligen Schornsteinfeger, der zwar alt und klapprig ist, doch als Sniper trotzdem etwas taugt. Mit so einer bunten Truppe ist die Befreiung der Steambots doch ein Kinderspiel.

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Achtung! Hinter dir!

 

Strategie in 2D

Woran denkt man zuerst, wenn man an ein typisches Strategiespiel denkt? Nun, vielleicht eine isometrische Kameraperspektive? Tja, denkste, sagt Steamworld Heist und macht einen 2D-Sidescroller draus. Ihr könnt eure Charaktere eine bestimmte Anzahl von Feldern nach vorne und hinten bewegen, Leitern hoch- und runterklettern und hinter geeigneten Verstecken Deckung beziehen. Wenn ihr euch dabei nicht zu weit bewegt und euch im orangefarbenen Bereich haltet, könnt ihr nach der Bewegung noch eine Aktion ausführen, beendet ihr euren Zug im blauen Bereich, endet er. Ihr steuert jeden eurer Bots einzeln durch die fast immer zufällig generierten Maps, haben sich alle eure Bots bewegt, sind die Gegner, die aufgedeckt wurden, am Zug. Somit ist taktisches Vorgehen gefragt, ihr müsst den Überblick bewahren, um am Ende nicht überrannt zu werden. Die Missionsziele sind unterschiedlich gestrickt, besiegt alle Gegner, zerstört die Generatoren, sammelt den gesamten Loot. Letzteres solltet ihr sowieso immer machen, denn in den Sammelobjekten ist nicht nur viel Wasser, was in der Steamworld als Währung dient, sondern auch Waffen und Gegenstände, manchmal sogar seltene. Waffen haben manchmal spezielle Effekte, wie Streuschaden, ein im Bogen fliegendes Projektil oder Laserpointer, mit denen ihr genau zielen könnt. Sucht euch für eure jeweiligen Teammitglieder die besten Waffen, aber auch die besten Inventargegenstände aus. Diese reichen von einfachen Heilitems bis hin zu Schutzwesten, Geschwindigkeit boostenden Schuhen und Granaten. Der vierte Itemslot jeden Charakters ist für eine Kopfbedeckung vorgesehen. Diese könnt ihr auch sammeln und in Shops kaufen, bringen jedoch leider keinerlei Vorteil, sie sind nur optischer Natur. Hier hätte man doch auch noch seltene Hüte einfügen können, die positive Auswirkungen auf die Charaktere haben. Apropos positive Auswirkungen, mit abgeschlossenen Missionen erhalten die überlebenden Mitglieder Erfahrungspunkte, bei einem Levelup gibt es neue Spezialaktionen oder Attributsboni, die sehr hilfreich ausfallen. Von einem extrem starken Raketenschlag bis zu Heilfähigkeiten oder vorübergehenden Unverwundbarkeit ist alles dabei. Auch hier gilt, die passenden Fähigkeiten für die richtige Mission abzuwägen.

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Gut zielen lautet die Devise

 

Warum sieht hier plötzlich alles anders aus?

Wie ich eben bereits in einem kurzen Nebensatz erwähnte, sind die meisten Level zufallsgeneriert. Soll heißen, wenn ihr eine Mission abbrecht oder verliert und sie neu starten wollt, könnt ihr euch nicht auf eure Erfahrung verlassen. Die Gegner und der Loot sind anders platziert, die Türen sind woanders, und auch wenn sich die Missionsziele nicht ändern, so sollte sich euer Vorgehen doch anpassen. Der Schwierigkeitsgrad ist hierbei manuell anpassbar, auf leichteren Stufen sind die Gegner, was das Zielen betrifft, relativ dumm und machen oft Aktionen, die euch nicht treffen oder gar ihren Kollegen Schaden zufügen. Auf höheren Stufen jedoch wird euch keine Unachtsamkeit verziehen. Dabei müsst ihr auch mit einberechnen, ob ihr eine gute Sternewertung haben wollt. Diese gilt als euer Ruf, manche Orte könnt ihr nur erreichen, wenn euer Ruf hoch genug ist. Und obwohl manche Charaktere sich euch anschließen, wenn ihr ihnen einen bestimmten Betrag zahlt, so schließen sich euch andere nur mit einem entsprechend hohen Ruf an. Die volle Ausbeute an Sternen erntet ihr nur, wenn ihr ein Level mit allen Charakteren abschließt und alle Sammelobjekte ergattert, ausschlossen der Hüte, denen ihr euren Gegnern vom Kopf schießen und dann einsammeln könnt. Wie schon erwähnt sind diese, nur optische Sammelobjekte und zählen nicht in die Wertung für euren Ruf mit ein. Ab und zu müsst ihr euch nicht durch die gewohnten Missionsziele Kämpfen, sondern einen fiesen Boss besiegen. Diese Maps bestehen hauptsächlich aus Kämpfen, hier ist eine andere Strategie gefragt. Die Missionen sind spaßig, auszusetzen gibt es hier wenig. Nur die Tatsache, dass man sich die Züge der Gegner komplett anschauen muss und sie nicht vorpulen kann, ist auf die Dauer etwas nervig. Manchmal ist man außer Gefahr und die Robogegner in der Nachhut verwenden ihren Zug nur dazu, sich ein paar Felder zu bewegen, das hätte man gerne überspringbar machen können.

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Dieser Boss muss schleunigst zu einem Schrotthaufen umgemodelt werden

 

Iron Man mal anders

Den Grafikstil hat sich Steamworld Heist ein wenig von Code Name S.T.E.A.M abgeschaut. So präsentiert sich die Optik in comichaftem Stil, Piper sieht zum Beispiel ein wenig wie der Anzug von Tony Stark aka. Iron Man aus. Zum Thema Steampunk passt diese Optik allerdings sehr gut, trotz des kleinen Bildschirms des 3DS erkennt man viele kleine Details in den Maps und an den Robotern selbst. Die Story wird ab und zu in auf alt gemachten Videosequenzen erzählt, schön mitsamt einem rauschig klingenden Radiosprecher, leider ist das ganze Spiel auf Englisch, also schön die Englischvokabeln lernen.Der Sound weiß auch zu überzeugen, die Hintergrundmusik ist nicht zu laut und actionreich, lenkt somit nicht von strategischen Überlegungen ab. Und wenn man dann in eine Bar spaziert und eine Roboterjazzband performt, dann kann man sich nicht mehr gegen ein Grinsen im Gesicht wehren.

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Steampunk-Robojazz…herrlich

 

Fazit:

Steamworld Heist ist ein tolles, strategisches Schmankerl für den 3DS. Die Missionen machen sehr viel Laune und erfordern einen guten Batzen Gehirnschmalz, die Charaktere sind spaßig und überhaupt, das 2D-Strategiesetup funktioniert wie geschmiert. Für Strategiefans ist dieser Downloadtitel definitiv ein Muss, ein toller kleiner, aber in Wirklichkeit doch großer Knobler für zwischendurch.

82

Good
  • 2D-Strategie-Gameplay funktioniert super
  • Tolle Charaktere
  • Subtiler, dennoch unterstützender Soundtrack
  • Steampunkige Comicoptik
  • Viele verschiedene Waffen und Items
Bad
  • Hüte verleihen keine Boni
  • Gegnerzüge lassen sich nicht vorspulen
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Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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